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Auf dem Weg in die Serengeti

21. bis 24.06.2016 Auf dem Weg in die Serengeti

Die folgenden Tage dienen dem Ziel uns der Serengeti näher zu bringen.

Aber zunächst geht es in zwei Etappen nach Arusha über Korogwe. Bis Chalinze kennen wir die Straße schon und wir kommen einigermaßen durch. Wieder kommen wir an dem Tankstellenunsinn hier vorbei. Wohl jeder Ölscheich des Orients platziert hier seine eigene Marke. Wie diese Tankstellen hier existieren können ist uns ein Rätsel. Es herrscht kaum Betrieb an den Zapfsäulen. Aber darüber sollen sich andere Gedanken machen.

Ab Chalinze biegen wir ab auf die A14 und kommen dann an dem Abzweig nach Bagamoyo vorbei. Die Stadt liegt am Meer und war in der Kolonialzeit einmal kurz die Hauptstadt von Deutsch-Ostafrika, bevor man sich für Daressalam entschied.

Bei Segera biegen wir nach links ab auf die B1 in Richtung Korogwe und 22 km weiter erreichen wir die White Parrot Lodge unser erstes Nachtquartier auf dem Weg zur Serengeti. Entgegen allen Erwartungen sind wir hier die Ersten und werden erst einmal ziemlich ungläubig empfangen. Einer tut sich besonders wichtig und telefoniert mit seinem Commander, wahrscheinlich dem Chef des nebenan gelegenen Hotels. Aber dann ist offenbar alles geregelt und wir suchen uns einen Platz. Wir stehen hier sehr eng um das Zentrum des Platzes, aber wir haben Strom und ein wenig Wäsche kann auch gewaschen werden. Nach und nach trudeln auch die anderen ein, die teilweise wieder einmal von der Polizei gestoppt und zur Kasse gebeten wurden. Wir kamen heute glimpflich davon.

Am anderen Morgen bekommen wir noch Besuch von einigen der weiblichen Angestellten hier, die sich für unsere Womo’s interessieren. Vier Damen gleichzeitig besteigen mit Astrid unser Womo und bestaunen alles. Sogar der Kühlschrankinhalt wird fotografiert und der Wasserhahn getestet. Die Überraschung war so groß, dass ich doch vergesse ein Foto von den Damen zu machen als sie wieder unser Womo verlassen.

Am nächsten Tag geht es nach Arusha und wir passieren rechterhand die Usambara-Berge. Sie begleiten uns über mehrere Kilometer nach Norden. Hier stammt das auch uns bekannte Usambaraveilchen her. Wir passieren den Abzweig nach Lushoto, der Distrikthauptstadt, die zu Kolonialzeiten Wilhelmstal hieß. Mehrfach kreuzen wir unterwegs eine leider stillgelegte Schmalspurbahnstrecke, die Usambara-Bahn, die um die Jahrhundertwende gebaut wurde. Sie führte von Tanga nach Moshi und erschloss die Usambara-Berge .k-S2840068k-S2840066

kurzer Stopp am Baobab
kurzer Stopp am Baobab

Weiter Richtung Moshi nähern wir uns dem Kilimajaro-Massiv, das mit knapp 6000 m Höhe das höchste Bergmassiv Afrikas ist, die höchste Erhebung ist der Kibo mit 5895 m. Der Kilimanjaro liegt auf tansanischem Staatsgebiet, soll aber von Kenia aus den besten Anblick bieten. Wir bekommen ihn gar nicht zu Gesicht, obwohl er direkt vor uns liegen sollte. Der Himmel hängt leider voller Wolken.

Unterwegs wird in riesigen Plantagen Sisal angebaut. Der Anbau geht auf deutsche Pflanzer von vor über 100 Jahren zurück. Die Pflanze ist vom Aussehen in etwa zwischen gestutzten Palmen und kleinen Ananaspflanzen anzusiedeln.k-S2840063k-S2840064

Wir passieren Moshi mit rund 180.000 Einwohnern. Als Universitätsstadt läuft sie dem eher touristischen Arusha was die Bildung angeht den Rang ab. Der Flughafen „Kilimanjaro-Airport“ liegt genau zwischen Moshi und Arusha.

