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Wir machen den Sommer länger- in Kroatien

Es wird Zeit euch etwas mitzuteilen. Eine Woche sind wir bereits unterwegs, haben nach Deutschland drei weitere Länder durchquert und sind in Kroatien angekommen.

Grund genug um nun langsam mit einem Bericht über unsere Tour in die Gänge zu kommen.

Abgereist sind wir am 04.09. Vom Tourbeginn zu Hause bis zum Verlassen Brandenburgs vergehen noch ca. 2 Stunden. Tanken, Einkaufen und Frühstück im Beetzsee-Center.

hilfreich?

Dann über Belzig auf die A9, später über weitere Autobahnen schließlich nach Donaustauf. Wir stehen auf einem kostenlosen Parkplatz in der Ortsmitte. Nur drei Womoplätze, aber wir nutzen einen PKW-Parkplatz. Spaziergang bis zum Chinesischen Turm und durch den Ort und an die Donau.

Die Donau bei Donaustauf
Chinesischer Turm

Ich beschließe am Morgen früh aufzustehen um an der Donau den Sonnenaufgang zu erwarten und hoffentlich schöne Fotos zu schießen. Mit einer entsprechenden App habe ich mich über die Richtung des Sonnenaufgangs informiert. Den Abend verbringen wir im Womo.

05.09.

5.45 Uhr meldet sich mein Handy-Wecker. Meine Foto-Sachen hatte ich bereits in meinem Rucksack verstaut und die Drohne im separaten Rucksack bereit gestellt.

Ich postiere mich unter der Donau-Brücke, baue zwei Stative auf für Camcorder und Kamera. Meine neue 360°-Kamera habe ich auch dabei. Der versprochene Nebel über der Donau hält sich in Grenzen und die Sonne kommt hinter den Wolken nicht zum Vorschein.

Ich mache dennoch ein paar Fotos und eine Timelaps-Aufnahme mit dem Camcorder. Auch das Handy und die Insta (360°-Kamera) kommt zum Einsatz. Auch die Drohne will ich starten. Dies gelingt auch nach mehreren Versuchen, aber ich habe leider nicht bedacht, dass sie unter der Brücke kein GPS-Signal empfängt. So trudelt sie ein wenig und schlägt gegen das Stativ. An zwei Rotoren brechen die Spitzen ab. Nicht so schlimm, ich habe noch Ersatz dabei. Aber nun will sie nicht mehr starten, da mir die Software ein neues Update meldet, welches nur über WLAN geladen werden kann, was ich hier nicht habe. Der Gesamterfolg fällt daher eher mäßig aus aber ich bin stolz auf mich weil ich mich endlich doch einmal aufgerafft hatte, so früh nach guten Fotogelegenheiten Ausschau zu halten.

Astrid schläft noch als ich wieder am Womo ankomme und ich bereite das Frühstück für uns.

Unser erster Weg führt uns dann zur Walhalla von Donaustauf. Wir sind früh da. Noch kein Touristenansturm. Die Ruhmeshalle beherbergt die Büsten berühmter Persönlichkeiten. Alte Exemplare und Neuere die von verschiedenen Künstlern zur Ergänzung gefertigt wurden. Beim Verlassen beschwert sich Astrid zu Recht darüber, dass viele der Neueren wenig Ähnlichkeit mit den abgebildeten Persönlichkeiten haben und die Beschriftungen nur schwer zu lesen sind.

Weiter geht es dann über Landstraßen bis Neubeuern um hier den Einstieg in die Deutsche Alpenstraße bis Bad Reichenhall zu finden. Der Stellplatz den wir dort schon einmal besucht hatten ist im Stellplatzführer leider nicht mehr zu finden, sondern nur ein kostenpflichtiger neben einer Therme. Dies und die Tatsache, dass der Tag schon ziemlich fortgeschritten ist bringt uns zu dem Entschluss, den Stellplatz in Neubeuern aufzusuchen und die Nacht hier zu verbringen.

Wir nehmen die Fahrräder und stoppen nur wenig später beim Bäcker. Lecker Kuchen und ein Cappuccino der den Namen auch verdient, weil er eine Crema hat. Beim Fleischer holt Astrid noch Grillvorräte und dann starten wir zu einer Tour auf dem Inn-Radweg. Eine Seite abwärts bis Nußdorf und auf der anderen Seite wieder zurück.

06.09.

