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über Iringa nach Mikumi

15.06.2006 von Kisolanza nach Mukumi

Wir verlassen die Farm und das Camp sehr zeitig. Wir wollen uns in etwa 20 km die „Isimilia Stone Age Site“ ansehen. Erstens ist in der Karte ein Hinweis darauf und zweitens habe ich im Internet davon gelesen. Es soll ein beeindruckendes Naturdenkmal sein mit 15 m hohen Steinsäulen in der Isamilia-Schlucht. Hier sind die vermutlich ältesten Steinzeitfunde freigelegt worden. Sie stammen aus einer Zeit, als Teile Europas noch unter einer Eisdecke schlummerten. Nach etwa 20 km immer noch kein Hinweis und wir sind schon ein wenig enttäuscht. Aber wenige Kilometer weiter dann doch ein Hinweisschild. Wir fahren auf den wie immer unbefestigten und etwas schwierig aber doch befahrbaren Weg. Wir kommen etwa 100m voran, dann bremst uns ein etwa 15 m langes Stück loser Sand völlig aus. Festgefahren. Sehr tief sitzen wir noch nicht drin und auch nur mit dem rechten Vorderrad. Eine junge Frau aus dem benachbarten Lehmhaus kommt freundlich auf uns zu und ruft ihren Jungen, der mit einer Schaufel kommt. Ich mache das Vorderrad etwas frei, lege meine Sandplatten unter und mit der vereinten Kraft von der jungen Frau und Astrid schieben sie mich rückwärts wieder aus dem Sandstück heraus. Die junge Frau meint, wir könnten direkt an ihrem Haus vorbeifahren, dann könnten wir das Sandstück umgehen. Wir bedanken uns zunächst mit ein paar Scheinen die sie dankbar annimmt und nehmen die andere Strecke. Nur etwa 100 m weiter steht ein kleines Häuschen und ein junger Mann. Die Fahrbahn verschlechtert sich zusehends und wir erkundigen uns nach der Weiterfahrt. Nur zwei Minuten mit dem Auto meint er, und ja, mit unserem Auto sei dies kein Problem. Nach 20 m ist allerdings Schluss. Tiefe Längsrillen verhindern ein Vorwärtskommen. Rückwärts und ohne die Sehenswürdigkeit nur erahnt zu haben geht es wieder hinaus. Astrid ist geladen und stinksauer auf mich, weil ich nun zum wiederholten Male versucht habe die Grenzen unseres Womo’s auszuloten. Es ist für solche Strecken einfach nicht geeignet. Brauchen wir wohl ein anderes, falls wir wieder einmal eine solche Reise unternehmen wollen. Schaun wir mal.

Nach weiteren 20 km erreichen wir Iringa auf einem Felsplateau mit Blick auf die Tabak- und Maisfelder gelegen. Die Straße hinauf ist von Hump’s nur so voll gepflastert.

Mit der Errichtung eines Forts in der Nähe legten die Deutschen 1896 hier damit den Grundstein für die Stadt, die an der einen oder anderen Stelle noch Relikte aus der Kolonialzeit aufweist. Die Markthalle und andere Gebäude an der belebten Einkaufsstraße stammen noch aus dieser Zeit.

alte Markthalle
alte Markthalle
Markthalle im Inneren
Markthalle im Inneren

k-20160615_100504k-20160615_100439k-20160615_105637Wir fahren erst einmal eine nicht gekennzeichnete Einbahnstraße verkehrt herum hinein, bis wir lautstark darauf aufmerksam gemacht werden, tanken dann und suchen uns einen Parkplatz in der Uhuru-Road. Zu Fuß nehmen wir die Suche nach der Markthalle auf und durchstreifen verwinkelte Gassen, in denen Handwerker und Händler ihrem Gewerbe nachgehen. In einer Straße stehen fast vor jedem Haus Nähmaschinen an denen gearbeitet wird. Ein richtig quirliges Treiben hier.k-20160615_095830 Über den großen Kreisel hinaus suchen wir das Cafè, welches uns zum Frühstück empfohlen war. Es ist nicht zu finden und Passanten die wir ansprechen, zucken nur mit den Schultern. Überhaupt scheinen die Tansanier eine andere Mentalität zu besitzen als die Menschen in den bereits besuchten Ländern. Sie sind meist nicht so offen und freundlich haben wir den Eindruck. Und wegen der Erlebnisse bisher, muss sich Tansania schon noch anstrengen um auf unserer Rankingliste der Länder die wir bisher auf unserer Tour besucht haben, nach vorn zu rutschen.

