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Zwischenruf

14.6.

War das gestern ein Sch….Tag !!!
Alles fing so harmlos an. Wir sind als Erste gegen 7.10 Uhr vom Platz, da wir unterwegs frühstücken wollten und die Etappe ohnehin sehr lang war. Die Gegend war traumhaft, Bananenplantagen und Kaffeeanbaugebiete säumten die Straßen und wir kamen bis auf 2200m Höhe! Wir hatten auch das Gefühl, dass es den Menschen zum Teil hier besser geht, die Häuser waren auf jeden Fall größer. Alles war so schön, bis wieder ein paar Potholes auftauchten und wir mit 60km/h rüber bretterten und plötzlich dicht danach ein riesiges Hump auftauchte ,ich kann euch sagen, nur Fliegen ist schöner 😨. Wir kamen dermaßen unsanft auf dass ich dachte, der hintere Teil von unserem Womo ist abgebrochen 😢. Nach unserem Halt sah das Womo so aus.k-S2800005 In der Heckgarage war eine Colabüchse explodiert, der Weinkarton gerissen, die Kleiderständer aus der Halterung gesprungen und die Kleiderbügel zum Teil verbogen 😵. Wir hatten die Sch… voll !!!
Aber eigentlich im Nachhinein hatten wir doch noch Glück, denn wenn wir nur mit weniger km/h rüber gefahren wären, hätte unser Womo womöglich aufgesetzt! !
Es ging dann weiter, eine Baustelle nach der anderen und das so 150 km am Stück 😬 Rauf und runter von der Straße, durch viele Schlaglöcher und Humps. Wir hatten genug davon und kamen zu dem Schluss, dass diese Strecke absolut nicht für normale Womos geeignet ist 😯. Aber wir mussten da durch.k-S2800016k-S2800015 Dazu kamen noch sehr viele Polizeikontrollen. Oft sahen wir von unserer Truppe welche da stehen. Dann kamen wir an die Reihe. Der Polizist war schon von Anfang an sehr mürrisch ( hatten wir noch nie erlebt) und wollte gleich Egon’s Papiere. Dann sah er sich unsere Scheibe an und erklärte uns, dass wir dafür zahlen sollten. Ich ging gleich wie eine Rakete hoch, stieg aus und erzählte ihm, dass wir ja nichts dafür könnten. Er wurde immer bissiger und ich immer aggressiver, sprach mal deutsch und englisch . Egon versuchte mich zu beruhigen, sagte es bringt doch nichts 😯. Der Polizist zeigte immer auf sein DIN A4 grosses Formular, er ließ nicht davon ab. Zähneknirschend zahlten wir die 30000 TSH und ich wünschte ihm zum Schluss noch einen schönen Tag, natürlich mit bitterbösem Blick .k-20160614_150047Der Tag war gelaufen und Tanzania auch erst mal 😝
Wir beide waren stinksauer und dann wieder diese Straßen, jetzt kamen noch Spurrillen dazu.k-S2800006 Egon konnte nicht mal überholen so tuckerten wir oft hinter einem Laster hinterher der nicht den Berg hoch kam. Angeblich sollte die ganze Strecke so ungefähr 6,5 Std. dauern, aber wir ( auch die anderen Womos ) brauchten mehr als 8 Std. 😩. Wir waren alle fertig.
Auf dem Campplatz angekommen, ( bei den Rillen auf dem Weg saßen wir öfter auf 😠) hatten wir alle erstmal große Diskussionen wegen der Strecke und jeder beguckte sich sein Womo wegen eventueller Beschädigungen.
Fazit des Tages, den konnte man abhaken und unter Ulk verbuchen 😕. Nur das gemeinsame Abendessen im wunderschön gedeckten Reethaus entschädigte uns etwas 😋
Der heutige Tag war ein Ruhetag für uns. Die Sonne schien und die Luft in 1800m Höhe war angenehm. Abgesehen vom Wäsche waschen, sauber machen und einige Teile am Womo wieder ganz machen, einfach nur herrlich.k-20160613_174804
Noch vor dem Frühstück nahmen wir an einer Tour durch das Farmgelände teil. Ein Massai ( bitte beachtet die Schuhe an seinen Füßen, sie bestehen aus alten LKW Reifen , genannt Raiyo )zeigte uns wie die Kühe einmal in der Woche durch eine Desinfektionsanlage gegen Zecken mussten und wir machten noch einen ausgiebigen Spaziergang. Die Farm wird von einer Frau geleitet, die sich auch sehr für die Menschen hier engagiert. Sie unterstützt 3 umliegende Dörfer, beschäftigt 300-400 Leute auf ihrer 1000 Hektar großen Farm😨. Hier wird auch die Artemisia Pflanze angebaut, hilft bei Arthritis ( löscht die Information im Körper ) und bei der Malaria, das hatten die Massai’s schon früher genommen.

