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5 Länder in 7 Tagen

01.06.2016 bis 07.06. 5 Länder in 7 Tagen

Nachdem wir am 01.06. Südafrika verlassen haben, sind 7 Tage vergangen und wir haben Botswana, Zimbabwe, und Sambia passiert und sind nun in Malawi am Rande der Hauptstadt Lilongwe angekommen; fahren morgen nach Sengha Bay am Malawi-See und nehmen dort unsere alte Route wieder auf. In Sengha Bay wären wir nach alter Planung am 04.06. angekommen und hätten bereits 2 Stationen in Malawi hinter uns. Wie bekannt hatten uns aber die Vorkommnisse in Mosambik zur Kursänderung gezwungen. Dieses Manöver hat uns etwa 2.300 Mehrkilometer eingebracht und eine zügige Durchfahrt durch Botswana, Zimbabwe und Sambia. Grund für diese Hatz sind die gebuchten Termine in den folgenden Ländern, so die Tour in die Serengeti und auch der Aufenthalt auf Sansibar. Wir werden aber nichts versäumen, denn auf dem Rückweg von Tansania werden wir erneut durch Sambia, Zimbabwe und Botswana kommen und dann mehr Zeit haben.

Deshalb hier nur ein zusammengefasster Kurzbericht, ein paar Bilder und eine Entschuldigung für das lange Warten auf Neuigkeiten. Es hatte einfach keinen Sinn gemacht, jetzt in den durchquerten Ländern SIM-Karten mit Datenvolumen zu erwerben, und WLAN ist hier eher schwach vertreten oder gar nicht zu finden. Datenvolumen verfällt meist nach 30 Tagen. Und da wir fast einen Monat in Tansania sein werden, wäre alles weg gewesen.

200 km sind es bis zur Grenze nach Botswana. Wir fahren wieder einmal nicht nach Roadbook, sondern nach Navi. Wir kommen dadurch schneller aus Polokwane raus und sind gleich auf der Straße die uns bis zur N11 führt, die wir heute weiter in nördliche Richtung bis Grobler’s Bridge, dem Grenzübergang nach Botswana, befahren.k-s2680001

Viel Betrieb an der Grenze, die eher ein Nadelöhr ist, denn zwischen Südafrika und Botswana und den dazugehörigen Grenzabfertigungsstellen existiert nur eine sehr schmale einspurige Brücke über die der gesamte Verkehr läuft. Auf beiden Seiten warten deshalb viele LKW darauf weiter zu kommen. Wir schieben uns an diesen vorbei und kommen einigermaßen problemlos durch. Auch die Grenzabfertigung wird langsam zur Routine, obwohl es immer wieder mal wechselnde Verfahren gibt. Hier müssen wir z.B. noch eine Versicherung und Straßenbenutzungsgebühren für Botswana bezahlen. Und auch die Einfuhrbestimmungen sind andere.

Die Beamten, insbesondere die Beamtinnen an den Schaltern, sind wie immer gelangweilt, maulfaul und meist müde, aber die draußen sind meist freundlich und helfen.

An der nächsten Tankstelle wechseln wir noch Euro in botswanische Pula.

Auf der A1 kommen wir gut voran, machen in Palapye Halt zum Essen und Einkaufen und sind erstaunt über das gut sortierte Angebot im Supermarkt und die Anzahl der Tankstellen hier und im weiteren Verlauf. In Francistown befahren wir eine neue gut ausgebaute und mit Beleuchtung versehene Autobahn und kommen uns wie Geisterfahrer vor. Von den jeweils zwei Fahrspuren ist nur eine Richtung freigegeben und die befahren wir im Gegenverkehr ohne jegliche Markierung. Aber wir kommen gut an auf unserem Camp auf dem Gelände des „Marang Hotel & Casino“. Der Platz ist gut besucht und auch viele Südafrikaner machen hier Urlaub.

Der nächste Tag führte uns dann in den Norden Botswanas nach Nata in die schöne Nata-Lodge in der wir eigentlich zwei Tage stehen bleiben wollten. Aber Einige meinten hier sei doch nichts los (woher sie diese Weisheit hatten bleibt ihr Geheimnis), warum können wir dann nicht am folgenden Tag in Viktoria Falls zwei Tage bleiben. Also wurde der Plan geändert. Angekommen in Nata, waren die Meisten dann doch nicht davon begeistert, denn die Nata-Lodge war wirklich schön und mit allem ausgestattet, Pool, Restaurant und Shop inbegriffen. Die Strecke hierher führte durch endloses Buschland aber auf relativ guter Straße.

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Am nächsten Tag eine Strecke von 380 km und der nächste Grenzübergang. Es ging nach Simbabwe. Unterwegs immer wieder Schilder mit denen an der Straße vor Elefanten gewarnt wird. Wir halten Ausschau aber entdecken, im Unterschied zu anderen Fahrzeugbesatzungen, keine, jedenfalls keine Lebenden. Einen jungen toten Elefanten sehen wir am Straßenrand und ein Auto, was wohl an dem Zusammenstoß am frühen Morgen beteiligt war. Wir hätten nicht in dem Auto sitzen wollen und sind jetzt noch aufmerksamer. Am Elefanten hatten sich inzwischen viele Leute zu schaffen gemacht und ihn zerlegt.k-S2700001k-S2700002

Die Grenzübergänge werden zwar langsam zur Routine, aber man muss immer wieder mit Überraschungen rechnen. Insbesondere was den Einfallsreichtum angeht, wofür alles Gebühren erhoben werden können. Da wird eine Versicherung fällig, obwohl wir eine haben die Simbabwe einschließt; da werden Gelder pro Person und für das Fahrzeug fällig und dann auch noch Umweltabgabe, Straßenbenutzungsgebühr und die angrenzende Kommune erhebt eine Extragebühr gleich auch noch an der Grenze. Aber meckern bringt nichts, wir wollen schließlich weiter. Nachdem auch der Gatepass abgestempelt und wir uns mit den Fahrzeugdaten in eine Art Gästebuch eingetragen haben, nehmen wir die letzten 70 km für heute bis Victoria Falls, einer quirligen Stadt mit vielen Touristen, die alle wegen der berühmten Victoria-Fälle hierherkommen, unter die Räder. Der Missionar und Entdecker David Livingston hatte 1855 als erster Weißer die „Mosi-o-Tunya“, die donnernde Gischt des Sambesi gesehen, der hier in einer Breite von eineinhalb Kilometern und einer Höhe von 100 Metern hinabstürzt und dabei 500 000 Kubikmeter Wasser in der Minute befördert.

