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Chaos in Vibo Valentia und Ankunft auf Sizilien

24.09.

Zu gestern ist nicht soviel zu sagen. Wir sind auf unserem Platz in Tropea geblieben. Schließlich warten wir immer noch auf positive Nachricht was unsere Ersatzteile für die Toilette angeht. Mandy teilt uns am Vormittag mit, dass sie erst am Nachmittag noch einmal in Vibo Valentia anrufen, denn so früh am Morgen werden auch hier, wie bei uns, Pakete nicht zugestellt. Wir machen einen Spaziergang in die Stadt, der zunächst Kraftanstrengung erfordert. Steile Treppen führen gegenüber unserem Camp nach oben in die Stadt, vorbei an einem am Hang gelegenen Fischrestaurant. Wir bummeln ein wenig, genehmigen uns einen Drink und besichtigen auch noch die Kathedrale bevor sie um 12 Uhr schließt. Hier soll ein schwarzes Kruzifix zu finden sein. Ich weiß nicht genau, ob wir es gesehen haben. Der Bewacher fordert uns und eine Reisegruppe jedenfalls nach kurzer Verweildauer auf, die Kirche wieder zu verlassen. Er will wahrscheinlich seine Mittagspause pünktlich beginnen.

In einem kleinen Restaurant mit überwiegend italienischen Besuchern essen wir gut und preiswert zu Mittag. Die Erfahrung haben wir übrigens schon häufig gemacht. Essen gehen in Restaurants oder  einer kleinen Trattoria, die von Einheimischen besucht werden. Hier isst man gut und günstig.k-S2090015

Zurück am Platz müssen wir leider feststellen, dass uns ein Womo aus Landshut die Sicht verbaut hat. Der ursprünglich freie Platz vor uns ist von ihnen belegt. Wir bleiben am Platz, dösen so vor uns hin und lassen den Rest des Tages verstreichen. Zwischenzeitlich teilt uns Mandy noch mit, dass unser Paket am Bestimmungsort angekommen ist.

Deshalb brechen wir heute auf und fahren weiter. Auch sonst wären wir wohl nicht länger hier geblieben. Zu viele Touri’s in der Stadt und zu viele Deutsche auf dem Platz. Man fährt schließlich nicht Tausende Kilometer ins Ausland um am Ende wieder nur von Deutschen umgeben zu sein.

Also auf nach Vibo Valentia. Leichter gesagt als getan. Ich hatte gerade deshalb diesen Servicepartner von Dometic als Adresse für unser Paket benannt, weil er nur etwa 35 km von Tropea entfernt ist. Aber dahin kommen und die Adresse finden ist erneut ein Abenteuer.

Schon um vom Camp aus Tropea heraus zu kommen gestaltet sich schwierig. Wir nehmen zwar die beschilderte Strecke, aber einmal landen wir wieder an einer Bahnunterführung die für uns zu niedrig ist, die andere Strecke ist für Womo’s gesperrt und die dritte führt in südlicher Richtung aus Tropea heraus, obwohl wir Richtung Norden müssen. Hat zumindest den Vorteil, dass wir dann noch einmal einen schönen Blick auf die Stadt haben.