Wir finden dann in einer Seitengasse ein vielversprechendes Schild mit der Aufschrift „BBQ & Restaurant“ und starten hier einen Versuch unser Frühstück nachzuholen. Drinnen wenig einladend. Unter einem Strohdach einfache lange Tische mit Plastikstühlen, was weiter kein Problem darstellt. Auch eine Speisekarte gibt es, auf der auch Kaffee angeboten wird. Wir bestellen zwei Omelettes und Kaffee. Die Omelettes sind ganz ordentlich, aber als es an den Kaffee gehen sollen streiken wir nachdem uns zwei Töpfe auf unsauberen Untertellern und später eine Büchse mit Nescafè und Zucker hingestellt werden. Bevor vielleicht noch heißes Wasser kommt geben wir unseren Verzicht bekannt.k-20160615_104725

Zurück zum Womo wollen wir noch in dem kleinen Minimarkt nebenan einkaufen, aber außer ein paar Keksen ist für uns nichts zu holen.

Weiter geht die Fahrt dann durch schöne Landschaft, begleitet von vielen Baobab-Bäumen von 1600 m hinunter auf 450 m.k-S2820002 Dabei wird es immer wärmer und als wir am Camp ankommen zeigt das Thermometer 30°. Auf der Tan-Swiss-Lodge nehmen wir Quartier.

von Doffa bis Kisolanza

30.06. bis 03.07.2006 von Doffa bis nach Kisolanza

Jetzt geht es wieder in den Süden. In Europa würde man sagen wir fahren in wärmere Gefilde, hier aber entfernen wir uns vom Äquator und damit sinken die Temperaturen eher. Allenfalls der Abstieg in niedere Ebenen kann dies etwas kompensieren.

Zunächst geht es zurück nach Karatu, wo wir auf der Herfahrt den Wochenmarkt besucht hatten. Vor den hier zahlreich vorhandenen Lodges stehen viele Safarifahrzeuge um ihre Kundschaft für Fahrten in den Ngorongoro-Krater und die Serengeti abzuholen. Wie sind die doch zu beneiden.

Wir müssen aber weiter und bewegen uns auf dem Mbulu-Plateau auf dem es in der Kolonialzeit, wegen des fruchtbaren und kühlerem Landstriches mehrere Farmen gab. Mbulu war Verwaltungssitz mit dem Namen „Neu Trier“. Über die zahlreichen und bereits bekannten Serpentinen schrauben wir uns nach unten nach Mto wa Mbu. Wir halten nicht an, denn die Spezialität Rote Bananen, soll nach Auskunft anderer Mitreisender, doch nicht so besonders gut schmecken. Sehr mehlig und buttrig. Wir verzichten. Auch die vielen Souvenirstände und Bilderhändler reizen uns nicht. Zuviel Kommerz.

Nach 30 km erreichen wir wieder Makuyuni und biegen diesmal nach rechts ab Richtung Babati. Hier ist Massai-Land mit Hirten, Herden und Wasserstellen und hier liegt auch der Tarangire-Nationalpark, der für seine großen Elefantenherden bekannt ist und etwa die Größe von Luxemburg hat. Wir fahren am Park entlang, bisweilen ist nur 50 km/h erlaubt, sehen aber keine Elefanten. Aber Kästen für Bienenvölker in den Bäumen.k-S2890006 Wir erreichen Babati und wollten hier eigentlich geradeaus zur Hauptstadt Dodoma fahren. Die Straße ist aber noch nicht fertig und wir biegen deshalb nach Singida ab, was wir nach etwa 160 km erreichen. Unser Navi spielt hier ein wenig verrückt und der Pfeil springt immer von der Straße weg. Laufend werden wir aufgefordert bei nächster Gelegenheit zu wenden. Aber unser Zielpunkt wird noch angezeigt und das ist unsere Orientierung. Wir passieren zunächst die Einfahrt zum Katala Beach Hotel und steuern links die Tankstelle an. Erstens wollen und müssen wir tanken und zweitens soll gegenüber in einem rosa angestrichenen Haus eine Bäckerei sein. Ein rosa Haus ist nicht zu sehen und auch der Tankstellenmitarbeiter, den ich anspreche, hat keine Ahnung und verweist auf die Innenstadt. Dass das Haus inzwischen weiß angestrichen ist und ein blaues Dach hat, ist offensichtlich an ihm vorüber gegangen.

Was soll’s, schließlich bekommen wir auch in dem Shop des Hotels, wo wir vergleichsweise eng auf dem Parkplatz stehen, frisches Brot vom gleichen Bäcker.k-20160701_080809k-20160701_080815

Wir gehen noch ein wenig an den Strand, spazieren hier und holen uns dann unsere Stühle und einen Drink.k-20160630_161634k-20160630_162920

Nach der Geburtstagsparty für Heinz und der Besprechung für die Route des nächsten Tages findet Abendessen im Womo statt. Wir haben vorerst genug von Chicken und zähem Fleisch.

