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von Swakopmund nach Solitaire

08. bis 10.08.2016 von Swakopmund nach Solitaire

08.

Wir schlafen aus und genießen den Tag erst einmal auf dem schönen und ruhigen Camp bevor wir uns entschließen, doch noch einmal in das Zentrum von Swakopmund zu. fahren. Es gibt auch einen handfesten Grund nachdem wir abgefahren sind. Ich habe beim Wegfahren unseren Tritt angefahren der vor der Tür stand. Ein Bein ab und nun muss ein neuer her. Auch wollen wir „Martin Luther“ sehen. Dabei handelt es sich um ein Dampfmobil, dass etwa 2,5 km außerhalb Swakopmunds steht. Früher fand der Warenverkehr ausschließlich mit Ochsenwagen statt. Dem wollte ein Oberleutnant der Kaiserlichen Schutztruppe abhelfen und transportierte eine Dampflok von Deutschland 1896 nach Walvis Bay. Nach großen Schwierigkeiten schaffte es die Lok bis Swakopmund, wo sie nur wenige Fahrten verrichtete. Irgendwann versackte sie genau an der Stelle, wo sie heute in einem Museum steht. Wir finden erst nach Nachfrage und Geleithilfe hin, da die B2 genau hier Baustelle und nicht befahrbar ist. Querfeldein kommen wir aber an das Museum, was leider geschlossen ist. Ein paar Fotos durch die Scheibe gelingen doch. Den Namen „Martin Luther“ hat sie in Anlehnung an den Ausspruch Luthers: „Hier steh ich und kann nicht anders“ erhalten.k-S3120005k-S3120006

In der Stadt sehen wir uns noch ein wenig um, kaufen ein und suchen einen Laden auf, der fast ausschließlich Plastikartikel führt und deshalb sinnvoller Weise Plastillon heißt.

Swakopmund ist eine Küstenstadt mit unverkennbar deutschen Wurzeln, sowohl sprachlich als auch architektonisch und erinnert eher an einen norddeutschen Badeort. Deshalb zieht sie auch im Sommer zahllose Namibier und Südafrikaner an, die hierher der brütenden Hitze im Binnenland entfliehen.k-20160808_122629

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Damaraturm am Woermann Haus
Damaraturm am Woermann Haus

09.

5.30 Uhr klingelt mein Wecker auf dem Handy. Da es aber noch dunkel ist, bittet Astrid um eine weitere viertel Stunde. Aber dann geht es los. Schnell sind wir reisefertig und starten halb sieben Richtung Walvis Bay, auch Start- und Endpunkt des Trans Kalahari Highway der bis Maputo in Mosambik führt.

Der frühe Start ist der heutigen Strecke geschuldet, die 260 km lang ist und zu großen Teilen über Schotterpisten führt. Die ersten 31 km bis Walvis Bay sind asphaltiert wie auch noch ein Stück bis hinter dem Abzweig zum Flughafen auf der C14. Dann folgt Salzpiste und danach Schotterstraße, die uns bis zum Ende der Etappe begleitet.k-S3130004

Nach zunächst eintöniger Strecke erwartet uns eine schöne und kurvenreiche Berg- und Talfahrt durch den Kuiseb Canyon und den Gaup-Pass. Eine der schönsten Panoramastraßen überhaupt auf unserer Reise durch Namibia. Atemberaubende Ausblicke bieten sich als wir an den Bergen der Naukluft vorbei fahren. Hier begegnen sich Sand- und Kies-Namib. Am Gaup-Pass machen wir einen Fotostopp und ich steige noch ein wenig auf die Berge um die Aussicht zu genießen.

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Dann geht es weiter auf der Schotterstraße. Allerdings schüttelt sie uns nicht so stark durch wie eine Gravelroad, sodass keine Schäden zu beklagen sind.

wieder einmal passieren wir den Wendekreis des Steinbocks
wieder einmal passieren wir den Wendekreis des Steinbocks

 

Vogelnester am Wegesrand:

und auch an Schlesien kommen wir vorbei
und auch an Schlesien kommen wir vorbei

Mit nur einem Frühstücksstopp und einigen Fotostopps benötigen wir insgesamt neun Stunden. Wir sind erleichtert, als wir endlich diesen Schriftzug entdecken.k-S3130058

In Solitaire erwartet uns ein weitläufiger Campingplatz, wo wir auf Sand stehen. Die Versorgungsanlagen machen einen guten Eindruck, es gibt Strom und Grillplätze.

Solitaire selbst besteht offenbar nur aus dem Platz, der Tankstelle und dem Restaurant, sowie einer Bäckerei, die hervorragenden Apfelkuchen anbietet. Viel mehr ist hier nicht.

Wir stehen zwei Nächte hier, legen am zweiten Tag einen Ruhetag ein und vertreiben uns die Zeit mit Boule. Die Männer gewinnen selbstverständlich.