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Chaos in Vibo Valentia und Ankunft auf Sizilien

24.09.

Zu gestern ist nicht soviel zu sagen. Wir sind auf unserem Platz in Tropea geblieben. Schließlich warten wir immer noch auf positive Nachricht was unsere Ersatzteile für die Toilette angeht. Mandy teilt uns am Vormittag mit, dass sie erst am Nachmittag noch einmal in Vibo Valentia anrufen, denn so früh am Morgen werden auch hier, wie bei uns, Pakete nicht zugestellt. Wir machen einen Spaziergang in die Stadt, der zunächst Kraftanstrengung erfordert. Steile Treppen führen gegenüber unserem Camp nach oben in die Stadt, vorbei an einem am Hang gelegenen Fischrestaurant. Wir bummeln ein wenig, genehmigen uns einen Drink und besichtigen auch noch die Kathedrale bevor sie um 12 Uhr schließt. Hier soll ein schwarzes Kruzifix zu finden sein. Ich weiß nicht genau, ob wir es gesehen haben. Der Bewacher fordert uns und eine Reisegruppe jedenfalls nach kurzer Verweildauer auf, die Kirche wieder zu verlassen. Er will wahrscheinlich seine Mittagspause pünktlich beginnen.

In einem kleinen Restaurant mit überwiegend italienischen Besuchern essen wir gut und preiswert zu Mittag. Die Erfahrung haben wir übrigens schon häufig gemacht. Essen gehen in Restaurants oder  einer kleinen Trattoria, die von Einheimischen besucht werden. Hier isst man gut und günstig.k-S2090015

Zurück am Platz müssen wir leider feststellen, dass uns ein Womo aus Landshut die Sicht verbaut hat. Der ursprünglich freie Platz vor uns ist von ihnen belegt. Wir bleiben am Platz, dösen so vor uns hin und lassen den Rest des Tages verstreichen. Zwischenzeitlich teilt uns Mandy noch mit, dass unser Paket am Bestimmungsort angekommen ist.

Deshalb brechen wir heute auf und fahren weiter. Auch sonst wären wir wohl nicht länger hier geblieben. Zu viele Touri’s in der Stadt und zu viele Deutsche auf dem Platz. Man fährt schließlich nicht Tausende Kilometer ins Ausland um am Ende wieder nur von Deutschen umgeben zu sein.

Also auf nach Vibo Valentia. Leichter gesagt als getan. Ich hatte gerade deshalb diesen Servicepartner von Dometic als Adresse für unser Paket benannt, weil er nur etwa 35 km von Tropea entfernt ist. Aber dahin kommen und die Adresse finden ist erneut ein Abenteuer.

Schon um vom Camp aus Tropea heraus zu kommen gestaltet sich schwierig. Wir nehmen zwar die beschilderte Strecke, aber einmal landen wir wieder an einer Bahnunterführung die für uns zu niedrig ist, die andere Strecke ist für Womo’s gesperrt und die dritte führt in südlicher Richtung aus Tropea heraus, obwohl wir Richtung Norden müssen. Hat zumindest den Vorteil, dass wir dann noch einmal einen schönen Blick auf die Stadt haben.