Am anderen Morgen nehmen wir den zweiten Teil der Umleitung nach Dodoma in Angriff. 250 km gute Straße bis auf die letzten welligen 20 Kilometer. Der einzige größere Ort unterwegs ist Manyoni, ein Trucker-Stopp mit mehreren Lodges, Restaurants und Tankstellen. An der Straße sehen wir anschließend immer wieder Stände mit Holzmörsern und Flechtarbeiten. Es ist interessant wie in den einzelnen Regionen immer wieder unterschiedliche Produkte den Schwerpunkt des Angebotes bilden.

Später sehen wir immer wieder Säcke, die bei näherem Hinsehen als Inhalt Schotter offenbaren. Die zahlreich hier vorhandenen, meist runden Felsen die verstreut in der Landschaft liegen, werden zerschlagen und mühsam per Handarbeit zu Schotter verarbeitet. Muss ein sehr anstrengendes Geschäft sein, dass wir eigentlich nur als Strafarbeit für Gefangene von Robben Island her kennen, wo auch Nelson Mandela inhaftiert war.k-S2890009k-S2890013k-S2890011

In einem Dorf machen wir Halt. Wir wollen Kartoffeln kaufen. Die erste Schwierigkeit besteht aber schon darin, dass die Frau mit den nach unserer Meinung schönsten Kartoffeln uns nicht versteht und wir deshalb nicht genau wissen ob es sich wirklich um Kartoffeln handelt und nicht etwa Süßkartoffeln. Ein junger Mann bestätigt unsere Vermutung, es sind Potatoes. Das nächste Problem ist die Menge. Alles wird hier immer Eimerweise angeboten, wir aber wollen nur zwei Hand voll. Da dies offenbar unverständlich ist, lege ich die Kartoffeln, die mir Astrid in die Hände sortiert hat, wieder auf den Eimer und will aufgeben. Schließlich werden wir uns doch handelseinig und für umgerechnet 80 Cent haben wir unsere Kartoffeln und die Frau freut sich so über ein gutes Geschäft, sodass sie uns auch gleich noch zu einer anderen Händlerin führt, die die von uns begehrten Bananen im Angebot hat. Aber auch hier, wo die Bananen zu großen Bunden an einer Schnur hängen, gilt es eine für uns akzeptable Menge zu vereinbaren. Astrid will nur vier Stück. Fünf werden abgeschnitten und sollen 500 Tansanische Schilling kosten. Da wir aber nur Scheine ab 2000 TSH aufwärts haben, gibt Astrid ihr einen solchen Schein und meint es sei okay so. Nicht aber für die Händlerin, sie legt noch drei Bananen drauf und ist erst dann zufrieden. Eine nette Geste.

Die Landschaft wird zunehmend trockener, zahlreiche Baobabs säumen die Straße bis wir dann die seit 1973 zur Hauptstadt Tansanias erkorene Stadt Dodoma erreichen. Dodoma liegt zwar zentraler als Daressalam, aber hat sich nie richtig als Hauptstadt etablieren können. Der Regierungssitz ist wieder in Daressalam und nur die Nationalversammlung tagt hier einige Male im Jahr in der rund 400.000 Einwohner großen Stadt. Es gibt hier zwar drei Universitäten und mehrere private Schulen, aber Hauptstadtflair sieht anders aus. Auch die Deutschen, die Dodoma 1907 gegründet haben, wollten es schon zur Hauptstadt machen. Aber Wein wird hier angebaut, der als Dodoma Wein gehandelt wird. Wir haben ihn leider nicht probieren können.

Entgegen der Empfehlung fahren wir mitten durch die Stadt zu dem Morena-Hotel, einem modernen Bau der erst 2015 vollendet wurde, um auch hier auf dem Parkplatz zu übernachten.k-20160701_135005k-20160701_135024 Management-Wechsel und Missverständnisse führen aber dazu, dass wir hier nicht stehen dürfen. Aber eine leckere Pizza am Pool genehmigen wir uns noch, bis Renate ein neues Quartier nur 5 km entfernt ausfindig gemacht hat. Stehen wir halt dort auf dem Parkplatz, wo uns in der Nacht Mücken quälen und die Straße direkt vorbei führt.k-20160701_181228

Am Morgen holen wir noch einen Fototermin nach. Vor dem Gelände steht ein beachtlicher Baobab. Er ist zwar nicht das größte Exemplar was wir bisher gesehen haben, aber Astrid postiert sich davor um einmal die Größenverhältnisse deutlich zu machen.k-S2900001

Früchte des Baobab
Früchte des Baobab

Heute schließt sich ein Kreis. Wir werden wieder in Kisolanza, in „The Old Kisolanza Farmhouse“ Station machen, wo wir vor etwa drei Wochen schon gestanden haben.

