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von Maputo Richtung Norden

25.05.2016 von Maputo nach Xai-Xai ?

Wir kehren Maputo den Rücken, der Stadt an der Lagune, die Vasco da Gama ca. 1500 im Vorbeifahren auf seiner Erkundungsreise nach Indien entdeckt hat. Erst 1550 entstand hier die erste Ansiedlung die ihre Blütezeit als Lourenco Marques, kurz LM, in der ersten Hälfte 20. Jh. hatte. In den 70-iger Jahren war es mit der Herrlichkeit vorbei. Die neuen Verhältnisse in Portugal führten zum unvorbereiteten Abzug der Portugiesen und Mosambik wurde völlig unvorbereitet in die Unabhängigkeit entlassen. Der spätere Bürgerkrieg hinterließ Narben nicht nur in den Städten, sondern auch bei der Bevölkerung. In den Straßen sind heute viele Geschädigte des Bürgerkrieges zu sehen.

Wir verlassen den Hotelparkplatz sehr früh. 230 km stehen auf dem Plan und wir wollen vielleicht noch einen Abstecher machen. Wir nehmen die neue Küstenstraße, die auf den Navi’s noch nicht verzeichnet ist. Auch nicht in Sygic. Weil mir die ständigen Aufforderungen umzukehren auf den Wecker gehen, mache ich das Navi erst einmal stumm. Die Küstenstraße ist noch sehr neu und vierspurig ausgebaut und immer wieder von Kreisverkehren unterbrochen die keinen Sinn machen. Man muss zwar um die Mittelinsel herum, aber es geht eigentlich nur 29 km immer geradeaus. Die Chinesen haben diese Straße gebaut, vermutlich für Zugeständnisse in anderen Bereichen. Rechts befindet sich der Küstenstreifen, der sich schon gut entwickelt zeigt und links sind schon einige attraktive Villen und Hotelanlagen vorhanden oder im entstehen.

In Maracuena treffen wir dann wieder auf die alte Straße und das Bild ändert sich wieder zum ländlichen Charakter.

Wir kommen in das Schwemmland des Incomati-Flusses und ab und an kann man den indischen Ozean in der Ferne sehen. Beiderseits der Straße sind oft Brennöfen für Lehmziegel zu sehen und am Straßenrand wird in schön aufgereihten Säcken Brennholz und Holzkohle angeboten.

Was wieder auffällig ist, ist die starke Polizeipräsenz. Mehrfach auf der Strecke begegnen wir Kontrollpunkten. Viele Geschwindigkeitskontrollen. Das Problem ist, an den Ortseingängen wird zwar durch Schilder angezeigt, erst auf 80 und dann auf 60 herunter zu gehen, aber es ist nie erkennbar wann der Ort endet. Es sei denn man bekommt im Rückspiegel die Reduzierung aus der anderen Richtung mit. Aber auch da kann man nie sicher sein. Wir kommen aber ungestraft durch.

In Macia wollen wir von unserer Route abweichen und nach rechts abbiegen um zu einer 30 km entfernten Lagune zu kommen von der ich im Reiseführer gelesen habe.

Da hier viel Trubel herrscht stoppen wir erst einmal. Wir wollen uns das Treiben aus der Nähe betrachten.

Vor einem Supermarkt steht eine Bühne des Mobilfunkanbieters vodacom und davor tummelt sich eine große Gruppe junger Leute, während auf der Bühne sich offenbar junge Laientänzer einen Wettstreit nach lauter Musik liefern. Das trifft sich gut, denn gestern hatte ich von Renate eine neue SIM-Karte dieses Anbieters für Mosambik erhalten. Im vodacom-Shop neben der Bühne will ich diese deshalb gleich aktivieren lassen und noch Datenvolumen aufladen, damit ich wieder Internet habe.

Es ist nicht so einfach klar zu machen was wir wollen, wenn man portugiesisch gar nicht kann und beide Gesprächspartner nur wenig englisch können. Beim zweiten Versuch klappt es auch leidlich.

Datenvolumen aufladen und weiter ist das Ziel. Das Aufladen ist schnell erledigt, aber eine Internetverbindung kommt nicht zustande. Fast eine Stunde müht sich der freundliche Kollege, aber auch im Kontakt mit seiner Zentrale funktioniert es nicht. Wir verlassen den Shop mit der Botschaft, dass sich die Zentrale darum kümmert und uns kontaktiert. Auf deutsch.

Wir machen unseren Abstecher nach Bilene, auf guter Straße immer geradeaus. An den Straßen sieht man alle paar Meter Holzstapel zum Verkauf. Wir fragen uns, wenn hier jeder Holz anbietet, wo soll dann noch die Nachfrage herkommen.Auch mit einer gelblichen Flüssigkeit gefüllte Flaschen hängen an Gestellen. Vielleicht mit Honig darin. Wir wissen es nicht. Auch die Knollen sind undefinierbar.k-S2630019k-S2630020

Wir passieren auch hier wieder unbeschadet eine Polizeikontrolle und kommen dann an der Lagune an. Hier gibt es Ferienanlagen, schöne Häuser und einen noch viel schöneren weißen Strand.k-20160525_135724k-20160525_135619

k-IMG_20160525_135915k-IMG_20160525_130117Wir steuern ein Lokal an und haben das Vergnügen allein auf der Terrasse mit Blick auf das Meer „Grunter“, einen regionalen Fisch zu essen. Dann noch mal an den Strand, die Füße in das angenehm warme Wasser und durch den weißen Sand laufen. Ein Vergnügen.

Nun geht es die 32 km wieder zurück bis nach Macia um die alte Route wieder aufzunehmen. Und wieder stehen junge Burschen an den Straßen und machen mit weißen Plastiktüten an einem Gestell und gefüllten Tüten in der Hand auf sich aufmerksam. Sie bieten Cashewnüsse an.

Die meisten Häuser an der Straße sind rot angemalt oder haben die rote Reklame von vodacom oder Coca Cola an den Wänden. Das heißt aber nicht, dass man da etwa Cola oder Telefonkarten bekommt. Entweder finden die Bewohner die Reklame so toll, oder es gab die Farbe umsonst um Werbung zu machen.

Wir nehmen die letzten 60 km in Angriff. Plötzlich taucht Renate vor uns auf, wir sind also wieder die Letzten. Sie blinken, wir überholen und hupen noch freundlich und sind vorbei. 25 km vor Xai-Xai springt jemand mit einer deutschen Flagge auf der Straße herum. Wir wundern uns wie die Leute hier wissen können, dass jetzt Deutsche kommen. Aber es ist Wilfried aus unserer Gruppe der sich bereits mit anderen hier abgewechselt hat um uns abzufangen. Der Campingplatz in Xai-Xai ist nicht nutzbar und alle mussten umkehren und hier auf dem Ausweichplatz Quartier nehmen. Und bei der Umkehr auf der Brücke von Xai-Xai Maut bezahlen, die nur in dieser Richtung kassiert wird. Die Blinkerei von Renate sollte uns eigentlich stoppen. Aber Wilfried hat seine Sache gut gemacht. Es hat schon was Gutes wenn man, wie wir, nicht zu früh ankommt.k-20160525_163256

Am Abend sitzen wir noch schön gemütlich am Feuer und grillen unsere Lammwurst.