Über Nußdorf gelangen wir zur Deutschen Alpenstraße. Nahe Ruhpolding machen wir Halt an der Chiemgau-Arena wo im Winter neben dem Ski-Springen auch der Biathlon-Weltcup stattfindet. Heute trainieren Jugendliche auf Ski mit Rollen und es wird geschossen. Auch Besucher dürfen Dienstags und Donnerstags Vormittags versuchen die Scheibe zu treffen. Für 15€ pro Schütze wagen wir es auch und es geht besser als erwartet. Astrid trifft sechsmal und ich siebenmal von 10 möglichen Scheiben.

Der Alpenstraße folgen wir bis kurz vor Bad Reichenhall um dann nach Österreich zu schwenken. Richtung Zell am See. Wir suchen uns einen Stellplatz in Almdorf am Steinernen Meer kurz vor Maria Alm. Es ist ein Bauernhof, der aber mit Stromanschluss und Entsorgung aufwartet. Damit können wir unsere Fahrräder nachladen und auch unsere Toilette entleeren.

Ein Airstream auf einem Hotelneubau. Innen ist eine Sauna eingebaut.

Wir unternehmen noch eine Radtour Richtung Maria Alm und weiter bis Unterberg. Sehr schöne Landschaft, tolle Gegend und schöne Orte und ein toller Blick auf die Karstberge des Steinernen Meeres.

07.09.

Unser Ziel ab hier ist die Großglockner-Hochalpenstraße. Da aber heute das Wetter trüb und regnerisch ist, legen wir einen Ruhetag ein und bewegen uns nicht vom Womo weg. Der Regen wird später stärker und auch in der Nacht regnet es noch.

08.09.

Der heutige Tag sieht schon einmal besser aus. Es regnet nicht und der Himmel zeigt schon Wolkenlücken. In Saalfelden kaufen wir noch ein wenig ein und starten dann in Richtung  „Großglockner Hochalpenstraße“ nach Bruck.

Eine faszinierende Strecke liegt vor uns. 36€ werden an der „Kassa“ fällig. Und es lohnt sich.

Wir befahren die gesamte Strecke einschließlich des Abzweiges zum Gletscher.

Und eine Seilbahn bringt uns auch noch auf einen Gipfel. Nur leider dürfen wir nicht mehr aussteigen, wir sind die letzten Passagiere. Dafür fahren wir für den halben Preis.

Auf der Strecke nach Heiligblut, dem Ende der Hochalpenstraße, werden uns bei den steilen Abfahrten die Bremsen heiß. Ein Nothalt wird eingelegt und vorn rechts an der Bremsscheibe entstehen schon kleine Flammen die ich aber löschen kann. Am Straßenrand legen wir eine Pause ein. Die Abkühlung dauert sehr lange und wir entschließen uns einfach hier am Straßenrand stehen zu bleiben und zu übernachten.

09.09.

Am Morgen bin ich schon etwas gespannt ob unsere Bremsen von dem Manöver gestern gelitten haben. Nachdem alles zur Abfahrt bereit ist löse ich sachte die Handbremse um die Bremsanlage zu testen. Die Bremsen reagieren kaum, aber Schuld daran bin ich selbst. In meiner Aufregung hatte ich versucht die Bremsen zu testen ohne den Motor vorher zu starten. Da können die Bremsen natürlich nicht tätig werden. Auf der weiteren Fahrt bewege ich das Womo noch etwas verhalten bis ich sicher bin, dass die Bremsanlage pflichtgemäß ihre Aufgabe erfüllt. Und das tut sie.

doch noch ein Blick auf den Großglockner

Unsere weitere Route führt uns über einige Pässe (wir lassen die Autobahnen aus) nach Italien und zur Adria bis nach Grado.

hier müssen wir durch
und hier wieder raus
Ein erstes Eis auf italienischem Boden

Hier waren wir 2014 schon einmal mit Freunden auf dem großen Europa-Camp. Dieses steuern wir heute nicht an, zu laut zu voll, zu teuer. Wir nehmen stattdessen den zentrumsnahen Stellplatz.

Der ist auch mit Entsorgungsmöglichkeiten und Strom ausgestattet. Wir fahren dann mit unseren E-Bikes in den Ort, genehmigen uns einen Drink, schieben unsere Räder am Lungomare entlang und essen leckeren Fisch zu Abend.

Am Lungomare

Santa Eufemia
Ein Drink tut auch gut
Grado am Abend

10.09.

