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Bergama ( Pergamon )

04.10.
Heute Morgen geht es schon wieder so früh raus. Viertel nach acht fährt der Bus zur großen Akropolis. Er braucht nur etwa 15 Minuten durch Bergama und mit Fahrstuhl und Seilbahn sind wir in weiteren 5 Minuten an der Akropolis. Diese ist eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten der Türkei, gelegen auf einem Hügel über der Stadt. Vom 8. Jh. vor Chr. an siedelten hier Griechen, später regierten hier Generäle Alexanders des Großen. Attalos der III. übergab das Königreich an Rom und Pergamon wurde Hauptstadt der römischen Provinz Asia. Pergamon, heute Bergama, war ein bedeutendes Zentrum der Wissenschaft. Wir sehen den Trajan-Tempel, Reste der Stadtmauer, Ruinen der Bibliothek, eine der größten der Antike, den Zeus-Altar, das im 3.Jh. vor Chr. erbaute Theater mit Platz für 10.000 Zuschauer und den Sockel des Pergamon-Altars. Der Altar selbst steht bekanntermaßen in Berlin. Erneut haben wir einen sehr sachkundigen einheimischen Führer der sehr ausführlich auf die Geschichte, die historischen Zusammenhänge, aber auch die Bezüge zur Mythologie, eingeht. Von Vorteil ist auch, dass wir sehr früh dran sind und die Akropolis nahezu ungestört auf uns wirken lassen können.

Wieder zurück mit dem Bus zum Camp erledigen wir noch das Nötigste und starten dann aber doch als Letzte vor der Reiseleitung. Wir folgen der E 87 bis Izmir und wollen hier die Alternativstrecke Richtung Çesme nehmen statt der Autobahn. Izmir ist die drittgrößte Stadt der Türkei und wohl am meisten westlich geprägt. Eine moderne und pulsierende Stadt mit einer einzigartigen Lage am Meer.

Wir finden die Strecke nach Çesme, aber weil ich im Kreisverkehr die falsche Ausfahrt nehme, müssen wir doch 5 km Autobahn in Kauf nehmen bevor wir auf reizvoller Strecke quer über die Berge von einer Seite auf die andere der vorgelagerten Halbinsel fahren. Eine Landschaft sehr karg und ohne nennenswerten Baumbewuchs, bis sich eine fruchtbare Ebene auftut, in der Zitrusfrüchte, Oliven, Zucchini und anderes angebaut wird. Über eine weitere Bergkette gelangen wir dann wieder an die Küste und genießen den herrlichen Panoramablick. Durch zahlreiche Touristenorte nähern wir uns Selçuk und erreichen kurz davor unseren Campingplatz direkt am Strand. Nachdem ich geduscht und Astrid mir die Haare geschnitten hat, genießen wir mit einem Glas Wein den Sonnenuntergang.

Ephesos

05.10.
Es war wieder kalt in der Nacht. Am Morgen sind nur 9° im Womo. Selçuk bildet für uns die Basis um heute von hier aus Ephesos zu besuchen. Nach zehn Minuten Busfahrt kommen wir bereits am Obertor an. Im Unterschied zu Troja, Assos und Pergamon stehen hier bereits unzählige Busse und schütten die Touristen aus. Auch von Kreuzfahrtschiffen werden sie hierher gebracht, das Meer ist nicht weit. Früher reichte das Meer bis Ephesos heran, hier war in der Antike ein bedeutender Hafen, nachdem Bergama aufgegeben wurde, weil der dortige Hafen versandete und das Meer sich bis auf 18 km entfernte.
Mit Ephesos haben wir auch gegenüber den vorangegangenen Orten die absolute Steigerung vollzogen. In der Reihenfolge wie wir die Orte Troja, Assos und Bergama besucht haben, wuchs auch in der subjektiven Wahrnehmung deren Bedeutung, wenn man sie daran festmacht, wie viel zu sehen ist. Ephesos bildet nun das absolute Highlight. Es gehört zu den größten Ruinenstätten der westlichen Welt. 1000 v. Chr. erbaut, geht die Stadt, deren Reste heute zu sehen sind auf den Nachfolger Alexanders des Großen zurück. Erbaut im 4. Jh. v. Chr. Unter den Römern war hier der größte Hafen der Ägäis. Er verschlammte später und die Stadt verfiel. Zum Glück ist die Stadt aber nie überbaut worden. Auf den Trümmern und den darüber befindlichen Ablagerungen wurden Landwirtschaft betrieben und Olivenhaine angepflanzt. Das hat die spätere Freilegung erleichtert und vieles erhalten.
Wir sehen u.a. den Hadrian-Tempel, das Herkules-Tor, das riesige Theater, die Kolonadenstraße, das Freudenhaus und eine antike Toilettenanlage. Einen Höhepunkt bildet selbstverständlich die Celsus-Bibliothek. Nach drei Stunden endet die Führung und wir sind ziemlich kaputt.

Der Bus bringt uns ins Zentrum von Selçuk, wo wir zu Mittag essen und anschließend über den Markt schlendern, die Vorräte mit frischem Obst und Gemüse auffüllen, bevor er uns am Campingplatz absetzt.

Astrid macht noch Wäsche, wir bewundern erneut den schönen Sonnenuntergang und verziehen uns dann bald ins Womo. Hoffentlich wird es bald wärmer und der Wind, der Astrid Kopfschmerzen bereitet, lässt nach. Morgen bleiben wir noch hier bevor es am Montag weiter geht nach Pamukkale.