320 km gute und ruhige Strecke liegen vor uns. Baobab-Bäume, bestellte Felder und Lehmhütten begleiten uns.

Wir müssen einen Staudamm passieren und, wie hier immer üblich, davor und danach ein Gate mit Kontrolle und Registrierung. Beim Heranfahren konzentriere ich mich auf die geöffnete Schranke und die bereits dahinter stehenden Womo’s und übersehe dabei, dass statt Schranke eine Eisenstange quer über eine Straßenseite in einem Meter Höhe auf den Schrankenauflagen liegt. Die räume ich gekonnt ab ohne dabei Schaden am Womo herbei zu führen. Ist doch auch eine Leistung. Astrid sieht es leider etwas anders.

Nach der Staumauer klettern wir allmählich auf über 1.800m Höhe und kommen dann nach Iringa. Weil wir hier schon unterwegs waren, fahren wir durch und dann hinab über zahlreiche in die Straße eingebaute Schläge zur Geschwindigkeitsreduzierung bis zur A7, der wir dann Richtung Mbeya folgen. Noch ein kurzer Stopp im Cordon-Bleu-Farmshop. Etwas Fleisch, Eier und Schinken und dann weiter zu der uns bekannten Campsite in Kisolanza. Das es hier eng ist, wussten wir schon vom letzten Mal, aber der Platz den sie uns heute zuweisen ist die Krönung. Schmale Zufahrt und eine große Wurzel am Boden. Es kam wie es kommen muss. Ich konzentriere mich auf den Einweiser und schon krachte es. Ein Aststumpf ist im Wege und kratzt an unserem Dach. Ein Schaden ist nicht zu erkennen, aber ich hänge fest. Zum Glück habe ich ein Taschenmesser mit Säge, mit dem ich aus der Dachluke klettere und schneller den Ast abhabe, als Astrid mit großer geborgter Säge zurück kommt. Wegen der Wurzel muss dann auch noch eine Begrenzungsleuchte dran glauben. Aber die war eh schon geklebt. Ich finde auch das abgebrochene Stück und klebe es eben noch einmal an. Mehr Probleme macht die Standfestigkeit unsere Kühlschrank-Gefrierfach- und Backofenkombination. Sie droht aus dem Schrank zu kippen, weil die Befestigung einfach nicht für solche Beanspruchungen gemacht ist, wie wir sie hier vorfinden. Es gelingt mir aber mit neuen und längeren Schrauben etwas Festigkeit herzustellen. Hoffe ich. Die alten Schrauben ragten nur etwa zur Hälfte in die beiderseits angebrachten und auch nicht wesentlich mehr als 1 cm dicken beschichteten Spanplatten. Nichts um wirklich Halt zu bieten. Zumal manche Schraublöcher vom Hersteller gänzlich ohne Schraube geblieben waren. Also wir hoffen mal das Beste. Übermorgen wartet wieder die 130 km lange Baustellenstraße auf uns. Das ist die Bewährungsprobe.k-S2910090

Heute am Sonntag wartet ein Kirchgang in einer etwa 15 km entfernten und mitten im Busch gelegenen Katholischen Kirche auf uns. Wir fahren mit dem Bus dahin und besuchen den fast zwei Stunden andauernden Gottesdienst, mit viel, meist flotter Musik, und der Ansprache des Priesters, der sehr ausdrucksstark und mit sehr unterschiedlicher Stimmlage seine Predigt vorträgt. Die Kirche ist ein eher schlichter Hallenbau, mit Stahlträgern und Trapezblechdach, unterbrochen von lichtdurchlässigen Platten. Der Altar unterscheidet sich nicht wesentlich von Kirchen in Europa. Die Kirche ist mit etwa 400 Menschen sehr gut gefüllt. Dies wiederum unterscheidet sie von der Zahl der Teilnehmer an Gottesdiensten in unseren Breiten. Vielleicht würde flotte Musik hier Abhilfe schaffen. Der hiesige Chor, etwa 30 Leute in den Reihen links vorn, alle mit gelben Blusen oder Hemden, begeistert jedenfalls.

Jedenfalls eine interessante Erfahrung für uns und auch für mich, wenn doch die Sitzgelegenheiten bequemer wären. Als sich der Priester nach erneuter Ansprache dann verabschiedet hat, und nach meinem Empfinden nur noch Kirchennachrichten und andere Bekanntmachungen verlesen werden, verlassen wir das Gotteshaus.