Nach Vibo Valentia führen dann wieder sehr schmale und kurvenreiche Strecken. Dies ist aber noch nichts gegen die Fahrt durch den Ort um die angegebene Adresse zu finden. Schmale Straßen links und rechts zugeparkt, meist dann noch schräg zur Fahrbahn und wir mittendrin. Astrid ist am Verzweifeln. Ganz schlimm wird es, als wir zwar die richtige Straße gefunden haben, aber keine Möglichkeit zum Parken. Dazu steht hinter uns noch ein Ambulanzwagen mit Sondersignal und will vorbei. Ich kann mich nicht in Luft auflösen. Die Rettung ist, auf den Bürgersteig zu fahren. Dabei muss man allerdings immer darauf achten, dass nicht von den Häusern noch etwas herausragt, oder die Balkone des Obergeschosses zu tief hängen um darunter hindurch zu passen. Aber es geht ohne Blessuren ab. Wir lassen das Womo einfach auf dem Bordstein stehen und suchen die Hausnummer die uns interessiert. Aber hier ist ein Modegeschäft. Die Eigentümerin oder Verkäuferin erklärt uns wortgewaltig, dass wir hier verkehrt sind, mehr verstehen wir leider nicht aber das scheint sie nicht zu stören. Ihr Wortschwall hält an. Kunden gesellen sich hinzu und auch vom gegenüberliegenden Balkon wird auf uns eingeredet. Einem der Beteiligten zeige ich die Mail mit dem Namen und der Adresse der Firma die wir suchen auf meinem Smartphone. Er sucht darauf auf seinem im Internet nach der Firma und siehe da, sie ist umgezogen. Er ruft auch gleich da an, gibt uns die neue Adresse und wir nehmen erneut die Suche durch das gleiche Straßengewirr auf. Also freundlich und hilfsbereit sind sie schon die Italiener. Die letzten Meter lassen wir das Womo an einer günstigen Stelle stehen und gehen den Rest mit dem Smartphone als Navi in der Hand zu Fuß. Wir werden fündig, das Paket ist auch da, aber aushändigen will uns die ansonsten freundliche Dame es nicht. Irgendetwas will sie noch, vielleicht eine Abholbescheinigung oder ähnliches. Vor lauter Verzweiflung rufe ich in Brandenburg Domenico an, der die Sache klärt. Wir erhalten unser Paket und auf ähnlich schwierigen Wegen bemühen wir uns Vibo Valentia ein für alle Mal hinter uns zu lassen. Die Einstellung „Autobahnen vermeiden“ löschen wir vorübergehend aus unserem Navi und steuern über wiederum schmale und bergige Straßen die A3 an, die uns bis zur Fähre nach Sizilien führt.

Lange Wartezeiten gibt es hier nicht. Es herrscht reger Fährverkehr und wir sind froh als uns ein Italiener nicht ganz uneigennützig über die Zufahrt zum Fährhafen, den Ticketerwerb und darüber aufklärt, dass ein Ticket hin und zurück günstiger kommt als ein Einzelfahrschein. Das Rückticket ist drei Monate gültig. Diese Info’s sind uns zwei Euro wert. Schnell sind wir auf der Fähre und ebenso zügig sind die 8 km bis Messina überwunden. Sizilien liegt im Dunstschleier der sich erst bei Ankunft lichtet. Auch hier 28°.

Messina, das Tor zu Sizilien verlassen wir in nördlicher Richtung auf ebenso kurven- wie aussichtsreicher Küstenstraße und der Verkehr beruhigt sich, als wir die Stadt hinter uns gelassen haben. k-S2100022Immer an der Küste entlang erreichen wir schließlich Milazzo und das Camp auf der Spitze der Landzunge. Es reicht für heute. Das vom ADAC ausgewiesene Camp verlangt 25€, das daneben nur 14, sodass die Wahl nicht schwer fällt. Wir stehen gut mit Blick auf das Meer und werden morgen früh noch etwas nach vorn rücken um noch bessere Sicht zu genießen. Ein PKW hat den besseren Platz belegt, ist aber nach unserem kurzen Restaurantbesuch ein Stück weiter gefahren. Eigentlich wollten wir im Restaurant etwas essen, waren aber die einzigen Gäste. Die Bedienung saß gelangweilt an einem Tisch und es entwickelte sich folgender Dialog: „It’s open?“ fragt Astrid und bekommt zur Antwort: „eight o’clock“. „One hour?“ frage ich nach, es ist schließlich schon 19 Uhr und bekomme zur Antwort: „Yes, one hour“. Daraus schließen wir messerscharf, dass um 20 Uhr geschlossen wird, deshalb auch keine Aktivitäten mehr in der Küche und auf die Frage ob wir essen und trinken können, kommt zwar ein „Yes“, aber es werden keine Speisekarten gebracht, als wir ein Bier und ein Glas Wein bestellt haben. Auch die Forderung nach einem größeren Glas als dem Wasserglas für mein Bier wird nur zögerlich erfüllt, was uns, trotzdem die Bedienung auf Nachfrage nun doch noch Speisekarten bringt, zum Gehen veranlasst. Astrid ist sauer, bezahlt, ohne Trinkgeld und wir sind weg. Erst im Nachhinein, als wir später Leute zum Restaurant gehen sehen wird uns einiges klar. Während wir angenommen hatten, dass Restaurant schließe um acht, hat es erst ab da geöffnet. Deshalb war die Bedienung auch nicht so richtig über unseren frühen Besuch erfreut. Ja so ist es halt, wenn man sich nur bruchstückhaft verständigen kann. Also büffeln, wenn wir wieder zu Hause sind. Schließlich wollen wir auch noch mit dem Womo nach Großbritannien und in die USA reisen.