Artemisia
Artemisia

Morgen geht’s weiter nach Mikumi, dann ist Egon wieder dran mit schreiben 😉
Mir wird jetzt draußen auch kalt, wenn die Sonne untergeht muss man sich schon dicker anziehen, kaum zu glauben, dass zu Hause Sommer ist und hier der Winter anfängt 😉
Also bis zum nächsten mal 😘

Ngorongoro und Serengeti

26. bis 29.06.2016 Ngorongoro und Serengeti

Endlich ist der nachfolgende Bericht fertig. Aber mit den Bildern ist es so eine Sache für sich. Wir haben an beiden Plätzen hunderte von Bildern geschossen, sodass eine Auswahl jetzt schwer fällt. Ich lade daher nur eine kleine unvollständige und unbearbeitete Auswahl in den Text und bitte um Nachsicht. 

Halb sieben ist die Nacht vorbei und um acht ist Abfahrt zum Ngorongoro-Krater. Vier Toyota-Landcruiser stehen mit Fahrern bereit. Mit Ulrike und Wilfried nehmen wir den Fünfsitzer, während die Anderen auf die drei Siebensitzer verteilt werden. Unser Fahrer Melkay ist noch jung und von schmächtiger Gestalt, aber er trägt die organisatorische Verantwortung für die Fahrzeuge und den Papierkram der bei Ein-und Ausfahrt zum Krater und später in die Serengeti zu erledigen ist.k-S2850054k-S2850055k-S2860001

Das Ngorongoro-Schutzgebiet, bzw. die Ngorongoro Conservation Area (NCA), umfasst ein Gebiet von etwas mehr als 8000 qkm und ist UNESCO-Weltnaturerbe.k-S2850046k-S2850043k-S2850045 Die NCA war zunächst Teil des Serengeti-Nationalparks, wurde aber nach Protesten der ansässigen Massai, wegen deren Verlustes von Weideland, abgetrennt. Der Krater selbst ist ein Teil des Gebietes. Den Massai ist es erlaubt, mit Ausnahme des Kraters, in dem Gebiet zu siedeln und auch ihr Vieh bis auf den Boden des Kraters zum Weiden zu führen. Der Krater ist der weltweit größte seiner Art und umfasst eine Fläche von 304 qkm. Der Kraterboden befindet sich auf 1700m Höhe und die Kraterwände steigen weitere 600m hinauf. Ca. 30.000 Tiere sind hier zu Hause. Die größte Wasserstelle im Krater ist der Lake Magadi mit bis zu 3m Tiefe. Das leicht sodahaltige Wasser wird auch von den Flamingos geschätzt die hier zu Tausenden leben. Es gibt im Krater ein paar leichte Erhebungen, aber sonst überwiegen bräunlich-goldene Grassavannen. Die einzige wirkliche Grünfläche ist der Lerai Forest.

Von all dem sehen wir zunächst nichts. Nur sieben Kilometer trennen uns vom Krater den wir über das Lodoare-Gate erreichen. Aber statt den Krater sehen wir dichten Wald und dicken Nebel. Nach dem Gate mit Informationszentrum fahren wir auf dem Kraterrand im Halbkreis um den südlichen Teil des Kraters um dann über eine der drei offiziellen Rampen den Kraterboden zu erreichen. Endlich reißt auch der Himmel auf und wir bekommen die ganze Schönheit der Landschaft und die zahlreichen Tiere zu Gesicht.