Wir verzichten weiter auf die Fahrt auf Autobahnen und gelangen über Triest nach Slowenien und dann nach Kroatien.                                   Unterwegs erreicht uns die Nachricht, dass einer unserer Freunde, mit dem wir auch 2014 auf dem Camp in Grado gestanden und auch 2012 die Marokko-Tour gefahren sind, nach langer Krankheit verstorben ist. Wir sind sehr betroffen und unsere Schlussfolgerung lautet deshalb zum wiederholten Male: wir genießen das Reisen und unser Leben, solange noch Zeit ist, das Geld reicht und die Gesundheit es zulässt.

Wir durchqueren Istrien bis an die Südspitze nach Pula und steuern die  „Campsite Arena Indije“ an, auf dem wir schon einmal in vorderster Linie am Ufer gestanden haben. Wir finden einen ansprechenden Platz, ich nehme ein erstes Bad und später genießen wir den Sonnenuntergang. Wir werden hier ein paar Tage stehen bleiben.

Wir leben noch – und wie !

14.09.

Die faulen Tage in Istrien gehen heute zu Ende. Wir haben es genossen, den schönen Campingplatz, den schönen Platz in der ersten Reihe, den täglichen Blick auf die Adria, die Sonne und alles darum herum. Die Abwechslung besteht einzig darin, das der Tag durch die Mahlzeiten unterbrochen wird, der sonst darin besteht, die Fischerboote abends raus aufs Meer und morgens zurück kommen zu sehen, die kleinen und großen Boote zu beobachten die den ganzen Tag in der Bucht stehen und bis auf wenige Ausnahmen abends wieder zurück kehren und hin und wieder baden zu gehen. Schön war’s, aber irgendwann ist’s genug.

Gestern hatten wir noch ein Highlight. In Pula begann die jährlich stattfindende „Visualia“ – Festival of Light. Ich packe alle Camera- und Videotechnik in meinen Fotorucksack, wir nehmen uns ein Taxi und stürzen uns in das Getümmel. Nach ein paar Orientierungsproblemen finden wir uns zurecht und staunen über die Lichtinstallationen. Ich mache auch ein Reihe Videos, aber leider habe ich vergessen, das Videoschnittprogramm auf meinem Laptop zu installieren. Deshalb werden die Videos später nachgereicht. Gegen Mitternacht sind wir wieder auf unserem Campingplatz.

Heute stand noch eine kurze Radtour auf dem Programm. Fahrradwege sind leider kaum vorhanden. Dies, und die Tatsache, dass die Sonne ziemlich brennt, lässt uns bald wieder zurück kehren.

 

Die Vorbereitungen laufen

Wir haben uns einige Tage Zeit genommen um uns und das Womo auf die Reise vorzubereiten. Bei vorangegangenen Touren haben wir immer wieder ein Memo im Handy angelegt, wenn uns etwas eingefallen ist was noch zu verbessern wäre oder auch repariert werden muss. So wie der Generator. Ich hatte auch noch ein Sicherheits-Kit bestellt, aber habe mich bei der Bestellung wieder einmal vertan. Nicht alles passt und deshalb muss die Geschichte erneut ins Memo. Einige Klappkisten in der Heckgarage mussten auch ausgetauscht werden, gegen stabilere Behältnisse.

Beim letzten Werkstattbesuch waren die Vorderräder gegen die Hinterräder getauscht worden, was vernünftig ist. Nur die Reifendrucksensoren saßen damit nun an den falschen Rädern. Also Nacharbeit. Aber die Batterien sind voll, der Wassertank auch und den Rest erledigen wir bis Sonntag.

Von Italien durch Slowenien nach Kroatien

28.08.

Unser Platz, der 10 € die Nacht kostet, hat auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeit. Also wird noch gleich die Toilette entleert, aber auf Frischwasser verzichten wir. Der Anschluss macht nicht wirklich einen sauberen Eindruck. Außerdem ist unser Tank noch zu 3/4 gefüllt.

Schnell sind wir auf der Autobahn Richtung Triest. Heute wollen wir endlich mit unseren Freunden das Wiedersehen feiern. Sie stehen in Grado auf einem Campingplatz, direkt am Golf von Triest. Zuvor steuern wir wenige Kilometer davor Aquileia an. 181 v.Chr. entstanden, war die Stadt der militärische Brückenkopf für die römische Eroberung des Donauraumes. Am Ende der Kaiserzeit zählte Aquileia bis zu 100.000 Einwohner und war damit viertgrößte römische Stadt in Italien und neuntgrößte des gesamten Reiches.