Also eins muß ich noch loswerden!! Ich weiß nicht ob es am Alter liegt, aber so ein Chaos drunter und drüber wie in Vibo Valentia, ich bin dafür nicht mehr geschaffen!!! Die Straßen dermaßen eng und zu geparkt,(angelegt für zwei kleine Autos vom Typ Fiat Panda) sodass ich oft aus dem Fenster schauen musste um Egon zu sagen, ob wir mit dem Seitenspiegel nicht schon an den Autos entlang schrammen, dazu dann noch der Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene wir mittendrin und wissen nicht wohin! Auf den Bürgersteigen kommt man auch nicht so einfach da sie immer sehr sehr hoch sind. Aber egal, Egon parkte auf der Kreuzung auf dem Bürgersteig und so ließen wir das Auto zurück! Wie die Italiener es machen!!!! Wie Egon schon schrieb waren die Leute sehr bemüht uns zu helfen, je mehr Leute umso heftiger wurde diskutiert und jeder hatte wahrscheinlich eine andere Auffassung!! Ich dann wieder die Kreuzung blockiert, den Verkehr aufgehalten, mich nicht von dem Gehupe stören lassen und schon ging’s weiter.

Jedenfalls haben wir jetzt das Teil und nun wird in Ruhe Sizilien angeschaut!!!! Hoffentlich, wenn uns nicht unser Navi in ganz verwinkelte und kleine Straßen führt. 

Übrigens, an dem Abend bin ich nicht „alt“ geworden, schon um 21.00 Uhr war ich verschwunden (ist eben doch alles zu aufregend gewesen für mich!!!!).

Catania – unplanmäßig

28.09.

Audiokommentar von Egon:

28.09.

Hallo meine Lieben, jetzt müsst ihr für einige Tage mit mir vorlieb nehmen!

Heute melde ich mich aus dem Krankenhaus wo wir beide seit 2 Tagen liegen. Ich als Besucher und Egon als Patient. Aber der Reihe nach.

Am Donnerstag Abend schien die Welt noch in Ordnung. Wir saßen draußen vor dem Womo mit Blick aufs Wasser, es war sehr warm und die Grillen zirpten. Idylle pur!! Plötzlich stellte Egon fest,  dass er immer schlechter auf dem linken Auge sieht. Zwar hatte er es schon ein paar Tage vorher festgestellt, aber gedacht, dass es sich vielleicht um den grauen Star handelt. Wahrscheinlich hat es ihn so in der Nacht beschäftigt,  jedenfalls konnte er nicht schlafen und googelte. Netzhautablösung, na toll!!

