Schlagwort-Archive: Mosambik

von Südafrika nach Mosambik

23.05.2016 von Südafrika nach Mosambik

Heute wartet mit dem Grenzübergang das Abenteuer auf uns. Wir wollten uns eigentlich Zeit nehmen. Aber gegen 7 Uhr sind wir beide wach und nach kurzem Zögern entschließen wir uns dann doch bald aufzustehen. Zum Frühstück heute nur ein Joghurt. Wasser habe ich bereits am Abend aufgefüllt und auch die Toilette entleert. Wir sind auf Mosambik vorbereitet. Auf dem Weg aus dem Krüger Nationalpark sichten wir noch eine Gruppe Giraffen bevor wir am Malelane-Gate den Park verlassen.

Wir müssen nicht weit fahren bis in den Ort Malelane. Im Pick-n-Pay-Markt füllen wir noch einmal unsere Vorräte auf. Aber keinen Alkohol. Wein und Bier, was wir bereits an Bord haben, hatte ich gestern noch im Kleiderfach verstaut. Über die Grenze darf nur eine geringe Menge eingeführt werden.

Bei einem kurzen Besuch im Baumarkt nebenan überzeugen wir uns noch davon, dass es den Braai Scottel auch hier zu erwerben gibt. Eine Option für die Zeit wenn wir nach Südafrika zurück kommen.

Etwa 90 km liegen noch vor uns bis zur Grenze. Alle erforderlichen Papiere haben wir bereits griffbereit und auch beide Warndreiecke und die Warnwesten liegen zur Kontrolle bereit.

k-20160523_113525In Komatipoort Oasis kurz vor der Grenze erhalten wir schon den Vorgeschmack auf das kommende Abenteuer. Wir wollen hier tanken, noch Geld ziehen (Rand zum Tauschen), Geld umtauschen in mosambikanische Metikais, eine Versicherung abschließen und etwas essen. Wir sind zwar noch in Südafrika, aber wir werden hier belagert. Vorzugsweise Frauen bieten hier Metikais an, am liebsten gegen südafrikanische Rand. Wir hatten schon Euro und Dollar bereit gelegt, aber die Nachfrage danach hält sich in Grenzen. Astrid tauscht 1000 Rand gegen 3800 Metikais. Der offizielle Kurs beträgt nur 1: 3,2. Also ein gutes Geschäft, zumal andere Mitreisende nur 1:3,5 bekommen haben. Auch der Versicherungsvertreter steht schon bereit um mit uns eine Haftpflichtversicherung für Mosambik abzuschließen. Direkt von der Tankstelle leitet er uns zu seinem Büro in einen Container am Rande des Platzes. Hier sind 220 Rand fällig.

Bei KFC essen wir noch eine Kleinigkeit, während wir beobachten wie einer nach dem anderen unserer Mitfahrer hier auch anlandet. Auch unsere Renate kommt an und wollte doch schon ab 11.30 Uhr an der Grenze sein um die Abwicklung dort zu begleiten. Die Folge ist, dass wir nun doch in Kolonne zur Grenze fahren, was eigentlich vermieden werden sollte um diese nicht zu blockieren.

Bereits gestern waren wir in alle Grenzformalitäten eingewiesen worden und nun kommt doch alles anders.

Die Ausreise aus Südafrika gestaltet sich noch relativ problemlos. Gatepass abgeholt, Stempel in die Pässe, Gatepass abgeben und weiter. Auf mosambikanischer Seite nehmen wir die zutreffende Ausreisespur, gehen in das nebenliegende Abfertigungsgebäude und lassen den zuvor erhaltenen neuen Gatepass abstempeln.k-20160523_123604

Dann das Carnet de Passages für unser Womo und am nächsten Schalter geht es nicht mehr weiter. Irgendetwas stimmt mit unserem Gatepass nicht, wir wissen aber nicht was. Eventuell ist der Stempel im falschen Feld vermuten wir. Jedenfalls zerknittert die Schalterdame unseren Gatepass und bedeutet uns, dass wir einen neuen brauchen. Woher wissen wir leider nicht. Aber Willi aus der Schweiz hilft uns, so müssen wir nicht an den Ausgangspunkt zurück, sondern nur an die gegenüber liegende Seite des Gebäudes. Wir erhalten einen neuen Gatepass, beschweren uns über die andere Beamtin und sind dann doch wieder bei ihr. Unsere Beschwerde ist bei ihr angekommen und deshalb erklärt sie uns ausführlich den Fehler. Wir waren anfangs am falschen Schalter und hatten einen Stempel für die Einreise nach, statt für die Ausreise aus Südafrika erhalten.

Nachdem dies nun geklärt war, konnten wir dann nach Mosambik einreisen und zwar ohne die gestern noch besprochene Zollerklärung ausfüllen zu müssen. Aber auch hier werden wir wieder belagert. Geld wird angeboten, Warndreiecke, von denen man hier zwei braucht, Warnwesten und SIM-Karten.

Wir lehnen alles ab und sind froh auf mosambikanischem Boden zu sein. Das ganze Prozedere hat dazu geführt, dass wir von den mit uns gleichzeitig an der Grenze befindlichen Womo’s die Letzten waren die weiter kommen.

Auch in Mosambik, wie in Südafrika und allen anderen Ländern die wir noch bereisen werden, herrscht Linksverkehr. Die Geschwindigkeitsregeln sind einfach. Im Ort 60 km/h, außerorts 120. Alkohol 0,0.

Rechts und links der Straße in Grenznähe ist noch viel Trubel. Viele Händler sind hier aktiv. Aber dann wird die Strecke ruhiger. Was auffällt, ist das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. Nichts mehr mit Höflichkeit wie in Südafrika. Keiner bedankt sich mehr für das Platz lassen beim überholen.

Etwa 90 km trennen uns noch von der Hauptstadt Maputo. Bis zu den Vororten genießen wir eine entspannte Fahrt, die nur von zwei Mautstellen unterbrochen wird. Dann werden wir noch einmal auf eine separate Spur geleitet, die eigentlich nur für große Fahrzeuge vorgesehen ist. Aber wir müssen auch hier lang weil wir nicht bei den anderen Fahrspuren durch die Höhenbegrenzung passen. So kommen wir zu dem Vergnügen auf eine Waage zu fahren und wissen jetzt, dass wir mit 420 kg überladen sind. Zum Glück ohne Folgen. Auch in eine Polizeikontrolle geraten wir. Überhaupt herrscht hier starke Polizeipräsenz. Der Beamte will die Pässe sehen, schaut etwas ratlos darauf und lässt uns dann doch fahren nachdem er erfahren hat, dass wir aus Deutschland kommen.

Heute haben wir keinen Campingplatz den wir ansteuern können. Der Platz der eigentlich vorgesehen war ist vor 14 Tagen abgebrannt. Ein Hotelparkplatz ist deshalb unser Ausweichplatz. Wir haben die Koordinaten, fahren nach Navi und nicht nach Roadbook und fahren deshalb direkt durch die Stadt mit ihrem chaotischen Verkehr und äußerst schlechten Straßen, zumal für eine Hauptstadt. Aber es macht Spaß so mitten drin zu sein.