So ziemlich alles was Afrikas Tierwelt zu bieten hat, einschließlich der Big Five, ist hier zu finden und wir können uns kaum satt sehen. Unsere Safari im Kraterboden unterbrechen wir nur zu einem Picknick an einer der beiden Picknickplätze und setzen dann die Fahrt im Krater fort.k-S2850197k-S2850203k-S2850193 Ein faszinierendes Schauspiel bietet sich uns und auch die Kraterwände erscheinen später in sattem grün. Die Fotoapparate und die Videokamera stehen nicht mehr still und laufen langsam warm. Hoffentlich reicht die Speicherkapazität.

Sehr spät verlassen wir den Krater, bitten immer wieder unseren Fahrer zum Stopp für die nächste Aufnahme und müssen dann doch hinaus. Der Krater muss bis 18 Uhr verlassen werden. Oberhalb vom Krater übernachten wir im Rhino-Camp und beziehen unser Zimmer, ausgestattet mit Doppel- und einem Einzelbett, Dusche, WC und Holzofen. Später bringt ein Bediensteter noch glühende Kohlen, die er auf den bereits mit Holz gefüllten Ofen gibt. Es wird nachts kalt hier in dieser Höhe. Eine Wärmflasche hängt zusätzlich noch im Bad. Im gemütlichen Restaurant mit großem Kamin in der Mitte essen wir gemeinsam zu Abend und tauschen die Tageserlebnisse aus.

Am nächsten Morgen, wir haben sehr gut geschlafen, geht es nach dem Frühstück Richtung Serengeti-Nationalpark.

Die Serengeti ist ebenfalls Weltnaturerbe und erstreckt sich im engeren Sinne über fast 15.000 qkm und gehört damit zu den größten Parks in ganz Afrika. Insgesamt umfasst sie eine Fläche so groß wie Belgien. Unendliche Grassavannen prägen das Bild der Serengeti, aber auch Bäume, besonders die typischen Schirmakazien, Büsche und Wasserstellen bestimmen den Gesamteindruck. Auch kuriose Steinformationen, Kopjes, tauchen immer mal wieder in der Landschaft auf.

Wir kommen an dem Denkmal für Bernhard und seinen Sohn Michael Grzimek vorbei, die sich sehr um den Erhalt des einzigartigen Naturschutzgebietes verdient gemacht haben. Michael Grzimek verunglückte bei den Dreharbeiten zu dem bekannten Film „Die Serengeti darf nicht sterben“, weil ihm ein Geier in den Propeller seines Flugzeuges flog. Beide Grzimek’s werden hier noch hoch verehrt.k-S2860006

Unterwegs treffen wir immer wieder auf lohnenswerte Fotomotive und später auch auf eine Gruppe junger Massai. Sie sind weiß geschminkt, als Zeichen des Altersranges den sie derzeit einnehmen. Sie stehen an der Schwelle der Mann-Werdung, sie sind beschnitten worden und müssen sich drei Monate auf sich selbst gestellt abseits der Gesellschaft bewähren.k-S2860029k-S2860028 Dieser Ritus findet alle fünf Jahre statt, sodass Jungen unterschiedlichen Alters zwischen dreizehn und achtzehn zusammengefasst werden. Wenn sie zurückkehren sind sie Jungkrieger. Die Massai sind ein stolzes Volk, welches noch stark mit den Traditionen verwurzelt ist. Ohne Stock und die traditionelle Tracht mit rot- oder blaukariertem Tuch ist kaum ein Massai anzutreffen. Später sind sie Vollkrieger, Ältere und dann Mitglieder des Ältestenrates. Erst als Vollkrieger darf ein Massai heiraten. Die Massai ernähren sich ausschließlich von Milch, Blut und Fleisch, allerdings kein Fleisch von Wildtieren und werden trotzdem bis zu einhundert Jahre alt. Schönen Gruß an all die Ernährungsberater zu Hause.