Davon zeugen heute zahlreiche Ausgrabungen. Sie sind zwar optisch nicht so spektakulär wie in Salona bei Split in Kroatien, aber geschichtsträchtig.

Im Ort gibt es einen großen Parkplatz mit Touristinfo, in der man kostenlos Einweisung und Prospektmaterial erhält. Wir begeben uns auf die Rundtour durch die ehemalige Hafenstadt und besichtigen die Ausgrabungen. Der gut erhaltene und restaurierte Dom mit seinen Mosaiken ist sehr sehenswert.

 

Nach einem Espresso und kleinem Gebäck nehmen wir Fahrt auf zum Campingplatz bei Grado, wo uns unsere Freunde erwarten. Ein riesiger Platz mit einem Empfang, der auch einem Sternehotel gut zu Gesicht stehen würde. Allerdings ein richtiger Familienplatz, wie man an den zahlreichen Kindern und der Einrichtung ablesen kann. Eigentlich nicht unser Ding. Wir essen allerdings im Restaurant am Platz ganz gut zu Abend und es ist auch ruhig in der Nacht.Camp in Grado Auf der Fahrt hatte ich festgestellt, dass hinten links weniger Luftdruck auf dem Reifen war als rechts. Muss ich morgen mal prüfen.

Die Wiedersehensfreude konnte dies aber nicht trüben.

29.08.

Am Morgen stelle ich fest, dass wir hinten links fast auf der Felge stehen. Ersatzrad habe ich nicht dabei und mein Kompressor aus dem Smart reicht nicht bis zum Hinterrad. Franz fährt deshalb mit seinem Womo neben mich, aber mein Kompressor tut es nur kurz und meine Sicherung für den Zigarettenanzünder ist durch. Gleiches passiert mit seinem Anschluss und seinem Kompressor. Aber ich habe immerhin 2,5 bar auf dem Reifen und gestern eine Werkstatt in Aquileia gesehen. Da will ich hin. Der Checkout am Platz dauert ziemlich lange und ich habe schon bedenken, wie lange wohl der Druck auf dem Reifen halten wird. Die Werkstatt in Aquileia macht Urlaub, aber der Eigentümer verweist uns zum Glück zu einer Werkstatt in einem anderen Ort. Der Druck hält auch bis dahin noch. Dort angekommen, wird der Reifen sofort geprüft, auch abgenommen in ein Wasserbad getaucht und von der Felge entfernt um ihn von innen zu begutachten,  aber kein Schaden festzustellen. Wahrscheinlich liegt es doch am Reifensensor, den ich auf allen Rädern habe. Vielleicht nicht fest genug angezogen. Jedenfalls ist die gesamte Begutachtung kostenlos. Ich gebe dem Monteur etwas für die Kaffeekasse und wir fahren weiter.  Unsere Freunde sind uns während dieser Zeit nicht von der Seite gewichen. Aus Sorge um unser Problem.

Wir haben nun einiges an Zeit verloren und nehmen nun doch die mautpflichtige Autobahn vorbei an Triest. Rasch sind wir in Slowenien, machen hier Halt für ein preiswertes Sandwich und befinden uns kurz darauf bereits in Kroatien. Über Opatija erreichen wir die Fähre nach Cres und setzen über. Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt.Fähre nach Cres Meine Tankanzeige leuchtet und in Cres, der Inselhauptstadt muss ich tanken. Vor der Fähre waren Ruedi und Verena zu uns gestoßen, ein Pärchen, welches wir auf der Türkei-Tour kennengelernt hatten. Gegen 16 Uhr zeigt uns unser Thermometer 30° an.

Mein Reiseführer hatte den Campingplatz in Mali Losinj vorgeschlagen. Dieser liegt am Ende der Insel. Noch ca. 70 km auf teilweiser schmaler Straße, die aber auf einigen Teilstücken sehr gut ausgebaut ist. Wir finden auch Plätze,  obwohl sie uns nicht wirklich überzeugen. Wir selbst wissen, warum wir lieber auf Womo-Stellplätzen als auf Campingplätzen stehen. Sie sind ruhiger und oft besser gelegen. Aber der Abend im Restaurant am Platz entschädigt. Wir essen gut und am Ende tanzen wir sogar noch zur Livemusik.

Mali Losinj

30.08.