Impressionen am Wegesrand:

Nach weiteren 70 km erreichen wir die Halbmillionenstadt Arusha mit ihrem quirligen Treiben und meist schlechten Straßen. Zuvor passieren wir noch eine Baustelle die den Fahrzeugen wieder einmal alles abverlangt.Auch bei uns kratzt es hin und wieder am Fahrzeugboden und ich ahne schon Schlimmes als ich auf dem Platz Tropfen unter dem Auto fallen sehe. Aber es ist nur das Kondenswasser der Klimaanlage.

Astrid genießt die Ruhe
Astrid genießt die Ruhe

Das Massai-Camp ist für drei Nächte unser Quartier. Ein taktischer Halt, wie Renate sagt. Denn falls an den Fahrzeugen etwas zu reparieren ist, dann ist hier die beste und vorerst einzige Gelegenheit. Und hier in Arusha kann Gas getankt werden und wir bekommen auch wieder eine Flasche gefüllt. Am Fahrzeug haben wir zum Glück nichts zu tun und auch eine Ölstandskontrolle fällt positiv aus.k-20160623_105133

Am nächsten Tag nehmen wir den angebotenen Ausflug in die Stadt in einem Kleinbus wahr. Wir steigen bei der German Boma aus, einem früheren Verwaltungssitz der deutschen Kolonialisten und besuchen das kleine Museum. Viel hat es nicht zu bieten, aber ein paar schöne Fotografien von der Tierwelt Tansanias sind in die Ausstellung eingestreut. Ein kurzer Besuch in einer Werkstatt für Tierpräparation beendet den Besuch. Dahinter gibt es einen kleinen botanischen Garten und dann noch eine sehenswerte Künstlerkolonie, mit kleinen Werkstätten und Läden und zahllosen Bildern mit afrikanischen Motiven. Sie werden hier hergestellt und sind deshalb keine Massenware, wie man sie häufig auf den Märkten antrifft.

Anschließender Treffpunkt ist das „Africafe“, mit dem besten Cappuccino seit langer, langer Zeit.k-20160623_125131

k-IMG_20160623_123226Der folgende Besuch des Cultural-Heritage-Centers ist auch ein Highlight. Viele großartige Kunstwerke sind hier zu sehen. Malerei, Bildhauerei und Metallkunst und viele Läden mit landestypischem Kunsthandwerk. Auch die großen Kunstwerke können erworben werden und werden u.a. per DHL in alle Welt versandt. Ein Glück, dass wir nicht mehr wissen wo wir in unserem Haus damit hin sollen.

Es folgt noch ein kurzer Halt bei einer gut sortierten Metzgerei und einem Supermarkt und dann geht es zurück zum Camp.

Um 17 Uhr sind wir zum Treffen gerufen. Heute ist Bergfest unserer Tour und das wird gefeiert mit gutem Wein und Knabbereien und anschließend folgt noch ein sehr sehenswertes Programm einer Gruppe junger Künstler von der Universität, die sich die Pflege und Erhaltung des musikalischen und tänzerischen Kulturgutes Tansanias zur Aufgabe gemacht haben. Den Abschluss bildet die Präsentation der tansanischen Nationalhymne.

Diesem erlebnisreichen Tag schließt sich ein Ruhetag an. Zumindest für uns. Wir verzichten mit etwa der Hälfte der Gruppe auf den angebotenen Tagesausflug zu einer Kaffeeplantage und hoffen eher darauf, dass die Wolkendecke einmal aufreißt und den Blick auf den Kilimanjaro freigibt. Leider bislang vergebens. Deshalb trinke ich den Kummer mit Kilimanjaro-Bier hinunter. Nun sind wir so nah dran und 350 km weiter ist der Äquator und wir sehen nichts. Eine letzte Hoffnung bleibt noch heute Abend. Auf der Schwesterlodge unseres Platzes, wo wir heute zu Abend essen werden, soll die Aussicht gut sein. Nur Wolken beiseite schieben können die dort auch nicht.

von Arusha in das Doffa-Camp

25.06.2016 Arusha – Doffa

Wir verlassen das Massai-Camp ohne dass wir in den vergangenen drei Tagen auch nur die Chance hatten, den Kilimanjaro zu sehen. Schade drum, aber nicht zu ändern. Auch bei der Abfahrt ist uns das Vergnügen nicht vergönnt denn es regnet.

Bereits in der Nacht gegen drei Uhr musste ich hinaus, weil es anfing zu regnen, um unseren Wäscheständer unter den überdachten Platz zu stellen.

