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Flucht vor dem Regen nach Morrungulo

27.05.2016 Flucht vor dem Regen nach Morrungulo

Der Abstecher mit einer Dau nach Inhambane fällt leider aus. Es schüttet seit dem frühen morgen wie aus Kübeln und Blitz und Donner lassen kein baldiges Ende dieses schlechten Wetters erwarten.

Wir liegen etwas länger in den Betten und frühstücken später und machen uns dann doch auf. Im Regenzeug holen wir die Stromkabel ein und verstauen die Auffahrkeile, die wir bei dem unebenen Boden benötigt hatten. Die Bedenken die wir haben um vom Platz über einen leichten aber ausgefahrenen Anstieg auf die Straße zu gelangen zerstreuen sich. Wir kommen problemlos raus.

Wir haben heute nur 90 km vor uns und fahren deshalb gemütlich durch die Landschaft und studieren die uns unbekannten Pflanzen und Sträucher und kommen an so manchem Kral vorbei, einer Ansammlung von kleinen runden oder eckigen mit Reet gedeckten Häusern, manchmal auch aus Wellblech, kunstvoll um Türen und Fenster zugeschnitten.

Immer noch begleiten uns die Kokospalmen.k-S2640029

Weil wir so langsam unterwegs sind entgeht uns auch nicht das Hinweisschild auf den Wendekreis des Steinbocks, Tropico Capricornico, den wir nun schon zum dritten Mal überfahren. Zweimal hatten wir ihn in Südafrika passiert und einmal gegen Ende der Reise werden wir ihn in Namibia nochmals kreuzen.k-S2640030

Als wir nach 65 km Massinga erreichen erwartet uns ein buntes Treiben und viel Trubel. Hier sollten wir noch einmal auftanken und einkaufen, so der Hinweis, denn ab hier werden die Möglichkeiten etwas spärlicher und wir stehen ab heute zweimal je zwei Tage auf den folgenden Plätzen.

Wir fahren einmal durch den Ort um uns zu orientieren und dann wieder zurück. Eine Tankstelle haben wir gesehen die wir ansteuern können. Welche Qualität der Diesel hat ist nicht zu erkennen, aber wir tanken voll. Der Fiat wird’s schon schlucken. Und sogar mit Karte bezahlen können wir. Dann geht es auf den Parkplatz zum Supermarkt, der als solcher gar nicht zu erkennen ist. So kreuz und quer stehen die Fahrzeuge, dazwischen Händler mit ihren Ständen oder sitzend mit ihren davor ausgebreiteten Waren. Ich will schon wieder rückwärts raus, da spricht mich aus dem Nachbarauto ein Mosambikaner auf deutsch an, man müsse hier anders fahren, hier sei man schließlich nicht in Deutschland. Ich winke zurück, nehme neuen Anlauf und finde dann auch einen Platz.Im Supermarkt finden wir ein überraschend vielfältiges Angebot. Vieles in Großabpackungen. Nur von Waren aus der Kühltheke nehmen wir Abstand und verzichten auf Eier. Wir brauchen nicht viel. Vor dem Markt kauft Astrid noch frische Brötchen die hier vielfach angeboten werden. Und sie werden nicht mit bloßen Händen verkauft, sondern immer mit einer über die Hände gestülpten Plastiktüte als Handschuh. Astrid zeigt dem jungen Verkäufer mit der Hand, dass sie vier Brötchen möchte und er zeigt immer drei. Es dauert eine Weile bis sie sich verstehen. Er wollte nur deutlich machen, dass ein Brötchen drei Medikais (etwa 5 Cent) kostet. Auch Tomaten nehmen wir noch für 10 Medikais das Stück. Am Nachbarstand sollen sie 20 kosten, Astrid will handeln und lehnt dann aber ab als keine Reaktion kommt. Auf dem Platz wird so ziemlich alles verkauft was die Landwirtschaft bietet, aber auch Verkäufer für SIM-Karten und Geldwechsler tummeln sich hier.k-20160527_112647k-20160527_114521k-20160527_115314

Nach sieben Kilometern schwenken wir auf eine ganz ordentlich befestigte aber schmale Sandstraße ab, die uns 12 km bis an das Tor des Morrungulo Ressort führt. An der Schranke werden wir registriert und dann geht es erst auf 100m Erdstraße und dann 100 Asphalt ziemlich steil bergab an das Meer. Unter Palmen stehen wir in den Dünen direkt am indischen Ozean mit einem breiten herrlichen Strand mit Karibikfeeling.k-S2640037

Astrid findet erste Muscheln, dann holen wir unsere Stühle und setzen uns an den Strand.

Ein junger Fischer präsentiert uns seinen Fang. Zwei frische Hummer (es sind Langusten). Auch auf dem Platz werden noch fangfrischer Fisch und Garnelen angeboten.k-20160527_141124

Auf dem Rückweg lese ich eine herabgefallene Kokosnuss auf und mache mich mit der Axt daran sie aus ihrer Schale zu befreien. Das hätte ich lieber bleiben lassen sollen. Denn bei einem Versuch springt mir die Axt weg und ich hacke mir in den Daumen. Jetzt habe ich eine gespaltene Daumenspitze. Wird eine Weile dauern bis sie wieder zusammenwächst. Zum Glück ist nicht der Knochen getroffen. Astrid hat, zurecht, ganz schön geschimpft mit mir.

Mehr Sorgen macht mir aber, und auch den anderen mit frontangetriebenen Fahrzeugen, wie wir übermorgen wieder den Berg hinauf kommen sollen. Zum Glück haben wir ein paar Allradfahrzeuge dabei. Da werde ich morgen schon mal die Abschlepp-Öse anschrauben.