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Wir leben noch – und wie !

14.09.

Die faulen Tage in Istrien gehen heute zu Ende. Wir haben es genossen, den schönen Campingplatz, den schönen Platz in der ersten Reihe, den täglichen Blick auf die Adria, die Sonne und alles darum herum. Die Abwechslung besteht einzig darin, das der Tag durch die Mahlzeiten unterbrochen wird, der sonst darin besteht, die Fischerboote abends raus aufs Meer und morgens zurück kommen zu sehen, die kleinen und großen Boote zu beobachten die den ganzen Tag in der Bucht stehen und bis auf wenige Ausnahmen abends wieder zurück kehren und hin und wieder baden zu gehen. Schön war’s, aber irgendwann ist’s genug.

Gestern hatten wir noch ein Highlight. In Pula begann die jährlich stattfindende „Visualia“ – Festival of Light. Ich packe alle Camera- und Videotechnik in meinen Fotorucksack, wir nehmen uns ein Taxi und stürzen uns in das Getümmel. Nach ein paar Orientierungsproblemen finden wir uns zurecht und staunen über die Lichtinstallationen. Ich mache auch ein Reihe Videos, aber leider habe ich vergessen, das Videoschnittprogramm auf meinem Laptop zu installieren. Deshalb werden die Videos später nachgereicht. Gegen Mitternacht sind wir wieder auf unserem Campingplatz.

Heute stand noch eine kurze Radtour auf dem Programm. Fahrradwege sind leider kaum vorhanden. Dies, und die Tatsache, dass die Sonne ziemlich brennt, lässt uns bald wieder zurück kehren.

 

Start mit Hindernissen

19.04.2016 Brandenburg-Hannover-Frankfurt/Main

Es geht los.

Zu um 11 Uhr haben wir uns mit Mandy verabredet. Sie wird uns mit ihrem Auto nach Hannover begleiten, wo wir dann in den Zug nach Frankfurt/Main steigen werden.

Ich darf fahren.

Wir starten zwar mit halbstündiger Verspätung, nachdem uns vorher schon langweilig war, aber wie das immer so ist, am Ende fällt uns doch noch etwas ein und wenn es Astrids Morgenmantel ist, der nun doch noch mit soll.

Wir aber haben genug Zeitpuffer und wie wir erfahren, hat der Zug auch eine halbe Stunde Verspätung. Trotzdem reicht auch in Frankfurt die Zeit um noch etwas zu essen, bevor uns Mandy hilft unsere zahlreichen schweren Gepäckstücke zum Bahnsteig zu bringen. Der Zug lässt uns nicht viel Zeit zum Abschied nehmen. Gepäck rein, kurz umarmen und schon kommt das Abfahrtsignal und Mandy steht draußen. Ein paar Tränen fließen trotzdem.

Wir gönnen uns 1. Klasse, was eine gute Entscheidung ist mit unserem ganzen Gepäck.

Auch, dass wir direkt am Flughafen aussteigen und direkten Zugriff auf einen Gepäckwagen haben kommt uns zu Gute.

Astrids Lieblingsbeschäftigung
Astrids Lieblingsbeschäftigung

Das war’s dann auch der guten Dinge. Beim Zoll die erste Panik, nachdem wir das Großgepäck bereits losgeworden sind und für die dritte Reisetasche 100 € nachlösen mussten. Und wer hat Schuld? Ich.

Bei der Gepäckdurchleuchtung sollten Laptop, Tablet und Smartphone aus der Tasche genommen werden. Was mache ich, vergesse natürlich den Laptop. Die erste Verwarnung, Dann die Tasche nochmal durch. Wieder vergebens. Ich soll doch, so die Behauptung, ein Messer darin haben. Ich, mir keiner Schuld bewusst, packe mit dem Beamten alles aus und siehe da, in einer Hülle, ein Funktionstaschenmesser. Zum Glück war die Klinge nicht lang genug und ich durfte es behalten.

Ich könnte jetzt auch alles abstreiten. Die Beweisfotos, die Astrid für die Familie gemacht hat, musste sie jedenfalls unter Aufsicht wieder löschen.

20.04.2016 Johannesburg- Port Elizabeth

In Johannesburg, nach ruhigem Nachtflug, erneute Probleme. Wir haben Zeit und wir steuern den ersten Geldautomaten an um erst einmal flüssig zu sein.

Ich werde fündig und versuche mein Glück. Weil der Automat nur 1.200 Rand maximal vorgibt, was lediglich rund 75€ entspricht, nehme ich die Taste, die manuell eine größere Summe möglich macht. Der Automat meckert auch nicht, nimmt nur zunächst meine PIN nicht an und nach Neueingabe verweigert er den Dienst, bringt eine Störungsmeldung und rückt meine VISA-Karte nicht mehr raus.