Nach kurzer Beratung am Morgen nur ein Espresso,  im Internet gesucht wo der nächste Augenarzt sich befindet und schon ging es los,  schließlich war es Freitag! In Messina sollte es sogar einen deutsch sprechenden geben. Wir also auf die Autobahn damit es schneller geht und ab. Natürlich hatten wir dort auch Probleme die Straße zu finden. Nachdem  wir umher irrten wollte Egon wenden, übersah beim scharfen Ausscheren mit dem Heck einen Lichtmast und bums, es krachte! Das hatte uns noch gefehlt, die hintere Verkleidung von der Markise war ab, die rechte Außenleuchte hing runter und die Heckschürze war rechts eingerissen! Wir aber hatten keine Zeit, also schnell mit Paketband alles notdürftig verklebt und schon ging es weiter. Kleine Gassen,  hin und her gefahren und  uns wieder  durch gefragt,  wieder gewendet in einer engen Gasse ( ich glaube Egon findet das jetzt richtig toll! ) und endlich das Universitäts-Klinikum gefunden. Inzwischen war es schon 12.00 Uhr. Wir hatten Glück eine Ärztin anzusprechen die deutsch konnte. Nachdem sie uns erklärte dass wir erst zur Pronto Soccorso ( Notaufnahme) gehen und uns dort eine Registrierung holen müssen, sahen wir schon unsere Felle davon schwimmen! Denn sie hätten bloß bis um 14.00 auf!! Aber alles klappte, wir hatten die Einweisung. Nach der ersten Untersuchung,  mit Hilfe der Dolmetscherin, mussten wir im Warteraum Platz nehmen und Egon bekam mindestens 3 mal Augentropfen rein, aber in beiden Augen. Wahrscheinlich damit sich richtig die Pupillen erweiterten. Nachdem sich mehrere Ärzte die Augen betrachteten kamen sie zu dem Ergebnis, dass Egon unverzüglich operiert werden müsste sie aber dafür keine Zeit mehr haben, da wie gesagt gleich Feierabend sei. Trotzdem muss man sagen waren sie sehr freundlich, gaben uns noch die Adresse vom Klinikum in Catania und schon zogen wir von dannen. Halt stopp, erstmal kam noch ein Arzt, ( wir nahmen  an der Chef) also alles von vorn, mit dem Ergebnis, wir sollten doch fahren. Obwohl Egon gar nicht richtig sehen konnte, fuhr er natürlich das Auto!! In der Stadt hätte ich es mir ehrlich gesagt auch nicht zu getraut, aber auf der  Autobahn! Aber wer meinen lieben Mann kennt weiß, dass er lieber ins Lenkrad beißt, als es zu übergeben. Wir also im Affentempo auf die Autobahn und fast zurück nur diesmal im Süden von Sizilien.