Nach Vibo Valentia führen dann wieder sehr schmale und kurvenreiche Strecken. Dies ist aber noch nichts gegen die Fahrt durch den Ort um die angegebene Adresse zu finden. Schmale Straßen links und rechts zugeparkt, meist dann noch schräg zur Fahrbahn und wir mittendrin. Astrid ist am Verzweifeln. Ganz schlimm wird es, als wir zwar die richtige Straße gefunden haben, aber keine Möglichkeit zum Parken. Dazu steht hinter uns noch ein Ambulanzwagen mit Sondersignal und will vorbei. Ich kann mich nicht in Luft auflösen. Die Rettung ist, auf den Bürgersteig zu fahren. Dabei muss man allerdings immer darauf achten, dass nicht von den Häusern noch etwas herausragt, oder die Balkone des Obergeschosses zu tief hängen um darunter hindurch zu passen. Aber es geht ohne Blessuren ab. Wir lassen das Womo einfach auf dem Bordstein stehen und suchen die Hausnummer die uns interessiert. Aber hier ist ein Modegeschäft. Die Eigentümerin oder Verkäuferin erklärt uns wortgewaltig, dass wir hier verkehrt sind, mehr verstehen wir leider nicht aber das scheint sie nicht zu stören. Ihr Wortschwall hält an. Kunden gesellen sich hinzu und auch vom gegenüberliegenden Balkon wird auf uns eingeredet. Einem der Beteiligten zeige ich die Mail mit dem Namen und der Adresse der Firma die wir suchen auf meinem Smartphone. Er sucht darauf auf seinem im Internet nach der Firma und siehe da, sie ist umgezogen. Er ruft auch gleich da an, gibt uns die neue Adresse und wir nehmen erneut die Suche durch das gleiche Straßengewirr auf. Also freundlich und hilfsbereit sind sie schon die Italiener. Die letzten Meter lassen wir das Womo an einer günstigen Stelle stehen und gehen den Rest mit dem Smartphone als Navi in der Hand zu Fuß. Wir werden fündig, das Paket ist auch da, aber aushändigen will uns die ansonsten freundliche Dame es nicht. Irgendetwas will sie noch, vielleicht eine Abholbescheinigung oder ähnliches. Vor lauter Verzweiflung rufe ich in Brandenburg Domenico an, der die Sache klärt. Wir erhalten unser Paket und auf ähnlich schwierigen Wegen bemühen wir uns Vibo Valentia ein für alle Mal hinter uns zu lassen. Die Einstellung „Autobahnen vermeiden“ löschen wir vorübergehend aus unserem Navi und steuern über wiederum schmale und bergige Straßen die A3 an, die uns bis zur Fähre nach Sizilien führt.

Lange Wartezeiten gibt es hier nicht. Es herrscht reger Fährverkehr und wir sind froh als uns ein Italiener nicht ganz uneigennützig über die Zufahrt zum Fährhafen, den Ticketerwerb und darüber aufklärt, dass ein Ticket hin und zurück günstiger kommt als ein Einzelfahrschein. Das Rückticket ist drei Monate gültig. Diese Info’s sind uns zwei Euro wert. Schnell sind wir auf der Fähre und ebenso zügig sind die 8 km bis Messina überwunden. Sizilien liegt im Dunstschleier der sich erst bei Ankunft lichtet. Auch hier 28°.

Messina, das Tor zu Sizilien verlassen wir in nördlicher Richtung auf ebenso kurven- wie aussichtsreicher Küstenstraße und der Verkehr beruhigt sich, als wir die Stadt hinter uns gelassen haben. k-S2100022Immer an der Küste entlang erreichen wir schließlich Milazzo und das Camp auf der Spitze der Landzunge. Es reicht für heute. Das vom ADAC ausgewiesene Camp verlangt 25€, das daneben nur 14, sodass die Wahl nicht schwer fällt. Wir stehen gut mit Blick auf das Meer und werden morgen früh noch etwas nach vorn rücken um noch bessere Sicht zu genießen. Ein PKW hat den besseren Platz belegt, ist aber nach unserem kurzen Restaurantbesuch ein Stück weiter gefahren. Eigentlich wollten wir im Restaurant etwas essen, waren aber die einzigen Gäste. Die Bedienung saß gelangweilt an einem Tisch und es entwickelte sich folgender Dialog: „It’s open?“ fragt Astrid und bekommt zur Antwort: „eight o’clock“. „One hour?“ frage ich nach, es ist schließlich schon 19 Uhr und bekomme zur Antwort: „Yes, one hour“. Daraus schließen wir messerscharf, dass um 20 Uhr geschlossen wird, deshalb auch keine Aktivitäten mehr in der Küche und auf die Frage ob wir essen und trinken können, kommt zwar ein „Yes“, aber es werden keine Speisekarten gebracht, als wir ein Bier und ein Glas Wein bestellt haben. Auch die Forderung nach einem größeren Glas als dem Wasserglas für mein Bier wird nur zögerlich erfüllt, was uns, trotzdem die Bedienung auf Nachfrage nun doch noch Speisekarten bringt, zum Gehen veranlasst. Astrid ist sauer, bezahlt, ohne Trinkgeld und wir sind weg. Erst im Nachhinein, als wir später Leute zum Restaurant gehen sehen wird uns einiges klar. Während wir angenommen hatten, dass Restaurant schließe um acht, hat es erst ab da geöffnet. Deshalb war die Bedienung auch nicht so richtig über unseren frühen Besuch erfreut. Ja so ist es halt, wenn man sich nur bruchstückhaft verständigen kann. Also büffeln, wenn wir wieder zu Hause sind. Schließlich wollen wir auch noch mit dem Womo nach Großbritannien und in die USA reisen.

