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zum Waterberg

24.07.2016 von Windhoek nach Waterberg, ein Ort deutscher Geschichte

k-S3040002Die Gasflaschen sind voll und wir sind für die weitere Tour gerüstet. Nur meinen Adapter zur Füllung der Flasche habe ich immer noch nicht zurück, wie auch die zugesagte Entsorgung der Womo-Toiletten am Morgen nicht funktioniert hat. Auch jetzt ist der Adapter nicht aufzutreiben. Er befände sich im Auto, mit dem die Flaschen zum betanken gebracht wurden und dieses Auto sei jetzt auf dem Flughafen. Aber Renate sichert zu, dass sie den Adapter am Montag mitbringen wird. Sie bleibt noch in Windhoek zu einem Werkstattbesuch. Als Letzte, wie sonst, verlassen wir den Platz, denn wir wollen noch einmal in das Craft-Center um uns etwas umzusehen und zum Frühstück. Das Center öffnet erst um neun Uhr.

Auf dem Weg dahin wird noch getankt und Geld am Automaten gezogen. Astrid’s VISA-Card will er allerdings nicht. Aber mit beiden EC-Karten funktioniert es.

Gut gesättigt und mit ein paar Kleinigkeiten mehr im Womo verlassen wir gegen Mittag das Center und machen uns auf den Weg. Es ist Sonntag und die meisten Geschäfte haben geschlossen. Den SPAR in Windhoek, der heute geöffnet hat, suchen wir nicht auf, wir wollen in Okahandja einkaufen. Auch dort hat der SPAR heute auf, nur Alkohol gibt es am Sonntag nicht.

Quer durch Windhoek gelangen wir auf die B1 und sind damit wieder auf dem Trans-Kalahari-Highway. Endlose lange Straßen, aber gut ausgebaut. Nur die Abzweigungen unterwegs führen sofort auf Gravelroads, Schotterstraßen, die für uns weniger geeignet sind. Unterwegs immer wieder Hinweisschilder auf Warzenschweine, oder Motorola’s, wie sie auch genannt werden wegen ihres in die Höhe gestellten Schwanzes wenn sie auf der Flucht sind.

In Okohandja kaufen wir wie geplant ein und suchen anschließend die Rheinische Missionskirche, das älteste koloniale Gebäude Namibias, auf.

Rheinische Missionskirche
Rheinische Missionskirche

Okahandja war das bevorzugte Siedlungsgebiet der aus Betschuanaland, dem heutigen Botswana, eingewanderten Herero und Schauplatz zahlreicher blutiger Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Stämmen. Bedeutende Häuptlinge der Herero wurden hier geboren. Deshalb besuche ich auch noch einige Herero-Gräber, während Astrid im Womo auf mich wartet.

Kirche von Okahandja mit Hererogräbern:

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weitere Gräber im Gelände:

Die Maharero waren Häuptlinge der Herero.

Weiter geht es auf der B1 in Richtung Otjiwarongo und bevor wir den Ort erreichen, biegen wir nach rechts ab und sehen bereits in der Ferne das Waterberg-Plateau, ein Schauplatz deutscher Kolonialpolitik. Hier fand die entscheidende Schlacht zwischen der Deutschen Schutztruppe und den Hereros statt.k-S3040008Aber bevor wir das davor liegende Camp erreichen, sind 17 km Gravelroad zu überwinden. Keine leichte Aufgabe für unser Womo. Ich versuche zunächst mit hoher Geschwindigkeit die Querrillen zu überwinden, aber es schüttelt unbarmherzig. Also runter vom Gas. Aber beim abbremsen schüttelt es noch mehr, bis ich etwa auf 20 km/h angelangt bin. Jetzt ist es einigermaßen erträglich, aber trotzdem dem Womo nicht zuträglich. Wenn wir den Platz wieder verlassen, will ich es einmal mit weniger Luftdruck und weniger Luftfederung versuchen.k-20160724_164403

In der Nähe des Camps befindet sich der deutsche Soldatenfriedhof. Der Campingplatz ist großzügig angelegt aber teilweise sehr uneben. Wir brauchen etwas, bis wir den richtigen Platz für uns gefunden haben.