Zu unserer Unterstützung haben wir zum Glück Beate und Klaus, ein Pärchen aus Wangen im Allgäu an unserer Seite und ich begebe mich mit Klaus zur Bankfiliale im weitläufigen Flughafengebäude. Die einzige anwesende Dame macht uns klar, dass der entsprechende Mitarbeiter erst um 9.00 seinen Dienst beginnt und sie ihm eine Mail senden wird. Es kommt wie es kommen muss. Bis unsere Zeit abläuft kommt kein Mitarbeiter.

Ich bitte Mandy, als letzte Möglichkeit, die VISA-Karte sperren zu lassen, was auch funktioniert.

Damit noch nicht am Ende, bekomme ich zunächst Probleme mit meinem Boarding-Pass. Der QR-Code ist nicht lesbar. Beim Aushändigen hatte eine Mitarbeiterin einen großen Kringel durch den Code gemacht, der nun dessen Lesbarkeit behinderte. Aber schließlich werde ich doch durchgelassen. Kommt noch das Handgepäck. Auch hier sucht man nach einem unzulässigen Gegenstand, mein Messer. Ich helfe fleißig mit, indem ich versuche dieses immer in eine andere Ecke der Tasche zu schieben und nach mehrmaligen erfolglosen Versuchen werde ich auch durch gelassen.

Aber auch Astrid ist diesmal dran. Ihr Rucksack wird mehrfach durchleuchtet. Am Ende finden sie Haarklemmen, die sie aber auch behalten darf.

Anflug auf Port Elizabeth
Anflug auf Port Elizabeth

Der anschließende Flug nach Port Elizabeth ist zeitlich überschaubar und kurz vor 13 Uhr landen wir am Ziel unserer heutigen Etappe. Renate, unsere Reiseleiterin, empfängt uns schon am Flughafen, hat bereits Taxis organisiert und wir landen, welch ein Zufall, gemeinsam mit Beate und Klaus im gleichen Hotel, dem African Beach. Ich war allein in dem einen Taxi, während sich die anderen drei, mit dem meisten Gepäck, in dem zweiten drängeln mussten. Ich wollte natürlich, wie nicht anders zu erwarten heute, zunächst auf der falschen Seite (Linksverkehr) in das Taxi steigen. Nachdem der Fahrer unterwegs in einer mir nicht verständlichen Sprache telefonierte, habe ich ihn nach dieser Sprache befragt. Es war Xhosa, die Sprache mit den Klicklauten. „Mandela Language“, sei es gewesen,meint er.

Und nun ist erst einmal duschen und Pause angesagt, bevor wir uns am Abend alle treffen werden. Zuvor müssen wir noch Geld besorgen, um morgen unser hoffentlich unversehrtes Womo am Hafen auslösen zu können.Pause

 

Port Elizabeth und Ressort Willows

21.04.2016 Port Elizabeth – African Beach B&B

schöne Unterkunft
schöne Unterkunft

unser Gepäck

großes Bad
großes Bad

Unsere Unterkunft, obwohl nur B&B, ist vom Feinsten. Großzügiges Zimmer und noch größeres Bad, mit großer Eckbadewanne und zwei Duschen. Und das Frühstück am nächsten Tag ließ auch nichts zu wünschen übrig. großes Bad 2

Aber erst zum Rest des gestrigen Tages: Das Wichtigste, wir haben ausreichend Geld am Automaten bekommen und nein, es ist keine weitere Karte abhanden gekommen.

Nach einem ausgiebigen Fußweg erreichen wir das Beach Hotel, das wie der Name schon sagt am Strand liegt und in dem einige unserer Mitreisenden untergebracht sind.

Hier haben alle bei einem üppigen abendlichen Buffet Gelegenheit näher Bekanntschaft miteinander zu machen. Davon wird auch rege Gebrauch gemacht und es bilden sich auch bereits kleinere Grüppchen. Etwas unsicher, wegen dem vielen Geld was wir mit uns rumtragen, machen wir uns später zu Fuß auf den Heimweg und alles geht gut. Niemand behelligt uns.

Am morgen wiederum Treffpunkt im Beach Hotel. Jetzt mit dem Hafenagenten, der uns alle gleich auch kräftig abkassiert, bevor wir dann zum Hafen fahren um endlich unsere Womo’s in Empfang zu nehmen, verbunden mit der Hoffnung sie so vorzufinden, wie wir sie in Bremerhaven abgegeben hatten.