Bevor wir die Serengeti erreichen besuchen wir noch ein Massai-Dorf und werden hier herzlich auf traditionelle Weise begrüßt. Auch ein Besuch in einer Hütte ist möglich. Es ist kaum etwas zu sehen, sobald wir gebückt den schmalen Eingang zur Rundhütte passiert haben. Außer Schlafstelle für die Eltern, die Kinder und eine Kochstelle ist kein weiterer Platz. Sollte ein Massai weitere Frauen haben, die Polygamie macht es möglich, hat jede weitere Frau eine eigene Hütte. Aber dafür muss er einen Preis in Form von einer bestimmten Anzahl an Rindern aufbringen.

Etwa 75 km nach unserem Start an der Rhino-Lodge erreichen wir mit der Einfahrt durch das Naabi-Hill-Gate, auf der B144, der Hauptverbindungsstraße nach Kenia, offiziell die Serengeti. Wer dabei eventuell an eine Autobahn denkt, irrt gewaltig. 130 km Gravel-Road sind zu bewältigen. Zunächst noch moderat, aber später mit einem Tempo nicht unter 60 kmh, um die Schläge der Wellblechpiste nicht ganz so arg zu spüren.k-S2860101

Am Gate nehmen wir unseren Lunch aus den mitgeführten Boxen ein, bevor es auf Pirsch geht.

Es ist einfach faszinierend was die Natur hier zu bieten hat.

 

Es dämmert bereits, als wir uns schließlich doch von den Tieren trennen müssen um noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang unser Tented Camp (Zeltcamp), das Serengeti Heritage-Camp in Seronera zu erreichen.

Den ganzen Abend werden die Erlebnisse des Tages im zentralen Zelt, in dem auch gegessen wird, ausgewertet. Links und rechts davon befinden sich die Zelte in denen wir die Nacht verbringen. Sie sind mit Dusche, WC und Schlafraum ausgestattet und davor befinden sich zwei Sessel von denen aus der Sonnenuntergang zu genießen ist. Im Dunkeln dürfen wir nicht allein den Weg zu unserem Zelt zurück legen. Ein Massai begleitet uns. In der Nacht wissen wir dann warum. Hyänen und Löwen umkreisen das Gelände und sind deutlich zu hören.

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Erkundung der Serengeti. Von früh morgens bis zum Abend sind wir unterwegs und sind von den Eindrücken überwältigt.

Am folgenden, dem letzten Morgen in der Serengeti, geht es bereits um sechs auf Pirsch, hinein in den Sonnenaufgang. Und es lohnt sich. Neben vielen Tieren die wir bereits an den Vortagen gesehen hatten, haben wir die Gelegenheit zu einem besonderen Erlebnis. Mehrere Löwinnen sind mit dem Zerlegen eines Zebras beschäftigt, als drei ausgewachsene Löwen auftauchen und sie mit viel Gebrüll vertreiben. Sie wollen auch ihren Anteil. Ein ganz besonderes Schauspiel, was seinen Niederschlag in zahlreichen Fotos und langen Videoaufnahmen findet. Einer der Löwen ist am Auge verletzt und zieht sich dann zurück. Das war nochmal etwas ganz besonderes.

Nun heißt es Abschied nehmen von diesem einmaligen Erlebnis. Über einen Stopp am Seronera-Visitor-Center und einem Halt zum Lunch geht es zurück zum Doffa-Camp wo unsere Womo’s auf uns warten. Kurz vor dem Ziel noch einmal ein Stopp mit Ausblick auf den Krater.

Am Camp zunächst Ernüchterung. Unser Kühlschrank hat seinen Dienst versagt. Wir stehen einfach zu schräg für unseren Absorberkühlschrank,, wie ich später nach Lektüre im Internet feststelle. Einiges müssen wir entsorgen. Das Abendessen am Camp lässt sehr zu wünschen übrig. Nicht nur das Fleisch, sondern auch die Hühnchen sind zäh. Unsere Erinnerung an die Faszination von Ngorongoro-Krater und Serengeti kann das nicht beeinflussen.