Also eins muß ich noch loswerden!! Ich weiß nicht ob es am Alter liegt, aber so ein Chaos drunter und drüber wie in Vibo Valentia, ich bin dafür nicht mehr geschaffen!!! Die Straßen dermaßen eng und zu geparkt,(angelegt für zwei kleine Autos vom Typ Fiat Panda) sodass ich oft aus dem Fenster schauen musste um Egon zu sagen, ob wir mit dem Seitenspiegel nicht schon an den Autos entlang schrammen, dazu dann noch der Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene wir mittendrin und wissen nicht wohin! Auf den Bürgersteigen kommt man auch nicht so einfach da sie immer sehr sehr hoch sind. Aber egal, Egon parkte auf der Kreuzung auf dem Bürgersteig und so ließen wir das Auto zurück! Wie die Italiener es machen!!!! Wie Egon schon schrieb waren die Leute sehr bemüht uns zu helfen, je mehr Leute umso heftiger wurde diskutiert und jeder hatte wahrscheinlich eine andere Auffassung!! Ich dann wieder die Kreuzung blockiert, den Verkehr aufgehalten, mich nicht von dem Gehupe stören lassen und schon ging’s weiter.

Jedenfalls haben wir jetzt das Teil und nun wird in Ruhe Sizilien angeschaut!!!! Hoffentlich, wenn uns nicht unser Navi in ganz verwinkelte und kleine Straßen führt. 

Übrigens, an dem Abend bin ich nicht „alt“ geworden, schon um 21.00 Uhr war ich verschwunden (ist eben doch alles zu aufregend gewesen für mich!!!!).

Wieder Pause

25.09.

„Es regnet, es regnet, es regnet den ganzen Tag …“

Jedenfalls hat es die halbe Nacht geregnet und als ich gegen fünf Uhr auf mein Handy schaue, wird für den ganzen Tag Regen und Gewitter prognostiziert. Zum Glück weiß Google auch nicht alles und deshalb klart es ab Mittag auf und wir können uns in die Sonne legen. Sie brennt so heiß, dass man es sich nicht erlauben kann auch nur kurzfristig die Liege für irgendwelche anderen Geschäfte zu verlassen. Will man sich wieder hinlegen fühlt man sich wie ein Steak, was in eine heiße Pfanne gelegt wird.

In dem Zusammenhang hatte Astrid unlängst die Frage aufgeworfen, ob denn die Statistik für Italien mehr Hautkrebsfälle ausweist als für Deutschland. Immerhin liegen die Italiener, egal ob jung oder alt, von Früh bis Abend in der prallen Sonne am Strand. Werden wir zu Hause mal recherchieren.