Ein Einheimischer fährt uns zum Hafen und zunächst zum falschen Tor mit der Folge, dass wir eine eigenartige Prozedur zweimal erleben dürfen. Ein Posten streckt uns ein Gerät entgegen, direkt vor das Gesicht. Wir wissen damit zunächst nichts anzufangen, halten das Gerät für einen Scanner bzw. eine Kamera, bis wir aufgefordert werden auf einen Sensor zu pusten. Alkoholkontrolle. Im Hafen sind 0,0% gefordert. Zum Glück hatte sich der Weinkonsum am Abend in Grenzen gehalten.Alkoholkontrolle

Die Fahrzeugübernahme erfordert viel Bürokratie und Geduld, getreu nach dem Motto der Afrikaner: „Ihr (wir Europäer) haben die Uhr, wir (die Afrikaner) haben die Zeit“.

KontaktaufnahmeAber alles geht gut, die Fahrzeuge sind ok. und Klaus und ich starten gemeinsam um unsere Frauen im Quartier abzuholen die dort auf dem Gepäck sitzen.

Nach wenigen Kilometern bereitet uns der Linksverkehr keine Probleme mehr, obwohl mich gestern eine Aussage etwas verunsichert hatte. Auf die Frage ob bei Linksverkehr auch links vor rechts gilt, bekam der Frager Zustimmung signalisiert. Ich gleich gegoogelt und siehe da, ich hatte natürlich recht, auch bei Linksverkehr gilt rechts vor links.

Viel zu fahren gibt es heute nicht mehr. Der erste Campingplatz den wir ansteuern gehört auch noch zu Port Elizabeth, sodass uns genügend Zeit für einen ersten Einkauf bleibt.

Nur SIM-Karten haben wir noch nicht bekommen.

Mein Tablet und Sygic, das Navigationssystem, in das ich die Karten aller zu bereisenden Länder geladen habe, bereitet mir noch Probleme. Es nimmt nicht die Koordinaten in dem uns vorliegenden Format. Und für das „Ressort Willows“, was wir ansteuern wollen, liegt uns keine richtige Adresse vor. Deshalb müssen wir später auch noch einmal an der Küste wenden, weil wir in der falschen Richtung unterwegs waren.

Der Platz liegt direkt am Meer und ist ausgesprochen großzügig angelegt und verfügt über eine gute Ausstattung.

Viel ausgeräumt aus unseren Taschen wird nicht mehr und später treffen wir uns noch mit Beate und Klaus zu einem Glas Wein.

22.04.2016 Port Elizabeth – Ressort Willow’s

Wir haben gut geschlafen und nach dem Frühstück machen wir uns zu einer erneuten Einkaufstour auf den Weg. SIM-Karten müssen her, was am Ende auch kein größeres Problem darstellt. Eine Gasflasche für unseren Grill bekommen wir auch noch und zum guten Schluss kommen wir dann pünktlich auf die Minute zur ersten Besprechung um 17.00 Uhr wieder im Camp an.

Wir beginnen und enden mit einem „Amarula“, einem Sahnelikör aus Früchten des Marula-Baumes, und dazwischen jede Menge Informationen.

Morgen beginnt dann die eigentliche Tour.

An dieser Stelle herzlichen Dank allen Kommentatoren für ihr großes Interesse und die lieben Zeilen. Wir freuen uns, dass ihr uns mit soviel Anteilnahme begleitet. Wir hoffen, dass wir euch nicht enttäuschen werden. Auch diejenigen die bislang „nur“ mitgelesen haben, begrüßen wir herzlich auf unserem Blog.

Noch ein Nachsatz:

Heute und auch künftig wird sich Astrid mit „Zwischenrufen“ an der Ausgestaltung des Blogs beteiligen. Nicht regelmäßig, aber wenn sie auftaucht, dann sind ihre Texte an der kursiven Schrift auszumachen.

Man war das alles eine Aufregung am Anfang!!!  Ich glaube, das lag an Egon’s rotem T-Shirt. Er hat wohl schon von weitem “hier” gerufen.

