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Ballonflug und Schloss Duwisib

12.08. vom Sossusvlei nach Duwisib

Bevor es heute über 180 km nach Duwisib geht, erwartet uns noch ein weiteres Highlight. Wir, Jamal und zwei andere Paare haben einen Ballonflug über die Namib gebucht. Bevor es jetzt Kritik an der Wortwahl „Ballonflug“ gibt, muss gesagt werden, in Namibia heißt dieses Abenteuer mit dem Ballon Flug und hier kann man gar nicht verstehen warum es in Europa Ballon-fahren heißt. Schließlich sei er Pilot und Piloten fliegen, macht uns der Chef klar.

10 Minuten nach fünf klingelt heute der Wecker und um kurz vor sechs werden wir an der Tankstelle abgeholt. Einige Mitflieger steigen in der nahen Lodge noch zu und dann geht es zügig über Schotterpiste zum Startplatz, wo sich die Ballone schon füllen.k-DSC00062k-DSC00060 Wir werden an den ersten von dreien verwiesen, während sich die beiden anderen allmählich vom Boden lösen. Unserer bekommt eine Windböe ab und klappt erst einmal wieder zusammen, sodass mit dem Brenner keine Wärme in den Ballon geblasen werden kann. Also heißt es für uns, wieder aussteigen und der Ballon muss neu mit Luft gefüllt und aufgerichtet werden.k-DSC00072 Dann aber können auch wir starten und den Blick auf die Landschaft und die am Rande befindlichen Dünen genießen. Etwas Dunst liegt über dem Panorama, der aber aus Sand und Staub besteht wegen des Windes.

mystische Kreise
mystische Kreise

Da wir als letzter Ballon gestartet sind, landen wir nach etwa einer Stunde auch als letzte Besatzung. Aber auch unsere Landung hat ihre Tücken. Kurz vor dem Boden erfasst uns eine Windströmung und wir kommen unsanft auf und werden über den Boden gezogen. Dabei kippt der Korb und wir liegen rücklings darin. Kein Problem, denn wir hatten uns nach Anweisung alle hingehockt und an den Schlaufen festgehalten. Darüber hinaus sind die Körbe in Segmente unterteilt was verhindert, dass wir alle übereinander liegen. Also alles ein großer Spaß und nichts passiert.k-S3150054

Insgesamt war der Flug nicht ganz so spektakulär wie wir es erwartet hatten. Wir waren der Annahme, wir würden direkt über die Dünen fliegen. Aber die Erklärung des Piloten war einleuchtend. Falls es über den Dünen zu einer Landung käme, wäre der Ballon durch Fahrzeuge nicht erreichbar. Müssen wir wohl so hinnehmen.

Am Boden war von oben erkennbar schon das Sektfrühstück bereitet worden und wir lassen es uns schmecken bevor jeder seine Urkunde ausgehändigt bekommt. Ein Spendentopf steht noch bereit. Damit wird eine Schule von Schwarzen unterstützt die hier arbeiten. Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Abstecher dahin.k-S3150028

Abstecher zur Schule:

Zurück zum Womo, machen wir uns dann bald auf und kommen heute besser voran. Große Teile unserer Strecke sind zum Glück frisch geschoben bzw. gegrädert worden.k-S3150086

Auf der C19 geht es Richtung Maltahöhe, dann rechts auf die D831 bevor wir dann auf die D826 einschwenken auf der wir wie auf einer Berg-und-Tal-Bahn 17 km bis zum Schloß Duwisib und dem Campingplatz der Familie Schulz fahren.k-S3150098

Schloss Duwisib ist eine burgartige Schlossanlage, die so gar nicht hier her passt. Ein deutscher Großgrundbesitzer hat sich Anfang des 20. Jh. hier verwirklicht und für sich und seine amerikanische Ehefrau dieses Bauwerk errichtet. Sehr lange hatte er nichts davon, denn kurz nach Beginn des 1. Weltkrieges fiel er an der Front und seine Frau kehrte nach Amerika zurück und kam nie wieder hierher. Heute ist es Museum und es werden auch Zimmer vermietet.

Am Abend gibt es im Camp ein typisch afrikanisches Essen, was von Elisabeth, einer schwarzen Angestellten, bereitet wird. Ein Bobotie, Hackbraten, aus gewurztem Oryx und Gulasch aus Oryx, dazu Kartoffeln, Reis und Gemüse und alles sehr schmackhaft. Der Hausherr, Herr Schulz, begrüßt uns persönlich und steht uns auch nach dem Essen, mit vielen Informationen auf unsere Fragen zu Namibia zur Verfügung. Er ist gebürtiger Namibier mit deutschen Wurzeln. Seine Eltern sind in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts nach Namibia ausgewandert.