Zuvor aber verabschieden wir uns von unseren Fahrern, die uns bestens begleitet und mit vielen interessanten Informationen ausgestattet haben. Die Adresse unseres Fahrers heben wir gut auf, einen Gruß mit Bild werden wir ihm von zu Hause aus zukommen lassen.k-S2880156

von Doffa bis Kisolanza

30.06. bis 03.07.2006 von Doffa bis nach Kisolanza

Jetzt geht es wieder in den Süden. In Europa würde man sagen wir fahren in wärmere Gefilde, hier aber entfernen wir uns vom Äquator und damit sinken die Temperaturen eher. Allenfalls der Abstieg in niedere Ebenen kann dies etwas kompensieren.

Zunächst geht es zurück nach Karatu, wo wir auf der Herfahrt den Wochenmarkt besucht hatten. Vor den hier zahlreich vorhandenen Lodges stehen viele Safarifahrzeuge um ihre Kundschaft für Fahrten in den Ngorongoro-Krater und die Serengeti abzuholen. Wie sind die doch zu beneiden.

Wir müssen aber weiter und bewegen uns auf dem Mbulu-Plateau auf dem es in der Kolonialzeit, wegen des fruchtbaren und kühlerem Landstriches mehrere Farmen gab. Mbulu war Verwaltungssitz mit dem Namen „Neu Trier“. Über die zahlreichen und bereits bekannten Serpentinen schrauben wir uns nach unten nach Mto wa Mbu. Wir halten nicht an, denn die Spezialität Rote Bananen, soll nach Auskunft anderer Mitreisender, doch nicht so besonders gut schmecken. Sehr mehlig und buttrig. Wir verzichten. Auch die vielen Souvenirstände und Bilderhändler reizen uns nicht. Zuviel Kommerz.

Nach 30 km erreichen wir wieder Makuyuni und biegen diesmal nach rechts ab Richtung Babati. Hier ist Massai-Land mit Hirten, Herden und Wasserstellen und hier liegt auch der Tarangire-Nationalpark, der für seine großen Elefantenherden bekannt ist und etwa die Größe von Luxemburg hat. Wir fahren am Park entlang, bisweilen ist nur 50 km/h erlaubt, sehen aber keine Elefanten. Aber Kästen für Bienenvölker in den Bäumen.k-S2890006 Wir erreichen Babati und wollten hier eigentlich geradeaus zur Hauptstadt Dodoma fahren. Die Straße ist aber noch nicht fertig und wir biegen deshalb nach Singida ab, was wir nach etwa 160 km erreichen. Unser Navi spielt hier ein wenig verrückt und der Pfeil springt immer von der Straße weg. Laufend werden wir aufgefordert bei nächster Gelegenheit zu wenden. Aber unser Zielpunkt wird noch angezeigt und das ist unsere Orientierung. Wir passieren zunächst die Einfahrt zum Katala Beach Hotel und steuern links die Tankstelle an. Erstens wollen und müssen wir tanken und zweitens soll gegenüber in einem rosa angestrichenen Haus eine Bäckerei sein. Ein rosa Haus ist nicht zu sehen und auch der Tankstellenmitarbeiter, den ich anspreche, hat keine Ahnung und verweist auf die Innenstadt. Dass das Haus inzwischen weiß angestrichen ist und ein blaues Dach hat, ist offensichtlich an ihm vorüber gegangen.

Was soll’s, schließlich bekommen wir auch in dem Shop des Hotels, wo wir vergleichsweise eng auf dem Parkplatz stehen, frisches Brot vom gleichen Bäcker.k-20160701_080809k-20160701_080815

Wir gehen noch ein wenig an den Strand, spazieren hier und holen uns dann unsere Stühle und einen Drink.k-20160630_161634k-20160630_162920

Nach der Geburtstagsparty für Heinz und der Besprechung für die Route des nächsten Tages findet Abendessen im Womo statt. Wir haben vorerst genug von Chicken und zähem Fleisch.