Heute bleiben wir stehen. Der Campingplatz erscheint uns bei näherer Betrachtung am Morgen doch besser als gestern angenommen. Über das gestern besuchte Restaurant hinaus,  verfügt der Platz über Supermarkt, Bäckerei noch weitere Einrichtungen und Stände mit Obst und Badeartikeln und damit eine breite Infrastruktur und ein herrliches Ufer. Hier kann man in klarem Wasser baden und auch Boote ausleihen. Auch Ausflüge buchen ist möglich. Und kostenlosen WLAN-Zugang gibt es obendrein. Am Vormittag bummeln wir in die kleine Hafenstadt, die in 15 min erreicht ist. Mit 6700 Einwohnern ist sie die größte Stadt der Insel, obwohl „Mali“ eigentlich „klein“ bedeutet. Um den Hafen drängen sich herausgeputzte Häuser und der große Platz am Hafen ist von Cafés und Restaurants gesäumt. Mali LosnjMali LosnjDas Wetter ist bestens und die Sonne brennt. Deshalb zieht es uns bald zurück zum Platz wo wir uns in lichtem Schatten erholen. Später nehmen wir noch ein Bad in der Adria.

Sibinj

31.08.

Noch ein Nachtrag zu gestern. Nachdem die Schweizer komplett zum Abendessen in den Ort gegangen sind, haben wir uns mit unseren deutschen Freunden zusammengetan, gemeinsam gegessen und reichlich getrunken.  War ein langer Abend, aber ohne schweren Kopf am anderen Morgen.

Heute wollen wir wieder auf das Festland zurück. Aber nicht den gleichen Weg mit der Fähre nach Brestova, sondern von Merag zur Insel Krk. Zunächst genießen wir jedoch die Landschaft der Inseln Losinj und Cres. Sie sind sehr unterschiedlich. Während auf Losinj noch Baumbestand herrscht, wird Cres von Macchia-Büschen an den trockenen Hängen dominiert. Hier sind die Kiefernwälder nur an der Ostküste zu finden. In Osor machen wir Halt. Die Drehbrücke im Ort bildet den Schnittpunkt zwischen den Inseln Losinj und Cres. Einst die bedeutendste Stadt der Kvarner Inseln mit mehr als 15.000 Einwohnern, leben heute nicht viel mehr als 100 Leute in den malerischen Gassen in denen zahlreiche Bronzeskulpturen musizierender Menschen zu finden sind. Kunst und Kultur sind hier zu Hause und regelmäßig finden Konzerte statt.

 

Weiter geht die Fahrt vorbei am Hauptort Cres bis wir die bereits bekannte Strecke verlassen und nach Merag abzweigen um von dort mit der Fähre nach Krk überzusetzen. Hier wenden wir uns über Vrh dem ebenso unaussprechlichen Ort Krk zu. Leider finden wir außer einem für Womo’s gesperrten Parkplatz keine Alternative. Aber einen Stellplatz gibt es. Hier wären wir stehen geblieben, wenn wir allein unterwegs wären. So nehmen wir die Straße Richtung Rijeka und kommen über die berühmte Brücke zurück aufs Festland. Blick zur BrückeIn Novi Vindolski besuchen wir noch eine imposante Kirche hoch über der Stadt. Drei Damen sitzen singend in der ersten Reihe und lassen sich von uns nicht stören.

Über glattes Gestein bewegen wir uns wieder nach unten und nehmen den letzten Abschnitt bis zum Autocamp in Sibinj in Angriff. Die beiden anderen Fahrzeuge sind bereits am Platz, der gut besucht ist, aber auch wir werden fündig und genießen vor dem Womo die grandiose Aussicht auf die Adria und die Insel Rab. 4 DamenAm Abend setzt dann Wetterleuchten ein, die Fledermäuse fliegen umher und Astrid entdeckt eine Sternschnuppe.

 

 

Nationalpark Plitvicer Seen

01.09.

Wieder ein Nachtrag zum Vorabend.  Nachdem wir uns in unsere Womo’s zurückgezogen hatten, setze die berüchtigte Bora ein, ein Sturm der von der Landseite auf das Meer trifft. Verbunden mit Gewitter und Starkregen eine sehr unruhige Nacht.stürmischer Morgen

Sturm an der AdriaAm Morgen stürmt es immer noch aber der Regen hat nachgelassen. Als wir gegen 11 Uhr starten setzt er wieder ein und das Thermometer zeigt nur noch 18°. In Senj wollen wir eigentlich die Uzkokenburg Nehaj besuchen. Uskokenburg NehajAls wir aber den Abzweig offenbar verpasst haben weigern wir uns umzudrehen. Bei solch stürmischen Wetter waren wir 2011 schon einmal auf dieser Burg. Es war kein Vergnügen.