Uns bleiben nur noch 3 Stunden bis der nächste Ausflug ansteht. Auf unseren Vorschlag hin ist eine Busfahrt zur Isimilia Stone Age Site, an der wir beim letzten Mal wegen der schwierigen Anfahrt gescheitert waren, in das Programm aufgenommen worden.

Wir vertrauen uns dem Busfahrer mit seinem hinterachsangetriebenen und mit Zwillingsreifen bestücktem Bus an und er scheitert trotzdem an der gleichen Stelle, wo wir uns im Sand festgefahren hatten. Nur mit Mühe und Unterstützung kommt er frei und nimmt dann auch den Weg direkt an den Häusern vorbei, wie auch wir ihn auf Hinweis der freundlichen Anwohnerin genommen hatten. Die Stelle, an der wir seinerzeit kehrt gemacht hatten meistert er gekonnt und wir sehen, dass wir auch schon bis kurz vor das Ziel gekommen waren.

Das kleine Museum ist recht übersichtlich. Wir erfahren, dass Wassermassen hier vor vielen Jahren lavabedeckte bis zu 15m hohe Steinsäulen freigespült haben, die bizarr in der Landschaft stehen. Bei diesen Erosionen sind auch steinzeitliche Siedlungsspuren und Werkzeuge freigelegt worden, die Wissenschaftler anlockten um hier zu graben.

Bei einem nicht leichten Fußweg erwandern wir das Gelände und werden mit fantastischen Anblicken belohnt. Astrid kommt auf losem Sand zu Fall und verdreht sich das Knie. Sie lässt sich aber nichts weiter anmerken und steht den Marsch tapfer durch. Das Licht am Nachmittag begünstigt unsere Fotoausbeute.

Zur Rückfahrt nimmt unser Fahrer gleich die Route vor dem Haus. Versucht er zumindest. Er kommt aber nicht weit. Die zu uns noch freundliche und hilfsbereite Anwohnerin hat eine Barriere vor ihrem Haus errichtet. Entweder ist diese als Mautstelle gedacht, oder sie will einfach nicht, dass jeder jetzt an ihrem Haus vorbei fährt. Sehr freundlich sieht sie jetzt jedenfalls nicht mehr aus. Der Busfahrer muss selbst das Hindernis beseitigen, bevor es weiter gehen kann.k-S2910086k-S2910087

Dieser Ausflug hat sich gelohnt, wie auch meine Idee, den Ausflug nicht am Mittag, sondern am Nachmittag mit schönen Schattenspielen durch die sich neigende Sonne durchzuführen.

Als wir wieder am Platz ankommen, geht die Sonne schon fast unter und es wird kühl. Ein Glas Wein vor dem Womo nach diesem schönen Tag darf aber noch sein.

Uns schräg gegenüber stehen zwei Motorräder, Crossmaschinen, mit denen ein südafrikanisches Pärchen unterwegs ist. Auf unsere Frage hin erfahren wir, dass sie zwei Jahre in der Welt unterwegs sein wollen, bis in die USA und Südamerika. Wir wünschen ihnen viel Glück und ein wenig Neid kommt auch auf. Aber für eine solche Tour sind wir dann doch schon ein wenig zu alt. Aber den Rest der Welt sehen, wollen wir dennoch.k-S2910089

Unterwegs nach Sambia

04. bis 06.07.2016 Auf dem Weg nach Sambia

Wir sind die Letzten die die Kisolanza-Farm verlassen. Es erwartet uns heute auch nur die nicht enden wollende Baustelle mit der wir schon einmal das Vergnügen hatten. Zuvor müssen wir aber noch ein wenig rangieren um von unserem Stellplatz wegzukommen. Astrid postiert sich gleich hinter dem Auto und beschwert sich, weil ich angeblich ihren Anweisungen nicht folge. Aber mit vereinten Kräften kommen wir ganz gut aus unserer schmalen Lücke heraus. Keine neuen Berührungen. Aber der Weg den wir dann einschlagen ist erstmal falsch. Wieder zurückstoßen und neuer Anlauf. Alles geht gut.

Wir biegen nach links auf die Hauptstraße Richtung Mbeya und bewegen uns weiter auf 1.700 m Höhe.

22 km nach Kisolanza durchqueren wir das Städtchen Ifunda. Sehr lebhaft hier.