Am anderen Morgen nehmen wir den zweiten Teil der Umleitung nach Dodoma in Angriff. 250 km gute Straße bis auf die letzten welligen 20 Kilometer. Der einzige größere Ort unterwegs ist Manyoni, ein Trucker-Stopp mit mehreren Lodges, Restaurants und Tankstellen. An der Straße sehen wir anschließend immer wieder Stände mit Holzmörsern und Flechtarbeiten. Es ist interessant wie in den einzelnen Regionen immer wieder unterschiedliche Produkte den Schwerpunkt des Angebotes bilden.

Später sehen wir immer wieder Säcke, die bei näherem Hinsehen als Inhalt Schotter offenbaren. Die zahlreich hier vorhandenen, meist runden Felsen die verstreut in der Landschaft liegen, werden zerschlagen und mühsam per Handarbeit zu Schotter verarbeitet. Muss ein sehr anstrengendes Geschäft sein, dass wir eigentlich nur als Strafarbeit für Gefangene von Robben Island her kennen, wo auch Nelson Mandela inhaftiert war.k-S2890009k-S2890013k-S2890011

In einem Dorf machen wir Halt. Wir wollen Kartoffeln kaufen. Die erste Schwierigkeit besteht aber schon darin, dass die Frau mit den nach unserer Meinung schönsten Kartoffeln uns nicht versteht und wir deshalb nicht genau wissen ob es sich wirklich um Kartoffeln handelt und nicht etwa Süßkartoffeln. Ein junger Mann bestätigt unsere Vermutung, es sind Potatoes. Das nächste Problem ist die Menge. Alles wird hier immer Eimerweise angeboten, wir aber wollen nur zwei Hand voll. Da dies offenbar unverständlich ist, lege ich die Kartoffeln, die mir Astrid in die Hände sortiert hat, wieder auf den Eimer und will aufgeben. Schließlich werden wir uns doch handelseinig und für umgerechnet 80 Cent haben wir unsere Kartoffeln und die Frau freut sich so über ein gutes Geschäft, sodass sie uns auch gleich noch zu einer anderen Händlerin führt, die die von uns begehrten Bananen im Angebot hat. Aber auch hier, wo die Bananen zu großen Bunden an einer Schnur hängen, gilt es eine für uns akzeptable Menge zu vereinbaren. Astrid will nur vier Stück. Fünf werden abgeschnitten und sollen 500 Tansanische Schilling kosten. Da wir aber nur Scheine ab 2000 TSH aufwärts haben, gibt Astrid ihr einen solchen Schein und meint es sei okay so. Nicht aber für die Händlerin, sie legt noch drei Bananen drauf und ist erst dann zufrieden. Eine nette Geste.

Die Landschaft wird zunehmend trockener, zahlreiche Baobabs säumen die Straße bis wir dann die seit 1973 zur Hauptstadt Tansanias erkorene Stadt Dodoma erreichen. Dodoma liegt zwar zentraler als Daressalam, aber hat sich nie richtig als Hauptstadt etablieren können. Der Regierungssitz ist wieder in Daressalam und nur die Nationalversammlung tagt hier einige Male im Jahr in der rund 400.000 Einwohner großen Stadt. Es gibt hier zwar drei Universitäten und mehrere private Schulen, aber Hauptstadtflair sieht anders aus. Auch die Deutschen, die Dodoma 1907 gegründet haben, wollten es schon zur Hauptstadt machen. Aber Wein wird hier angebaut, der als Dodoma Wein gehandelt wird. Wir haben ihn leider nicht probieren können.

Entgegen der Empfehlung fahren wir mitten durch die Stadt zu dem Morena-Hotel, einem modernen Bau der erst 2015 vollendet wurde, um auch hier auf dem Parkplatz zu übernachten.k-20160701_135005k-20160701_135024 Management-Wechsel und Missverständnisse führen aber dazu, dass wir hier nicht stehen dürfen. Aber eine leckere Pizza am Pool genehmigen wir uns noch, bis Renate ein neues Quartier nur 5 km entfernt ausfindig gemacht hat. Stehen wir halt dort auf dem Parkplatz, wo uns in der Nacht Mücken quälen und die Straße direkt vorbei führt.k-20160701_181228

Am Morgen holen wir noch einen Fototermin nach. Vor dem Gelände steht ein beachtlicher Baobab. Er ist zwar nicht das größte Exemplar was wir bisher gesehen haben, aber Astrid postiert sich davor um einmal die Größenverhältnisse deutlich zu machen.k-S2900001

Früchte des Baobab
Früchte des Baobab

Heute schließt sich ein Kreis. Wir werden wieder in Kisolanza, in „The Old Kisolanza Farmhouse“ Station machen, wo wir vor etwa drei Wochen schon gestanden haben.