Aber jetzt läuft alles prima, das Geld geht auch schon weg wie “warme Semmeln”. Das Auspacken der 3 Reisetaschen ging schneller als gedacht, natürlich haben wir auch festgestellt, dass wir zuviel dabei haben. Dabei habe ich hier bestimmt keine Probleme z.B. eine Hose zu bekommen!!!! Wenn man sieht wie ausgeprägt die Figuren der meisten Frauen sind – olala 😨dazu hautenge Leggings oder aber ,was meinem Egon sogar aufgefallen war, hautenge Overall’s 😲

Er wünscht sich jetzt auch so ein Teil und dann ganz aus Elastik !!! Und schön glänzend 😄

Aber eins muss ich sagen, freundlich und zuvorkommend sind hier die Leute. Jeder versucht einem zu helfen, egal ob es der einfache Hilfstankwart oder der Verkäufer ist. Wir haben bis jetzt nur sehr gute Erfahrungen gemacht, hoffen wir mal, dass es so bleibt !!

Heute habe ich auch schon eine Führung durch unser Womo gemacht. Als wir aus der Mall mit unserem Einkauf raus kamen, standen 2 Schwarzafrikaner davor und betrachteten die Aufkleber auf dem Womo. Nach den Fragen – woher, wohin, weshalb und wieso, waren sie sehr erfreut, dass wir solch eine Reise durch ihr Afrika machen. Als sie sich noch im Innern vom Womo umschauten, sagte der eine, dass es grösser als sein Haus wäre ( na ja, bei den Elendshütten die wir schon gesehen hatten).

Anmerkung

Heute müßt ihr sowohl auf die versprochenen Bilder als auch auf eine Fortsetzung des Reiseberichtes verzichten. Wir sind einfach zu sehr alkoholisiert. Kathrin feiert ihren 58. Geburtstag bei herrlicher Brandung im Tsisikamma Nationalpark am Indischen Ozean und hat eingeladen. Es wird schnell dunkel, wir finden noch das Kreuz des Südens und fallen um halb acht ins Bett. Morgen deshalb mehr. Schlaft schön.

zum Tsitsikamma Nationalpark

23.04.2016 Ressort Willows – Jeffreys Bay – Tsitsikamma Nationalpark

Es ist bereits 2.40 Uhr am 24.04.. Um 1.00 Uhr hatte ich bereits ausgeschlafen. Kein Wunder, nachdem wir gestern bereits um halb acht in den Betten lagen.

Eines vergaß ich am Anfang der Tour noch zu erwähnen. Das Schöne an diesem Reisebeginn war, dass wir keinerlei Jetlag ausgesetzt waren. Durch die Sommerzeit in Deutschland hatten wir nicht einmal die obligatorische eine Stunde Differenz.

Nun zurück zum 23.04.. Die Nacht war stürmisch und unser Womo hat ganz schön geschaukelt. Einige haben in der Nacht noch umgeparkt. Wir nicht, sind wir doch sturmerprobt von der Bora, dem Sturm dem wir bereits mehrmals an der Küste von Kroatien ausgesetzt waren. Vermutlich auch eine Folge des Sturms war, dass wir bereits ab abends keinen Strom mehr hatten. Kein Problem, unsere Bordbatterie ist gut gefüllt.

Am Morgen bot sich ein interessantes Schauspiel. Einige Affen hatten sich an einem Zelt in unserer Nachbarschaft ausgelassen und einiges ausgeräumt.

Wir brechen beizeiten auf und fahren noch einmal zu dem großen Outdoor-Warenhaus und erstehen noch einen Dieselkanister, als Reserve, wenn wir später abseits der Zivilisation unterwegs sein werden und eine Aufbewahrungstasche für unsere Vorräte.

Wird auch gleich benötigt, denn in Jeffreys Bay gehen wir in der Fountain-Mall gleich noch einmal kräftig einkaufen. Nun sollten wir aber einige Tage über die Runden kommen.

Jeffrays Bay ist übrigens ein weltberühmtes Surferparadies.

95 km weiter, nach relativ eintöniger Fahrt auf der N2 erreichen wir die Storm’s River Bridge, von der wir einen Blick in die tiefe Schlucht des Storm’s River haben.k-S2330016

Etwa 8 km weiter erreichen wir die Einfahrt zum Storm’s River Mouth und den Tsitsikamma Nationalpark. Hier erwerben wir gleich die Wildcard, die uns zum Besuch nahezu aller Nationalparks in Südafrika berechtigt, ohne erneut zahlen zu müssen. Allerdings bekommen wir als Ausweis nur die Quittung, die Wildcard wird uns nach Hause gesandt. Muss man nicht verstehen.k-S2330018

Unsere Plätze liegen direkt am Indischen Ozean, der ziemlich aufgewühlt ist.

Ein ähnliches Bild wie 2007, als wir schon einmal hier waren. Wir hoffen, dass wir, im Unterschied zu damals, morgen auch die Suspension Bridge, eine Hängebrücke, erreichen werden. 2007 war der Zugang gesperrt.