Der Himmel sieht aus, als sollte es heute auch nicht mehr aufhören mit dem Niederschlag.

Aber erst heißt es sich durch Arusha mit dem dichten Verkehr zu schieben. Fahren kann man das nicht nennen, denn ständig ist „Stopp and Go“, ausweichen, überholen, bremsen und erhöhte Aufmerksamkeit angesagt um die „Long Stripes“ und die „Humbs“ nicht zu übersehen. Nachdem der erste Kreisel passiert ist folgt noch der „Clock-Tower-Kreisel“ und dann geht es halblinks weg Richtung Makuyuni. Wir kommen wieder am „Africafe“ und dem „Cultural Heritage-Center“ vorbei, aber machen keinen erneuten Halt.

Relativ ebene Landschaft schließt sich an und 13 km weiter findet sich rechts das „Sable-Square-Shopping-Center“ mit kleinem Supermarkt. Das Angebot ist begrenzt, aber es herrscht hier kein Trubel. Der Komplex hat Ausmaße, dass noch viele weitere Geschäfte hier Platz hätten. Eigentlich unverständlich genau hier so einen Konsumtempel zu errichten, obwohl die Umgebung relativ dünn besiedelt ist. Wahrscheinlich der Grund dafür, dass hier überwiegend Leerstand herrscht. Aber ein Cafe‘ gibt es, mit gutem Cappuccino und leckeren Teilchen. Wir sind leider noch vom Frühstück satt, aber nehmen uns noch etwas mit.

Auf sehr guter Straße mit wenig Verkehr geht es Richtung Makuyuni. Die Landschaft ist leicht hügelig, der Regen hat aufgehört und wir cruisen so dahin. Wir haben keine Eile, denn es sind heute nur 160 km zu überwinden. Der Boden rechts und links ist von vielen Erdeinbrüchen oder Absenkungen durchzogen. Vermutlich eine Begleiterscheinung des Ostafrikanischen Grabenbruchs „Great Rift Valley“, an dessen Bruchkante wir uns bewegen. Der Grabenbruch ist durch Spaltung der Afrikanischen von der Arabischen Platte während der letzten 35 Mio. Jahre entstanden und zieht sich von Ostafrika nach Südwestasien. Der Boden ist sowohl vulkanisch als auch seismisch aktiv. Diese Verschiebung entwickelt sich weiter und es wird angenommen, dass in einigen weiteren Mio. Jahren sich das östliche Afrika vom Rest des Kontinents abtrennen wird.

k-S2850028k-S2850032In Makuyuni zweigen wir rechts ab Richtung Karatu und die Straße wird wellig und erfordert wegen einiger Löcher wieder mehr Aufmerksamkeit. Der Wandel der Landschaft entgeht uns trotzdem nicht. War es vor dem Abzweig überwiegend eben und der Bewuchs sehr verdorrt, wird es jetzt hügelig und man könnte meinen wir befinden uns in der Toscana. Nur das wir uns hier auf 1.200 m Höhe bewegen. Zahlreiche von Massai betreute Viehherden sind heute an unserem Weg unterwegs. Die Kühe und die Esel sehen gut genährt aus. Auch die Ziegen.k-S2850034

k-S2850033k-S2850030Wir passieren das kleine Dörfchen Mto wa Mbu, was Fluss der Moskitos bedeutet. Hier gibt es reichlich Souvenirläden und Bilder werden angeboten mit immer den gleichen Motiven.

Kurz darauf erklimmen wir die Bruchkante des Grabenbruchs und nach 9 km bietet sich ein Ausblick auf den Lake Manyara.

Leider ist es immer noch trüb und das trübt auch die Aussicht. Wir halten uns deshalb nicht lange auf, aber werden gleich aufgehalten. Polizeikontrolle. Und Astrid meint ich sei schon wieder zu schnell gewesen. Aber der Polizist lobt nur unser Auto und erkundigt sich, ob wir denn Küche, Bad, Dusche und weiteres an Bord haben und woher wir kommen. Dann verabschiedet er uns freundlich und sein hinzugekommener Kollege mit dem typisch afrikanischen Dreifach-Händedruck.

Die weitere sanft-hügelige Landschaft erinnert ein wenig an zu Hause mit den Maisfeldern und den Sonnenblumen.