320 km gute und ruhige Strecke liegen vor uns. Baobab-Bäume, bestellte Felder und Lehmhütten begleiten uns.

Wir müssen einen Staudamm passieren und, wie hier immer üblich, davor und danach ein Gate mit Kontrolle und Registrierung. Beim Heranfahren konzentriere ich mich auf die geöffnete Schranke und die bereits dahinter stehenden Womo’s und übersehe dabei, dass statt Schranke eine Eisenstange quer über eine Straßenseite in einem Meter Höhe auf den Schrankenauflagen liegt. Die räume ich gekonnt ab ohne dabei Schaden am Womo herbei zu führen. Ist doch auch eine Leistung. Astrid sieht es leider etwas anders.

Nach der Staumauer klettern wir allmählich auf über 1.800m Höhe und kommen dann nach Iringa. Weil wir hier schon unterwegs waren, fahren wir durch und dann hinab über zahlreiche in die Straße eingebaute Schläge zur Geschwindigkeitsreduzierung bis zur A7, der wir dann Richtung Mbeya folgen. Noch ein kurzer Stopp im Cordon-Bleu-Farmshop. Etwas Fleisch, Eier und Schinken und dann weiter zu der uns bekannten Campsite in Kisolanza. Das es hier eng ist, wussten wir schon vom letzten Mal, aber der Platz den sie uns heute zuweisen ist die Krönung. Schmale Zufahrt und eine große Wurzel am Boden. Es kam wie es kommen muss. Ich konzentriere mich auf den Einweiser und schon krachte es. Ein Aststumpf ist im Wege und kratzt an unserem Dach. Ein Schaden ist nicht zu erkennen, aber ich hänge fest. Zum Glück habe ich ein Taschenmesser mit Säge, mit dem ich aus der Dachluke klettere und schneller den Ast abhabe, als Astrid mit großer geborgter Säge zurück kommt. Wegen der Wurzel muss dann auch noch eine Begrenzungsleuchte dran glauben. Aber die war eh schon geklebt. Ich finde auch das abgebrochene Stück und klebe es eben noch einmal an. Mehr Probleme macht die Standfestigkeit unsere Kühlschrank-Gefrierfach- und Backofenkombination. Sie droht aus dem Schrank zu kippen, weil die Befestigung einfach nicht für solche Beanspruchungen gemacht ist, wie wir sie hier vorfinden. Es gelingt mir aber mit neuen und längeren Schrauben etwas Festigkeit herzustellen. Hoffe ich. Die alten Schrauben ragten nur etwa zur Hälfte in die beiderseits angebrachten und auch nicht wesentlich mehr als 1 cm dicken beschichteten Spanplatten. Nichts um wirklich Halt zu bieten. Zumal manche Schraublöcher vom Hersteller gänzlich ohne Schraube geblieben waren. Also wir hoffen mal das Beste. Übermorgen wartet wieder die 130 km lange Baustellenstraße auf uns. Das ist die Bewährungsprobe.k-S2910090

Heute am Sonntag wartet ein Kirchgang in einer etwa 15 km entfernten und mitten im Busch gelegenen Katholischen Kirche auf uns. Wir fahren mit dem Bus dahin und besuchen den fast zwei Stunden andauernden Gottesdienst, mit viel, meist flotter Musik, und der Ansprache des Priesters, der sehr ausdrucksstark und mit sehr unterschiedlicher Stimmlage seine Predigt vorträgt. Die Kirche ist ein eher schlichter Hallenbau, mit Stahlträgern und Trapezblechdach, unterbrochen von lichtdurchlässigen Platten. Der Altar unterscheidet sich nicht wesentlich von Kirchen in Europa. Die Kirche ist mit etwa 400 Menschen sehr gut gefüllt. Dies wiederum unterscheidet sie von der Zahl der Teilnehmer an Gottesdiensten in unseren Breiten. Vielleicht würde flotte Musik hier Abhilfe schaffen. Der hiesige Chor, etwa 30 Leute in den Reihen links vorn, alle mit gelben Blusen oder Hemden, begeistert jedenfalls.