Es scheint die Sonne und wir genießen den ersten Sundowner, bevor wir zur Geburtstagsfeier von Kathrin gerufen werden.k-S2330020

Noch ein Satz: Lieber Franz, falls du unsere Reise verfolgst, ich habe deinen Auftrag erfüllt und Renate für dich ganz fest an die Brust (meine) gedrückt.

Tsitsikamma Nationalpark

24.04.2016 Tsitsikamma Nationalpark

Aus dem letzten Abend und der Nacht sind zwei Schlussfolgerungen sind zu ziehen:

1. weniger trinken und mehr Kontrolle beim Nachgießen durch andere

2. Tagesrhythmus umstellen; früher ins Bett (halb sieben wird es dunkel, und früher auf.

Von vier bis acht schlafe ich noch einmal und nach dem Frühstück erledige ich alles noch am Womo, was die letzten Tage vernachlässigt wurde, insbesondere Ordnung herstellen, während sich Astrid ausgiebiger Toilette widmet um für mich wieder hübsch zu sein.

So vergeht der Vormittag und am frühen Nachmittag machen wir uns auf zur Suspension Bridge, eine Hängebrücke, die wir bei unserem letzten Aufenthalt 2007 wegen einer Sperrung nicht erreichen konnten. Die Hängebrücke führt über den Storm’s River und auf der anderen Seite führt ein weiterer Weg steil hinauf zu einem LookOut.

Auf halber Strecke zum Lookou mache ich aber kehrt, weil die Gischt die Sicht nach unten nahezu unmöglich macht. Am Wegesrand begegnen uns Klipschliefer, so etwas wie Murmeltiere. Delfine sehen wir auch und ich halte sie im Video fest.k-S2340031

k-S2360002Zurück am Camp reicht die Zeit für einen Cappuccino, denn um 17.00 ist Tourbesprechung für morgen und später werden wir im Restaurant noch zu Abend essen.k-20160424_183355

Ich lese in unseren Aufzeichnungen von 2007 und finde einen Eintrag, wonach wir hier für unsere zweitälteste Enkeltochter Chayenne ein T-Shirt erworben hatten.

 

vom Tsitsikamma NP bis Knysna

25.04.2016 Tsitsikamma – Knysna

Wir verlassen den Tsitsikamma-Nationalpark. Der Name stammt übrigens aus der Khoi-Sprache und bedeutet „klares“ bzw. „sprudelndes“ Wasser. Zwei weltberühmte Trail’s durchqueren den Park, der „Ottertrail“ mit 48 km Länge und der „Tsitsikamma-Trail“ mit 72 km. Uns hatte der Ausflug gestern gereicht. Wir müssen uns erst einmal ans marschieren gewöhnen.

Zurück auf der N2 fahren wir zunächst 5 km zurück Richtung Port Elizabeth. Wir wollen zum Big Tree, einem Gelbholzbaum der über 850 Jahre alt ist. Mal sehen ob er seit 2007 an Größe zugenommen hat. Auf jeden Fall hat sich einiges verändert seither. Es gibt ein Kassenhäuschen und einen angelegten Holzsteg bis zum Baum. Damals gab es nur einen Trampelpfad und abkassiert wurde direkt am Baum. Ob er zugenommen hat ist nicht auszumachen.

Nächste Station ist die Bloukrans Bridge, die welthöchste Bungy-Jumping-Möglichkeit mit 216 m. Wir kommen genau richtig um eine Springerin zu beobachten. Selbst springen kommt nicht mehr in Frage, diese Erfahrung hatte ich schon 2002 in Neuseeland, allerdings nur aus 43 m Höhe.k-S2350013k-S2350015k-S2370001

Ein Katapult haben wir noch erworben. Ist uns empfohlen worden zur Abwehr der aufdringlichen Affen.k-S2350018

Aber nach dem Bild zu urteilen drängt sich der Verdacht auf,  dass das Katapult nur ein Verkaufsschlager für Touristen ist.  Warum sonst,  sollte die Afrikanerin das Katapult verkehrt herum halten.

Wir folgen einer sehr kurvenreichen aber schönen Straße bis zum Nature’s Valley direkt bis zum Strand. Nach kurzem Aufenthalt legen wir einen Zwischenstopp in einem „Farmstall“ ein, ein Geschäft mit selbstgemachten landwirtschaftlichen Produkten. Sehr guten Käse kaufen wir hier.k-20160425_113945

Monkeyland und Bird’s of Eden, einen Affenpark und ein Vogelparadies schenken wir uns. Wir waren 2007 schon hier. Allerdings ein empfehlenswertes Erlebnis.