Wir erreichen das lebhafte Karatu, was sich als Tor zum Ngorongoro-Krater zu einem Touristenort entwickelt hat, mit zahlreichen Lodges und anderen Unterkünften. Von der roten Erde hier liegt eine Patina auf dem gesamten Ort.

Links entdecken wir auf einem großen Platz lebhaftes Markttreiben. Hier handeln die Einheimischen mit allem was zu handeln möglich ist. Second-Hand-Bekleidung ebenso wie Geschirr, Plasteteile, Werkzeug, Schuhe, Obst und Gemüse, Tiere groß und klein und auch plärrende Stereoradios.

Wir machen eine Runde, erstehen noch ein paar Bananen und nehmen dann die letzten 9 km bis zu unserem Camp, dem Doffa-Camp, unter die Räder. Das Camp ist ruhig gelegen, aber etwas uneben. Wir stehen leicht nach vorn geneigt und können dies auch mit unseren Unterlegkeilen nicht vollständig ausgleichen.Aber Strom haben wir, fürs erste. Zwei Mitreisende sind schon wieder am werkeln. Eine verschlissene Bremsscheibe und ein abgerissener Stoßdämpfer sind die heutige Bilanz. Wir haben zum Glück keinen Schaden zu beheben.

Fünf Tage werden die Womo’s hier stehen bleiben, während wir auf Safari mit Allrad-Jeeps in den Ngorongoro-Krater und in die Serengeti gehen werden.

Deshalb verabschieden wir uns wieder einmal bis zu unserer Rückkehr, denn auch dahin nehme ich den Laptop nicht mit. Und ob dort Internet verfügbar ist, ist auch ungewiss. Aber wir liefern alles nach mit hoffentlich auch schönen Bildern bei schönem Wetter.

Bleibt schön neugierig.

Ngorongoro und Serengeti

26. bis 29.06.2016 Ngorongoro und Serengeti

Endlich ist der nachfolgende Bericht fertig. Aber mit den Bildern ist es so eine Sache für sich. Wir haben an beiden Plätzen hunderte von Bildern geschossen, sodass eine Auswahl jetzt schwer fällt. Ich lade daher nur eine kleine unvollständige und unbearbeitete Auswahl in den Text und bitte um Nachsicht. 

Halb sieben ist die Nacht vorbei und um acht ist Abfahrt zum Ngorongoro-Krater. Vier Toyota-Landcruiser stehen mit Fahrern bereit. Mit Ulrike und Wilfried nehmen wir den Fünfsitzer, während die Anderen auf die drei Siebensitzer verteilt werden. Unser Fahrer Melkay ist noch jung und von schmächtiger Gestalt, aber er trägt die organisatorische Verantwortung für die Fahrzeuge und den Papierkram der bei Ein-und Ausfahrt zum Krater und später in die Serengeti zu erledigen ist.k-S2850054k-S2850055k-S2860001

Das Ngorongoro-Schutzgebiet, bzw. die Ngorongoro Conservation Area (NCA), umfasst ein Gebiet von etwas mehr als 8000 qkm und ist UNESCO-Weltnaturerbe.k-S2850046k-S2850043k-S2850045 Die NCA war zunächst Teil des Serengeti-Nationalparks, wurde aber nach Protesten der ansässigen Massai, wegen deren Verlustes von Weideland, abgetrennt. Der Krater selbst ist ein Teil des Gebietes. Den Massai ist es erlaubt, mit Ausnahme des Kraters, in dem Gebiet zu siedeln und auch ihr Vieh bis auf den Boden des Kraters zum Weiden zu führen. Der Krater ist der weltweit größte seiner Art und umfasst eine Fläche von 304 qkm. Der Kraterboden befindet sich auf 1700m Höhe und die Kraterwände steigen weitere 600m hinauf. Ca. 30.000 Tiere sind hier zu Hause. Die größte Wasserstelle im Krater ist der Lake Magadi mit bis zu 3m Tiefe. Das leicht sodahaltige Wasser wird auch von den Flamingos geschätzt die hier zu Tausenden leben. Es gibt im Krater ein paar leichte Erhebungen, aber sonst überwiegen bräunlich-goldene Grassavannen. Die einzige wirkliche Grünfläche ist der Lerai Forest.