Wir schwimmen mit dem Verkehr mit, halten voll drauf los, sonst hat man verloren und alle schieben sich dazwischen. Astrid will eigentlich Fotos machen von dem Trubel ringsum, aber ich muss spontan anhalten, sie hat einen Krampf im Oberschenkel und kann nicht mehr sitzen. Trotzdem sind wir am Schluss die Ersten auf dem Parkplatz und Astrid zweifelt ob wir richtig sind. Sind wir, denn das Hotel, was unsere Orientierung ist, steht genau gegenüber. Der Parkplatzwächter kümmert sich um uns und will Astrid in das Hotel zur Anmeldung schicken. Aber sie scherzt mit ihm, ich mache ein Foto von beiden und wir verweisen auf unsere Reiseleiterin, die hoffentlich bald ankommen wird.k-20160523_161549

Nach und nach trudeln die anderen ein und alle berichten über die Anfahrtprobleme die sie zu bewältigen hatten. Unsere Strategie war wohl doch nicht so schlecht.

Immer wieder erkundigt sich der Parkwächter nach unserem Chef. Offensichtlich im Auftrag des Hotels. Nach den letzten beiden Ankömmlingen trifft nun auch Renate ein, die mit Jamal gemeinsam alle durch die Grenze gebracht hat. Später übermittelt sie uns zwei Botschaften: erstens dürfen wir hier nicht stehen, da der Hotelchef nicht mit sich reden lässt, es sei denn wir buchten Hotelzimmer, und zweitens hat Jamal aber herausgefunden, dass die rechte Seite des Parkplatzes kommunal ist. Wir setzen unsere Fahrzeuge also einfach um 50m um. Morgen früh allerdings müssen wir den Platz verlassen. Dazu erkundet Renate noch am Abend gemeinsam mit Edgar, unserem Guide für morgen bei der Stadtbesichtigung der zwischenzeitlich auch aufgetaucht ist, einen dreißig Kilometer entfernten Platz.

Wir sitzen noch lange draußen in milder Luft. Renate taucht nicht mehr auf bis wir uns zurückziehen. Hauptsache wir haben morgen früh die neuen Koordinaten, dann geht alles gut.

Maputo

24.05.2016 Maputo

Heute wird unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt.

Bereits vor sieben Uhr stehe ich auf und bereite das Frühstück vor. Und während wir frühstücken werden wir dann zur Bekanntgabe von neuen Infos gerufen. Der vorgesehene Platz in 30 km Entfernung ist nicht befahrbar. Der Test gestern Abend hat ergeben, dass selbst Allradfahrzeuge Probleme bekommen in dem losen Sand bei der Anfahrt. In drei Kilometer Entfernung sei aber ein anderes großes Hotel mit großem Parkplatz. Renate will 7.30 Uhr starten und wir sollen ab acht in dreiminütigem Abstand folgen und auch auf dem Parkplatz nicht in Reihe parken um nicht den Eindruck zu erwecken, wir gehörten alle zusammen. Denn ob wir da stehen dürfen ist noch nicht geklärt. Acht Uhr ist Renate immer noch da, aber jetzt setzt sich der Tross langsam in Bewegung. Meist wollen Einige immer erster sein, aber heute geht es organisiert zu. Als wir den Parkplatz erreichen ist zwar unser weiterer Verbleib immer noch unklar, aber 9.00 soll der Bus bereit stehen für die Stadtrundfahrt.

Soll, tatsächlich passiert aber nichts und wir stehen in der Sonne, denn auf das Wetter ist Verlass.k-20160524_084603

Als wir uns endlich entscheiden die Wartezeit dadurch zu überbrücken, dass wir noch einen Espresso nehmen, kommt endlich Bewegung in den Ablauf. Einer weiß zu berichten, der Bus sei schon dagewesen, aber von unserem Stadtführer zurück geschickt worden weil er zu dreckig war. Ob es stimmt, wissen wir nicht. Für den Abend sei zwar nun ein gemeinsames Essen bestellt erfahren wir, aber der Standort für die Übernachtung sei immer noch unklar. Der Manager des Hauses befindet sich in einem Meeting.

Bis zur Abfahrt gegen 11.45 ist klar, wir können bleiben. Mit zwei nicht mehr ganz neuen Bussen und unter Leitung von Edgar geht es endlich los, aber wir steuern erst ein Büro an, über das die Versicherung für die kommenden Länder in einem Abwasch geklärt werden soll. Ähnlich unserer grünen Versicherungskarte in Deutschland. Anschließend geht es zum Craftmarket, einem Handwerkermarkt auf dem die üblichen Produkte angeboten werden. Holschnitzereien, Tücher und Decken, Taschen und Bilder. Astrid erwirbt eine schöne Figurengruppe aus Holz, nachdem sie den Preis durch Verhandlung ordentlich gedrückt hat.

Nun warten wir erstmal wieder, denn die Busse sind verschwunden. Als sie wieder auftauchen, geht es zum Fort im Zentrum, wo wir etwas über die Geschichte von Mosambik, dem ehemaligen König und die Eroberung durch die Portugiesen erfahren.

k-img_20160524_123942

Nächster Stopp ist der historische Bahnhof von 1910, der immer noch in Betrieb ist und der schon als Filmkulisse für den Leonardo di Caprio-Film „Blutdiamanten“ gedient hat.

Eine richtige Stadtstruktur ist für uns in Maputo nicht erkennbar. 2,5 Mio Einwohner gibt es hier, darunter viele, viele Chinesen wie uns Edgar erzählt. Es gäbe hier mehr Chinesen als Moskitos, von denen wir in der Nacht auch einige zu Besuch hatten.

Wir umrunden auf dem Weg zum „Eisernen Haus“ einen großen Platz mit einer Statue von Samora Machel, dem früheren Präsidenten, dessen Witwe später Nelson Mandela geheiratet hat. k-s2620044k-s2620043

Das „Eiserne Haus“ ist tatsächlich überwiegend aus Eisen und wurde vom Konstrukteur des Eiffelturmes entworfen.k-s2620046

Wir sind wegen der morgendlichen Verzögerung nun fast am verhungern, als wir endlich die Mall anfahren, wo es auch etwas zu essen geben soll. Aber erst wollen wir Geld ziehen und scheitern wieder. Weder meine EC-Karte noch die von Astrid verarbeitet der Automat. Nachdem alle Eingaben erfolgt sind, spuckt er sie wieder aus. Astrid beschwert sich schon bei einem Polizisten der in der Nähe steht, den dies aber überhaupt nicht interessiert. Andere haben mehr Glück. Mit der VISA-Card funktioniert es dann doch. In die Mall wollen wir nicht. Anderen ging es offenbar genauso, denn wir treffen uns dann in einem nahen Restaurant wieder.

Plötzlich Unruhe im Restaurant. Renate hat zwei Vertreter von Vodafone organisiert, damit wir zu neuen SIM-Karten kommen. k-20160524_153611Gute Idee, aber der Ablauf gestaltet sich auch hier chaotisch. Die Pässe werden gebraucht, was niemand wusste, Passkopien die Renate hat, sind nicht alle lesbar. Letztlich werden jeweils mehrere SIM-Karten auf einen Pass ausgestellt. Aber aufgeladen sind sie noch nicht.

Jetzt steht noch der Fischmarkt auf dem Programm. Wir, und mit uns die meisten anderen verzichten, es reicht für heute. Zuviel Zeit des Tages haben wir mit Warten verbracht.

 

von Maputo Richtung Norden

25.05.2016 von Maputo nach Xai-Xai ?

Wir kehren Maputo den Rücken, der Stadt an der Lagune, die Vasco da Gama ca. 1500 im Vorbeifahren auf seiner Erkundungsreise nach Indien entdeckt hat. Erst 1550 entstand hier die erste Ansiedlung die ihre Blütezeit als Lourenco Marques, kurz LM, in der ersten Hälfte 20. Jh. hatte. In den 70-iger Jahren war es mit der Herrlichkeit vorbei. Die neuen Verhältnisse in Portugal führten zum unvorbereiteten Abzug der Portugiesen und Mosambik wurde völlig unvorbereitet in die Unabhängigkeit entlassen. Der spätere Bürgerkrieg hinterließ Narben nicht nur in den Städten, sondern auch bei der Bevölkerung. In den Straßen sind heute viele Geschädigte des Bürgerkrieges zu sehen.