Auf der weiteren Fahrt nach Plettenberg Bay ereilt uns wieder das Schicksal. Ein entgegenkommendes Fahrzeug schleudert uns einen Stein auf die Windschutzscheibe. Es knallt ordentlich und der Schaden ist erheblich. Nicht nur ein Einschlag, sondern ein sich weiter entwickelnder Riss. Ein Anruf bei Carglas in Deutschland bringt zwar die Erkenntnis, dass z.B. in Brasilien und Australien Niederlassungen bestehen, aber nicht in Südafrika. Morgen werden wir uns des Themas noch einmal annehmen.

Wir halten uns hier nicht weiter auf und fahren weiter nach Knysna, an der Lagune entlang, und nehmen die schmale und kurvenreiche Straße zu einem Aussichtspunkt auf die Mündung der Lagune in den Indischen Ozean. Ein sehr schöner Ausblick von den Heads, den Bergen, die die Lagunenmündung einrahmen.

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Noch einen Abstecher zum Waterfront-Komplex auf Thesen Island, einer  Insel in der Lagune, dann nehmen wir wieder die N2 Richtung George und steuern in Buffalo Bay einen Campingplatz direkt am Meer an.k-S2350030

von Knysna nach Oudtshoorn

26.04.2016 Knysna – Oudtshoorn

Am Morgen bringt uns Renate noch die Adresse von „PG Glass“ in George, vergleichbar unserem Carglas in Deutschland. Hat sie sich vom Platzwart ausdrucken lassen. Sehr nett von beiden. In der Nacht hatte ich bereits sowohl unserer Versicherung als auch dem ADAC geschrieben und um Hilfe bei unserem Frontscheibenproblem gebeten.k-IMG_20160426_123350

Auf dem Weg nach George entdecken wir noch dieses Bild. Hier sind sie jetzt also.k-IMG_20160426_091925

PG Glass“ in George finden wir auf Anhieb. Und wir sind in der Lage uns mit dem entsprechenden Mitarbeiter zu verständigen, worauf wir ziemlich stolz sind.

Unsere Frontscheibe ist selbstverständlich nicht auf Lager. Wäre in drei bis vier Tagen zu beschaffen. Leider sind wir bis dahin schon in Kapstadt. Wir haben Glück und auch dort existiert eine Filiale. Der fleißige Mitarbeiter nimmt alle erforderlichen Daten auf und verspricht diese nach Kapstadt zu senden von wo wir dann entsprechend benachrichtigt werden sollen. Wenn alles funktioniert, sollten wir dann am Freitag eine neue Scheibe bekommen. Dann jedenfalls wären die Südafrikaner besser als unsere Versicherung und der ADAC. Die Versicherung rufe ich gleich noch einmal an, da sie bis jetzt nicht auf meine Nachricht reagiert hatte. Der Schaden wird aufgenommen, eine Schadennummer bekommen wir auch, nur auf den zugesagten Rückruf warten wir immer noch.

Auch der ADAC hat sich bislang (20.45 Uhr) immer noch nicht gerührt. Mal schauen wie alles weiter geht.

George, benannt nach König Georg III., ist der Hauptort an der Gardenroute und zählt 47.000 Einwohner. Die historische Eisenbahnstrecke, auf der der Dampflok-gezogene Outeniqua Choo-Tjoe hier verkehrte, ist leider seit 2008 nicht mehr in Betrieb, aber es existiert ein Eisenbahnmuseum. Das schauen wir uns an. Sehr interessant und zusätzlich ausgestattet mit historischen Autos.k-S2380018

Wir statten auch dem legendären Sklavenbaum vor dem Visitor Center noch einen Besuch ab. Hier sollen früher Sklaven angekettet worden sein, wenn sie versteigert wurden. Teile der Eisenketten sind in den Baumstamm eingewachsen.

Auch hier, wie zuvor bei zahlreichen anderen Gelegenheiten, sprechen uns Einheimische unterschiedlicher Hautfarbe auf unser Wohnmobil an und interessieren sich für unser Treiben hier. Sie sind alle sehr freundlich und auch hilfsbereit. Viele machen Fotos von unserem Womo und stellen auch mal ihre Kinder davor. Wir sind hier eine Attraktion.

Renate hatte hier für alle noch Karten drucken lassen mit Text in englisch, africaans und zwei weiteren afrikanischen Sprachen, die wir bei solchen Gelegenheiten verteilen.20160426_21332220160426_213354

Von George aus durchqueren wir die Swartberg Mountains, bis wir schließlich in Oudtshoorn anlangen, der Stadt der Straußenfarmer. Hier und in der Umgebung existieren 150 bis 200 Farmer die Strauße halten. Das Fleisch ist nicht nur schmackhaft, sondern auch cholesterinfrei. Die Federn gehen zu 70% nach Europa und der Rest wird hier zu Staubwedeln verarbeitet.