Bereits bei der Anfahrt zum Camp ist die Gischt zu sehen. Näher werden wir uns die Fälle bei der Rückfahrt betrachten. Am Abend gibt es noch ein spontanes Kulturprogramm auf dem Platz und Astrid mischt nach Aufforderung wieder mit.k-20160603_181021k-20160603_182446

Eigentlich wollte ich hier in das Internet über das WLAN am Platz und habe dafür ausreichend Datenvolumen erworben. Leider gibt das Netz nicht viel her. Ich wollte an der Rezeption, in der Hoffnung die Verbindung sei hier am stabilsten, 17 MB aus dem Internet laden um die fehlende Simbabwe-Karte auf dem Tablet zu installieren, aber selbst dieser Vorgang brach ab. Der zweite Aufenthaltstag hier wird dann auch gestrichen, wegen der fehlenden Möglichkeit, spätere Aktivitäten zeitlich umzubuchen.

Was hier und später in Sambia besonders auffällt, später auch in Malawi, sind die vielen Polizeikontrollen meist vor oder hinter Ortschaften. Was da kontrolliert wird, ist schwer nachzuvollziehen und unterscheidet sich auch von Kontrolle zu Kontrolle. Angekündigt werden sie meist mit einem Hütchen auf dem Mittelstreifen und wenn man sich der Kontrolle nähert, stehen dann an beiden Fahrbahnrändern und in der Mitte alte Fässer an denen Police-Control steht. Meist werden wir nur gefragt wo wir her kommen und hin wollen. Wir antworten mit einem Lächeln, wünschen einen schönen Tag und durften bislang unbehelligt weiter fahren.

Weiter geht es nach Sambia.

Von Botswana wäre auch ein direkter Übergang nach Sambia möglich gewesen, hier am Vierländereck mit Namibia, Sambia und Simbabwe. Aber der Übergang nach Sambia ist hier nur mittels Fähre über den Sambesi möglich und die Fähre hat ein sehr begrenztes Fassungsvermögen, sodass der Transport unserer Gruppe den gesamten Tag oder mehr in Anspruch genommen hätte, zumal der LKW-Stau vor der Grenze enorm ist. Fast wären wir darin gelandet, denn obwohl unser Navi uns aufgefordert hatte rechts abzubiegen nach Simbabwe, folgten wir Erhard, einem Mitfahrer, der weiter geradeaus fuhr und nach wenigen hundert Metern vor der sambesischen Grenze stand. Astrid war schon mit allen Papieren unterwegs, ehe ich im Gespräch mit Einheimischen erfuhr, dass dies nicht unser Grenzübergang ist. Ich rief sie zurück, wir wendeten und waren nach wenigen Kilometern an der richtigen, der simbabwischen Grenze.

310 km haben wir nach Monze zurückzulegen. Über Livingston auf der sambesischen Seite der Viktoria Fälle, die wir von der Grenzbrücke vor lauter Gischt nicht sehen, geht es nach Norden.

Es gibt hier in diesen Ländern nur wenige ausgebaute und für uns passierbare Straßen. Und an diesen Straßen und deren näherer Umgebung spielt sich das Leben ab. Hinter wenigen Büschen und Bäumen am Straßenrand stehen die Hütten und Häuser und die Straßen sind auch der Weg der vielen Schulkinder und der zahllosen Radfahrer, die meist Waren, überwiegend Brennmaterialien, zum nächsten Markt in die nächste Stadt transportieren, und der Weg zum Nachbarn und Handelsplatz.

Von Monze ging es am folgenden Tag weit in den Osten Richtung Malawi über 415 km.

Wir passieren die Hauptstadt Lusaka mit ihren 1,5 Mio Einwohnern von insgesamt 15 Mio in ganz Sambia, bei einer Fläche doppelt so groß wie Deutschland.

In Lusaka herrscht Markttreiben vor der großen Mall.

Weiter auf der „Great East Road“, der T4, geht es über Chongwe nach Luangwa. Hier erreichen wir am Luangwa-Fluss, der hier auch die Grenze zu Mosambik bildet, das „Bridge Camp“ was von einem Holländer geführt wird. Ein schöner Platz mit fantastischer Aussicht auf den Fluss, am Berg gelegen, aber eigentlich nicht für 13 Wohnmobile ausgelegt. Wir stehen Tür an Tür, aber kommen alle unter.

Die Toiletten und die Duschen sind ungewöhnlich.k-20160605_163811k-20160605_163801

Im Restaurant wird uns am Abend gutes Essen, allerdings zu nicht erwarteten vergleichsweise hohen Preisen, serviert.

Weiter geht die Reise nach Chipata, 20 km vor der Grenze nach Malawi, immer noch auf der „Great East Road“. Eine der besten Landstraßen die wir hier heute vorfinden. Kurz nach dem Camp halten wir noch einmal an, weil ich vergessen hatte die Frontscheibe zu reinigen und werden sofort von einer Schar Kinder umzingelt. Als ich fertig bin, lasse ich mir von Astrid eine Tüte mit Süßigkeiten geben. War ein Fehler. Sie wird mir aus der Hand gerissen, das Stärkste der Kinder setzt sich durch und die meisten anderen gucken in die „Röhre“. Besonders die Kleinen.

