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auf nach Swaziland

15.05.2016 Hluhluwe – Swaziland

Nochmal zurück zu gestern. Vor lauter Euphorie über die Tiere vergaß ich zu erwähnen, dass es nach der Elefantenherde anfing zu regnen, wie am späteren Regenbogenbild unschwer abzulesen war. Der Regen war nicht sehr intensiv, aber ausreichend um sofort die Straßen mit rotbraunem Schlamm von den Hügeln zu überschwemmen. Kurz vor der Ausfahrt aus dem Gate mussten wir deshalb stoppen. Der Schlamm hatte Äste mit auf die Straße gespült die wir vorsichtig umfahren mussten, ohne zu wissen ob sich unter dem Schlamm weitere Hindernisse verbergen. Aber es ging alles gut. Auch auf der regulären Straße waren zahlreiche Schlammstrecken zu überwinden. Schon dieser vergleichsweise geringe Niederschlag reicht hier aus um die Bodenmassen in Bewegung zu bringen. Alles feiner roter Sand, der sich nicht verdichtet. Später ankommende Fahrzeuge berichteten uns dann, dass sofort als der Regen aufhörte Kinder damit beschäftigt waren, die Straßenabschnitte wieder frei zu legen. Unser Womo sieht jedenfalls nach dem Schlammbad so richtig nach Afrika aus.

Am Morgen bekamen wir den losen Sand dann nochmals zu spüren. Es hatte auf unserem Platz zum Glück nicht geregnet, aber die Tatsache, dass wir leicht abschüssig standen reichte aus um die Räder beim anfahren durchdrehen zu lassen. Die Automatik aus dem Getriebe hatte ich schon raus genommen, aber auch das half nichts. Der Platzeigentümer bot sich dann an, uns rückwärts raus zu ziehen. Das ging aber auch nicht weil wir hinten keine Zugöse haben und keine Anhängerkupplung. Also nichts zum festmachen.

Und außer der Reiseleitung war niemand mehr auf dem Platz.

Aber mit vereinten Kräften und unseren Kunststoffplatten zum unterlegen, die nur bedingt halfen, gelang es unser Fahrzeug wieder frei zu machen. Dabei hat Jamal immer wieder fleißig die Räder frei geschaufelt.k-IMG_20160515_085839k-IMG_20160515_085811

Nach gut 90 km erreichen wir die Grenze nach Swaziland, nach Lesotho eine weiteres Königreich inmitten Südafrikas, aber auch mit Grenze zu Mosambik.. Swaziland mit 17.364 qkm nur unwesentlich größer als Schleswig-Holstein ist ein angenehmes Reiseland und bietet landschaftlich sowohl Ebenen als auch Bergland. Staatsoberhaupt ist König Mswati III.

Die Grenzabfertigung geht problemlos vonstatten. 2007 hatten wir länger gebraucht und die Grenzanlagen waren auch noch nicht so ausgebaut wie heute. Wir bekommen unsere Stempel und für unser Womo müssen wir 50 Rd „Eintrittsgebühr“ bezahlen, etwa 3€.

Also fast nichts, wie auch die Autobahngebühren in Südafrika. Bisweilen hatten wir da nur Gebühren zwischen 1 und 3€ zu bezahlen.

Leider ist heute Sonntag und auf den Straßen und in den Ortschaften ist nicht all zu viel los. Geschäfte haben zwar geöffnet, aber jetzt am Vormittag steht der Kirchenbesuch oben auf der Liste der Verpflichtungen. Alle sind ordentlich und akkurat gekleidet unterwegs. Die Männer entweder in Anzug mit weißen Hemden und Schlips, oder auch in traditionellen Gewändern. Die Frauen in farbenfrohen Kleidern.

Auf guter Straße geht es bis Manzini, größte Stadt, aber nicht Hauptstadt. Unterwegs immer wieder Zuckerrohrfelder. An manchen Stellen ist die Ernte noch im Gange und große Laster transportieren das Zuckerrohr in die Zuckermühlen.

Wir machen noch einen Abstecher zu Malandelas Restaurant & House on Fire. Das Wetter meint es gut und wir können im Hof des Restaurants etwas zu uns nehmen. Angeschlossen ist eine Galerie und Geschäfte in denen eine Kooperative Kunsthandwerk aus Keramik oder geflochtenem Gras anbietet, manchmal auch in Kombination beider Materialien.k-20160515_135245

Das House on Fire ist ein Kunsttempel der etwas von Hundertwasser hat, oder auch von Gaudi in Barcelona. Hier finden auch Konzerte statt. Derzeit laufen allerdings Baumaßnahmen. Dennoch sehenswert.

Wieder zurück auf dieser Straße erreichen wir zwei Kreuzungen weiter die Zufahrt die zu unserem Camp im Mlilwane Wildlife Sanctuary führt.

In diesem Camp hatten wir 2007 in einer der reetgedeckten Rundhütten gewohnt.k-DSC07397

Um dahin zu kommen sind bis zum Gate und dann bis zum Platz zweimal 3,5 km Schotterstrecken zu überwinden. Bei uns geht alles gut. Ein Anderer hat sich die Heckverkleidung abgerissen, was aber zum Glück am Platz wieder repariert werden kann.

Vor der Zufahrt zum Platz schwenken wir noch einmal ab an einen See, in dem es 2007 Krokodile gab. Auch heute finden wir wieder welche, während die anderen Tour-Teilnehmer hier vorbei gefahren sind.

IMG_20160515_160623IMG_20160515_160410Wir machen noch einen Rundgang auf dem Gelände und erinnern uns an unseren ersten Aufenthalt. Auf der Wiese tummeln sich Warzenschweine. Nette Tierchen. Sie knien wenn sie fressen und wenn sie gestört werden erstarren sie kurz und rennen mit senkrecht hochstehendem Schwanz davon. Deshalb werden sie auch Motorola’s genannt, in Erinnerung an die ersten gleichnamigen Handy’s mit dem Antennenstummel.k-DSC07404

Im Shop kauft Astrid noch Karten und Briefmarken. Die Karten müssen heute noch geschrieben werden, denn wenn wir morgen Swaziland verlassen, gelten die Marken nicht mehr.k-S2540009

Abendessen gibt es gemeinsam im Restaurant und auch die anschließende Tanzvorführung des Personals findet wie damals statt. Gegen Ende der Vorführung beteiligt sich auch Astrid an dem Tanz, wie wir es von ihr gewohnt sind.k-S2540019k-S2540021