von Waterberg nach Tsumeb

26.07.2016 Besuch beim weltgrößten Meteoriten

Heute geht es über 270 km von Waterberg nach Tsumeb. Gestern hatte ich noch 0,5 bar von allen Reifen gelassen und die Zusatzluftfederung entlastet. Das macht sich bezahlt. Wir haben beide das Gefühl, dass wir etwas weicher über die 17 km Gravelroad kommen als gestern. Der Eindruck wird natürlich auch dadurch begünstigt, dass vor uns eine Art Schneepflug für Gravelroads unterwegs war, der die Strecke etwas begradigt hat.

k-S3050016Kurz vor dem Abzweig auf die Straße überholen wir ihn und haben immer noch ein gutes Gefühl was uns veranlasst, heute noch eine weitere Gravelroad in Angriff zu nehmen, die uns allerdings etwa 100 Mehrkilometer beschert. Aber erst zurück auf die B1 und dann nach Otjiwarongo.. Otjiwarongo hat etwa 22.000 Einwohner und liegt zwischen dem Otavi-Dreieck und Windhoek. Hier gibt es gutes Rinder- und Farmland. 1907 wurde der Ort an die Otavi-Eisenbahn angeschlossen die bis zur Küste nach Swakobmund führt. Dieser Sachverhalt ist auch der Grund für unseren Zwischenstopp. Auf dem Bahnhof steht noch eine Lok aus dieser Zeit. Eine originale Henschel-Lokomotive.

Wir folgen weiter der B1 und erreichen Otavi. Hier wollen wir eigentlich in dem 2006 restaurierten Bahnhof Kaffee trinken. Aber der Bahnhof ist bereits wieder verfallen und von Kaffee keine Spur. k-20160726_115401k-20160726_115408Ein weiteres Ziel, das Khorab Memorial, welches an die Kapitulation der deutschen Schutztruppen erinnert ist auch nicht zu finden. Keinerlei Ausschilderung. Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten, entweder direkt nach Tsumeb, unserem Tagesziel, oder einen Umweg über die B8 mit Besuch des weltgrößten Meteoriten, dem Hoba-Meteorit. Wir entscheiden uns für letzteres und damit für weitere 40 km Gravelroad. Wir folgen der B8 53 km und zweigen dann nach links auf die Gravelroad ab und sind begeistert. k-S3050007Ich beschleunige und finde schließlich bei 65 km/h im sechsten Gang die richtige Geschwindigkeit für diese Strecke und wir überwinden zügig die ersten 18 km, bevor eine Stichstraße direkt zum Meteoriten führt. Auf dem davor liegenden Picknickplatz stärkt sich gerade eine Gruppe Ausländer, vermutlich Spanier.k-S3050029 Am Eingang sind dann 70 N$ zu entrichten und schon führt ein schmaler Weg zum Ziel, dem Meteoriten. Endlich mal eine Sehenswürdigkeit die geschützt wird und auch gut vermarktet wird. War auch nötig, denn die Spuren am Meteoriten zeugen davon, dass hier wohl schon einige Besucher mit einer Eisensäge bewaffnet ein Stück mit nach Hause nehmen wollten. Der Meteorit, der den Namen Hoba nach der Farm trägt auf der er in den 1920-iger Jahren gefunden wurde, besteht zu 82,3% aus Eisen, 16,4% Nickel und 0,76% Kobalt. Berechnungen zufolge soll er vor ca. 80.000 Jahren hier auf die Erde gefallen sein. Er wiegt etwa 55 Tonnen und ist etwa 3m lang und 1m dick. Er ist freigelegt und um ihn herum eine Art Amphitheater angelegt worden.k-S3050034

Nach der Rückkehr sind die Spanier gerade beim Aufbruch. Gelegenheit für uns, endlich unseren Scottel einzuweihen. Die Montage erfolgt zügig und Astrid hat inzwischen den Speck und die Eier vorbereitet. Ein köstliches Mahl, zubereitet mit unserer neuen Errungenschaft.k-20160726_140145k-20160726_140156k-20160726_140806

Über eine andere Strecke, die am Ende nicht ganz so gut befahrbar ist, bewältigen wir erneut 18 km und gelangen nach weiteren 4 km auf geteerter Straße nach Grootfontein. Wir wollen eigentlich noch in das Museum im Fort, aber als wir nach Einkauf und Suche ankommen ist bereits zu, obwohl noch Öffnungszeit ist. Deshalb geht es direkt nach Tsumeb und wir kommen noch vor Sonnenuntergang an, der hier bereits gegen 17.30 Uhr vollzogen ist.