Angekündigt war für die Strecke eine 20 km lange Baustelle. Wir hatten schon gehofft, sie sei beseitigt, aber kurz vor Ende der Etappe folgt die lange Umleitung parallel zur Straße auf rotem Sand, eine Gravel-Road mit Waschbrettcharakter. Wir bewegen uns mit nicht mehr als 20 km/h vorwärts. Uns schwant schon schlimmes für Namibia, wo über Hunderte von Kilometern solche Strecken anzutreffen sein sollen. Später belehren uns erfahrene Mitreisende, wir sollten mit 60 km/h über Gravel-Roads fahren, dann spüre man die Wellen nicht mehr. Aber das kostet Überwindung, wenn man bei wenig mehr als 20 km/h meint, das Auto fällt auseinander, so wird es durchgeschüttelt. Wir werden es testen müssen. In Katete tanken wir auf. Tanken ist ein Kapitel für sich. Wir versuchen immer bereits zu tanken, wenn der Tank noch halbvoll ist, denn man kann nie sicher sein wann die nächste Gelegenheit kommt. Entweder gibt es über mehrere Hundert Kilometer keine Möglichkeit, oder der Diesel ist nicht vorrätig oder, die Tankstelle hat gerade keinen Strom und funktioniert deshalb nicht. In Katete suchen wir noch die Missionsstation mit angeschlossenem Freilichtmuseum. Nach mehrfacher Nachfrage finden wir es auch, aber es bleibt für uns unerreichbar. Zwischen Straße und Museum liegt ein tiefer Graben und wir kommen mit dem Fahrzeug nicht hinüber.

Wir erreichen Chipata, die Provinzhauptstadt, ehemals die Hauptstadt Nord-Rhodesiens.

Mama Rula“ heißt unser Camp unweit des Zentrums.k-20160606_154201k-20160606_141039

Heute nun ging es nach Malawi. Nur 22 km trennen uns von der Grenze und nach der Grenze 100 km bis zur „Barefoot Lodge“ unserem heutigen Übernachtungsplatz. Weil Renate uns noch eine Versicherung für die restlichen Länder besorgen will, treffen wir uns erst um 11 Uhr am Grenzübergang. Die Grenzabfertigung läuft heute fast im Selbstlauf ab. Sehr zügige Abfertigung. Wir fahren zunächst am Abzweig zum Camp vorbei bis nach Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Wir wollen noch eine SIM-Karte besorgen im Einkaufszentrum, werden aber nicht fündig. Später erfahren wir, die Tankstelle sei der richtige Ort dafür gewesen. Also morgen ein neuer Anlauf und dann hoffentlich Internet um den Daheimgebliebenen endlich ein Lebenszeichen zu senden.

Ausführlicher werden wir die wesentlichen Stationen der letzten Tage in Sambia, Simbabwe und Botswana beschreiben, wenn wir auf der Rückreise von Tansania wieder hier entlang kommen.

Unterwegs nach Sambia

04. bis 06.07.2016 Auf dem Weg nach Sambia

Wir sind die Letzten die die Kisolanza-Farm verlassen. Es erwartet uns heute auch nur die nicht enden wollende Baustelle mit der wir schon einmal das Vergnügen hatten. Zuvor müssen wir aber noch ein wenig rangieren um von unserem Stellplatz wegzukommen. Astrid postiert sich gleich hinter dem Auto und beschwert sich, weil ich angeblich ihren Anweisungen nicht folge. Aber mit vereinten Kräften kommen wir ganz gut aus unserer schmalen Lücke heraus. Keine neuen Berührungen. Aber der Weg den wir dann einschlagen ist erstmal falsch. Wieder zurückstoßen und neuer Anlauf. Alles geht gut.

Wir biegen nach links auf die Hauptstraße Richtung Mbeya und bewegen uns weiter auf 1.700 m Höhe.

22 km nach Kisolanza durchqueren wir das Städtchen Ifunda. Sehr lebhaft hier.

Dann geht bald die 138 km lange Baustelle los mit durchgängig 50 km/h Maximalgeschwindigkeit und Zwischenstücken die mit 30 km/h ausgewiesen sind. Die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten sind nicht zu übertreffen, zu schlecht ist meist die Fahrbahn. Manchmal Asphalt mit vielen Löchern, meist Erdstraße mit Bodenwellen, Gravelroad und auch hier zusätzlich zahlreichen Humps.k-S2910094

ein Stück der besseren Sorte

aus dem Mais wird wohl nichts mehr bei dem Staub
aus dem Mais wird wohl nichts mehr bei dem Staub

Volle Konzentration ist gefragt, will man nicht irgendwo aufsetzen. Nur eine kurze Espressopause machen wir. Wir durchfahren Makambako und kommen an dem großen Bahnhof der Ta-Za-Ra (Tansania-Zambia-Railway) vorbei. Die Gleise begleiten uns ziemlich parallel zu unserer weiteren Strecke. Von der durchaus reizvollen Landschaft bekommen wir nicht viel mit. Unsere Augen sind nur auf die Fahrbahn gerichtet. Irgendwann ist dann auch die Baustelle zu Ende.

In Mbeya ist der Teufel los. So viel Verkehr wie hier und ohne irgendein System haben wir selten erlebt. Wir wollen eigentlich noch etwas einkaufen, aber die beiden „Supermärkte“ haben ein sehr überschaubares Angebot. Aber wir ziehen noch 200.000 TSH aus dem Automaten.

Bis Uyole ist es dann nicht mehr weit. Der Gipfel ist dann zum Abschluss der heutigen Etappe, die 9 km lange Anfahrt zu unserem Camp, der „Utengule-Lodge“. Wir kämpfen uns durch die mit riesigen und tiefen Löchern bespickte Piste. Achteinhalb Stunden Fahrzeit sind endlich vorbei. Ich bin ziemlich fertig und habe die Nase voll. Wir stehen auf dem Rasen eines Hubschrauber-Landeplatzes. Die Lodge ist sehr gut am Hang gelegen, verfügt über Chalets, einen Pool, Tennisplatz und Squash-Anlage. Laut Reiseführer ist das Restaurant eines der besten und teuersten in Mbeya und Umgebung. Und dann so eine Zufahrt. Nicht zu begreifen. So etwas ist nur in Afrika denkbar.

Hier treffen wir wieder auf Klaus und Beate, die sich hier von ihrer Malariaerkrankung erholt hatte. Große Freude auf beiden Seiten über das Wiedersehen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen ziehen wir uns bald zurück. Essen war so ok. Nicht übertrieben gut. Aber der Espresso war Spitze.