Den Vormittag hatte ich mit kleinen Schönheitsreparaturen am Fahrzeug und Aufräumarbeiten in der  Womogarage verbracht und den neuen Schieber in die Toilette eingebaut. Astrid beschäftigt sich mit Näharbeiten und was sonst so mal nötig ist, und was wichtiger ist, sie serviert uns einen Drink.

Als es ihr ein wenig zieht, bringen wir zum ersten Mal das Seitenteil an die Markise an und sind begeistert. Vor allem weil es uns nicht abschottet, sondern wegen der Transparenz freie Sicht lässt.k-S2110005

Wir genießen die Aussicht und freuen uns wie die Schneekönige, als wir hinter einem Katamaran schemenhaft Stromboli, eine der Liparischen Inseln, mit dem aktiven Vulkan erkennen.

k-S2110004Ab Mittag genießen wir dann die Sonne und nehmen von unserem Vorhaben Abstand, mit den Fahrrädern die fünf Kilometer in die Stadt zu fahren. Wir sind einfach zu faul. Und deshalb passiert heute nicht mehr soviel. Außer, dass es sicher noch einen Drink, und vielleicht noch einen weiteren, geben wird und heute Abend eine richtige selbstgemachte Mahlzeit mit Fleisch, Gemüse und Kartoffeln auf den Tisch kommt. Echte deutsche Hausmannskost. Muss auch mal sein.

Catania – unplanmäßig

28.09.

Audiokommentar von Egon:

28.09.

Hallo meine Lieben, jetzt müsst ihr für einige Tage mit mir vorlieb nehmen!

Heute melde ich mich aus dem Krankenhaus wo wir beide seit 2 Tagen liegen. Ich als Besucher und Egon als Patient. Aber der Reihe nach.

Am Donnerstag Abend schien die Welt noch in Ordnung. Wir saßen draußen vor dem Womo mit Blick aufs Wasser, es war sehr warm und die Grillen zirpten. Idylle pur!! Plötzlich stellte Egon fest,  dass er immer schlechter auf dem linken Auge sieht. Zwar hatte er es schon ein paar Tage vorher festgestellt, aber gedacht, dass es sich vielleicht um den grauen Star handelt. Wahrscheinlich hat es ihn so in der Nacht beschäftigt,  jedenfalls konnte er nicht schlafen und googelte. Netzhautablösung, na toll!!

Nach kurzer Beratung am Morgen nur ein Espresso,  im Internet gesucht wo der nächste Augenarzt sich befindet und schon ging es los,  schließlich war es Freitag! In Messina sollte es sogar einen deutsch sprechenden geben. Wir also auf die Autobahn damit es schneller geht und ab. Natürlich hatten wir dort auch Probleme die Straße zu finden. Nachdem  wir umher irrten wollte Egon wenden, übersah beim scharfen Ausscheren mit dem Heck einen Lichtmast und bums, es krachte! Das hatte uns noch gefehlt, die hintere Verkleidung von der Markise war ab, die rechte Außenleuchte hing runter und die Heckschürze war rechts eingerissen! Wir aber hatten keine Zeit, also schnell mit Paketband alles notdürftig verklebt und schon ging es weiter. Kleine Gassen,  hin und her gefahren und  uns wieder  durch gefragt,  wieder gewendet in einer engen Gasse ( ich glaube Egon findet das jetzt richtig toll! ) und endlich das Universitäts-Klinikum gefunden. Inzwischen war es schon 12.00 Uhr. Wir hatten Glück eine Ärztin anzusprechen die deutsch konnte. Nachdem sie uns erklärte dass wir erst zur Pronto Soccorso ( Notaufnahme) gehen und uns dort eine Registrierung holen müssen, sahen wir schon unsere Felle davon schwimmen! Denn sie hätten bloß bis um 14.00 auf!! Aber alles klappte, wir hatten die Einweisung. Nach der ersten Untersuchung,  mit Hilfe der Dolmetscherin, mussten wir im Warteraum Platz nehmen und Egon bekam mindestens 3 mal Augentropfen rein, aber in beiden Augen. Wahrscheinlich damit sich richtig die Pupillen erweiterten. Nachdem sich mehrere Ärzte die Augen betrachteten kamen sie zu dem Ergebnis, dass Egon unverzüglich operiert werden müsste sie aber dafür keine Zeit mehr haben, da wie gesagt gleich Feierabend sei. Trotzdem muss man sagen waren sie sehr freundlich, gaben uns noch die Adresse vom Klinikum in Catania und schon zogen wir von dannen. Halt stopp, erstmal kam noch ein Arzt, ( wir nahmen  an der Chef) also alles von vorn, mit dem Ergebnis, wir sollten doch fahren. Obwohl Egon gar nicht richtig sehen konnte, fuhr er natürlich das Auto!! In der Stadt hätte ich es mir ehrlich gesagt auch nicht zu getraut, aber auf der  Autobahn! Aber wer meinen lieben Mann kennt weiß, dass er lieber ins Lenkrad beißt, als es zu übergeben. Wir also im Affentempo auf die Autobahn und fast zurück nur diesmal im Süden von Sizilien.