Wir verlassen den Hotelparkplatz sehr früh. 230 km stehen auf dem Plan und wir wollen vielleicht noch einen Abstecher machen. Wir nehmen die neue Küstenstraße, die auf den Navi’s noch nicht verzeichnet ist. Auch nicht in Sygic. Weil mir die ständigen Aufforderungen umzukehren auf den Wecker gehen, mache ich das Navi erst einmal stumm. Die Küstenstraße ist noch sehr neu und vierspurig ausgebaut und immer wieder von Kreisverkehren unterbrochen die keinen Sinn machen. Man muss zwar um die Mittelinsel herum, aber es geht eigentlich nur 29 km immer geradeaus. Die Chinesen haben diese Straße gebaut, vermutlich für Zugeständnisse in anderen Bereichen. Rechts befindet sich der Küstenstreifen, der sich schon gut entwickelt zeigt und links sind schon einige attraktive Villen und Hotelanlagen vorhanden oder im entstehen.

In Maracuena treffen wir dann wieder auf die alte Straße und das Bild ändert sich wieder zum ländlichen Charakter.

Wir kommen in das Schwemmland des Incomati-Flusses und ab und an kann man den indischen Ozean in der Ferne sehen. Beiderseits der Straße sind oft Brennöfen für Lehmziegel zu sehen und am Straßenrand wird in schön aufgereihten Säcken Brennholz und Holzkohle angeboten.

Was wieder auffällig ist, ist die starke Polizeipräsenz. Mehrfach auf der Strecke begegnen wir Kontrollpunkten. Viele Geschwindigkeitskontrollen. Das Problem ist, an den Ortseingängen wird zwar durch Schilder angezeigt, erst auf 80 und dann auf 60 herunter zu gehen, aber es ist nie erkennbar wann der Ort endet. Es sei denn man bekommt im Rückspiegel die Reduzierung aus der anderen Richtung mit. Aber auch da kann man nie sicher sein. Wir kommen aber ungestraft durch.

In Macia wollen wir von unserer Route abweichen und nach rechts abbiegen um zu einer 30 km entfernten Lagune zu kommen von der ich im Reiseführer gelesen habe.

Da hier viel Trubel herrscht stoppen wir erst einmal. Wir wollen uns das Treiben aus der Nähe betrachten.

Vor einem Supermarkt steht eine Bühne des Mobilfunkanbieters vodacom und davor tummelt sich eine große Gruppe junger Leute, während auf der Bühne sich offenbar junge Laientänzer einen Wettstreit nach lauter Musik liefern. Das trifft sich gut, denn gestern hatte ich von Renate eine neue SIM-Karte dieses Anbieters für Mosambik erhalten. Im vodacom-Shop neben der Bühne will ich diese deshalb gleich aktivieren lassen und noch Datenvolumen aufladen, damit ich wieder Internet habe.

Es ist nicht so einfach klar zu machen was wir wollen, wenn man portugiesisch gar nicht kann und beide Gesprächspartner nur wenig englisch können. Beim zweiten Versuch klappt es auch leidlich.

Datenvolumen aufladen und weiter ist das Ziel. Das Aufladen ist schnell erledigt, aber eine Internetverbindung kommt nicht zustande. Fast eine Stunde müht sich der freundliche Kollege, aber auch im Kontakt mit seiner Zentrale funktioniert es nicht. Wir verlassen den Shop mit der Botschaft, dass sich die Zentrale darum kümmert und uns kontaktiert. Auf deutsch.

Wir machen unseren Abstecher nach Bilene, auf guter Straße immer geradeaus. An den Straßen sieht man alle paar Meter Holzstapel zum Verkauf. Wir fragen uns, wenn hier jeder Holz anbietet, wo soll dann noch die Nachfrage herkommen.Auch mit einer gelblichen Flüssigkeit gefüllte Flaschen hängen an Gestellen. Vielleicht mit Honig darin. Wir wissen es nicht. Auch die Knollen sind undefinierbar.k-S2630019k-S2630020

Wir passieren auch hier wieder unbeschadet eine Polizeikontrolle und kommen dann an der Lagune an. Hier gibt es Ferienanlagen, schöne Häuser und einen noch viel schöneren weißen Strand.k-20160525_135724k-20160525_135619

k-IMG_20160525_135915k-IMG_20160525_130117Wir steuern ein Lokal an und haben das Vergnügen allein auf der Terrasse mit Blick auf das Meer „Grunter“, einen regionalen Fisch zu essen. Dann noch mal an den Strand, die Füße in das angenehm warme Wasser und durch den weißen Sand laufen. Ein Vergnügen.

Nun geht es die 32 km wieder zurück bis nach Macia um die alte Route wieder aufzunehmen. Und wieder stehen junge Burschen an den Straßen und machen mit weißen Plastiktüten an einem Gestell und gefüllten Tüten in der Hand auf sich aufmerksam. Sie bieten Cashewnüsse an.

Die meisten Häuser an der Straße sind rot angemalt oder haben die rote Reklame von vodacom oder Coca Cola an den Wänden. Das heißt aber nicht, dass man da etwa Cola oder Telefonkarten bekommt. Entweder finden die Bewohner die Reklame so toll, oder es gab die Farbe umsonst um Werbung zu machen.

Wir nehmen die letzten 60 km in Angriff. Plötzlich taucht Renate vor uns auf, wir sind also wieder die Letzten. Sie blinken, wir überholen und hupen noch freundlich und sind vorbei. 25 km vor Xai-Xai springt jemand mit einer deutschen Flagge auf der Straße herum. Wir wundern uns wie die Leute hier wissen können, dass jetzt Deutsche kommen. Aber es ist Wilfried aus unserer Gruppe der sich bereits mit anderen hier abgewechselt hat um uns abzufangen. Der Campingplatz in Xai-Xai ist nicht nutzbar und alle mussten umkehren und hier auf dem Ausweichplatz Quartier nehmen. Und bei der Umkehr auf der Brücke von Xai-Xai Maut bezahlen, die nur in dieser Richtung kassiert wird. Die Blinkerei von Renate sollte uns eigentlich stoppen. Aber Wilfried hat seine Sache gut gemacht. Es hat schon was Gutes wenn man, wie wir, nicht zu früh ankommt.k-20160525_163256

Am Abend sitzen wir noch schön gemütlich am Feuer und grillen unsere Lammwurst.

über Xai-Xai nach Maxixe

26.05.2016 über Xai-Xai nach Maxixe

Erstaunlich wie gut der Campingplatz den wir heute verlassen für mosambikanische Verhältnisse ausgestattet ist. Zum Platz gehört auch noch eine Schreinerei, die wir vor der Abreise besichtigen. Schöne Holzmöbel werden hier angefertigt. Alles Hartholz und ziemlich schwer. Nichts zum Mitnehmen.

Wir fahren weiter durch die Schwemmlandebene des Limpopo-Flusses der von Südafrika kommend sich hier den Weg bahnt bis in den Ozean. Die große Brücke, die einige gestern schon überquert hatten ist der Eingang zum Städtchen Xai-Xai, in dem viel Trubel herrscht.k-20160526_132206 Einer unserer Mitreisenden hatte übrigens gut erkannt, dass die Bevölkerung in Mosambik sichtbar einer anderen Volksgruppe angehört. Waren die Proportionen der Südafrikanerinnen eher „stark ausgeprägt“, sind die Frauen hier wesentlich schlanker. Bei den Männern ist uns kein nennenswerter Unterschied aufgefallen.

