Schlagwort-Archive: Keetmanshoop

von Lüderitz nach Keetmanshoop

15.06. von Lüderitz nach Keetmanshoop

Wir verlassen Lüderitz im Nebel. Während auf dem Camp nur Dunst herrschte, kommen wir nach der Ortsgrenze in dichten Nebel mit einer Sichtweite von manchmal weniger als 50 Metern. Erstmals auf der ganzen Tour musste ich die Nebelleuchten einsetzen. Nach 23 km schafft es die Sonne endlich den Nebel aufzulösen. Da sind wir schon wieder an der Geisterstadt Kolmannskuppe vorbei. Das Schild haben wir nur erahnen können.

Später erblicken wir wieder Wildpferde am Straßenrand und als wir etwas abbremsen kommen sie zu uns an das Womo. Wir halten an und ich schneide schnell etwas von unserem Weißbrot ab. Sie lassen sich gern am offenen Wagenfenster füttern. So wild scheinen sie jedenfalls nicht zu sein.

Wenig später legen wir eine Frühstückspause ein und genießen die weite Landschaft Namibias. Mit etwas Wehmut denken wir daran, dass in einer guten Woche unsere Reise zu Ende gehen wird.k-20160816_093421k-20160816_093647

es fährt kein Zug nach Nirgendwo…:k-IMG_20160816_102522k-S3180018

Einige Kilometer vor Keetmanshoop geht es laut Karte nach Seeheim und unser Roadbook sagt uns, dass dort ein sehenswertes Hotel sei. Wir zweifeln etwas als wir an dem Abzweig ankommen. In einiger Entfernung ist nur ein kleineres rotes Gebäude zu sehen, welches nicht nach Hotel aussieht. Schon vorbei am Abzweig kehren wir doch wieder um und wollen uns die Sache von der Nähe betrachten. Nach 1,5 km stehen wir vor der Einfahrt und dann geht es bergab.

Unten angekommen steht ein massives Gebäude mit einigem Nebengelass. Das Hotel. Seeheim ist 1896 als Stützpunkt der Deutschen Schutztruppe gegründet worden und war Eisenbahnknotenpunkt. Der Ort bestand seinerzeit hauptsächlich aus zwei Hotels, weil Reisende hier übernachten mussten um am nächsten Tag mit dem Anschlusszug weiter zu reisen. Eines der Hotels steht noch und wir besuchen es. Ein Eisenbahnanschluss ist auch noch vorhanden.

Zurück auf der Hauptstraße geht es nun nach Keetmanshoop wo wir heute nur einkaufen und tanken.k-IMG_20160816_142355 Raus aus dem Ort geht es dann nordöstlich über 14 km Gravelroad zum Quivertree (Köcherbaum) Forest Rest Camp. Wir fahren aber zunächst vorbei und besuchen den Giant’s Playground, einen Platz mit vielen Steinen. Angeordnet sind sie, als wenn Riesen mit ihnen wie mit Bauklötzern gespielt und sie aufeinander geschichtet hätten. Auf einem kleinen Rundgang kann man die Formationen bestaunen.

Eigentlich muss vorher im Camp für den Eintritt bezahlt werden. Aber noch zweimal hin und her fahren wollen wir nicht. Astrid öffnet das Tor und wir kommen unbehelligt hinein und auch wieder hinaus.

Pünktlich zur Gepard-Fütterung sind wir wieder am Camp und können die Tiere hautnah erleben. Astrid geht ganz nah heran und streichelt als Einzige der Gruppe eines der Tiere. Auch ein Warzenschwein tummelt sich auf dem Gelände und frisst sich satt.

k-S3180076

Wir parken direkt am Eingang zum neben dem Camp gelegenen Köcherbaumwald. Köcherbäume sind Baum-Aloen und gehören zu den Sukkulenten. Sie stehen unter besonderem Schutz.

Zum Abendbrot gibt es lecker Fleisch aus dem Scottel. Macht richtig Spaß.k-IMG_20160816_181257

 

 

zum Fish-River-Canyon

17.08.2016 von Keetmanshoop zum Fish River Canyon

Wegen der schwierigen Straßenverhältnisse droht die Gruppe zumindest zeitweise auseinanderzubrechen. Deshalb nehmen die heutige Etappe nur noch sieben Fahrzeuge so in Angriff wie es vom Roadbook vorgesehen ist. Die 14 km auf Gravel zurück zur Landstraße bleiben allerdings niemandem erspart. Wir haben uns schon vor einigen Tagen entschlossen dem Roadbook treu zu bleiben und wenn die Strecke schwierig wird einfach langsam zu fahren, auch wenn es dann nur mit ca. 20 km/h vorwärts geht.

Also zurück zur Landstraße und dann nochmal rein nach Keetmanshoop. Wir wollen wenigstens noch Bilder von den zwei Sehenswürdigkeiten des Ortes machen. Dem Kaiserlichen Postamt, in dem heute das Tourismusbüro beheimatet ist, und die Steinkirche von 1895 in der ein Museum seinen Sitz hat.k-S3190005

Wir folgen 32 km der B4 und biegen dann links auf eine überwiegend gut befahrbare Gravelroad ab, der wir bis zum Naute-Dam folgen, der den Großen Löwenfluss staut und die Trink- und Brauchwasserversorgung von Keetmanshoop sichert.k-S3190006 In der Annahme, die Zufahrt zum Damm ist geschlossen, fahren wir zunächst vorbei und steuern die nahe Destillerie an die von den Eigentümern der Kristall-Kellerei in Omaruru betrieben wird, die wir auch besucht hatten. Heute soll hier eine Verkostung der härteren Sachen stattfinden. Wir wundern uns etwas darüber, hier allein zu stehen.

Es ist kurz nach zehn und um elf soll die Besichtigung und Verkostung stattfinden. Aber es klärt sich alles auf. Andere waren schlauer als wir und haben bei der Zufahrt zum Damm genauer hingeschaut. Das vermeintliche Tor war zu umfahren.

Pünktlich um elf ist es dann soweit, erst Besichtigung, dann Verkostung und anschließend Kaffee und Kuchen. Die Hausherrin führt durch das Programm. Wir hatten uns gefragt, wie man auf die Idee kommen kann, hier in der Einöde eine Destillerie zu betreiben. Aber die Antwort ist recht einfach. Am Abfluss des Staudammes werden auf gut bewässerten Feldern Datteln, Trauben und Zitrusfrüchte angebaut. Dann liegt es nahe diese auch hier zu verarbeiten. Und so hat sich eine Kooperation zwischen Staat und Privatbetrieb entwickelt. Der Staat wird hier die Früchte los, die nicht für den Export geeignet sind, stellt das Gebäude zur Verfügung und die Betreiber stellen das Inventar. Für ihre Produkte haben sie auch schon Auszeichnungen erhalten. Der Gin schmeckt uns besonders gut und deshalb muss eine Flasche mit in das Reisegepäck.

Wir fahren danach noch einmal zum Damm zurück und schauen nun von oben auf See und Staumauer.

k-S3190019

Nach weiteren 76 km meist gut befahrbarem Gravel steuern wir das Canyon Roadhouse Camp an.k-S3190025

Wir sind relativ früh hier und ich weiß mit der freien Zeit nicht viel mehr anzufangen, als die kritischen Befestigungen im Auto erneut zu kontrollieren und ggf. nachzubessern.

Als ich mich dann an den Laptop setze piept es hinter mir, ein schleichender Plattfuß kündigt sich an.