Bei unverändertem Wetter geht es deshalb in das Hinterland, wobei die Temperatur mit 9° ihren niedrigsten Stand erreicht. Wir steuern den neuen Campingplatz in Borje an, 15 km entfernt vom Nationalpark. Aber von hier aus existiert eine Shuttle-Verbindung. Nun können wir nur hoffen, dass sich das Wetter bis morgen bessert. Als wir 2011 hier waren, hatten wir den Park auch nur bei kühlem Regenwetter kennen gelernt. Aber zunächst ziehen wir für ein Mittagsschläfchen die Betten wieder in die Bezüge.

Gemütlich ist etwas anderes. Deshalb reservieren wir Plätze im Camp-Restaurant und werden uns dort aufwärmen und auf Besserung hoffen. Wir hatten uns ja angestrengt und seit unserem Wiedersehen für Sommerwetter gesorgt. Nun wollten wir am gestrigen Sonntag endlich die Verantwortung dafür in andere Hände geben, aber nun sehen wir was dabei herauskommt. Wenn man nicht alles selber macht. 🙄

Übrigens sind jetzt einige Bilder nachgeliefert. Dank auch an die fleißigen Leser und Kommentatoren.

zurück zur Küste

2./3.09.

Das Wetter bessert sich nicht. Auch am Morgen noch kalt und stürmisch entscheiden wir uns, diesen Platz über die E71 zu verlassen und uns wieder der Küste zuzuwenden. Die Strecke ist wie am Tag zuvor landschaftlich reizvoll, aber bei schönem Wetter noch besser anzusehen. Die letzten Kilometer nutzen wir die Autobahn A1 und je näher wir der Küste kommen, um so stärker wird die Bora. 40 kmh sind zugelassen, wir fahren knapp 60 und die Womo’s geraten arg ins Straucheln. Wir nehmen die Abfahrt Maslenica und steuern den „Camping Paklenica“ in Starigrad-Paklenica an, wo auch die Nationalparkverwaltung ihren Sitz hat und wir vor drei Jahren vier Tage gut gestanden hatten. Von hier aus hatten wir einen Schiffsausflug zu den Kornaten unternommen, Winnetous Silbersee besucht und die Paklenica-Schlucht im unter UNESCO-Schutz stehenden Nationalpark erkundet, in der zahlreiche Szenen zu Winnetou-und anderen Karl-May-Verfilmungen entstanden sind und heute zahlreiche Kletterer unterwegs sind.

Direkt am Wasser sind noch relativ windgeschützte Plätze frei, aber unseren Mädels sagt der Platz nicht zu. Am Nachbarplatz gebe es Wellness und im Übrigen sei der Platz viel schöner. Ich verweigere mich und bleibe am Platz zurück, während die anderen den „schönen“ Platz erkunden. Schließlich gebe ich nach und wir stehen „hervorragend“ neben dem Hotel auf einer Wiese, vom Wasser nichts zu sehen, aber mit Wellness-Angeboten, die niemand in Anspruch nimmt. Immerhin haben wir hier 11° mehr als im Hinterland.  Was solls also.

Es herrschen atmosphärische Störungen und unsere Mädels stehen separat, aber auch ohne Meerblick. Am Abend finden wir beim Käsefondue wieder zusammen und verbringen angenehme Stunden.

Am Morgen eröffnen uns die deutschen Freunde, dass sie wegen Schwierigkeiten beim Verkauf ihres Hofes werden abreisen müssen, wofür wir absolutes Verständnis haben, da wir die Hintergründe kennen. Auf meinen Hinweis fördert eine Nachfrage bei der Rezeption zutage, dass sowohl Autobahn als auch Küstenstraße wegen der Bora unpassierbar sind. Die Abreise muss verschoben werden. Wir unternehmen deshalb gemeinsam einen Spaziergang durch den Ort, vertrödeln den Nachmittag bei schönem Wetter, immer wieder unterbrochen von stürmischen Einlagen und nehmen am Abend gern, gemeinsam mit unseren Mädels, die Einladung unserer deutschen Freunde zum Abendessen im Restaurant am Platz an, als Wiedergutmachung für das Verlassen der Gruppe am folgenden Tag.

Ob es dazu kommt und wir Verbleibenden auf der Weiterfahrt die Maslenica-Brücke werden passieren können, entscheidet sich morgen, je nachdem, wie uns die Bora gesonnen ist.