Nächster Tag, neues Programm. Wir bleiben eine weitere Nacht auf dem Platz und haben deshalb Gelegenheit, die nahe Kaffee-Farm zu besichtigen die unter schweizerischer Leitung steht. 20 Minuten Fußweg auf schmalem Pfad durch den Wald, immer hoch und runter. Astrid bekommt Probleme mit ihrem Knie und quält sich. Die Führung über die Farm dauert ziemlich lange, ist aber sehr interessant.k-20160705_103709k-20160705_104544

Neben den Sorten Robusta und Liberica wird hauptsächlich die Sorte Arabica hier angebaut. Die mannshohen Büsche können bis zu 40 Jahre alt werden, tragen aber nur drei bis vier Jahre. Deshalb wird dann immer wieder ein Verjüngungsschnitt durchgeführt. An den Büschen befinden sich immer Beeren unterschiedlichen Reifegrades, von grün über gelb bis rot. Die roten sind ausgereift und liefern die beste Qualität. Allerdings ist das, was wir auf den Haufen sehen ziemlich durchmischt. So rein wird also doch nicht sortiert. Die Arbeiter werden schließlich nach Kilogramm bezahlt. Da müssen die Eigentümer ein Auge zudrücken, sonst laufen ihnen die Leute weg. Der geerntete Kaffee wird eingeweicht und gewaschen, von der äußeren Schale befreit und dann getrocknet. Dann ist um jeweils zwei halbe Kaffeebohnen nur noch eine dünne Schale, die in Mbeya in einer Mühle entfernt wird. Der grüne Rohkaffee wird dann exportiert.

sehr interessant
sehr interessant

Jungpflanzen vorn und hinten

k-20160705_105357Zum Abschluss ist Verkostung des Kaffees, als Cappuccino oder Espresso. Auch eine kleine Röstmaschine wird hier betrieben.k-20160705_113722k-20160705_114525

die Röstmaschine oben auf dem Schrank besitzen wir auch
die Röstmaschine oben auf dem Schrank besitzen wir auch

Beim Rückweg ist es dann ziemlich heiß. Astrid nutzt die angebotene Möglichkeit mit einem Auto zurück zu fahren. Der restliche Tag vergeht dann beim Nichtstun und am Abend sitzen wir noch gemeinsam am Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen will ich noch unsere Reserven an Kwatscha, der Währung von Sambia, aus dem Tresor holen, damit wir zahlungsfähig sind, sollten an der Grenze noch irgendwelche Gebühren anfallen. Aber nichts da, der Tresor lässt sich nicht mehr öffnen. Das Zahlenschloss reagiert überhaupt nicht, keine Bestätigung für die Eingabe und auch aufschließen, die zweite Alternative, lässt es sich nicht mehr. Wahrscheinlich ist bei den Strecken die wir bewältigt haben und den Erschütterungen der Schließmechanismus völlig verkeilt. Zum Glück sind unsere Pässe nicht im Tresor, sonst kämen wir nicht aus Tansania raus. Also verschieben wir erst einmal weitere Versuche der Öffnung.

Es geht die schwierigen 9 km zurück zur Hauptstraße und dann Richtung Sambia. Gestartet wird in Dreiergruppen, damit der Andrang an der Grenze nicht zu groß wird, denn es stehen nur wenige Parkplätze zur Verfügung. Unsere Gruppe startet um 9. Unterwegs wieder 20 km schlechte Straße. Wir tanken noch einmal und behalten trotzdem 150.00 TSH übrig. Zweieinhalb Stunden benötigen wir für die 90 km und sind dann an der sehr lebhaften und chaotischen Grenze. Wir sind aber gut vorbereitet worden und Jamal steht an der Ausreiseseite und Renate an der Einreiseseite nach Sambia für Problemlösungen zur Verfügung. Unterschiedliche Büros sind aufzusuchen, zahlreiche Papiere vorzulegen und auch die Fingerabdrücke aller zehn Finger werden genommen. Bürokratie in Hochform in chaotischem Umfeld. Und die Durchfahrten im Grenzbereich vom Übelsten. Wir sind aber sicher, in zwanzig Jahren sieht es hier immer noch so aus. Das ist Afrika. Bei einem der meist lästigen Schlepper und Geldwechsler an der Grenze tauschen wir dann noch unsere TSH in Kwatscha, vermutlich zu einem schlechten Kurs. Aber anders werden wir sie nicht mehr los.

Was bleibt von Tansania. Das Land ist während unseres Aufenthaltes in unserer Rankingliste um einiges nach oben gerückt, was nicht nur an den Highlight Sansibar, Ngorongoro-Krater und der Serengeti liegt. Die Menschen sind auch freundlicher als wir es nach unseren ersten Begegnungen, insbesondere mit der Polizei, erwartet hatten. Trotz nicht vorhandener Sicht auf den Kilimandscharo wird es uns in Erinnerung bleiben als interessantes Reiseland mit viel Entwicklungspotential. Aber auch als Land, was sich derzeit nicht wirklich eignet, mit einem Fahrzeug wie unserem bereist zu werden, will man auch interessante Orte abseits der Hauptstraßen besuchen, obwohl auch die Fortbewegung auf diesen schon schwierig ist.

Auch jetzt sind wieder häufig Spurrinnen in den Straßen, besonders wenn es bergauf geht. Vermutlich ist die Hitze im Sommer im Bündnis mit schlechtem Asphalt die Ursache. Auf jeden Fall muss ich höllisch aufpassen, möglichst auf den Bergen der Spurrinnen zu bleiben, will ich nicht mit dem Boden aufsetzen, was doch einige Male passiert. Auch auf den letzten 50 Kilometern ist die Straße schlecht, von Löchern durchsetzt und mit abgebrochenen Kanten. Durch zwei Polizeikontrollen kommen wir unbehelligt durch und erreichen dann die Einfahrt zum Camp Kings Highway. Auch hier miese Zufahrt und wir kratzen mit der Hinterachse über einen Stein. Aber nichts passiert. Ein mulmiges Gefühl besteht aber immer.

Nun ist der Tresor wieder dran. Keine Chance. Er geht nicht auf. Sepp steht mit Bohrmaschine zur Verfügung, aber auch mit einem Schraubenzieher lässt sich durch das Bohrloch die Verriegelung nicht bewegen. Wilfried empfiehlt die Flex, aber das ist mir zu riskant mit den glühenden Spänen. Mit einem Montageeisen bekomme ich dann die Tür aufgehebelt. Dann die Bestätigung meiner Vermutung, die Batterien sind allesamt aus der Halterung gefallen. Der Tresor ist nur noch Schrott.