Wir sind auf der Suche nach einem Mobilfunkshop um endlich wieder online zu sein. Meine vodacom-Karte entsorge ich. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, das technische Problem noch gelöst zu bekommen. Wir werden bei MOVITEL fündig, kaufen eine neue Karte und ab jetzt funktioniert wieder Internet und auch Telefon.Wir tanken noch für 38 Medical pro Liter, etwa 62 Cent.

Wir bewegen uns nun parallel zum Indischen Ozean vorwärts und durchqueren zahlreiche kleine Dörfer. Die Straßen sind gesäumt von Mango- und Cashew-Bäumen und zunehmend von Kokospalmen. Mehr als zwei Millionen davon stehen in diesem Küstenabschnitt. Zwischen den Bäumen sind immer wieder kleine Behausungen und Höfe zu erkennen. Typische Rundhütten darunter.

Für einen Kaffee machen wir noch Halt an der Strecke. Wir trinken schwarzen und guten Kaffee. Mit unserem Wunsch nach Cappuccino konnten sie hier nichts anfangen. Auf der Terrasse stehen Tische mit Spielbrettern und ein Billardtisch. Als Spielfiguren dienen Kronenkorken. Der Tresen ist wie so häufig mit einem Gitter gesichert. So kommt niemand an die Kasse und die vielen Flaschen heran.

An der gesamten Strecke heute fällt uns besonders auf wie viele Kinder und Jugendliche hier unterwegs sind. Die meisten in Schuluniformen. Deren Farben wechseln von Ort zu Ort und vermutlich auch je nach Schulstufe. Überhaupt hat Mosambik eine junge Bevölkerung. 56% sind jünger als 20 Jahre und nur 10,4% älter als 50. Mosambik ist zwar spärlich besiedelt, aber bei durchschnittlich 5,5 Kindern pro Frau kann es hier zu einem enormen Bevölkerungswachstum kommen, mit düsterer Perspektive.

In Maxixe ist es nicht mehr weit bis zu unserem Camp direkt am Wasser. Gleich nebenan gibt’s einen Bootsanleger für die Fähren nach Inhambane, der Verwaltungshauptstadt der gleichnamigen Provinz. Morgen früh wollen wir einen Abstecher dahin machen. 30 min braucht die Fähre über die schmale Lagune.

Flucht vor dem Regen nach Morrungulo

27.05.2016 Flucht vor dem Regen nach Morrungulo

Der Abstecher mit einer Dau nach Inhambane fällt leider aus. Es schüttet seit dem frühen morgen wie aus Kübeln und Blitz und Donner lassen kein baldiges Ende dieses schlechten Wetters erwarten.

Wir liegen etwas länger in den Betten und frühstücken später und machen uns dann doch auf. Im Regenzeug holen wir die Stromkabel ein und verstauen die Auffahrkeile, die wir bei dem unebenen Boden benötigt hatten. Die Bedenken die wir haben um vom Platz über einen leichten aber ausgefahrenen Anstieg auf die Straße zu gelangen zerstreuen sich. Wir kommen problemlos raus.

Wir haben heute nur 90 km vor uns und fahren deshalb gemütlich durch die Landschaft und studieren die uns unbekannten Pflanzen und Sträucher und kommen an so manchem Kral vorbei, einer Ansammlung von kleinen runden oder eckigen mit Reet gedeckten Häusern, manchmal auch aus Wellblech, kunstvoll um Türen und Fenster zugeschnitten.

Immer noch begleiten uns die Kokospalmen.k-S2640029

Weil wir so langsam unterwegs sind entgeht uns auch nicht das Hinweisschild auf den Wendekreis des Steinbocks, Tropico Capricornico, den wir nun schon zum dritten Mal überfahren. Zweimal hatten wir ihn in Südafrika passiert und einmal gegen Ende der Reise werden wir ihn in Namibia nochmals kreuzen.k-S2640030

Als wir nach 65 km Massinga erreichen erwartet uns ein buntes Treiben und viel Trubel. Hier sollten wir noch einmal auftanken und einkaufen, so der Hinweis, denn ab hier werden die Möglichkeiten etwas spärlicher und wir stehen ab heute zweimal je zwei Tage auf den folgenden Plätzen.

Wir fahren einmal durch den Ort um uns zu orientieren und dann wieder zurück. Eine Tankstelle haben wir gesehen die wir ansteuern können. Welche Qualität der Diesel hat ist nicht zu erkennen, aber wir tanken voll. Der Fiat wird’s schon schlucken. Und sogar mit Karte bezahlen können wir. Dann geht es auf den Parkplatz zum Supermarkt, der als solcher gar nicht zu erkennen ist. So kreuz und quer stehen die Fahrzeuge, dazwischen Händler mit ihren Ständen oder sitzend mit ihren davor ausgebreiteten Waren. Ich will schon wieder rückwärts raus, da spricht mich aus dem Nachbarauto ein Mosambikaner auf deutsch an, man müsse hier anders fahren, hier sei man schließlich nicht in Deutschland. Ich winke zurück, nehme neuen Anlauf und finde dann auch einen Platz.Im Supermarkt finden wir ein überraschend vielfältiges Angebot. Vieles in Großabpackungen. Nur von Waren aus der Kühltheke nehmen wir Abstand und verzichten auf Eier. Wir brauchen nicht viel. Vor dem Markt kauft Astrid noch frische Brötchen die hier vielfach angeboten werden. Und sie werden nicht mit bloßen Händen verkauft, sondern immer mit einer über die Hände gestülpten Plastiktüte als Handschuh. Astrid zeigt dem jungen Verkäufer mit der Hand, dass sie vier Brötchen möchte und er zeigt immer drei. Es dauert eine Weile bis sie sich verstehen. Er wollte nur deutlich machen, dass ein Brötchen drei Medikais (etwa 5 Cent) kostet. Auch Tomaten nehmen wir noch für 10 Medikais das Stück. Am Nachbarstand sollen sie 20 kosten, Astrid will handeln und lehnt dann aber ab als keine Reaktion kommt. Auf dem Platz wird so ziemlich alles verkauft was die Landwirtschaft bietet, aber auch Verkäufer für SIM-Karten und Geldwechsler tummeln sich hier.k-20160527_112647k-20160527_114521k-20160527_115314

Nach sieben Kilometern schwenken wir auf eine ganz ordentlich befestigte aber schmale Sandstraße ab, die uns 12 km bis an das Tor des Morrungulo Ressort führt. An der Schranke werden wir registriert und dann geht es erst auf 100m Erdstraße und dann 100 Asphalt ziemlich steil bergab an das Meer. Unter Palmen stehen wir in den Dünen direkt am indischen Ozean mit einem breiten herrlichen Strand mit Karibikfeeling.k-S2640037

Astrid findet erste Muscheln, dann holen wir unsere Stühle und setzen uns an den Strand.

Ein junger Fischer präsentiert uns seinen Fang. Zwei frische Hummer (es sind Langusten). Auch auf dem Platz werden noch fangfrischer Fisch und Garnelen angeboten.k-20160527_141124

Auf dem Rückweg lese ich eine herabgefallene Kokosnuss auf und mache mich mit der Axt daran sie aus ihrer Schale zu befreien. Das hätte ich lieber bleiben lassen sollen. Denn bei einem Versuch springt mir die Axt weg und ich hacke mir in den Daumen. Jetzt habe ich eine gespaltene Daumenspitze. Wird eine Weile dauern bis sie wieder zusammenwächst. Zum Glück ist nicht der Knochen getroffen. Astrid hat, zurecht, ganz schön geschimpft mit mir.