 

PS.: Den Nachmittag habe ich im Übrigen nutzen können um einen unerklärlichen Schaden an unserer Markise zu beseitigen. Das Gehäuse hatte sich aufgewölbt und passte nicht mehr. Bereits gestern war ich deshalb auf dem Womodach und hatte mit viel Kraftaufwand versucht, alles wieder passgerecht zu machen. Einen kleinen verbliebenen Spalt konnte ich dann heute unter Zuhilfenahme einer geliehenen Leiter von unten schließen. Jetzt ist alles wieder schick und wie neu und ich hoffe es bleibt so. Die Ursache bleibt trotzdem weiter im Verborgenen.

Split

4./5.09.

Wieder Regen in der Nacht, der gegen Morgen etwas nachlässt. Nachdem alles gerichtet, Toilette entleert und Frischwasser aufgetankt sind, verabschieden wir uns gemeinsam mit den Mädels herzlich von unseren deutschen Freunden, wünschen Ihnen eine gute Fahrt und alles Gute bei ihren Grundstücksgeschäften.

Die Rezeption vermeldet freie Straßen. Von der Bora keine Spur mehr. Der Abfahrt steht also nichts im Wege.

Mit den Mädels verständigen wir uns auf das weitere Vorgehen. Die Wetterprognosen sind weiter ungünstig und wir wollen deshalb zügig weiter in den Süden und den ursprünglich geplanten Tourverlauf straffen. Die Großwetterlage zeigt Niederschläge im gesamten Adriabereich, über Albanien hinaus bis nach Griechenland und ebenso an der Ostküste Italiens. Unsere Idee ist, von Split aus mit der Fähre nach Pescara in Italien überzusetzen um dann weiter an die Westküste nach Neapel zu fahren. Unsere Mädels wollen uns dabei zunächst weiter begleiten und später entscheiden, ob sie sich uns anschließen werden.

Bei der Ausfahrt vom Platz tritt uns eine Frau in den Weg, die uns zu erkennen gibt, dass sie auch aus Brandenburg stammt und mit ihrem Mann und Freunden unterwegs ist. Von Januar bis April weilen sie regelmäßig in Spanien.

Wir fahren zurück bis zur Maslenica-Brücke, die im Balkankrieg zerstört und später neu aufgebaut wurde. Kein Bungee-Springer ist heute zu sehen.

Um zügig voran zu kommen schneiden wir Zadar und begeben uns über kleine Dörfer, wie Islam Latinski und Islam Grcki, denen man heute noch ansieht, dass sie im Balkankrieg zwischen die Fronten von Serben und Kroaten geraten waren, weiter Richtung Split. . Heute leben die verbliebenen Bewohner wieder friedlich zusammen. Aber viele Häuser stehen leer. Nach einem Stopp mit Cappuccino und einem Gespräch mit einer anderen Womobesatzung aus der Nähe von Aachen kommt der Wunsch nach Küstennähe auf. Wir steuern deshalb direkt auf Biograd na Moru zu, die weiße Stadt am Meer. Ich erinnere Astrid daran, dass wir genau von hier aus 2011 unseren Schiffsausflug zu den Kornaten unternommen hatten. Allerdings vom Ort hatten wir seinerzeit nichts gesehen,  da wir vom Campingplatz mit einem Kleinbus hierher und wieder zurück gefahren wurden.

Wir machen einen Stadtbummel durch die Altstadt und schlendern am mit Hotels gesäumten Ufer entlang. Alles sehr touristisch, aber mit sehr schönem Strand. Wir gönnen uns Mittagessen und ein Eis, mit dem Astrid noch den ganzen Nachmittag zu tun hat, so ist es ihr auf den Magen geschlagen.

Wir nehmen wieder Fahrt auf, immer an der Küste entlang Richtung Split, vorbei an malerischen Orten, wie auch Primosten, schön auf einer Halbinsel gelegen und Trogir. Ein Tankstopp noch unterwegs und wir kommen in Split auf dem Campingplatz Stobrec an. Er ist voll und wir müssen die erste Nacht unmittelbar hinter der Schranke verbringen. Stellplatz am EingangFür Morgen ist Entspannung voraus gesagt. Den Abend verbringen wir auf der Terrasse des platzeigenen Restaurants auf der Landspitze genau zwischen den beiden zum Platz gehörigen Stränden. Der Platz ist hervorragend ausgestattet. Aus der unterhalb liegenden Strandbar ertönt Livemusik.