95 km Blindflug, ne Menge Tunnel und inzwischen schon nach 16.00 Uhr. Fast problemlos das Klinikum in Catania gefunden, einen Parkplatz fürs Womo auch und schon ging es auf Suche nach der Occulistica (Augenabteilung).Wir wussten wir müssen uns bei Professore Biofilo melden, aber erstmal finden! Im Untergeschoss saß ein junger Mann, also versuchte ich ihm klar zu machen wen wir suchten. An dieser Stelle muss ich wiederholt sagen, dass wir immer nette und hilfsbereite Menschen fanden! Also mit seiner Hilfe ging es weiter, der besagte Arzt war nicht da, dafür aber eine sehr attraktive Ärztin. Hat aber alles nichts genützt, anscheinend ging ihr Laser nicht. Sie verwiesen uns ( mehrere Ärzte beschäftigten sich inzwischen mit  unserem Problem und der Verständigung, halb englisch halb italienisch) zu einer anderen Klinik in der Stadt, sie telefonierte mit dem dortigem Arzt und schon wollten wir weiter.In der Zwischenzeit hatten wir einen Strafzettel am Auto, keine Ahnung warum denn andere standen auch da! Egon meinte bloß, dass sie vielleicht dachten wir wollten da campen! Denn wer fährt schon mit einem Womo zum Arzt.  Mit Hilfe der Zeichnung eines Arztes und seiner wortreichen Gesten  mußten wir nur noch mehrere Kreisverkehre fahren und schon sahen wir das Klinikum. Das Problem diesmal, kein Parkplatz weit und breit. In die Tiefgarage passten wir nicht, jedenfalls bis jetzt!! Also zurück zum letzten Kreisverkehr, dort hatte ich einen Lidl gesehen mit großem Parkplatz. Der wurde bewacht von einem jungen Mann. Nachdem wir ihm klarmachten das wir dort hinten nur zum Klinikum wollten uns es wahrscheinlich länger dauert, konnten wir auf dem Nachbargelände stehen bleiben, zwar nur bis 21.00 Uhr. Dann wird alles dicht gemacht. Bis dahin fanden wir das alles kein Problem sei, da Egon mir erklärte, alles dauert nicht lange. Ein paar Punkte mit dem Laser und ab geht’s weiter! Ha Ha ! Also erstmal über den großen Kreisverkehr, ich glaube die Autofahrer hatten noch nie Fußgänger dort gesehen! Jedenfalls nur lauter abgehende Straßen, sehr viele Autos, zahlloses Gehupe und wir mittendrin. Ich ängstlich und dann mit einem Sehbehinderten der uns trotzdem sicher rüber brachte. Nochmals brauchte ich das nicht, dachte ich! Inzwischen war es so gegen 17.00 Uhr und wir hofften noch jemanden zu finden. Wieder ein umher geirre, alle Türen zu in der Augenabteilung, keine Menschenseele da, na toll! Wir wieder umher, diesmal eine andere Abteilung wo man uns klar machte, dass wir klingeln müssen. Die hatten wir natürlich übersehen! Gott sei Dank, einer öffnete die Tür nahm unsere Papiere in die Hand und bums war die Tür zu. Vielleicht mussten sie erst beratschlagen was sie mit uns machen, aber man soll nichts schlechtes denken. Jedenfalls hatten wir nun endlich den richtigen Arzt gefunden. Er untersuchte Egon lange , erklärte und fragte sehr viel nach. Kein Deutsch aber von seiner Seite perfektes Englisch. Dann kamen wir an einem Punkt, da verstand keiner mehr was. Nun mussten wir doch unsere Kinder informieren, was wir bis dahin nicht wollten, weil Egon fand ,es wäre ein Pillipalli-Eingriff und wir sie nicht  beunruhigen sollten. Da war die Sorge natürlich groß und unsere Tochter informierte auch gleich unseren Sohn in der Schweiz. Also, letztendlich  dank Google und in kniffligen Fragen unseren rettenden Anruf bei Domenico in Deutschland, bekamen wir zu erfahren, dass die Netzhautablösung  schnellstens operiert werden müsste. Eine Laserbehandlung wäre zu spät, es ist schon zu weit fortgeschritten. Also mindestens 3 Tage hier bleiben und richtige OP! Das war natürlich ein Schock! Für uns beide, denn damit hatten wir nicht gerechnet. Nachdem wir ihm erklärt hatten das wir mit dem Womo da wären, keinen Parkplatz hier für Tage fänden und ich armes Hascherl da ganz allein wäre, kam der Vorschlag von ihm , dass wir ein gemeinsames Zimmer bekommen würden. Das fand ich sehr nett von ihm, da ich sowieso gern bei meinem lieben Mann geblieben wäre. Mir fiel dann noch ein, dass es ganz in der Nähe hier einen Campingplatz gibt. Also gesagt und getan, wir verabredeten uns in 1 Stunde hier wieder zu melden. Aber erstmal wieder zum Womo kommen! Das Gehoppel von uns im Kreisverkehr , das will ich euch diesmal ersparen! Endlich geschafft und ab ins Freitagabend Getümmel!! Mittlerweile war es schon ganz schön dunkel und für Egon schwer zu sehen. Ich wär da nie mit dem Auto gefahren, wenn man bei einer 2 spurigen Fahrbahn zu viert ist und dann noch die ganzen Motorroller dazu, ich krieg ne Krise! Anmerken muss ich noch, dass wir ja einiges gewöhnt sind in Italien, aber das hier unten im Süden ist die Krönung! Dann endlich beim Campingplatz angekommen, fragte sie gleich ob wir reserviert hätten. Nachdem wir ihr erklärt hatten, dass Egon zur OP muss, fand sie auf dem scheinbar vollen Platz noch ein Plätzchen. Nur noch schnell am Strom angeschlossen, ein paar Sachen gepackt, das Taxi gerufen und schon ging es zurück. Schlussendlich brauchten wir dazu 2 Stunden, für 11 km Hin und Zurück!