Jedenfalls eine interessante Erfahrung für uns und auch für mich, wenn doch die Sitzgelegenheiten bequemer wären. Als sich der Priester nach erneuter Ansprache dann verabschiedet hat, und nach meinem Empfinden nur noch Kirchennachrichten und andere Bekanntmachungen verlesen werden, verlassen wir das Gotteshaus.

Uns bleiben nur noch 3 Stunden bis der nächste Ausflug ansteht. Auf unseren Vorschlag hin ist eine Busfahrt zur Isimilia Stone Age Site, an der wir beim letzten Mal wegen der schwierigen Anfahrt gescheitert waren, in das Programm aufgenommen worden.

Wir vertrauen uns dem Busfahrer mit seinem hinterachsangetriebenen und mit Zwillingsreifen bestücktem Bus an und er scheitert trotzdem an der gleichen Stelle, wo wir uns im Sand festgefahren hatten. Nur mit Mühe und Unterstützung kommt er frei und nimmt dann auch den Weg direkt an den Häusern vorbei, wie auch wir ihn auf Hinweis der freundlichen Anwohnerin genommen hatten. Die Stelle, an der wir seinerzeit kehrt gemacht hatten meistert er gekonnt und wir sehen, dass wir auch schon bis kurz vor das Ziel gekommen waren.

Das kleine Museum ist recht übersichtlich. Wir erfahren, dass Wassermassen hier vor vielen Jahren lavabedeckte bis zu 15m hohe Steinsäulen freigespült haben, die bizarr in der Landschaft stehen. Bei diesen Erosionen sind auch steinzeitliche Siedlungsspuren und Werkzeuge freigelegt worden, die Wissenschaftler anlockten um hier zu graben.

Bei einem nicht leichten Fußweg erwandern wir das Gelände und werden mit fantastischen Anblicken belohnt. Astrid kommt auf losem Sand zu Fall und verdreht sich das Knie. Sie lässt sich aber nichts weiter anmerken und steht den Marsch tapfer durch. Das Licht am Nachmittag begünstigt unsere Fotoausbeute.

Zur Rückfahrt nimmt unser Fahrer gleich die Route vor dem Haus. Versucht er zumindest. Er kommt aber nicht weit. Die zu uns noch freundliche und hilfsbereite Anwohnerin hat eine Barriere vor ihrem Haus errichtet. Entweder ist diese als Mautstelle gedacht, oder sie will einfach nicht, dass jeder jetzt an ihrem Haus vorbei fährt. Sehr freundlich sieht sie jetzt jedenfalls nicht mehr aus. Der Busfahrer muss selbst das Hindernis beseitigen, bevor es weiter gehen kann.k-S2910086k-S2910087

Dieser Ausflug hat sich gelohnt, wie auch meine Idee, den Ausflug nicht am Mittag, sondern am Nachmittag mit schönen Schattenspielen durch die sich neigende Sonne durchzuführen.

Als wir wieder am Platz ankommen, geht die Sonne schon fast unter und es wird kühl. Ein Glas Wein vor dem Womo nach diesem schönen Tag darf aber noch sein.

Uns schräg gegenüber stehen zwei Motorräder, Crossmaschinen, mit denen ein südafrikanisches Pärchen unterwegs ist. Auf unsere Frage hin erfahren wir, dass sie zwei Jahre in der Welt unterwegs sein wollen, bis in die USA und Südamerika. Wir wünschen ihnen viel Glück und ein wenig Neid kommt auch auf. Aber für eine solche Tour sind wir dann doch schon ein wenig zu alt. Aber den Rest der Welt sehen, wollen wir dennoch.k-S2910089