Mehr Sorgen macht mir aber, und auch den anderen mit frontangetriebenen Fahrzeugen, wie wir übermorgen wieder den Berg hinauf kommen sollen. Zum Glück haben wir ein paar Allradfahrzeuge dabei. Da werde ich morgen schon mal die Abschlepp-Öse anschrauben.

Mosambik, und wie weiter?

29.05. Mosambik, und wie weiter?

Der Ruhetag gestern hat uns gut getan. Astrid ist ein wenig am Strand spazieren gegangen und ich habe mich um das Womo gekümmert. Ein paar Befestigungsarbeiten sind notwendig geworden, nach den zahlreichen Kilometern auf unbefestigten Straßen. Der Kühlschrankblock mit dem Backofen darüber hat sich aus den Verankerungen gelöst. Bei dieser Gelegenheit kann man dann feststellen, dass die Verarbeitung unseres Womo’s für solche Unternehmungen wie unsere Afrikatour nicht ausgelegt ist. Die Schrauben, die den Block halten sind eher Zierde, als dass sie wirklich eine Funktion erfüllen. Zum Glück haben wir Mitreisende wie Rolf, die dann mit passenden Schrauben aushelfen können.

Die Sorge, ob wir morgen tatsächlich alle den Platz wieder verlassen können und den Berg bei der Ausfahrt bewältigen, treibt uns ganz schön um. Ein Trupp macht sich daran, die schlimmsten Stellen mit Erdreich aufzufüllen und zu planieren. Ein Mitarbeiter des Platzes bringt das erforderliche Füllmaterial mit der Schubkarre. Er versteht allerdings nicht welche Absicht wir verfolgen und macht die tiefen Rinnen die dem Wasserabfluss dienen, aber uns hinderlich sind, immer wieder frei.

Am Womo bringe ich vorsorglich schon mal die Abschleppöse an und mache mich mit dem Bergegurt vertraut für den Fall, dass ich den Berg nicht mit eigener Kraft bewältigen kann. Das Problem ist, dass wir zwar Übergewicht haben, aber die meiste Last auf der Hinterachse liegt und die Vorderräder am Berg dann leicht durchdrehen. (an der Aussage zu dem Übergewicht bestehen mittlerweile Zweifel, Heinz aus der Schweiz hatte an der Waage beobachtet, dass einfach die Achslasten der Vorder- und Hinterachse addiert wurden, dies führt natürlich zu einem falschen Ergebnis)

Astrid versorgt dann nochmal meinen verletzten Daumen bevor die Teambesprechung ansteht.

Renate macht es spannend und eine Mitteilung mit der wir nicht gerechnet haben. Unser Mosambik-Abenteuer soll ein vorzeitiges Ende finden. Es geht nicht mehr weiter und wir müssen zurück nach Südafrika. Der Grund sind Spannungen im Norden Mosambiks zwischen Frelimo, der Regierungspartei, und Renamo, einer Oppositionspartei, die früher eher eine terroristische Organisation war, die zu Zeiten des kalten Krieges vom Westen unterstützt wurde. Bereits 2014 gab es solche Spannungen, die auch bewaffnete Auseinandersetzungen nicht ausschließen. Derzeit werde zwar verhandelt, so die Auskunft der Botschaft, aber eine Einigung fraglich. Deshalb könne eine Weiterfahrt nur im Konvoi mit militärischer Begleitung erfolgen. Dieses Risiko kann niemand tragen, deshalb werden wir Mosambik Richtung Südafrika verlassen um dann über Botswana und Sambia nach Malawi zu reisen und dort dann die ursprüngliche Route wieder aufnehmen.

Mit gemischten Gefühlen über die morgige Abfahrt und die Reiseplanänderung geht der Tag zu Ende.

In der Nacht werden wir häufiger wach. Es schüttet wie aus Eimern und lässt Schlimmes erahnen.

Bereits um sechs stehen wir auf. Gerade hat es aufgehört zu regnen. Frühstück fällt aus, ein Espresso muss reichen. Von unserem Stellplatz auf dem Rasen komme ich unerwartet gut herunter. Dann heißt es anstehen am Berg. Ursprünglich wollte ich zunächst einen eigenen Versuch starten die Bergausfahrt zu überwinden. Aber angesichts der Regenfälle ist das keine Option. Wilfried steht mit seinem Allradfahrzeug bereit um uns drei Frontantriebler nacheinander an den Haken zu nehmen. Klaus ist der Erste. Wilfried zieht mit Schwung an, Klaus setzt hinten mehrfach auf und durch das Einfedern geht der Gripp verloren. Die Räder drehen durch und sie müssen rückwärts wieder runter. Mit gedrosselter Geschwindigkeit funktioniert es dann. Nach diesen ersten gemischten Erfahrungen bin ich dran. Entgegen der Befürchtungen kommen wir ziemlich glatt und gut bis nach oben. Alles gut gegangen. Keine Schäden. Auch der Rest der Truppe kommt gut oben an und die 12 km Sandpiste bis zur Straße stellen dann auch kein großes Problem mehr dar.

Die letzten beiden Etappen bis hier her, nehmen wir dann heute in einem Stück retour unter die Räder um für die neue Route nicht zuviel Zeit zu verlieren. Schade, denn wir hätten gern die Gelegenheit genutzt um den ins Wasser gefallenen Ausflug nach Inhambane von Maxixe aus nachzuholen.

Ein paar Süßigkeiten für die Kinder
Ein paar Süßigkeiten für die Kinder

Gegen 10 Uhr holen wir am Straßenrand unser ausgefallenes Frühstück nach und sind unvermittelt wieder Letzte der Truppe. Wenig später in Maxixe wollen wir wenigstens noch ein Foto von der Seebrücke machen, wo die Boote nach Inhambane ablegen. Renates Auto steht auch hier vor einer Snackbar.k-20160529_111304

Als wir weiter wollen klopft es am Auto. Wir vermuten Kinder oder Jugendliche und wollen weg. Abgehetzt taucht Renate vor meinem Fenster auf und bedeutet uns zu stoppen. Jamal will noch auf die Halbinsel und wir wollten doch auch dahin, meint sie. Wir greifen dankbar die Idee auf und nehmen gemeinsam ein Boot nach Inhambane.

Inhambane ist ein beschauliches Städtchen, obwohl es Provinzhauptstadt ist. Es gehört zu den Highlights von Mosambik, neben den Traumstränden. Ein arabischer Einschlag ist nicht zu übersehen. Schon im 11. Jh. war hier eine arabische Handelsstation. Von hier aus florierte der Elfenbein- und der Sklavenhandel. Es gibt eine Moschee und eine Kirche und einen alten Bahnhof.

Etwa 45 weitere Fahrgäste sind mit uns an Bord des kleinen Bootes, dessen Heck kaum noch aus dem Wasser ragt. Einen Fahrplan gibt es nicht. Es wird gestartet wenn das Boot voll ist. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Etwas unschlüssig, welche Richtung wir an Land einschlagen wollen, bietet sich ein Tuk-Tuk an. Jamal einigt sich mit dem Fahrer auf eine halbstündige Stadtrundfahrt zum Preis von 300 MT.k-IMG_20160529_113059k-IMG_20160529_113531

In den Straßen ist nicht viel los. Sonntag eben. Wir spüren es auch an der Kleidung der Mosambikaner. Wir haben den Eindruck, die Frauen sind noch farbenfroher gekleidet als sonst und manche sind mit Highheels und Hut besonders elegant unterwegs. Viele Männer tragen schneeweiße Hemden.

