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Besuch bei den Himba

02.08.2016 Besuch bei den Himba

20 km in Richtung Outjo befindet sich das Otjikandero Himba Orphan Village. Ein Himba-Dorf in der Nähe des Filmhauses, das ehemals als Filmkulisse diente. Das Haus ist in einen Felsen gebaut und bietet heute die Möglichkeit hier zu übernachten.k-S3080013k-S3080017k-DSC00103k-DSC00102k-S3080122

k-S3080117k-S3080118Hier parken wir unsere Womo’s und werden zu einem Spaziergang zum Himba-Dorf abgeholt. Hier ist zwar kein traditionelles Siedlungsgebiet der Himba, aber es lässt sich von der Tradition und der Lebensweise ein Eindruck gewinnen.

Das heilige Feuer. Es ^darf nicht ausgehen und zeigt mit der Spitze immer zum Gral.
Das heilige Feuer. Es darf nicht ausgehen und zeigt mit der Spitze immer zum Gral.
Männer waschen sich mit Wasser. Frauen duschen nur mit Rauch.
Männer waschen sich mit Wasser. Frauen duschen nur mit Rauch.

Die Himba siedeln eigentlich weiter nördlich im Kaokoveld und im Süden Angolas. Etwa 7.000 Himba gibt es noch in Namibia. Sie sind Halbnomaden, aber ihre ursprüngliche Lebensweise ist in reiner Form kaum noch anzutreffen.

Typisch für die Frauen ist die rote Farbe der Haut. Sie stammt aus einem Gemisch aus Butter, zerstoßenen Kräutern und dem Pulver eisenhaltiger Gesteine. Männer fetten sich schwarz ein. Der Sinn besteht darin, den Feuchtigkeitsverlust der Haut zu mindern, aber auch als Schutz vor Kälte. Ein weiteres Kennzeichen ist das Ausschlagen der vier unteren Schneidezähne im jugendlichen Alter.

Die Rinde hilft gegen Kopfschmerzen
Die Rinde hilft gegen Kopfschmerzen

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Nach dem Besuch des Dorfes fahren wir in Richtung Otjiwarongo und biegen dort in Richtung Omaruru ab. Nach 10 km soll eigentlich die Einfahrt zur Farm kommen, die wir als Ausweichquartier zum eigentlichen Zielort Khorixas anfahren. Mit Ausnahme der zwei offroadtauglichen Fahrzeuge. Es gibt dort bei Khorixas zwar Sehenswürdigkeiten, aber der Rest der Gruppe, so auch wir, haben Zweifel, ob wir diese mit unseren Fahrzeugen erreichen können. Deshalb die Farm, die wir nach mehreren erfolglosen Versuchen (keine Beschriftung und unzutreffende km-Angaben) dann auch finden.

Omaruru, Wein und Spitzkoppe

03. und 04.08.2016 Omaruru, Wein und Spitzkoppe

k-S3090003Wir haben auf dem Farmgelände gut geschlafen und lassen uns jetzt Zeit bevor wir die nur 125 km bis Omaruru über Kalkfeld angehen. In Omaruru wollen wir noch eine Kaffee trinken aber leider ist das Kaffee neben dem schönen Wronski-Haus erst ab 17 Uhr geöffnet.k-20160803_110841 Durch das trockene Flussbett des Omaruru-Flusses, erreichen wir über eine kurze Gravelroad die Kristall-Weinkellerei, wo noch eine Führung stattfinden wird.

Seit Mitte der 90-iger Jahre wird hier in bescheidenem Umfang Wein angebaut, vorwiegend der weiße Colombard und der rote Ruby Cabernet. Beides trockene Weine, die aber nicht sehr lagerfähig sind. Leider herrscht Wasserknappheit und die Erträge des letzten Jahres sind eher bescheiden ausgefallen. Geerntet wird der Wein, der ohne Chemieeinsatz auskommt im Februar und März.k-20160803_165336Auf einem Nachbarfeld werden Kaktusfeigen angebaut, aus denen ein Branntwein hergestellt wird. Wegen der Verbreitung einer Wolllaus ist hier allerdings eine chemische Bekämpfung dieses Schädlings nötig.k-20160803_165450k-20160803_170103 Auch ein namibischer Grappa wird gebrannt, der wegen Markenschutz hier Nappa heißt.k-20160803_170446 Dies und mehr erfahren wir bei der Führung, nachdem wir uns zuvor im Garten des im kappholländischen Stil gebauten Hauses mit Kaffee und leckerem Kuchen gestärkt hatten.k-20160803_170531

Im Anschluss findet eine Verkostung der Weine statt. Der rote findet nicht unsere ungeteilte Begeisterung.

Am Abend gibt es erstmals ein kaltes Abendbrot. Sehr leckere Wurst, guter Schinken u.a. aus Kudu-Fleisch und schmackhafter Käse. Danach werden dann die härteren Sachen verkostet.

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Hof der Kellerei machen wir uns auf den Weg um uns hier noch etwas umzusehen, denn auch Omaruru hat in der namibischen Geschichte eine gewisse Rolle gespielt. Auch hier erhoben sich im Januar 1904 die Herero, denn die unter dem Kommando von einem Hauptmann Franke stehende Garnision war schwach besetzt. Dem Hauptmann ist ein 1908 erbauter Turm gewidmet, der leider verschlossen ist. k-20160804_085735k-20160804_085822k-20160804_085922Daneben befindet sich ein historisches Schlachtfeld, dass als solches aber nicht mehr zu erkennen ist.k-20160804_085956

Der nächste Besuch gilt der Holzschnitzerei Tikoloshe, in der aus Wurzelholz des Mopane-Baumes einzigartige Kunstwerke, besonders in Tiergestalt geschnitzt werden, die auch in Windhoek zu erhalten sind.

Ein kurzer Besuch im Baumarkt, ich brauche noch ein paar Schrauben, schließt die Runde durch den Ort ab und wir fahren Richtung Karibib auf der C33. Hier kommen wir dann wieder auf die B2 und damit wieder den Trans-Klahari-Highway.k-S3100001

In Usakos müssen wir dann runter von der Straße, ein LKW hat sich quergestellt, aber wir finden trotzdem den Bahnhof und die hier abgestellte alte Schmalspurlok.k-S3100002

22 km nach Usakos zweigen wir dann auf die Gravelroadstrecke Richtung Spitzkoppe ab. Wir sind optimistisch und erinnern uns an die Aussage von gestern, keine der künftigen Gravelroadstrecken sei so schlecht wie die im Etosha-NP. Am Ende der Strecke wissen wir es leider besser. Ich hatte zwar kurzzeitig versucht auf ein Tempo von ca. 60 km/h zu kommen, aber es war nicht durchzuhalten. Wir und unser Womo wurden wieder einmal kräftig durchgeschüttelt.

Der wunderschöne Naturplatz inmitten der Felsformationen der Spitzkoppe entschädigte und wir trauten uns sogar einige der Felsen zu besteigen. Besonders fotogen ist die Felsenbrücke. Die große Spitzkoppe, 1.728m hoch und 1949 erstmals bestiegen, wird auch das Matterhorn Namibias genannt.