Ich bin auf der Suche nach dem Cafe, welches wir hier 2007 besucht hatten und werde auch fündig.

Die Cango Caves, Tropfsteinhöhlen, schenken wir uns. Wir haben an verschiedensten Orten, auch hier in Südafrika, schon so viele auch spektakuläre Tropfsteinhöhlen gesehen, dass wir mal eine Ausnahme machen können.

Stattdessen besuchen wir die Cango Wildlife Ranch, ein Tierpark. Zahlreiche Großkatzen, besonders Geparden (Cheetahs) sind der ganze Stolz, aber auch Krokodile und weitere Tiere sind zu sehen. Die Führung dauert länger als angekündigt, deshalb verständigen wir Renate per SMS, dass wir uns zum Treffen etwas verspäten werden.

Kaum 2 km trennen uns noch vom heutigen Camp.

von Oudtshoorn nach Mossel Bay

27.04. Oudtshoorn und Mossel Bay

Heute können wir uns Zeit lassen. Erst zu 11.00 Uhr ist die Besichtigung der Straußenfarm angesetzt und bis dahin sind nur wenige Kilometer zu absolvieren.

Trotzdem sind wir die Letzten die das Camp verlassen. Andere haben es eiliger als wir, vermutlich aus Sorge um beste Plätze oder aus Angst, zu spät zu kommen.

Wir sind jedenfalls pünktlich und stehen dann doch als erste in der Reihe mit unserem Womo.k-S2380100

Die Straußenfarm ist keine Zucht- sondern eine Showfarm. Wir kennen sie bereits von unserem letzten Aufenthalt 2007. Es lässt sich nicht vermeiden, dass hier Dopplungen auftreten, denn wie bei uns 2007, stehen natürlich auch bei der jetzigen Tour die touristischen Highlights auf dem Programm. Und davon gibt es in Südafrika reichlich.

Wir freuen uns deshalb auch schon auf Natur hier in Südafrika und auf die uns noch unbekannten Länder. Aber auch hier gibt es durchaus Neues zu entdecken, wie unser zweites Ziel am heutigen Tage, Mossel Bay, oder auch Mosselbaai, auf Afrikaans.

Aber erst einmal sind wir auf der Straußenfarm. Im Einführungsvortrag erfahren wir zunächst einiges zur Zucht und Haltung, aber auch zur Verarbeitung von Fleisch, Federn und Leder. Die Eier sind etwa 1,5 kg schwer und reichen für 24 übliche Portionen Rührei.k-S2380102k-S2380084k-S2380085k-S2380086

Die weißen Eier sind von den weiblichen Straußen und die schwarzen von den männlichen wird uns gesagt. Ist natürlich Unsinn. Das Schwarze war ein gefärbtes.

Wir besichtigen die Tiere, gefüttert wird auch und ein paar Mutige (bis max. 75 kg) reiten auch. Wir kommen dafür aus nahe liegenden Gründen leider nicht in Frage.k-S2380093k-S2380091k-S2380088k-S2380095k-DSC00018

Aber das obligatorische Foto, auf dem ich auf Straußeneiern stehe, muss natürlich wiederholt werden.

2007
2007
2016
2016

Danach essen wir lecker zu Mittag. Natürlich Straußenfilet. Versteht sich.

Der Ausgang führt wie immer durch den angeschlossenen Shop, aber wir halten uns zurück bis auf ein paar erste Postkarten.

Die anschließende Fahrt geht wieder durch die Swartberge und den Robinson-Pass auf knapp 900 m Höhe. Wir wenden uns wieder der Küste zu und gelangen nach mehr als 80 km nach Mossel Bay.

Hier waren wir noch nicht und deshalb ist auch das Bartholomeu- Diaz- Museum Neuland für uns. Hier ist neben Muschelmuseum, Aquarien und Botanischem Garten auch die maßstabgerechte Nachbildung der Diaz-Karavelle zu sehen.k-S2380105k-S2380110k-S2380109k-IMG_20160427_145801k-IMG_20160427_154649

Diaz ist hier, auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien um die Südspitze Afrikas, 1488 zum ersten Mal an Land gegangen

Eine weitere Attraktion ist der 500-jährige Postbaum. Der Geschichte nach soll ein Befehlshaber eines Schiffes im Jahr 1500 unter einem Baum einen wichtigen Brief in einem Schuh zurückgelassen haben, der 1501 gefunden wurde. Das erste Postamt Südafrikas war geboren. Hier werfen wir unsere Karten ein, denn sie sollen hier mit einem Sonderpoststempel versehen werden.k-IMG_20160427_153206

Nur wenige Straßen trennen uns noch vom Camp direkt an der Küste. Heute ist Feiertag, der Verfassungstag, und deshalb tummeln sich zahlreiche Surfer auf dem Wasser und suchen nach der perfekten Welle. 