Aber die Uhren müssen noch zurück gestellt werden. Jetzt gilt wieder deutsche Sommerzeit. Einen Zugang zum Internet haben wir seit dem Grenzübergang leider nicht mehr. Wir hatten gehofft hier in Sambia unsere SIM-Karte von Tansania über Roaming weiter nutzen und unser noch bestehendes Datenvolumen hier aufbrauchen zu können. Bislang allerdings Fehlanzeige. So müssen wir auf WLAN hoffen, denn eine neue Karte gibt es frühestens in Lusaka, dann sind wir aber nur noch zwei Tage im Lande.

Später informiert uns Renate noch über derzeit existierende Probleme unserer weiteren Reise. Die Grenze zwischen Simbabwe und Botswana sei derzeit wegen Unstimmigkeiten zwischen Simbabwe und der Afrikanischen Union, der auch Botswana angehört, geschlossen. Es habe auch Schießereien gegeben und der Grenzübergang sei zur Hälfte abgebrannt. Schauen wir mal, was das für uns bedeutet.

07.07.2016 Sambia mit Zwischenfall

Mit voller Konzentration gelingt es uns, unbeschadet vom Platz auf die Hauptstraße zu gelangen. Vor Herbert und Gabi verlassen wir als Vorletzte den Platz. Den Umstand können sie sich zunutze machen und unserer Slalomfahrt um die vielen Löcher auf den ersten 55 Kilometern bis Isoka folgen. Den 14 km langen Abzweig nach Chinsali ignorieren wir. Hier müssen nur diejenigen von uns hin, die nicht mehr genügend Kraftstoff im Tank haben. Die Tankstellendichte ist hier nicht sehr hoch. Die weiteren Abzweigungen zu Wasserfällen und einem britischen Herrenhaus von 1920 müssen wir leider auslassen. Nur für Allradfahrzeuge geeignet.

Die Straße ist jetzt weitgehend ohne Löcher, aber ziemlich uneben. Das Innenleben unseres Womos wird gewaltig durchgeschüttelt. Da sind ein Halt für einen Espresso oder der Kauf von Tomaten am Straßenrand willkommene Abwechslungen. Etwas irritiert sind wir, als uns zwei Womo’s entgegen kommen. Astrid vermutet schon wir seien falsch, oder die beiden hätten eventuell eine Abzweigung zu einer Sehenswürdigkeit verpasst. Aber wir sind richtig und fahren weiter bis Mpika. Hier gibt es einige wenige Einkaufsmöglichkeiten, eine Bank und einen Bäcker. So kommen wir zu Geld, frischem Brot und einigen Kleinigkeiten im Supermarkt, der ansonsten ein sehr übersichtliches Angebot aufweist.

Von der Tankstelle, wo auch wir jetzt unseren Tank nach den heutigen 330 km auffüllen, sind es nur noch 1,6 km bis zur Tusha-Safari-Lodge. Ein ziemlicher Absatz von der Straße auf den Sandweg, dann sind wir nach 100m vor Ort. Der Stromanschluss erweist sich als nicht sehr konstant und die beiden Zimmer in einem „Chalet“, die für die Nutzung von Toilette und Dusche angemietet wurden, bleiben ohne Kundschaft. Niemand möchte diese etwas versifften Einrichtungen nutzen.

Auf dem Platz fehlen noch die Fahrzeuge von Renate und zwei weiteren Mitfahrern von denen einer wenig später eintrifft und neben einem zwischenzeitlichen Telefonat mit Renate für endgültige Aufklärung sorgt. Das noch fehlende Fahrzeug hatte ein kleines Kind auf der Straße erfasst. Das Kind ist verletzt und beide Fahrzeuge sind mit dem Kind nach Chinsali in die Klinik gefahren, wo das beteiligte Fahrzeug mit Besatzung nach polizeilicher Anordnung noch bleiben muss. Zum Hergang des Unfalls ist vorerst noch keine genaue Information zu haben. Alle sind betroffen. Renate und Jamal sind auch bei den Beteiligten geblieben.

Am Abend gehen wir noch mit einer kleinen Gruppe in die Bar bei der Rezeption. Hier läuft ein Fernseher mit dem EM-Spiel Deutschland-Frankreich. Ergebnis ist bekannt. Hätten wir lieber nicht anschauen sollen.

Wir sind nun schon ein paar Tage in Sambia, aber haben leider kein Internet. Nur heute auf dem Platz ist ein schwaches WLAN vorhanden. Unser Datenvolumen auf der SIM-Karte von Tansania wollten wir eigentlich über Roaming nutzen, aber leider, es funktioniert nicht. Nun noch extra eine SIM-Karte in Sambia zu erwerben lohnt aber nicht, es sind nur wenige Tage die wir noch im Lande sind. 

Übrigens ist die Geschichte mit dem Unfall noch glimpflich abgegangen. Unser Mitfahrer hatte keine Schuld und kann auch die Fahrt fortsetzen.

von Sambia über Simbabwe nach Botswana

Hallo Leute,

heute gibt es endlich wieder was zu lesen und anzuschauen. Astrid’s Zwischenruf vom 05.07. ist auch korrigiert. Auch der Beitrag „Unterwegs nach Sambia“ ist mit Bildern ausgestattet.

Aber der Reihe nach:

08.07. bis 10.07. Über Kapiri Mposhi in die Hauptstadt Lusaka

Weiter geht’s auf der T2, der Great North Road, in Richtung Süden. Die Eisenbahnstrecke begleitet uns. Die meisten Orte hier sind im Zusammenhang mit der Eisenbahn entstanden. Die Strecke heute ist einigermaßen befahrbar und ab dem Abzweig nach Serenje wird sie besonders gut.

