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Kolmanskop und Lüderitz

14.08.2016 von Aus über Kolmanskop nach Lüderitz

Bereits am gestrigen Abend war es ziemlich kalt, aber am Morgen waren es nur noch etwas über Null Grad. Zum Glück hatten wir die Heizung durchlaufen lassen, sodass wir es einigermaßen warm hatten als wir uns um sieben aus den Betten erheben. Frühstück findet erst mal nicht statt. Das wollen wir bei den Wildpferden im 21 km entfernten Garub nachholen, wo ein Parkplatz nahe einer für die Pferde eingerichteten Tränke zu finden ist.

Welch eine Erholung, wir setzen auch heute unsere Fahrt über gute Asphaltstraße fort. So sind die 21 km schnell überwunden und wir steuern den Parkplatz an, bereiten Frühstück und sehen Wildpferde nur in einiger Entfernung. Aber wie bestellt tauchen zwei aus einer Senke auf und bewegen sich auf die Tränke zu.

Diese Wildpferde sind vermutlich Nachkommen aus den Beständen der deutschen Schutztruppe, die sich selbst überlassen wurden. Durch die extremen Lebensbedingungen und die geringe Population von etwa 200 bis 300 Pferden haben sie sich über Generationen angepasst und körperlich kleiner entwickelt.

Wir beenden unser Frühstück zügig und nehmen wieder Fahrt auf. Wir wollen nach Kolmanskop, einer Geisterstadt, in der heute am Sonntag nur um zehn eine Führung stattfindet. Mit 100 km/h düsen wir die fast leere Landstraße entlang, machen noch den einen oder anderen kurzen Fotostopp und genießen die Weite der Landschaft.

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Nara-Melonen- Überlebenskünstler in trockener Wüste

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Kurz vor Kolmanskop wird der Wind stärker und ich muss das Lenkrad etwas fester halten. Der Wind bläst aber auch Sand über die Straße, was fantastisch aussieht. Wie ein Schneesturm in Rot. k-S3170028Das ganze Gelände rechts und links von der Straße ist Diamanten-Sperrgebiet. Ein Verlassen der Straße ist strikt untersagt. Nach etwa 90 km erreichen wir erst den Flugplatz von Lüderitz und 1,5 km weiter biegen wir nach links ab und erreichen Kolmanskop. Der Name leitet sich ab von einem Nama, der hier 1905 mit einem Ochsenkarren durchgezogen ist und verdurstete.

Im Jahr 1908 wurde hier zufällig der erste Diamant in dieser Gegend gefunden, was einen Diamanten-Rausch auslöste. Die Stadt Kolmanskuppe wurde gegründet. Ein Ort mit Strom-und Eisenbahnanschluss, Frischwasserversorgung, Schule, Krankenhaus, Casino, Bar und Theater und Villen für die Höhergestellten. Bis zu 300 Familien lebten hier. Die meisten kamen aus Deutschland. 1930 wurde der Diamantenabbau hier eingestellt und die Mine geschlossen. Ab 1957 ist die Stadt dann völlig verwaist und die Wanderdünen der Namib haben sich den Ort zurückgeholt. Nun ist der Ort mit Genehmigung der Minengesellschaft die heute wieder hier Diamanten abbaut, als Museumsstadt hergerichtet und zugänglich gemacht.k-S3170033

Zum Betreten des Gelände wird ein Permit benötigt, was auch zur Teilnahme an der Führung berechtigt. Um 13 Uhr wird das Gelände wieder geschlossen in dem man auch allein auf Fotopirsch gehen kann.

Wir sind rechtzeitig zur Führung da und schließen uns der deutschen Gruppe an. Durch sachkundiger Erläuterungen einer älteren Dame und anhand von Exponaten, Bildern und Besuch einiger Bauten erfahren wir viel über die Geschichte und die Lebensbedingungen hier zu Zeiten des Diamanten-Rausches.

ehemalige Kegelbahn

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ehemaliges Theater
ehemaliges Theater

im ehemaligen Haus des Ladenbesitzers

Nach der Führung suchen wir eigenständig noch einige interessante Gebäude auf. Leider sind am Sonntag sowohl das Cafè als auch der Shop geschlossen.

Eismaschine zur Herstellung von Eisstangen
Eismaschine zur Herstellung von Eisstangen

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Eisschrank
Eisschrank

Nach etwa 12 Kilometern erreichen wir Lüderitz, dass heute am Sonntag auch einer Geisterstadt gleicht. Nichts los auf den Straßen und auch die meisten Restaurants sind geschlossen. Im Garden-Cafè bekommen wir noch eine Kleinigkeit, schlendern dann noch an der Lüderitz-Waterfront entlang und fahren dann zu unserem windigen Camp auf Shark Island, einer Landspitze vor Lüderitz.

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Lüderitz-Denkmal
Lüderitz-Denkmal

Hier steht auch ein Lüderitz-Denkmal und auch ein kleines für Heinrich Vogelsang, der im Auftrag von Lüderitz die Verhandlungen für den Landankauf führte.

Vogelsang-Gedenkplatte
Vogelsang-Gedenkplatte

Wir stehen direkt am Atlantik und können aus dem Womo den Sonnenuntergang genießen.k-20160814_142706 Ein längerer Aufenthalt draußen scheidet aus. Es ist zu windig und unser Womo schaukelt erheblich. Nur sind davon keine Schäden zu erwarten wie auf einer Schotterpiste.