Dann geht bald die 138 km lange Baustelle los mit durchgängig 50 km/h Maximalgeschwindigkeit und Zwischenstücken die mit 30 km/h ausgewiesen sind. Die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten sind nicht zu übertreffen, zu schlecht ist meist die Fahrbahn. Manchmal Asphalt mit vielen Löchern, meist Erdstraße mit Bodenwellen, Gravelroad und auch hier zusätzlich zahlreichen Humps.k-S2910094

ein Stück der besseren Sorte

aus dem Mais wird wohl nichts mehr bei dem Staub
aus dem Mais wird wohl nichts mehr bei dem Staub

Volle Konzentration ist gefragt, will man nicht irgendwo aufsetzen. Nur eine kurze Espressopause machen wir. Wir durchfahren Makambako und kommen an dem großen Bahnhof der Ta-Za-Ra (Tansania-Zambia-Railway) vorbei. Die Gleise begleiten uns ziemlich parallel zu unserer weiteren Strecke. Von der durchaus reizvollen Landschaft bekommen wir nicht viel mit. Unsere Augen sind nur auf die Fahrbahn gerichtet. Irgendwann ist dann auch die Baustelle zu Ende.

In Mbeya ist der Teufel los. So viel Verkehr wie hier und ohne irgendein System haben wir selten erlebt. Wir wollen eigentlich noch etwas einkaufen, aber die beiden „Supermärkte“ haben ein sehr überschaubares Angebot. Aber wir ziehen noch 200.000 TSH aus dem Automaten.

Bis Uyole ist es dann nicht mehr weit. Der Gipfel ist dann zum Abschluss der heutigen Etappe, die 9 km lange Anfahrt zu unserem Camp, der „Utengule-Lodge“. Wir kämpfen uns durch die mit riesigen und tiefen Löchern bespickte Piste. Achteinhalb Stunden Fahrzeit sind endlich vorbei. Ich bin ziemlich fertig und habe die Nase voll. Wir stehen auf dem Rasen eines Hubschrauber-Landeplatzes. Die Lodge ist sehr gut am Hang gelegen, verfügt über Chalets, einen Pool, Tennisplatz und Squash-Anlage. Laut Reiseführer ist das Restaurant eines der besten und teuersten in Mbeya und Umgebung. Und dann so eine Zufahrt. Nicht zu begreifen. So etwas ist nur in Afrika denkbar.

Hier treffen wir wieder auf Klaus und Beate, die sich hier von ihrer Malariaerkrankung erholt hatte. Große Freude auf beiden Seiten über das Wiedersehen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen ziehen wir uns bald zurück. Essen war so ok. Nicht übertrieben gut. Aber der Espresso war Spitze.

Nächster Tag, neues Programm. Wir bleiben eine weitere Nacht auf dem Platz und haben deshalb Gelegenheit, die nahe Kaffee-Farm zu besichtigen die unter schweizerischer Leitung steht. 20 Minuten Fußweg auf schmalem Pfad durch den Wald, immer hoch und runter. Astrid bekommt Probleme mit ihrem Knie und quält sich. Die Führung über die Farm dauert ziemlich lange, ist aber sehr interessant.k-20160705_103709k-20160705_104544

Neben den Sorten Robusta und Liberica wird hauptsächlich die Sorte Arabica hier angebaut. Die mannshohen Büsche können bis zu 40 Jahre alt werden, tragen aber nur drei bis vier Jahre. Deshalb wird dann immer wieder ein Verjüngungsschnitt durchgeführt. An den Büschen befinden sich immer Beeren unterschiedlichen Reifegrades, von grün über gelb bis rot. Die roten sind ausgereift und liefern die beste Qualität. Allerdings ist das, was wir auf den Haufen sehen ziemlich durchmischt. So rein wird also doch nicht sortiert. Die Arbeiter werden schließlich nach Kilogramm bezahlt. Da müssen die Eigentümer ein Auge zudrücken, sonst laufen ihnen die Leute weg. Der geerntete Kaffee wird eingeweicht und gewaschen, von der äußeren Schale befreit und dann getrocknet. Dann ist um jeweils zwei halbe Kaffeebohnen nur noch eine dünne Schale, die in Mbeya in einer Mühle entfernt wird. Der grüne Rohkaffee wird dann exportiert.

sehr interessant
sehr interessant

Jungpflanzen vorn und hinten

k-20160705_105357Zum Abschluss ist Verkostung des Kaffees, als Cappuccino oder Espresso. Auch eine kleine Röstmaschine wird hier betrieben.k-20160705_113722k-20160705_114525

die Röstmaschine oben auf dem Schrank besitzen wir auch
die Röstmaschine oben auf dem Schrank besitzen wir auch