 

Wir gleiten auf der Straße nicht schlechter als auf einer guten Landstraße zu Hause. Die 370 km sind deshalb kein Problem und wir sind bereits am frühen Nachmittag auf dem schönen Camp „Forest Inn“. Er ist sehr schön angelegt und hat neben allen Versorgungseinrichtungen auch ein Restaurant, wo wir uns gleich erst einmal stärken. Klaus reserviert dann auch noch gleich Plätze für den Abend, so werden wir hier nicht hungern müssen. Denn die Vorräte gehen nun doch langsam zur Neige und alle sind bereits süchtig nach einem richtigen Einkauf in einem Supermarkt.

Der Tag geht entspannt zur Neige, wir schlafen gut nach einem guten Essen und haben am anderen Morgen Zeit, weil wir noch einen weiteren Tag hier bleiben und erst um 10 Uhr eine Wanderung über das nebenliegende Farmgelände angesagt ist. Astrid kümmert sich bisweilen um die Wäsche, die sie noch hier waschen lässt und ich begebe mich mit auf Wanderschaft. Das Farmgelände ist ca. 1500 ha groß und ein Flugplatz für Kleinflugzeuge ist auch integriert. Der Besitzer der Farm ist ein Weißer, der in der Hauptstadt Lusaka zu Hause ist und vermutlich hier hin und wieder einfliegt.

Auf der Farm wird vorrangig Weizen, Mais und Soja angebaut. Letzteres ist bereits abgeerntet, aber der Weizen, der bewässert wird, steht sehr gut auf dem Halm. Kreisrunde Felder mit ca. 25 ha Größe und Bewässerung. Der Weizen hier unterscheidet sich von unserem zu Hause. Der hier hat Grannen.

Am frühen Nachmittag trifft auch das Unfallfahrzeug auf dem Platz ein und später auch Renate und Jamal. Dem verunglückten Jungen geht es gut, die Ermittlungen sind abgeschlossen und haben die Schuldfrage auch zugunsten unserer Mitfahrer bestätigt.

Alle hatten mitgefühlt und sind jetzt gemeinsam mit den beiden froh über den positiven Ausgang. Renate betont auch die sehr korrekte Arbeit der hiesigen Polizei. Die Begründung für diese eher unerwartete Korrektheit ist simpel, bei 22 verschiedenen Stämmen im Einzugsgebiet der Polizeistation können sie sich es gar nicht erlauben unkorrekt zu handeln, so der Polizeichef; sonst stehen die Angehörigen eines negativ betroffenen Stammes vor der Polizeistation und protestieren.

Eine weitere positive Information ist die Aussage, dass sich die Meldung zu Problemen an der Grenze zwischen Simbabwe und Botswana offenbar als „Ente“ entpuppt hat. Bestenfalls ist ein eher unbedeutender Zwischenfall, wie bei der stillen Post, zu einem großen Problem gemacht worden. Wir können deshalb beruhigt unsere Fahrt am nächsten Tag fortsetzen und auch an der weiteren Route müssen keine Korrekturen vorgenommen werden.

Nur 280 km sind heute zu bewältigen und es lockt die Aussicht, endlich wieder einmal richtig einkaufen zu können. Nach 60 km stoßen wir auf die Nord-Süd-Achse, die Hauptverbindungsstraße von Lusaka in den sogenannten Kupfergürtel (Copperbelt), dem größten Bergbaugebiet des südlichen Afrikas.k-S2940001 Nach wenigen Kilometern durchfahren wir Kapiri Mposhi, ein Fernfahrertreffpunkt an dieser wichtigen Wegmarke. Dutzende von Tanklastzügen stehen hier herum und es herrscht viel Trubel. Ganz anders als in den zuvor ländlichen und dörflich geprägten Gebieten vor unserem letzten Halt. Bereits seit heute morgen beherrschen große Farmen das Landschaftsbild und auch die Dörfer verändern sich zu massiverer Bebauung. Später sind vor Kabwe auch Reihenhäuser zu sehen.k-S2940003 Kabwe, 1906 als Bergbaustadt „Broken Hill“ gegründet, ist die einzige große Stadt auf dem Weg nach Lusaka. Eine sehr lebhafte Stadt mit vielen Straßenständen.

Danach wieder sehr große Farmen, die von Weißen betrieben werden.

An der Zunahme des Verkehrs ist unschwer zu erkennen, dass wir uns Lusaka nähern und nach dem großen Kreisel mit der Steinpyramide mit Adler in der Mitte, die wir schon von unserer letzten Durchquerung her kennen, sind es nur noch 6 Kilometer und wir können shoppen. Erst bei SPAR, dann bei Pick’nPay und letztlich noch in einem erst vor fünf Tagen eröffneten „Food Lover’s Market“ mit sehr gutem Angebot an Frischwaren.

Der Kühlschrank und auch alle Vorratsbehältnisse in der Heckgarage sind wieder gut gefüllt. Nach weiteren 6,5 Kilometern erreichen wir die „Eureka Campsite“ auf der Zebras, Giraffen und Impalas frei umherlaufen.k-S2940008

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11./12.07.2016 Highlight Victoria-Fälle

Zwei Fahrtage auf bekannter Strecke liegen hinter uns. Wir hatten gestern wiederum als Letzte das Camp verlassen und sehen bei der Ausfahrt noch Giraffen und Impalas auf dem Camp.

Dann ging es auf die Hauptstraße Richtung Monze über Kafue und Mazabuka. Es fällt ein großer Unterschied auf, zwischen den Hütten und Dörfern im Norden und hier. Es wirkt hier „moderner“ nach afrikanischen Verhältnissen und große Farmen sowie auch Fabriken bestimmen das Bild an der Landstraße. Mazabuka ist das Zuckerzentrum von Sambia. Hier gibt es auch wieder Einkaufsmöglichkeiten, auch ein „Shoprite“, eine südafrikanische Handelskette, die im Norden gar nicht vertreten war. Auch kleine Restaurants und Cafè’s sind hier zu finden. Die Strecke beträgt nur 170 km bis zu „Moorings Campsite“, wo wir schon einmal gestanden hatten. Und wieder steht an der Zufahrt und der geöffneten Schranke ein Posten, der bei Annäherung uns zunächst das große Buch reicht, in das wir uns eintragen müssen, während er inzwischen wieder mit seiner Spritze die Reifen befeuchtet. Was hier vermutlich der Desinfizierung dienen soll, ist völliger Quatsch, denn er besprüht lediglich die Reifenaußenseite um die Radkappen herum. Aber irgend jemand wird ihm den Auftrag erteilt haben und vermutlich weiß er aber nicht, was er da eigentlich tut.