Von all dem sehen wir zunächst nichts. Nur sieben Kilometer trennen uns vom Krater den wir über das Lodoare-Gate erreichen. Aber statt den Krater sehen wir dichten Wald und dicken Nebel. Nach dem Gate mit Informationszentrum fahren wir auf dem Kraterrand im Halbkreis um den südlichen Teil des Kraters um dann über eine der drei offiziellen Rampen den Kraterboden zu erreichen. Endlich reißt auch der Himmel auf und wir bekommen die ganze Schönheit der Landschaft und die zahlreichen Tiere zu Gesicht.

So ziemlich alles was Afrikas Tierwelt zu bieten hat, einschließlich der Big Five, ist hier zu finden und wir können uns kaum satt sehen. Unsere Safari im Kraterboden unterbrechen wir nur zu einem Picknick an einer der beiden Picknickplätze und setzen dann die Fahrt im Krater fort.k-S2850197k-S2850203k-S2850193 Ein faszinierendes Schauspiel bietet sich uns und auch die Kraterwände erscheinen später in sattem grün. Die Fotoapparate und die Videokamera stehen nicht mehr still und laufen langsam warm. Hoffentlich reicht die Speicherkapazität.

Sehr spät verlassen wir den Krater, bitten immer wieder unseren Fahrer zum Stopp für die nächste Aufnahme und müssen dann doch hinaus. Der Krater muss bis 18 Uhr verlassen werden. Oberhalb vom Krater übernachten wir im Rhino-Camp und beziehen unser Zimmer, ausgestattet mit Doppel- und einem Einzelbett, Dusche, WC und Holzofen. Später bringt ein Bediensteter noch glühende Kohlen, die er auf den bereits mit Holz gefüllten Ofen gibt. Es wird nachts kalt hier in dieser Höhe. Eine Wärmflasche hängt zusätzlich noch im Bad. Im gemütlichen Restaurant mit großem Kamin in der Mitte essen wir gemeinsam zu Abend und tauschen die Tageserlebnisse aus.

Am nächsten Morgen, wir haben sehr gut geschlafen, geht es nach dem Frühstück Richtung Serengeti-Nationalpark.

Die Serengeti ist ebenfalls Weltnaturerbe und erstreckt sich im engeren Sinne über fast 15.000 qkm und gehört damit zu den größten Parks in ganz Afrika. Insgesamt umfasst sie eine Fläche so groß wie Belgien. Unendliche Grassavannen prägen das Bild der Serengeti, aber auch Bäume, besonders die typischen Schirmakazien, Büsche und Wasserstellen bestimmen den Gesamteindruck. Auch kuriose Steinformationen, Kopjes, tauchen immer mal wieder in der Landschaft auf.

Wir kommen an dem Denkmal für Bernhard und seinen Sohn Michael Grzimek vorbei, die sich sehr um den Erhalt des einzigartigen Naturschutzgebietes verdient gemacht haben. Michael Grzimek verunglückte bei den Dreharbeiten zu dem bekannten Film „Die Serengeti darf nicht sterben“, weil ihm ein Geier in den Propeller seines Flugzeuges flog. Beide Grzimek’s werden hier noch hoch verehrt.k-S2860006

Unterwegs treffen wir immer wieder auf lohnenswerte Fotomotive und später auch auf eine Gruppe junger Massai. Sie sind weiß geschminkt, als Zeichen des Altersranges den sie derzeit einnehmen. Sie stehen an der Schwelle der Mann-Werdung, sie sind beschnitten worden und müssen sich drei Monate auf sich selbst gestellt abseits der Gesellschaft bewähren.k-S2860029k-S2860028 Dieser Ritus findet alle fünf Jahre statt, sodass Jungen unterschiedlichen Alters zwischen dreizehn und achtzehn zusammengefasst werden. Wenn sie zurückkehren sind sie Jungkrieger. Die Massai sind ein stolzes Volk, welches noch stark mit den Traditionen verwurzelt ist. Ohne Stock und die traditionelle Tracht mit rot- oder blaukariertem Tuch ist kaum ein Massai anzutreffen. Später sind sie Vollkrieger, Ältere und dann Mitglieder des Ältestenrates. Erst als Vollkrieger darf ein Massai heiraten. Die Massai ernähren sich ausschließlich von Milch, Blut und Fleisch, allerdings kein Fleisch von Wildtieren und werden trotzdem bis zu einhundert Jahre alt. Schönen Gruß an all die Ernährungsberater zu Hause.