Beim Rückweg ist es dann ziemlich heiß. Astrid nutzt die angebotene Möglichkeit mit einem Auto zurück zu fahren. Der restliche Tag vergeht dann beim Nichtstun und am Abend sitzen wir noch gemeinsam am Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen will ich noch unsere Reserven an Kwatscha, der Währung von Sambia, aus dem Tresor holen, damit wir zahlungsfähig sind, sollten an der Grenze noch irgendwelche Gebühren anfallen. Aber nichts da, der Tresor lässt sich nicht mehr öffnen. Das Zahlenschloss reagiert überhaupt nicht, keine Bestätigung für die Eingabe und auch aufschließen, die zweite Alternative, lässt es sich nicht mehr. Wahrscheinlich ist bei den Strecken die wir bewältigt haben und den Erschütterungen der Schließmechanismus völlig verkeilt. Zum Glück sind unsere Pässe nicht im Tresor, sonst kämen wir nicht aus Tansania raus. Also verschieben wir erst einmal weitere Versuche der Öffnung.

Es geht die schwierigen 9 km zurück zur Hauptstraße und dann Richtung Sambia. Gestartet wird in Dreiergruppen, damit der Andrang an der Grenze nicht zu groß wird, denn es stehen nur wenige Parkplätze zur Verfügung. Unsere Gruppe startet um 9. Unterwegs wieder 20 km schlechte Straße. Wir tanken noch einmal und behalten trotzdem 150.00 TSH übrig. Zweieinhalb Stunden benötigen wir für die 90 km und sind dann an der sehr lebhaften und chaotischen Grenze. Wir sind aber gut vorbereitet worden und Jamal steht an der Ausreiseseite und Renate an der Einreiseseite nach Sambia für Problemlösungen zur Verfügung. Unterschiedliche Büros sind aufzusuchen, zahlreiche Papiere vorzulegen und auch die Fingerabdrücke aller zehn Finger werden genommen. Bürokratie in Hochform in chaotischem Umfeld. Und die Durchfahrten im Grenzbereich vom Übelsten. Wir sind aber sicher, in zwanzig Jahren sieht es hier immer noch so aus. Das ist Afrika. Bei einem der meist lästigen Schlepper und Geldwechsler an der Grenze tauschen wir dann noch unsere TSH in Kwatscha, vermutlich zu einem schlechten Kurs. Aber anders werden wir sie nicht mehr los.

Was bleibt von Tansania. Das Land ist während unseres Aufenthaltes in unserer Rankingliste um einiges nach oben gerückt, was nicht nur an den Highlight Sansibar, Ngorongoro-Krater und der Serengeti liegt. Die Menschen sind auch freundlicher als wir es nach unseren ersten Begegnungen, insbesondere mit der Polizei, erwartet hatten. Trotz nicht vorhandener Sicht auf den Kilimandscharo wird es uns in Erinnerung bleiben als interessantes Reiseland mit viel Entwicklungspotential. Aber auch als Land, was sich derzeit nicht wirklich eignet, mit einem Fahrzeug wie unserem bereist zu werden, will man auch interessante Orte abseits der Hauptstraßen besuchen, obwohl auch die Fortbewegung auf diesen schon schwierig ist.

Auch jetzt sind wieder häufig Spurrinnen in den Straßen, besonders wenn es bergauf geht. Vermutlich ist die Hitze im Sommer im Bündnis mit schlechtem Asphalt die Ursache. Auf jeden Fall muss ich höllisch aufpassen, möglichst auf den Bergen der Spurrinnen zu bleiben, will ich nicht mit dem Boden aufsetzen, was doch einige Male passiert. Auch auf den letzten 50 Kilometern ist die Straße schlecht, von Löchern durchsetzt und mit abgebrochenen Kanten. Durch zwei Polizeikontrollen kommen wir unbehelligt durch und erreichen dann die Einfahrt zum Camp Kings Highway. Auch hier miese Zufahrt und wir kratzen mit der Hinterachse über einen Stein. Aber nichts passiert. Ein mulmiges Gefühl besteht aber immer.

Nun ist der Tresor wieder dran. Keine Chance. Er geht nicht auf. Sepp steht mit Bohrmaschine zur Verfügung, aber auch mit einem Schraubenzieher lässt sich durch das Bohrloch die Verriegelung nicht bewegen. Wilfried empfiehlt die Flex, aber das ist mir zu riskant mit den glühenden Spänen. Mit einem Montageeisen bekomme ich dann die Tür aufgehebelt. Dann die Bestätigung meiner Vermutung, die Batterien sind allesamt aus der Halterung gefallen. Der Tresor ist nur noch Schrott.