Bereits um 15.00 Uhr ist heute Besprechung und anschließend gemeinsames Grillen angesagt. Wir wollen die Wärme des Tages nutzen, denn am Abend wird es doch schon etwas kalt, seit wir uns immer weiter nach Süden begeben. Auf dem Platz findet sich auch ein südafrikanischer Landcruiser ein. Das ältere Paar, welches damit unterwegs ist, hatten wir bereits Anfang Juni in Botswana in der Nata-Lodge getroffen. Wir standen dort neben ihnen.

Wilfried betätigt sich wieder einmal als Experte für das große Feuer. Da ist er in seinem Element. Jeder bringt seine Grillsachen mit zur großen Tafel und steuert etwas zur Beilagenvielfalt bei. So lernt man immer wieder etwas neues und die Geschmäcker anderer kennen. Unser Rumpsteak ist schnell fertig und wir lassen es uns schmecken. Frank gibt noch einen, bzw. mehrere Kartons Wein auf seinen bereits in der Serengeti stattgefundenen Geburtstag aus, sodass einem feuchtfröhlichen Abend nichts im Wege steht. Irgendwann wird die Tafel dann aufgelöst und wir gruppieren uns um das schöne warme Feuer. Wem dennoch von unten zu kalt wird, dem bringt Wilfried Glut auf der Schippe und kippt sie unter den Stuhl. Ein sehr angenehmes Gefühl. Werden wir uns für zu Hause merken.

Später taucht Jürgen, der Südafrikaner der eigentlich aus Hamburg stammt, wieder auf, setzt sich neben mich und wir unterhalten uns lange über Afrika im Allgemeinen und Südafrika im Besonderen. Seit vierzig Jahren lebt er bereits in Südafrika und wohnt mit seiner Frau, einer gebürtigen Südafrikanerin, in Durban. Sie reisen viel und fliegen auch regelmäßig jedes Jahr für einige Wochen nach Deutschland. Mit ihrem Fahrzeug mit Dachzelt und üppiger Ausstattung können sie selbstverständlich die Länder des südlichen Afrikas ganz anders bereisen als wir. Wo wir zum Beispiel in Botswana nur etwa drei befahrbare Straßen finden, sind sie in den letzten Jahren über vierzigtausend Kilometer unterwegs gewesen und können von vielen landschaftlichen Schönheiten berichten. Es war ein sehr angenehmes Gespräch. Spät am Abend löst sich dann die Runde auf.

12.07.

Heute nun waren 310 km zu bewältigen, was auf der sehr guten Straße kein Problem war.

Wir kommen durch Choma und Kalomo und hier wird die Veränderung, die wir gestern schon gespürt haben noch deutlicher. Aus Hütten werden Häuser und auch die Menschen sind anders. Wir sind vom Land der Bemba in das Land der Tonga gekommen. Das kleine Kalomo war sogar einmal, zwischen 1902 und 1907 die erste Hauptstadt Nordwestrhodesiens. Zügig spulen wir die Kilometer herunter und sind bereits um die Mittagszeit in Livingston. Schon vorher kann man die weiße Gischtwolke „Mosai-OaTunja“, den donnernden Rauch, wie die Kololo die Viktoria-Fälle einst nannten, sehen.k-S2950007

Wir stoppen in Livingston wieder am gleichen Supermarkt wie beim letzten Mal und essen etwas zu Mittag im gleichen Cafè wie damals. Endlich habe ich für kurze Zeit auch einmal WLAN. Ohne Netzzugang werde ich schon allmählich krank.

An der Campzufahrt fahren wir vorbei bis kurz vor die Grenze zu Simbabwe. Wir wollen uns die Victoria-Fälle von der sambesischen Seite betrachten. Wir parken am Victoria-Falls-Park, von zahlreichen Affen umgeben, zahlen 45US$ und erwandern die besten Blicke auf die Fälle.k-20160712_155502k-IMG_20160712_155521 Mit kurzen Hosen, Badelatschen und Regenjacke sind wir gut präpariert. Auf dem Weg bis kurz vor die Autobrücke zwischen den beiden Ländern bleiben wir noch trocken, aber auf dem anschließenden Rundweg mit Fußgängerbrücke werden wir richtig nass. Aber es lohnt sich. Ein fantastisches Bild ergänzt durch einen und manchmal zwei Regenbogen. Wer hätte von uns beiden jemals gedacht, dass wir eines Tages an den Victoria-Fällen in Sambia stehen werden. In der Gesamtbreite die größten Wasserfälle der Erde. Doppelt so hoch und 1,5 mal so breit wie die Niagarafälle.

13./14.07.2016 Victoria Falls in Simbabwe aus der Helicopterperspektive

Wir haben nur 10 km zu bewältigen bis zum Grenzübertritt von Sambia nach Simbabwe. Wir lassen uns Zeit und verlassen dann doch früher als empfohlen den Platz. Wir wollen den Grenzübergang allein bewältigen. Mittlerweile haben wir so viel Erfahrung gesammelt, dass uns dies ohne Probleme gelingen sollte. Die Ausreise aus Sambia gestaltet sich mit allen Formalitäten auch relativ problemlos. Nur am Tor kurz vor der Brücke, die beide Länder miteinander verbindet ist Schluss. Wir waren darauf eingestimmt, 25 Kwatscha für die Livingston Concil Levy bereitzuhalten. Alles was wir noch darüber hatten, hatten wir am Vortag vertankt. Plötzlich wollte der Beamte 50 Kwatscha und wir standen etwas ratlos da. Astrid hat erst einmal in gewohnter Weise und wortreich protestiert. Es half alles nichts. Auf meine Frage, ob alle Fahrzeuge die gleiche Summe von 50 Kwatscha zu bezahlen hätten, erhalte ich den Block gezeigt. Er hat nur Blätter mit dieser eingedruckten Summe. Für 3 $ tauschen wir weitere 25 Kwatscha ein und können dann passieren. Diesmal ist von der Brücke eine bessere Aussicht auf die Fälle. Bei der ersten Überquerung war nur Gischt zu sehen.