95 km Blindflug, ne Menge Tunnel und inzwischen schon nach 16.00 Uhr. Fast problemlos das Klinikum in Catania gefunden, einen Parkplatz fürs Womo auch und schon ging es auf Suche nach der Occulistica (Augenabteilung).Wir wussten wir müssen uns bei Professore Biofilo melden, aber erstmal finden! Im Untergeschoss saß ein junger Mann, also versuchte ich ihm klar zu machen wen wir suchten. An dieser Stelle muss ich wiederholt sagen, dass wir immer nette und hilfsbereite Menschen fanden! Also mit seiner Hilfe ging es weiter, der besagte Arzt war nicht da, dafür aber eine sehr attraktive Ärztin. Hat aber alles nichts genützt, anscheinend ging ihr Laser nicht. Sie verwiesen uns ( mehrere Ärzte beschäftigten sich inzwischen mit  unserem Problem und der Verständigung, halb englisch halb italienisch) zu einer anderen Klinik in der Stadt, sie telefonierte mit dem dortigem Arzt und schon wollten wir weiter.In der Zwischenzeit hatten wir einen Strafzettel am Auto, keine Ahnung warum denn andere standen auch da! Egon meinte bloß, dass sie vielleicht dachten wir wollten da campen! Denn wer fährt schon mit einem Womo zum Arzt.  Mit Hilfe der Zeichnung eines Arztes und seiner wortreichen Gesten  mußten wir nur noch mehrere Kreisverkehre fahren und schon sahen wir das Klinikum. Das Problem diesmal, kein Parkplatz weit und breit. In die Tiefgarage passten wir nicht, jedenfalls bis jetzt!! Also zurück zum letzten Kreisverkehr, dort hatte ich einen Lidl gesehen mit großem Parkplatz. Der wurde bewacht von einem jungen Mann. Nachdem wir ihm klarmachten das wir dort hinten nur zum Klinikum wollten uns es wahrscheinlich länger dauert, konnten wir auf dem Nachbargelände stehen bleiben, zwar nur bis 21.00 Uhr. Dann wird alles dicht gemacht. Bis dahin fanden wir das alles kein Problem sei, da Egon mir erklärte, alles dauert nicht lange. Ein paar Punkte mit dem Laser und ab geht’s weiter! Ha Ha ! Also erstmal über den großen Kreisverkehr, ich glaube die Autofahrer hatten noch nie Fußgänger dort gesehen! Jedenfalls nur lauter abgehende Straßen, sehr viele Autos, zahlloses Gehupe und wir mittendrin. Ich ängstlich und dann mit einem Sehbehinderten der uns trotzdem sicher rüber brachte. Nochmals brauchte ich das nicht, dachte ich! Inzwischen war es so gegen 17.00 Uhr und wir hofften noch jemanden zu finden. Wieder ein umher geirre, alle Türen zu in der Augenabteilung, keine Menschenseele da, na toll! Wir wieder umher, diesmal eine andere Abteilung wo man uns klar machte, dass wir klingeln müssen. Die