Unser Fahrer zeigt uns die interessantesten Plätze, legt nach Aufforderung jedesmal einen Fotostopp ein und wir genießen die Fahrt. Auf einem Hinterhof der mit Maschinen vollgestellt ist präsentiert er uns eine Statue von Vasco da Gama. Warum dieser gerade hier steht kann er uns aber auch nicht sagen. Bei einem weiteren Stopp probieren wir das Wasser und das Mark einer Kokosnuss. Es sind junge Nüsse und das Mark ist noch weich. Mit einem aus der Schale geschnitzten Löffel lässt es sich leicht auskratzen.

Nach Abschluss der mehr als halbstündigen Tour gibt Astrid dem Fahrer dann doch die ursprünglich geforderten 500 MT. Er freut sich und bedankt sich sehr herzlich.

Die Rückfahrt verläuft problemlos, wir nehmen noch gemeinsam einen Kaffee bei Julio in der Snackbar, der ganz gut deutsch spricht. Er war acht Jahre in Leipzig, bei Honecker, wie er sagt. Wir müssen uns jetzt sputen. Noch rund 300 km liegen vor uns. Ohne Pause ziehen wir durch und können es trotzdem nicht vermeiden in die Dunkelheit zu fahren. An der Brücke hinter Xai-Xai müssen wir noch Maut bezahlen. Astrids Versuch, mit 20 MT wegzukommen scheitert, die Beamtin lacht sich fast kaputt darüber wie sie feilschen will. Mit 40 MT sind wir dann drüber.

Die Sonne ist untergegangen und es ist schlagartig dunkel. Das ihre Autos eigentlich auch Beleuchtung haben, scheinen die Einheimischen nicht zu wissen, denn fast alle fahren ohne Licht. Ziemlich gefährlich bei der hiesigen Fahrweise und den Straßenverhältnissen.

Mit etwas Mühe finden wir zum Glück etwa 20 km weiter auch noch die unbeleuchtete Einfahrt zum Camp.

Ein ziemlich bewegter Tag geht zu Ende.

Und Internet habe ich auch nicht. Obwohl ich von den gebuchten 2 GB erst etwa 260 MB verbraucht habe, komme ich seit gestern Nachmittag nicht mehr ins Netz. Ist jetzt auch gleichgültig, schließlich sind wir morgen wieder in Südafrika.

zurück nach Südafrika

30.05.2016    wieder in Südafrika

Zum heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten. Wir fahren zurück nach Südafrika nach Malelane, dem Ort an dem wir den Krüger-NP verlassen hatten. Die Fahrt verläuft problemlos, bis wir der Straßenbezeichnung und nicht dem Navi folgen. Ressano Garcia heißt der Grenzübergang in Mosambik und wir folgen der angegebenen Route. Alles gut soweit, bis wir an eine nicht fertig gestellte Brücke kommen und die Straße verlassen müssen. Auf losem Sand geht es durch Siedlungsgelände wo wir nicht wissen wo es wirklich lang geht. Mehrfach fragen wir nach. Ich habe Bedenken ob wir hier durch kommen. Nur nicht anhalten. Aber alles geht gut. Nur am Schluss einer weiteren solchen Strecke kommen wir zum Halten. Klaus hat es zu optimistisch genommen und den direkten Weg auf die Straße gewählt. Der Absatz zum Straßenbelag ist zu hoch und er hat Angst hier umzukippen. Dieses Risiko sehe ich zwar nicht, da bei den Womo’s der Schwerpunkt relativ tief liegt, aber es sieht schon bedrohlich aus. Aber auch hier ist alles gut und die Fahrt kann weiter gehen.

Die Grenzabfertigung zwischen Mosambik und Südafrika verläuft routiniert. Wir werden zu echten Profis. In Malelane tanken wir noch auf und steuern dann unseren heutigen Stellplatz den Golfclub Malelane an.

Morgen liegen 365 km vor uns, die vorerst letzte Etappe in Südafrika, bevor wir in Botswana einreisen. Dort und anschließend in Sambia halten wir uns nur zwei bis drei Tage jeweils auf. Zu kurz um extra Internetguthaben zu erwerben.  Also Pause in der Berichterstattung bis wir in Malawi sind, vorausgesetzt dort gibt es Internet.

Zwischenruf

30.5.

Nun muß ich doch auch mal wieder meinen Kommentar abgeben.
War das eine Aufregung in den letzten Tagen. Alles war so friedlich am karibischen Strand. Na gut, als wir die Strecke bis dahin ( 12 km rote Sandpiste mit etlichen Löchern und Dellen ) gefahren waren, hatte mir Egon schon ein bißchen Angst gemacht als er sagte, hoffentlich müssen wir nicht bei Regen hier wieder lang 😯
Aber erst einmal kam ja abends unser Meeting wo uns unsere Reiseleiterin erklärte, dass sie für uns keine guten Nachrichten hätte. 😦
Entweder weiter mit Militärbegleitung und Hubschrauber oder aber wir verlassen Mosambik und versuchen unser Glück woanders. Da wurde uns doch ganz mulmig, zumal sie noch sagte, dass eine Militärbegleitung nicht immer das Beste sei, da wird man schnell mal zur Zielscheibe 😨
Alle waren wir uns einig, dass wir umkehren, keiner wollte das Risiko eingehen durchlöchert zu werden .
Als dann noch in der Nacht der Regen einsetzte und die Angst dazu kam, nicht mehr den steilen Berg rauf zu kommen, war die Nacht gelaufen 😩
Es hieß, dass wir um 7.00 Uhr losfahren, aber dann kam alles anders.
Wir drei mit dem Vorderradantrieb sollten doch die Ersten sein. War das alles eine Aufregung, bei den Männern wusste es jeder besser wie man da rauf kommt und wir Frauen waren ganz durcheinander. Wie Egon es schon schrieb, bloß gut das wir nicht die Ersten waren. Das krachte und die Räder drehten durch und die Fahrzeuge mussten wieder rückwärts runter 😨
Aber der zweite Anlauf ging super , Egon kam ohne Schaden rauf und so dauerte es eine ganze Weile, bis alle Fahrzeuge oben waren.
Im Konvoi ging es dann die 12 km lange Sandpiste zurück zur Straße. Ohne stecken zu bleiben 😊
So nach und nach haben wir uns dann wieder getrennt und jeder hatte so seine Erlebnisse.
Wir mit dem Boot, aber das hat Egon ja schon geschrieben.
Eins muss ich aber euch noch zu Mosambik erzählen was mir so aufgefallen war. Das zum Beispiel das Essen aus dem Kofferraum ausgeteilt wird ( daher Essen auf Rädern 😉) Da stehen einfach Töpfe drin mit fertigem Essen !!
Oder, dass die Menschen auch hier in einer Schlange anstehen, so wie wir früher, ohne vielleicht zu wissen was es vorne gibt !!
Die Kinder ihren Schulunterricht im Freien unter einem Baum erhalten oder in dem Klassenraum auf der Erde.
Frauen tragen meistens bunte Tücher um ihre Hüften und sind im Gegensatz zu Südafrika schlank und rank und oft auch sehr hübsch ☺
Auch haben wir uns gefragt, woher haben die Leute eigentlich die vielen Fahrräder, oft sogar Mountainbikes.
Von uns zwei Warndreiecke verlangen, aber selber bei Unfällen einfach nur Grünzeug auf die Straße legen, das geht natürlich auch 😉
Was sie in den meisten Fällen nicht so gerne sahen war, sie zu fotografieren. Ich denke, dass ihnen die Armut peinlich war.
Auf jeden Fall waren sie alle sehr nett und freundlich, keine schlechten Erfahrungen, sogar einige Adressen bekamen wir, also rund um kann man Mosambik empfehlen, es ist kein ausgesprochenes Reiseland, aber um Afrika kennen zu lernen eine gute Erfahrung👍😊