Aber die Uhren müssen noch zurück gestellt werden. Jetzt gilt wieder deutsche Sommerzeit. Einen Zugang zum Internet haben wir seit dem Grenzübergang leider nicht mehr. Wir hatten gehofft hier in Sambia unsere SIM-Karte von Tansania über Roaming weiter nutzen und unser noch bestehendes Datenvolumen hier aufbrauchen zu können. Bislang allerdings Fehlanzeige. So müssen wir auf WLAN hoffen, denn eine neue Karte gibt es frühestens in Lusaka, dann sind wir aber nur noch zwei Tage im Lande.

Später informiert uns Renate noch über derzeit existierende Probleme unserer weiteren Reise. Die Grenze zwischen Simbabwe und Botswana sei derzeit wegen Unstimmigkeiten zwischen Simbabwe und der Afrikanischen Union, der auch Botswana angehört, geschlossen. Es habe auch Schießereien gegeben und der Grenzübergang sei zur Hälfte abgebrannt. Schauen wir mal, was das für uns bedeutet.

07.07.2016 Sambia mit Zwischenfall

Mit voller Konzentration gelingt es uns, unbeschadet vom Platz auf die Hauptstraße zu gelangen. Vor Herbert und Gabi verlassen wir als Vorletzte den Platz. Den Umstand können sie sich zunutze machen und unserer Slalomfahrt um die vielen Löcher auf den ersten 55 Kilometern bis Isoka folgen. Den 14 km langen Abzweig nach Chinsali ignorieren wir. Hier müssen nur diejenigen von uns hin, die nicht mehr genügend Kraftstoff im Tank haben. Die Tankstellendichte ist hier nicht sehr hoch. Die weiteren Abzweigungen zu Wasserfällen und einem britischen Herrenhaus von 1920 müssen wir leider auslassen. Nur für Allradfahrzeuge geeignet.

Die Straße ist jetzt weitgehend ohne Löcher, aber ziemlich uneben. Das Innenleben unseres Womos wird gewaltig durchgeschüttelt. Da sind ein Halt für einen Espresso oder der Kauf von Tomaten am Straßenrand willkommene Abwechslungen. Etwas irritiert sind wir, als uns zwei Womo’s entgegen kommen. Astrid vermutet schon wir seien falsch, oder die beiden hätten eventuell eine Abzweigung zu einer Sehenswürdigkeit verpasst. Aber wir sind richtig und fahren weiter bis Mpika. Hier gibt es einige wenige Einkaufsmöglichkeiten, eine Bank und einen Bäcker. So kommen wir zu Geld, frischem Brot und einigen Kleinigkeiten im Supermarkt, der ansonsten ein sehr übersichtliches Angebot aufweist.

Von der Tankstelle, wo auch wir jetzt unseren Tank nach den heutigen 330 km auffüllen, sind es nur noch 1,6 km bis zur Tusha-Safari-Lodge. Ein ziemlicher Absatz von der Straße auf den Sandweg, dann sind wir nach 100m vor Ort. Der Stromanschluss erweist sich als nicht sehr konstant und die beiden Zimmer in einem „Chalet“, die für die Nutzung von Toilette und Dusche angemietet wurden, bleiben ohne Kundschaft. Niemand möchte diese etwas versifften Einrichtungen nutzen.

Auf dem Platz fehlen noch die Fahrzeuge von Renate und zwei weiteren Mitfahrern von denen einer wenig später eintrifft und neben einem zwischenzeitlichen Telefonat mit Renate für endgültige Aufklärung sorgt. Das noch fehlende Fahrzeug hatte ein kleines Kind auf der Straße erfasst. Das Kind ist verletzt und beide Fahrzeuge sind mit dem Kind nach Chinsali in die Klinik gefahren, wo das beteiligte Fahrzeug mit Besatzung nach polizeilicher Anordnung noch bleiben muss. Zum Hergang des Unfalls ist vorerst noch keine genaue Information zu haben. Alle sind betroffen. Renate und Jamal sind auch bei den Beteiligten geblieben.

Am Abend gehen wir noch mit einer kleinen Gruppe in die Bar bei der Rezeption. Hier läuft ein Fernseher mit dem EM-Spiel Deutschland-Frankreich. Ergebnis ist bekannt. Hätten wir lieber nicht anschauen sollen.

Wir sind nun schon ein paar Tage in Sambia, aber haben leider kein Internet. Nur heute auf dem Platz ist ein schwaches WLAN vorhanden. Unser Datenvolumen auf der SIM-Karte von Tansania wollten wir eigentlich über Roaming nutzen, aber leider, es funktioniert nicht. Nun noch extra eine SIM-Karte in Sambia zu erwerben lohnt aber nicht, es sind nur wenige Tage die wir noch im Lande sind. 

Übrigens ist die Geschichte mit dem Unfall noch glimpflich abgegangen. Unser Mitfahrer hatte keine Schuld und kann auch die Fahrt fortsetzen.