Die Nacht verläuft trotz der Nähe zum Platzeingang unerwartet ruhig. Inzwischen wissen wir auch, dass von Split nach Pescara keine Fähre mehr verkehrt. Diese Verbindung beschränkt sich auf den Hochsommer. Alternativ ginge es nach Ancona oder von Dubrovnik nach Bari. Ancona liegt für unsere Planungen viel zu weit nördlich. So studieren wir erneut die Wetterprognosen und kommen zu dem Schluss,  doch noch das Albanienabenteuer in Angriff zu nehmen und dann von dort nach Italien zu wechseln.

Unsere Mädels haben auch einen Entschluss gefasst. Sie wollen in Kroatien bleiben. Sehr erfreut sind sie und wir ebenso, dass wir durch unsere geänderte Reiseplanung noch ein paar Tage gemeinsam verbringen können.

Aber zunächst steht eine Stadtbesichtigung von Split auf dem Programm. Wir nehmen den Bus 25, der direkt vor dem Camp hält und gelangen so völlig entspannt in die City, wo wir nahe dem Green Market, unmittelbar vor dem Palast aussteigen.

Wir begeben uns auf die „Split Walking Tour“ und erkunden die vielfältigen Sehenswürdigkeiten des Palastareals, der Stadt im Palast von Kaiser Diokletian, einschließlich der unterirdischen Katakomben. Während unseres Mittagessens läuten die Glocken und ich erinnere mich gelesen zu haben,  dass Punkt 12 Uhr sich der Kaiser und Gemahlin zeigen. Ich bin rechtzeitig da, um noch ein paar Aufnahmen zu machen.

Nach weiteren Erkundungen nehmen wir ziemlich plastermüde den Bus zurück zum Platz und verbringen einen schönen Abend gemeinsam beim Grillen und netten Gesprächen.

PS.: Wettermäßig sind wir wieder im grünen Bereich. Vorläufig? Kein Regen, überwiegend sonnig und 26 bis 27°.

durch das Biokovo-Gebirge nach Zaostrog

06.09.

Wir verlassen den schönen Campingplatz in Split und sind dabei nicht die Einzigen. Viele Andere beenden offensichtlich ihren Urlaub, um am kommenden Montag wieder den Alltagspflichten nachzugehen.

Wir folgen der Adria-Magistrale Richtung Dubrovnik zunächst bis Omis, füllen dort im Supermarkt unsere Vorräte auf und zweigen dann in die Cetina-Schlucht.Blick vom Supermarkt Omis liegt direkt an der Mündung der Cetina und war schon immer eine natürliche Festung. Ideal für Freibeuter, die es im Mittelalter zu einem Seeräubernest ausbauten. Gleich hinter der Brücke gelangt man links in die Cetina-Schlucht, in der man klettern, wandern eine Bootspartie aber auch eine Rafting-Tour erleben kann.

2011 waren wir nur etwa 7 km in die Schlucht gefahren und haben dann gewendet, diesmal fahren wir weiter und gelangen zu einem einsamen Restaurant von dem aus auch Rafting-Touren angeboten werden.Rafting auf der Cetina Wir essen hier gut und werden auch noch gebeten, die sonstigen Produkte des Hauses zu probieren und besser auch zu kaufen. Hier gibt es Schinken, Käse und Olivenöl, Honig und Wein, Schnaps und Liköre. Wir kosten und nehmen auch etwas. Darüber hinaus bietet die Hausherrin Handarbeitsartikel an, die sie in den Wintermonaten fertigt. Nicht so recht nach unserem Geschmack.

Wir fahren weiter und durchqueren das malerische Biokovo-Gebirge auf  der D62 auf bisweilen ziemlich schmalen und steilen Straßen mit vielen Serpentinen. Eine fantastische Landschaft mit vielen Schluchten. Nach einem weiteren Bergrücken kommt dann wieder die Küste ins Bild, der wir uns wiederum aus ziemlicher Höhe auf eng am Fels verlaufenden Straßen nähern und die schöne Aussicht genießen. Am südlichen Stadtrand von Makarska nehmen wir wieder die Küstenstraße und gelangen nach weiteren 27 km nach Zaostrog auf den direkt an der Küste gelegenen „Camp Viter“, den wir bereits vor drei Jahren besucht hatten.Camp ViterCamp Viter Nur ist er heute voll. Damals war es bereits gegen Ende September und der Platz ziemlich leer. Wir finden noch ein Eckchen, gehen am Ufer spazieren und verbringen den restlichen Abend auf dem Platz.