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Ein Besuch bei den San

21.07.2016 Besuch bei den Buschleuten (San)

Ziemlich kalt in der Nacht. Ich lese früh nur 8° für das Innere des Womos ab. Aber schnell steigt die Sonne höher und wir können draußen frühstücken. 10 Uhr geht es dann mit einem offenen Wagen mit dem Chef der Anlage als Fahrer zum nahegelegenen Buschmann-Camp, was auf dem Farmgelände beheimatet ist.k-S3020068Wir werden herzlich empfangen von einer älteren Frau, die offensichtlich hier das Sagen hat.k-S3020018 In ihrer Sprache mit den vielen Klicklauten begrüßt sie jeden einzelnen von uns mit Handschlag, wie auch die später hinzugerufenen Männer. Ihr genaues Alter ist nicht bekannt, aber der ältere soll schon zwischen achtzig und neunzig Jahre alt sein. Weitere Frauen mit kleinen Kindern stoßen dann noch hinzu und wir werden durch das Gelände geführt und mit Lebensweise und Gewohnheiten der Buschleute vertraut gemacht.

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ob's wirklich geschmeckt hat?
ob’s wirklich geschmeckt hat?

Die San leben seit 15.000 Jahren im südlichen Afrika und durchstreiften die Gebiete als Jäger und Sammler. Sie gelten als die älteste Bevölkerungsgruppe. Ihre eigentlichen Herkunft ist noch weitgehend unergründet. Als die weißen Siedler kamen wurden sie weitgehend verdrängt und ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Etwa 27.000 bis 40.000 San soll es noch im heutigen Namibia geben. Heute leben nur noch wenige Hundert der San auf traditionelle Weise. Sie kleiden sich mit ledernem Lendenschurz und die Frauen tragen zusätzlich handgegerbte Tierhäute, in denen auch die Kinder auf dem Rücken getragen werden. Mit Giftpfeilen gehen sie auf Jagd. Das Gift stammt dabei von einer Raupe. Über Stunden muss das getroffene Wild verfolgt werden, denn das Gift wirkt langsam. Die San kennen etwa 250 verschiedene Pflanzen und sind Überlebenskünstler in der Wildnis.

Vom Chef der Farm bekommen wir alle ein Samenkorn, welches wir unter die Zunge legen sollen. Es dauert nicht lange, dann platzt es auf. Ein eigenartiges Gefühl, was aber deutlich machen soll, wie ein lange im Boden befindliches Samenkorn lagern kann und nur wenig Flüssigkeit ausreicht um es wieder zum Leben zu erwecken.k-S3020066

Nach der eindrucksvollen Führung findet im kleinen Dorf, was nur von fünf San bewohnt wird (eigentlich sind sie Nomaden) die übliche, aber vermutlich notwendige Vermarktung von Schmuck und Gebrauchsgegenständen der Buschleute statt, die alle handgefertigt sind. Ein Köcher mit Pfeilen und dazugehörigem Bogen haben es mir angetan.

Übersetzer gesucht
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Mit dem offenen Wagen geht es zurück zu unserem Camp, wo wir den Rest des Tages im herrlichsten Sonnenschein und unter wolkenlosem Himmel verbringen. Dabei steigt die Temperatur im Womo bis auf 30°.

Am Nachmittag besuchen wir dann noch einmal die Fütterung der hier gehaltenen Tiere, von Emu über Eule, Stachelschwein bis zu den Leoparden.

Jamal macht am Abend noch ein schönes Feuer am Platz und wir vernichten gemeinsam den restlichen Wein von Annes Geburtstag.