Auf simbabwischer Seite werden wir für Visum, Roadtax und Carbontax insgesamt 100$ los und haben bald die Grenze passiert. Nur der Beamte für die Fahrzeugabfertigung tat sich schwer. Er hatte wohl noch nie ein Carnet gesehen und benötigte deshalb die Hilfe eines weiteren Beamten. Nach der Grenze machen wir noch einen Abstecher in den nur etwa drei Kilometer langen Sambesi-Drive aber sehen außer Affen und Warzenschweinen nur einen 1900 Jahre alten Boabab-Tree, in dessen Schatten schon der berühmte David Livingston gesessen hatte. k-S2950014

David Livingston
David Livingston

Wir lassen uns von der Touristenpolizei Einzelheiten dazu erzählen. Der Inhalt der noch jungen Früchte wird durchaus gegessen. Mit Milch eingeweicht wird der Inhalt ausgelöffelt. Die alten Früchte dienen nur noch als Nahrung für Elefanten, Giraffen und Affen.

Nach dem Drive sind es nur noch 800m links und wir sind auf dem uns bereits bekannten Victoria Falls Restcamp.k-S2960027k-S2960028

Den Abend verbringen wir bei einem sehr guten Buffet in dem berühmten Victoria Falls Hotels, das mit zu den bekanntesten Hotels der Welt gehört. Eine große Anlage mit Terrasse und Blick auf die Brücke über die Victoria Fälle. Sehr beeindruckend und unvergesslich.

14.07.

Heute nun ein absolutes Highlight. Wir haben einen 25-minütigen Helicopter-Rundflug über die Victoria Falls gebucht. Nicht ganz billig, aber absolut lohnenswert. Mit einem Kleinbus werden wir zum Flugplatz gebracht, erhalten eine Sicherheitsunterweisung, werden gewogen und kommen dann auch gleich dran. Gemeinsam mit Anne und Rolf besteigen wir den Heli. Ich habe Glück und kann vorn neben dem Piloten Thomas sitzen. Headset auf, angeschnallt und dann geht es auch schon los. Ein fantastisches Gefühl, besonders in Kurvenlage, und mit einer beeindruckenden Sicht auf die Fälle, die wir mehrfach überfliegen, dann den Sambesi nach beiden Seiten noch etwas überfliegen und nach Tieren in der Landschaft Ausschau halten. Ein absoluter Höhepunkt unserer Tour.

Eine DVD unseres Fluges erhalten wir für 30$ auch noch später ausgehändigt.

Zwischen den Highlights unternehmen wir mit Klaus und Beate noch einen Rundgang durch das Victoria Falls Hotel hin zum Lookout-Cafe.

Hier kann man Wagemutigen bei sportlichen Unternehmungen zuschauen. Zurück durch die Stadt bleibt auch noch Zeit für ein Sandwich.k-IMG_20160714_130708

Um 16.00 dann ein weiterer Höhepunkt, ein Sunset-Cruise auf dem Sambesi-River.

Wir haben zwar an anderer Stelle schon zahlreicher Tiere am Wasser beobachten können, aber dennoch ein schönes Erlebnis mit Blicken auf Elefanten, Rhinos, Vögel und Krokodile und später noch einen perfekten Sonnenuntergang.

15.07.2016 nächster Halt Botswana

Heute liegen nur etwa 90 km vor uns und wir können es ganz entspannt angehen lassen. Aber um 9.00 ist erst einmal Briefing für die nächsten beiden Tage.

Wir starten dann und folgen Klaus der vor uns das Camp verlässt. Und da sind wir verlassen, denn unser Navi führt uns von der Hauptstraße in Vic.Falls gleich nach rechts, während Klaus geradeaus fährt. Wir lassen uns zunächst (hoffentlich zum letzten Mal) verleiten und folgen bis unser Navi (zu recht) protestiert. War natürlich falsch die Strecke. Wir wenden und fahren dann auf der korrekten Route Richtung Kazungula und passieren zuvor den Grenzübergang nach Botswana. Sowohl die Ausreise aus Simbabwe, als auch die Einreise nach Botswana gestalten sich recht entspannt, bis auf die Tatsache, dass bei der Einreise nicht 40 Pula, wie angekündigt, sondern 120 Pula fällig werden.

Nachdem dann alle Formalitäten erledigt waren, wurden wir an der Ausfahrt dennoch gehindert. Wie vorher mit dem Auto, mussten wir jetzt hier mit den Schuhen durch Desinfektionsflüssigkeit, wenn es denn welche war. Und wir hatten einen Beamten erwischt der auch das Auto von innen inspizieren wollte. In Botswana sind wieder die uns bereits bekannten Lebensmittelkontrollen fällig. Aber unser Beamter  wollte eigentlich nur etwas von uns haben, wie er Astrid an der Küchenzeile leise zu verstehen gab. Sie gab sich aber so, als verstünde sie nichts. Das steigerte dann aber seinen Kontrolltrieb und ich musste schließlich nach Kontrolle der Heckgarage alle Schuhe durch die Flüssigkeit ziehen. Ich hätte ihm am liebsten den Hals umgedreht. Inzwischen machte er sich in Astrid’s Anwesenheit an unseren Wein- und Schnapsflaschen zu schaffen. Offensichtlich erwartete er, dass sie ihm eine schenkt. Aber nichts da.  Irgendwann war aber auch diese Kontrolle überstanden (unsere versteckten Lebensmittelvorräte aus dem Kühlschrank hat er nicht gefunden) und wir konnten weiter nach Kasane um hier noch endlich eine neue Telefonkarte zu erwerben. Bei „Orange“ werden wir fündig. Und gegenüber genehmigen wir uns noch eine Pizza, bevor wir bei „Spar“ noch ein paar Getränke erwerben. Dann aber zum nur noch 1,3 km entfernten Camp. Eine schöne Anlage, aber die Campsite ziemlich eng.k-20160715_151133 Allerdings entschädigt der Ausblick auf den Chobe und morgen werden wir im gleichnamigen Nationalpark am Morgen eine Pirschfahrt und am Nachmittag eine Bootsfahrt unternehmen. Heute genügt uns ein fantastischer Sonnenuntergang.

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