5 Länder in 7 Tagen

01.06.2016 bis 07.06. 5 Länder in 7 Tagen

Nachdem wir am 01.06. Südafrika verlassen haben, sind 7 Tage vergangen und wir haben Botswana, Zimbabwe, und Sambia passiert und sind nun in Malawi am Rande der Hauptstadt Lilongwe angekommen; fahren morgen nach Sengha Bay am Malawi-See und nehmen dort unsere alte Route wieder auf. In Sengha Bay wären wir nach alter Planung am 04.06. angekommen und hätten bereits 2 Stationen in Malawi hinter uns. Wie bekannt hatten uns aber die Vorkommnisse in Mosambik zur Kursänderung gezwungen. Dieses Manöver hat uns etwa 2.300 Mehrkilometer eingebracht und eine zügige Durchfahrt durch Botswana, Zimbabwe und Sambia. Grund für diese Hatz sind die gebuchten Termine in den folgenden Ländern, so die Tour in die Serengeti und auch der Aufenthalt auf Sansibar. Wir werden aber nichts versäumen, denn auf dem Rückweg von Tansania werden wir erneut durch Sambia, Zimbabwe und Botswana kommen und dann mehr Zeit haben.

Deshalb hier nur ein zusammengefasster Kurzbericht, ein paar Bilder und eine Entschuldigung für das lange Warten auf Neuigkeiten. Es hatte einfach keinen Sinn gemacht, jetzt in den durchquerten Ländern SIM-Karten mit Datenvolumen zu erwerben, und WLAN ist hier eher schwach vertreten oder gar nicht zu finden. Datenvolumen verfällt meist nach 30 Tagen. Und da wir fast einen Monat in Tansania sein werden, wäre alles weg gewesen.

200 km sind es bis zur Grenze nach Botswana. Wir fahren wieder einmal nicht nach Roadbook, sondern nach Navi. Wir kommen dadurch schneller aus Polokwane raus und sind gleich auf der Straße die uns bis zur N11 führt, die wir heute weiter in nördliche Richtung bis Grobler’s Bridge, dem Grenzübergang nach Botswana, befahren.k-s2680001

Viel Betrieb an der Grenze, die eher ein Nadelöhr ist, denn zwischen Südafrika und Botswana und den dazugehörigen Grenzabfertigungsstellen existiert nur eine sehr schmale einspurige Brücke über die der gesamte Verkehr läuft. Auf beiden Seiten warten deshalb viele LKW darauf weiter zu kommen. Wir schieben uns an diesen vorbei und kommen einigermaßen problemlos durch. Auch die Grenzabfertigung wird langsam zur Routine, obwohl es immer wieder mal wechselnde Verfahren gibt. Hier müssen wir z.B. noch eine Versicherung und Straßenbenutzungsgebühren für Botswana bezahlen. Und auch die Einfuhrbestimmungen sind andere.

Die Beamten, insbesondere die Beamtinnen an den Schaltern, sind wie immer gelangweilt, maulfaul und meist müde, aber die draußen sind meist freundlich und helfen.

An der nächsten Tankstelle wechseln wir noch Euro in botswanische Pula.

Auf der A1 kommen wir gut voran, machen in Palapye Halt zum Essen und Einkaufen und sind erstaunt über das gut sortierte Angebot im Supermarkt und die Anzahl der Tankstellen hier und im weiteren Verlauf. In Francistown befahren wir eine neue gut ausgebaute und mit Beleuchtung versehene Autobahn und kommen uns wie Geisterfahrer vor. Von den jeweils zwei Fahrspuren ist nur eine Richtung freigegeben und die befahren wir im Gegenverkehr ohne jegliche Markierung. Aber wir kommen gut an auf unserem Camp auf dem Gelände des „Marang Hotel & Casino“. Der Platz ist gut besucht und auch viele Südafrikaner machen hier Urlaub.

Der nächste Tag führte uns dann in den Norden Botswanas nach Nata in die schöne Nata-Lodge in der wir eigentlich zwei Tage stehen bleiben wollten. Aber Einige meinten hier sei doch nichts los (woher sie diese Weisheit hatten bleibt ihr Geheimnis), warum können wir dann nicht am folgenden Tag in Viktoria Falls zwei Tage bleiben. Also wurde der Plan geändert. Angekommen in Nata, waren die Meisten dann doch nicht davon begeistert, denn die Nata-Lodge war wirklich schön und mit allem ausgestattet, Pool, Restaurant und Shop inbegriffen. Die Strecke hierher führte durch endloses Buschland aber auf relativ guter Straße.

k-S2690004k-20160602_170333k-20160602_142058

Am nächsten Tag eine Strecke von 380 km und der nächste Grenzübergang. Es ging nach Simbabwe. Unterwegs immer wieder Schilder mit denen an der Straße vor Elefanten gewarnt wird. Wir halten Ausschau aber entdecken, im Unterschied zu anderen Fahrzeugbesatzungen, keine, jedenfalls keine Lebenden. Einen jungen toten Elefanten sehen wir am Straßenrand und ein Auto, was wohl an dem Zusammenstoß am frühen Morgen beteiligt war. Wir hätten nicht in dem Auto sitzen wollen und sind jetzt noch aufmerksamer. Am Elefanten hatten sich inzwischen viele Leute zu schaffen gemacht und ihn zerlegt.k-S2700001k-S2700002

Die Grenzübergänge werden zwar langsam zur Routine, aber man muss immer wieder mit Überraschungen rechnen. Insbesondere was den Einfallsreichtum angeht, wofür alles Gebühren erhoben werden können. Da wird eine Versicherung fällig, obwohl wir eine haben die Simbabwe einschließt; da werden Gelder pro Person und für das Fahrzeug fällig und dann auch noch Umweltabgabe, Straßenbenutzungsgebühr und die angrenzende Kommune erhebt eine Extragebühr gleich auch noch an der Grenze. Aber meckern bringt nichts, wir wollen schließlich weiter. Nachdem auch der Gatepass abgestempelt und wir uns mit den Fahrzeugdaten in eine Art Gästebuch eingetragen haben, nehmen wir die letzten 70 km für heute bis Victoria Falls, einer quirligen Stadt mit vielen Touristen, die alle wegen der berühmten Victoria-Fälle hierherkommen, unter die Räder. Der Missionar und Entdecker David Livingston hatte 1855 als erster Weißer die „Mosi-o-Tunya“, die donnernde Gischt des Sambesi gesehen, der hier in einer Breite von eineinhalb Kilometern und einer Höhe von 100 Metern hinabstürzt und dabei 500 000 Kubikmeter Wasser in der Minute befördert.

Bereits bei der Anfahrt zum Camp ist die Gischt zu sehen. Näher werden wir uns die Fälle bei der Rückfahrt betrachten. Am Abend gibt es noch ein spontanes Kulturprogramm auf dem Platz und Astrid mischt nach Aufforderung wieder mit.k-20160603_181021k-20160603_182446

Eigentlich wollte ich hier in das Internet über das WLAN am Platz und habe dafür ausreichend Datenvolumen erworben. Leider gibt das Netz nicht viel her. Ich wollte an der Rezeption, in der Hoffnung die Verbindung sei hier am stabilsten, 17 MB aus dem Internet laden um die fehlende Simbabwe-Karte auf dem Tablet zu installieren, aber selbst dieser Vorgang brach ab. Der zweite Aufenthaltstag hier wird dann auch gestrichen, wegen der fehlenden Möglichkeit, spätere Aktivitäten zeitlich umzubuchen.