hatten wir natürlich übersehen! Gott sei Dank, einer öffnete die Tür nahm unsere Papiere in die Hand und bums war die Tür zu. Vielleicht mussten sie erst beratschlagen was sie mit uns machen, aber man soll nichts schlechtes denken. Jedenfalls hatten wir nun endlich den richtigen Arzt gefunden. Er untersuchte Egon lange , erklärte und fragte sehr viel nach. Kein Deutsch aber von seiner Seite perfektes Englisch. Dann kamen wir an einem Punkt, da verstand keiner mehr was. Nun mussten wir doch unsere Kinder informieren, was wir bis dahin nicht wollten, weil Egon fand ,es wäre ein Pillipalli-Eingriff und wir sie nicht  beunruhigen sollten. Da war die Sorge natürlich groß und unsere Tochter informierte auch gleich unseren Sohn in der Schweiz. Also, letztendlich  dank Google und in kniffligen Fragen unseren rettenden Anruf bei Domenico in Deutschland, bekamen wir zu erfahren, dass die Netzhautablösung  schnellstens operiert werden müsste. Eine Laserbehandlung wäre zu spät, es ist schon zu weit fortgeschritten. Also mindestens 3 Tage hier bleiben und richtige OP! Das war natürlich ein Schock! Für uns beide, denn damit hatten wir nicht gerechnet. Nachdem wir ihm erklärt hatten das wir mit dem Womo da wären, keinen Parkplatz hier für Tage fänden und ich armes Hascherl da ganz allein wäre, kam der Vorschlag von ihm , dass wir ein gemeinsames Zimmer bekommen würden. Das fand ich sehr nett von ihm, da ich sowieso gern bei meinem lieben Mann geblieben wäre. Mir fiel dann noch ein, dass es ganz in der Nähe hier einen Campingplatz gibt. Also gesagt und getan, wir verabredeten uns in 1 Stunde hier wieder zu melden. Aber erstmal wieder zum Womo kommen! Das Gehoppel von uns im Kreisverkehr , das will ich euch diesmal ersparen! Endlich geschafft und ab ins Freitagabend Getümmel!! Mittlerweile war es schon ganz schön dunkel und für Egon schwer zu sehen. Ich wär da nie mit dem Auto gefahren, wenn man bei einer 2 spurigen Fahrbahn zu viert ist und dann noch die ganzen Motorroller dazu, ich krieg ne Krise! Anmerken muss ich noch, dass wir ja einiges gewöhnt sind in Italien, aber das hier unten im Süden ist die Krönung! Dann endlich beim Campingplatz angekommen, fragte sie gleich ob wir reserviert hätten. Nachdem wir ihr erklärt hatten, dass Egon zur OP muss, fand sie auf dem scheinbar vollen Platz noch ein Plätzchen. Nur noch schnell am Strom angeschlossen, ein paar Sachen gepackt, das Taxi gerufen und schon ging es zurück. Schlussendlich brauchten wir dazu 2 Stunden, für 11 km Hin und Zurück!

