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Constanta

 17.09.

Wir haben den gestrigen Tag einfach so an uns vorbei gehen lassen. Mit Jamal habe ich Strandtennis gespielt und anschließend sind wir gemeinsam im Schwarzen Meer baden gegangen. Astrid hat sich nicht so gut gefühlt. Zahnschmerzen plagen sie. Vielleicht ist es auch ein nervlich bedingter Schmerz. Auf jeden Fall muss es untersucht werden und Renate, unsere Reiseleiterin, hat sich bereit erklärt, den Kontakt zu einem Zahnarzt in Nessebar herzustellen. Der Abend endet deshalb wenig aufregend.
Am Morgen gibt es zahnfreundliches Frühstück. Für unsere heutige Tour haben wir uns wieder ein paar Extras einfallen lassen. Zunächst besuchen wir noch die Altstadt von Constanta, was gar nicht so einfach ist. Es herrscht starker mehrspuriger Verkehr und wir sind ständig am Aufpassen, ob nicht wieder irgendwo ein Gullideckel etliche Zentimeter unter Straßenniveau liegt oder ganz fehlt. Viele Menschen stehen auch am Straßenrand und warten mitgenommen zu werden. Entweder von kleinen Bussen oder auch Privatfahrzeugen, die dann einfach mal so unvermittelt anhalten. Wir finden dank Navi die Altstadt und parken nahe dem Spielcasino, das auch schon bessere Tage hatte. So wie auf dem Titelbild des Stadtplanes sieht es jedenfalls nicht aus. Wir wollen ins Zentrum und finden nur aufgerissene Straßen. Die ganze Altstadt ist Baustelle und wir müssen über Gräben steigen und durch Bauschutt kraxeln. Wir finden dennoch einige Sehenswürdigkeiten, so den Ovid und auch eine große Moschee, deren Minarett wegen Bauarbeiten leider nicht zu besteigen ist.
Um auf kurzem Wege die Altstadt wieder verlassen zu können, regelt Astrid den Verkehr, damit ich rückwärts fahrend die Einbahnstraße verlassen kann.

 

 

Auf der E87 fahren wir Richtung Süden der rumänisch-bulgarischen Grenze zu und passieren Hinweise zu Orten wie Olymp, Neptun, Jupiter, Aurora, Venus und Saturn und durchqueren auch Orte mit den vielsagenden Namen 23.August und 2.Mai.

Der Grenzübergang gestaltet sich erneut problemlos. Ausweise und Fahrzeugpapiere werden verlangt. Bei Letzteren stutzt der Grenzer. Ich habe ihm die von meinem Smart gereicht. Eine Vignette ist auch noch vonnöten. Die ersten Lewa werden auch erworben und die restlichen Lei zurück getauscht.

 

über Varna zum Sonnenstrand

17.09. Ab Šabla begeben wir uns wieder auf Abwege und folgen nicht weiter der E87 sondern wenden uns der Küste zu. Wir entdecken den ältesten bulgarischen Leuchtturm an der Schwarzmeerküste von 1857 und eine malerische Bucht mit einem schönen neuen Restaurant. Hier ist ein Cappuccino fällig vor der wunderschönen Aussicht. Die Kalksteinklippen mit der ewigen Flamme für all jene die hier abgestürzt sind finden wir leider nicht. Es fehlt jeglicher Hinweis.

Wir nähern uns Varna und gehen auch hier auf Abwege. Wir verlassen Varna auf der Autobahn nach Westen statt nach Süden. Wir wollen uns in 18 km Entfernung noch den Steinernen Wald ansehen über dessen Entstehung unterschiedliche Theorien existieren. Es handelt sich um unregelmäßige Steinsäulen auf einer Fläche die sich in 800m Länge hinzieht. Gewiss ist, dass sie natürlichen Ursprungs sind.

Um zu unserem heutigen Ziel zu gelangen nehmen wir zunächst die 2 die parallel zur Autobahn Richtung Varna führt. Hier treffen wir zahlreiche junge Mädchen und Frauen, die an der Straße dem ältesten Gewerbe der Welt nach gehen. Das Geschäft muss sich aber wohl nur in der Hauptsaison lohnen. Viel „Verkehr“ ist hier nicht. Wir streifen Varna an der südwestlichen Seite und sind schockiert. Im Unterschied zu den modernen Bauten im Zentrum finden wir hier übelste Behausungen, die uns an die Townships in Südafrika erinnern. Es wird schon dunkel als wir als Letzte am Platz ankommen. Astrid hat immer noch Zahnprobleme. Wir werden morgen einen Zahnarzt aufsuchen müssen. 18.09. Busausflug nach Nessebar. Mit unserer heutigen Stadtführerin hat unsere Reiseleiterin bereits den Zahnarztbesuch verabredet. Nach der Stadtführung ist der Besuch vorgesehen. Zunächst halten wir nach geruhsamer Fahrt, wir glauben der Fahrer ist noch nie Bus gefahren, an einem Aussichtspunkt an, von dem aus man einen Blick auf Nessebar, der historischen Stadt auf einer Halbinsel, werfen kann.

Die Halbinsel ist relativ übersichtlich. 300m lang und 150m breit, und eigentlich bestehend nur aus Kirchen, 44 gab es mal hier, und Restaurants. Und viele, viele Touristen. Im Juli und August wird man hier nicht treten können. Einige der Kirchen betrachten wir von außen, die Stefanskirche auch von innen. Dora unsere Führerin ist sehr sachkundig und erläutert jedes Detail.

Nach der Führung genießen die Anderen die persönliche Freiheit und die Gelegenheit zum Mittagessen, während wir uns mit Dora auf den Weg zum Zahnarzt machen. Sie hat einen Fahrer angeheuert der uns zur Klinik bringt. Bei der zweiten Zahnärztin kommt Astrid zum Zuge, die Erste arbeitet nicht mit der Krankenkasse zusammen, und wird behandelt. Es ist alles sehr ungewohnt primitiv, die Behandlung ohne Betäubung, kein Wasser zum spülen, aber hoffentlich erfolgreich. Der Bus holt uns nahe der Klinik ab. Am Abend folgen wir noch einer Einladung anlässlich eines 42. Hochzeitstages und Astrid isst auch schon wieder. Es besteht also Hoffnung, dass die Behandlung, wenn auch provisorisch, so erfolgreich war, dass wir unsere Tour bis in die Türkei fortsetzen können.