Was hier und später in Sambia besonders auffällt, später auch in Malawi, sind die vielen Polizeikontrollen meist vor oder hinter Ortschaften. Was da kontrolliert wird, ist schwer nachzuvollziehen und unterscheidet sich auch von Kontrolle zu Kontrolle. Angekündigt werden sie meist mit einem Hütchen auf dem Mittelstreifen und wenn man sich der Kontrolle nähert, stehen dann an beiden Fahrbahnrändern und in der Mitte alte Fässer an denen Police-Control steht. Meist werden wir nur gefragt wo wir her kommen und hin wollen. Wir antworten mit einem Lächeln, wünschen einen schönen Tag und durften bislang unbehelligt weiter fahren.

Weiter geht es nach Sambia.

Von Botswana wäre auch ein direkter Übergang nach Sambia möglich gewesen, hier am Vierländereck mit Namibia, Sambia und Simbabwe. Aber der Übergang nach Sambia ist hier nur mittels Fähre über den Sambesi möglich und die Fähre hat ein sehr begrenztes Fassungsvermögen, sodass der Transport unserer Gruppe den gesamten Tag oder mehr in Anspruch genommen hätte, zumal der LKW-Stau vor der Grenze enorm ist. Fast wären wir darin gelandet, denn obwohl unser Navi uns aufgefordert hatte rechts abzubiegen nach Simbabwe, folgten wir Erhard, einem Mitfahrer, der weiter geradeaus fuhr und nach wenigen hundert Metern vor der sambesischen Grenze stand. Astrid war schon mit allen Papieren unterwegs, ehe ich im Gespräch mit Einheimischen erfuhr, dass dies nicht unser Grenzübergang ist. Ich rief sie zurück, wir wendeten und waren nach wenigen Kilometern an der richtigen, der simbabwischen Grenze.

310 km haben wir nach Monze zurückzulegen. Über Livingston auf der sambesischen Seite der Viktoria Fälle, die wir von der Grenzbrücke vor lauter Gischt nicht sehen, geht es nach Norden.

Es gibt hier in diesen Ländern nur wenige ausgebaute und für uns passierbare Straßen. Und an diesen Straßen und deren näherer Umgebung spielt sich das Leben ab. Hinter wenigen Büschen und Bäumen am Straßenrand stehen die Hütten und Häuser und die Straßen sind auch der Weg der vielen Schulkinder und der zahllosen Radfahrer, die meist Waren, überwiegend Brennmaterialien, zum nächsten Markt in die nächste Stadt transportieren, und der Weg zum Nachbarn und Handelsplatz.

Von Monze ging es am folgenden Tag weit in den Osten Richtung Malawi über 415 km.

Wir passieren die Hauptstadt Lusaka mit ihren 1,5 Mio Einwohnern von insgesamt 15 Mio in ganz Sambia, bei einer Fläche doppelt so groß wie Deutschland.

In Lusaka herrscht Markttreiben vor der großen Mall.

Weiter auf der „Great East Road“, der T4, geht es über Chongwe nach Luangwa. Hier erreichen wir am Luangwa-Fluss, der hier auch die Grenze zu Mosambik bildet, das „Bridge Camp“ was von einem Holländer geführt wird. Ein schöner Platz mit fantastischer Aussicht auf den Fluss, am Berg gelegen, aber eigentlich nicht für 13 Wohnmobile ausgelegt. Wir stehen Tür an Tür, aber kommen alle unter.

Die Toiletten und die Duschen sind ungewöhnlich.k-20160605_163811k-20160605_163801

Im Restaurant wird uns am Abend gutes Essen, allerdings zu nicht erwarteten vergleichsweise hohen Preisen, serviert.

Weiter geht die Reise nach Chipata, 20 km vor der Grenze nach Malawi, immer noch auf der „Great East Road“. Eine der besten Landstraßen die wir hier heute vorfinden. Kurz nach dem Camp halten wir noch einmal an, weil ich vergessen hatte die Frontscheibe zu reinigen und werden sofort von einer Schar Kinder umzingelt. Als ich fertig bin, lasse ich mir von Astrid eine Tüte mit Süßigkeiten geben. War ein Fehler. Sie wird mir aus der Hand gerissen, das Stärkste der Kinder setzt sich durch und die meisten anderen gucken in die „Röhre“. Besonders die Kleinen.

Angekündigt war für die Strecke eine 20 km lange Baustelle. Wir hatten schon gehofft, sie sei beseitigt, aber kurz vor Ende der Etappe folgt die lange Umleitung parallel zur Straße auf rotem Sand, eine Gravel-Road mit Waschbrettcharakter. Wir bewegen uns mit nicht mehr als 20 km/h vorwärts. Uns schwant schon schlimmes für Namibia, wo über Hunderte von Kilometern solche Strecken anzutreffen sein sollen. Später belehren uns erfahrene Mitreisende, wir sollten mit 60 km/h über Gravel-Roads fahren, dann spüre man die Wellen nicht mehr. Aber das kostet Überwindung, wenn man bei wenig mehr als 20 km/h meint, das Auto fällt auseinander, so wird es durchgeschüttelt. Wir werden es testen müssen. In Katete tanken wir auf. Tanken ist ein Kapitel für sich. Wir versuchen immer bereits zu tanken, wenn der Tank noch halbvoll ist, denn man kann nie sicher sein wann die nächste Gelegenheit kommt. Entweder gibt es über mehrere Hundert Kilometer keine Möglichkeit, oder der Diesel ist nicht vorrätig oder, die Tankstelle hat gerade keinen Strom und funktioniert deshalb nicht. In Katete suchen wir noch die Missionsstation mit angeschlossenem Freilichtmuseum. Nach mehrfacher Nachfrage finden wir es auch, aber es bleibt für uns unerreichbar. Zwischen Straße und Museum liegt ein tiefer Graben und wir kommen mit dem Fahrzeug nicht hinüber.

Wir erreichen Chipata, die Provinzhauptstadt, ehemals die Hauptstadt Nord-Rhodesiens.

Mama Rula“ heißt unser Camp unweit des Zentrums.k-20160606_154201k-20160606_141039

Heute nun ging es nach Malawi. Nur 22 km trennen uns von der Grenze und nach der Grenze 100 km bis zur „Barefoot Lodge“ unserem heutigen Übernachtungsplatz. Weil Renate uns noch eine Versicherung für die restlichen Länder besorgen will, treffen wir uns erst um 11 Uhr am Grenzübergang. Die Grenzabfertigung läuft heute fast im Selbstlauf ab. Sehr zügige Abfertigung. Wir fahren zunächst am Abzweig zum Camp vorbei bis nach Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Wir wollen noch eine SIM-Karte besorgen im Einkaufszentrum, werden aber nicht fündig. Später erfahren wir, die Tankstelle sei der richtige Ort dafür gewesen. Also morgen ein neuer Anlauf und dann hoffentlich Internet um den Daheimgebliebenen endlich ein Lebenszeichen zu senden.

Ausführlicher werden wir die wesentlichen Stationen der letzten Tage in Sambia, Simbabwe und Botswana beschreiben, wenn wir auf der Rückreise von Tansania wieder hier entlang kommen.