Hier angekommen erwartete uns eine scheinbar leere Station. Im  Nachhinein stellten wir fest, das gerade mal noch ein Zimmer mit einem Patient belegt war! Wir bezogen unser 2 Bettzimmer, bekamen sogar noch Handtücher die ich in der Eile vergaß und dann kamen wir erst so richtig zur Besinnung.unser Zimmer

Nach einer unruhigen Nacht für uns war Blut abnehmen und EKG  dran und es hieß es warten.

Frühstück
Frühstück

Ich durfte derweil das Frühstück von Egon essen da er nüchtern bleiben sollte und so gegen 12.00 Mittags kam unser Dottore und nahm Egon mit. Eigentlich sah der Arzt aus, als ob er mit Egon bummeln wollte. Beide in zivil und locker drauf! noch in ZivilEs dauerte nicht lange, Egon wieder da und musste sich OP Kleidung anziehen. ab zur OPEr erzählte mir, dass die OP Schwester den Arzt richtig beschimpft hätte, dass er so mit Egon dort auftauchte. Dann nochmal Abschied nehmen und 1 1/2 Std später kam mein lieber Mann wieder. Verbunden wie ein Pirat!nach der OP

Es ging ihm sogar sehr gut den Umständen entsprechend. Schön das er wieder da war! Was habe ich ihn vermißt!

runter mit den Klamotten
runter mit den Klamotten

Da die OP lokal betäubt wurde, konnte er sich mit dem Arzt zwischendurch verständigen und seiner Meinung nach war alles super verlaufen. Also war Ruhe angesagt und von meiner Seite absolutes Handy-u. Tablet Verbot! Als am Abend der erste Verbandswechsel stattfand, sah man das ganze Ausmaß der OP! Egon sah aus wie Rocky nach der 12. Runde, völlig geschwollen und verkleistert. Heute geht’s ihm schon sehr viel besser und seit wir erfahren haben das er morgen raus kann, können wir es kaum erwarten.

Uns ist schon klar das sich unsere Planung der Reise nun wieder geändert hat, aber das ist so was von unwichtig. Hauptsache Egon ist wieder gesund und schön das wir beide uns haben!

Aber warum muss es bei uns auf Reisen  immer so abenteuerlich sein!!

Und  DANKE an unsere Kinder, wir wissen was wir an euch haben und uns immer auf euch verlassen können, wir haben  euch ganz doll lieb.  DANK auch an unsere Freunde die auch gleich kommen wollten und DANK all denen die unsere Berichte so fleißig lesen und auch kommentieren und ich werde  nie wieder soviel schreiben und dann noch — „ganze 25 Seiten“ wurden vom Arzt ausgedruckt, zwecks der Übersetzung und Aufklärung der OP!

So jetzt ist Schluss mit dem Gedusel. Sonst kommen mir noch die Tränen. Muss wohl an der tollen Musik liegen die wir beide hier hören das ich so sentimental wurde.

Standort unverändert Catania

02.10.

Ich melde mich wieder zu Wort:

 

Hallo da bin ich wieder,

heute Vormittag hatte ich noch rum gestöhnt wegen der Hitze und bums kam am späten Nachmittag der warme Regen. Ist auch mal schön, denn bei 36 Grad im Womo schmilzt alles.

Wir sitzen nun seit ein paar Tagen rum und warten, dass es mit Egons Auge besser wird. Gestern hatte er ein kleines Tief weil seine Blase im Auge noch nicht weg war. Da heißt es meine kleine Schnalle wieder auf zubauen!! (Ich nenn ihn jetzt Schnalle, da ihm ja im Auge eine Schnalle eingesetzt wurde!!!!) Er ist aber auch zu ungeduldig!!

Also heißt es baden, sonnen und einkaufen gehen. Mit dem Sonnen ist das auch so eine Sache. Wohl dem der eine Markise hat!!!!!! Wir ja eigentlich auch, aber!?!?