Hier angekommen erwartete uns eine scheinbar leere Station. Im  Nachhinein stellten wir fest, das gerade mal noch ein Zimmer mit einem Patient belegt war! Wir bezogen unser 2 Bettzimmer, bekamen sogar noch Handtücher die ich in der Eile vergaß und dann kamen wir erst so richtig zur Besinnung.unser Zimmer

Nach einer unruhigen Nacht für uns war Blut abnehmen und EKG  dran und es hieß es warten.

Frühstück
Frühstück

Ich durfte derweil das Frühstück von Egon essen da er nüchtern bleiben sollte und so gegen 12.00 Mittags kam unser Dottore und nahm Egon mit. Eigentlich sah der Arzt aus, als ob er mit Egon bummeln wollte. Beide in zivil und locker drauf! noch in ZivilEs dauerte nicht lange, Egon wieder da und musste sich OP Kleidung anziehen. ab zur OPEr erzählte mir, dass die OP Schwester den Arzt richtig beschimpft hätte, dass er so mit Egon dort auftauchte. Dann nochmal Abschied nehmen und 1 1/2 Std später kam mein lieber Mann wieder. Verbunden wie ein Pirat!nach der OP

Es ging ihm sogar sehr gut den Umständen entsprechend. Schön das er wieder da war! Was habe ich ihn vermißt!

runter mit den Klamotten
runter mit den Klamotten

Da die OP lokal betäubt wurde, konnte er sich mit dem Arzt zwischendurch verständigen und seiner Meinung nach war alles super verlaufen. Also war Ruhe angesagt und von meiner Seite absolutes Handy-u. Tablet Verbot! Als am Abend der erste Verbandswechsel stattfand, sah man das ganze Ausmaß der OP! Egon sah aus wie Rocky nach der 12. Runde, völlig geschwollen und verkleistert. Heute geht’s ihm schon sehr viel besser und seit wir erfahren haben das er morgen raus kann, können wir es kaum erwarten.

Uns ist schon klar das sich unsere Planung der Reise nun wieder geändert hat, aber das ist so was von unwichtig. Hauptsache Egon ist wieder gesund und schön das wir beide uns haben!

Aber warum muss es bei uns auf Reisen  immer so abenteuerlich sein!!

Und  DANKE an unsere Kinder, wir wissen was wir an euch haben und uns immer auf euch verlassen können, wir haben  euch ganz doll lieb.  DANK auch an unsere Freunde die auch gleich kommen wollten und DANK all denen die unsere Berichte so fleißig lesen und auch kommentieren und ich werde  nie wieder soviel schreiben und dann noch — „ganze 25 Seiten“ wurden vom Arzt ausgedruckt, zwecks der Übersetzung und Aufklärung der OP!

So jetzt ist Schluss mit dem Gedusel. Sonst kommen mir noch die Tränen. Muss wohl an der tollen Musik liegen die wir beide hier hören das ich so sentimental wurde.