Bevor wir die Serengeti erreichen besuchen wir noch ein Massai-Dorf und werden hier herzlich auf traditionelle Weise begrüßt. Auch ein Besuch in einer Hütte ist möglich. Es ist kaum etwas zu sehen, sobald wir gebückt den schmalen Eingang zur Rundhütte passiert haben. Außer Schlafstelle für die Eltern, die Kinder und eine Kochstelle ist kein weiterer Platz. Sollte ein Massai weitere Frauen haben, die Polygamie macht es möglich, hat jede weitere Frau eine eigene Hütte. Aber dafür muss er einen Preis in Form von einer bestimmten Anzahl an Rindern aufbringen.

Etwa 75 km nach unserem Start an der Rhino-Lodge erreichen wir mit der Einfahrt durch das Naabi-Hill-Gate, auf der B144, der Hauptverbindungsstraße nach Kenia, offiziell die Serengeti. Wer dabei eventuell an eine Autobahn denkt, irrt gewaltig. 130 km Gravel-Road sind zu bewältigen. Zunächst noch moderat, aber später mit einem Tempo nicht unter 60 kmh, um die Schläge der Wellblechpiste nicht ganz so arg zu spüren.k-S2860101

Am Gate nehmen wir unseren Lunch aus den mitgeführten Boxen ein, bevor es auf Pirsch geht.

Es ist einfach faszinierend was die Natur hier zu bieten hat.

 

Es dämmert bereits, als wir uns schließlich doch von den Tieren trennen müssen um noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang unser Tented Camp (Zeltcamp), das Serengeti Heritage-Camp in Seronera zu erreichen.

Den ganzen Abend werden die Erlebnisse des Tages im zentralen Zelt, in dem auch gegessen wird, ausgewertet. Links und rechts davon befinden sich die Zelte in denen wir die Nacht verbringen. Sie sind mit Dusche, WC und Schlafraum ausgestattet und davor befinden sich zwei Sessel von denen aus der Sonnenuntergang zu genießen ist. Im Dunkeln dürfen wir nicht allein den Weg zu unserem Zelt zurück legen. Ein Massai begleitet uns. In der Nacht wissen wir dann warum. Hyänen und Löwen umkreisen das Gelände und sind deutlich zu hören.

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Erkundung der Serengeti. Von früh morgens bis zum Abend sind wir unterwegs und sind von den Eindrücken überwältigt.

Am folgenden, dem letzten Morgen in der Serengeti, geht es bereits um sechs auf Pirsch, hinein in den Sonnenaufgang. Und es lohnt sich. Neben vielen Tieren die wir bereits an den Vortagen gesehen hatten, haben wir die Gelegenheit zu einem besonderen Erlebnis. Mehrere Löwinnen sind mit dem Zerlegen eines Zebras beschäftigt, als drei ausgewachsene Löwen auftauchen und sie mit viel Gebrüll vertreiben. Sie wollen auch ihren Anteil. Ein ganz besonderes Schauspiel, was seinen Niederschlag in zahlreichen Fotos und langen Videoaufnahmen findet. Einer der Löwen ist am Auge verletzt und zieht sich dann zurück. Das war nochmal etwas ganz besonderes.

Nun heißt es Abschied nehmen von diesem einmaligen Erlebnis. Über einen Stopp am Seronera-Visitor-Center und einem Halt zum Lunch geht es zurück zum Doffa-Camp wo unsere Womo’s auf uns warten. Kurz vor dem Ziel noch einmal ein Stopp mit Ausblick auf den Krater.

Am Camp zunächst Ernüchterung. Unser Kühlschrank hat seinen Dienst versagt. Wir stehen einfach zu schräg für unseren Absorberkühlschrank,, wie ich später nach Lektüre im Internet feststelle. Einiges müssen wir entsorgen. Das Abendessen am Camp lässt sehr zu wünschen übrig. Nicht nur das Fleisch, sondern auch die Hühnchen sind zäh. Unsere Erinnerung an die Faszination von Ngorongoro-Krater und Serengeti kann das nicht beeinflussen.

Zuvor aber verabschieden wir uns von unseren Fahrern, die uns bestens begleitet und mit vielen interessanten Informationen ausgestattet haben. Die Adresse unseres Fahrers heben wir gut auf, einen Gruß mit Bild werden wir ihm von zu Hause aus zukommen lassen.k-S2880156