Dabei entdecken wir auch noch den oberhalb der Küste stehenden Leuchtturm.k-S2380115

Wir begnügen uns mit einem Spaziergang in der untergehenden Sonne.k-20160427_180031k-20160427_180434

Übrigens hat sich heute unsere Womo-Versicherung gemeldet. Das Prozedere der Abrechnung ist nun schon einmal klar. Nun muss nur in Kapstadt noch alles funktionieren. Der Riss wächst jedenfalls weiter.

Zum Schluss noch zwei Fotos aus dem Tsitsikamma-NP. Wir erkennen in ihnen einen Elefanten und einen menschlichen Kopf.k-S2340035k-S2340027

Zwischenruf

Was mir in der einen Woche schon sehr aufgefallen ist, dass die niederen Arbeiten immer noch von Schwarzafrikanern ausgeführt werden. Auch, dass sie immer zu Fuß meilenweit unterwegs sind, weit und breit kein Haus, aber sie laufen!!

Kap Agulhas

28.04.2016 von Mossel Bay über Kap Agulhas nach Hermanus

Zunächst zu unserer Frontscheibe. Astrid hatte die hervorragende Idee Renate doch zu bitten in George bei der Werkstatt anzurufen, ob der Auftrag nach Kapstadt gegangen ist. War er natürlich nicht. Deshalb ruft sie auch gleich noch in Kapstadt bei der dortigen Filiale an, um dort alles klar zu machen. Ob es klappt wissen wir noch nicht. Am Montag ist jedenfalls Feiertag. Dienstag wäre ideal und wir hoffen, wir kommen dann zu unserer neuen Scheibe. Nötig wäre es.

Wir kommen deshalb nun doch später weg von unserem Platz als geplant.

300 km stehen heute an. Und da wir nochmal zum Cap Aghulas, dem südlichsten Punkt Afrikas wollen, kommen noch einmal 100 km dazu. Aber erst nehmen wir die N2 nach Swellendam, da sind schon einmal 170 km weg. Der Name des 1743 gegründeten Ortes geht wie so oft in Südafrika, auf ein Gouverneurs-Ehepaar zurück. Er hieß Swellengrebel und sie ten Damme, daraus entstand dann Swellendam. Wir genehmigen uns hier einen Cappuccino und verzichten auf das Drostdye-Museum. k-IMG_20160428_112043 Man muss sich erst mit Klingel anmelden und darüber hinaus sind in der ehemaligen Landvogtei nur alte Möbel und Hausrat zu sehen. Da machen die Gebäude von außen einen besseren Eindruck.k-IMG_20160428_113153 Soll nicht heißen, dass wir uns sonst so etwas nicht ansehen, aber bei der Strecke die noch vor uns liegt, halten wir es heute für verzichtbar.

Über Bredasdorp gelangen wir zum Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas.Hier verläuft die Trennungslinie zwischen dem Indischen und dem Atlantischen Ozean und die Kompassnadel zeigt hier genau nach Norden. Haben die Portugiesen behauptet, die dem Ort seinen Namen gaben. Kap der Nadeln, denn das heißt Agulhas.k-DSC08336

Fast geschafft zur Leuchtturmspitze
Fast geschafft zur Leuchtturmspitze

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k-S2390006Erst besteigen wir wieder einmal den Leuchtturm und dann geht es zur bewussten Stelle mit der grünen Tafel. Hier machen wir noch einmal ein Bild wie schon 2007. Könnt ja mal raten, welches aus welchem Jahr stammt.k-DSC08379k-S2390010

Es stürmt hier ordentlich, wie auch auf der Fahrt hierher und anschließend. Das Womo ist kaum auf Kurs zu halten.

Auf der Weiterfahrt weichen wir vom vorgeschlagenen Kurs ab und fahren über Stanford, Elim, steht unter Denkmalschutz, und Gans Bay nach Hermanus, ein beliebter Badeort der Kapstädter.

Es war eine ziemliche Hatz heute. Gerade Elim und Gans Bay hätten mehr Aufmerksamkeit verdient.