Ich glaube, dass war am Montag als wir frisch aus dem Klinikum kamen und Egon gleich umparkte damit wir am Meer stehen konnten. Hingestellt das Auto (wunderbarer Blick), in die Waage gebracht und schon hing ich an der Kurbel! Nein stimmt nicht, erst hatte ich ein großes Messer genommen, damit ich vorsichtig das Paketband von der Markise entfernen konnte. Alles natürlich mit Egons Hilfe, er sollte bloß nicht so ins Licht schauen!!! Ich also gekurbelt, ganz langsam natürlich, und Egon passte auf, dass die Markise  aus der Verankerung nicht rutschte. Was soll ich euch sagen, wie im Trickfilm, mit einem Krach war die doofe 4m lange Markise runter. Das Gestell hing auf halb sieben und der Markisenstoff auf der Erde!!! Ich hätte heulen können vor Wut, bloß gut das uns beiden und insbesondere Egon dabei nichts passiert ist. Nun war guter Rat teuer. Auf uns allein gestellt, nur mit den Blicken von den italienischen Campern verfolgt, packten wir das ganze nicht. Schlussendlich half uns ein Angestellter des Platzes und unter Applaus, welchen ich mir von den nicht Helfenden einholte, brachten wir die Markise wieder halbwegs in das Gehäuse. Das alles bei einer Affenhitze, ich hatte den Kollaps!!!!k-S2120005

Seitdem ist hier Ruhe angesagt, nichts weiter passiert, außer das wir ein paar klitzekleine Ameisen im Womo haben, die wir uns wahrscheinlich vom letzten Campingplatz mit gebracht haben!

Aber auch das werden wir überleben und wie sagt mein Vati immer „das Beste draus machen!“

Gerade höre ich von Weitem  die Sirenen vom Rettungswagen. Da bekomm ich die Panik und denke gleich an Vibo Valentia als hinter uns in der engen Gasse der Rettungswagen hinterher heulte!!!

Hoffentlich werde ich das wieder los!!!

Von mir noch einen sehr herzlichen Dank für die vielen guten Wünsche zu meiner Genesung! Das tut richtig gut.

Stadtausflug

05.10.14

Heute haben wir, meine „kleine Schnalle“ und ich, unseren ersten größeren Ausflug gemacht! Nichts spektakuläres, nur in die Stadt mit dem Bus. Aber immerhin. Bei herrlichem Sonnenschein gestartet und wahrscheinlich hatte Petrus ein Einsehen mit Egon, da er in der Sonne schlecht gucken kann, hatten wir am späten Nachmittag wieder Regen, aber der Reihe nach.

Dank der Beschreibung unseres Platzwartes und eines Infoblattes war es ein leichtes in die „Citta“ zu kommen. So sind wir die große Einkaufsstraße entlang, ab und zu ein kleiner Abstecher in die Geschäfte (hier braucht Egon keine Angst zu haben das ich unsere Urlaubskasse plündere, da ich leider noch nicht in Kleidergröße 36!!!! passe) in Richtung des Domes. Sehr schöne große Altbauten, hier würden sie „Palazzo’s“ dazu sagen, aber mehr oder weniger sanierungsbedürftig. k-S2130020k-S2130017Was mir auffiel, das auf dem baufälligsten und verwitterten Balkon immer, oder sehr oft, Pflanzen manchmal richtige Bäume stehen. Das hat dann so einen gewissen Charme! Nachdem wir uns einige Kirchen und Ausgrabungen anschauten (näheres von Egon natürlich) hörte ich Musik aus einer Seitenstraße und schon saßen wir im Fischrestaurant mit musikalischer Umrahmung. k-S2130022Genau nach unserem Geschmack!! Gefüllt ging es dann weiter Richtung Cattedrale di S.Agata, welche aber zu war. Auf dem Platz stand aber so eine kleine Touristenbahn zur Abfahrt bereit. Wir also rein und ab ging’s. Zwar wurde nur auf italienisch, englisch und russisch übersetzt, aber solche Weltenbummler wie wir kommen da schon zurecht !!!! Hi – Hi !!

So haben wir die 10 größten Sehenswürdigkeiten mehr oder weniger gesehen, denn zum Schluss der Fahrt fing es stark zu regnen an. Ich ein kurzes Blüschen und Egon eine kurze Hose, genau richtig angezogen! Wir standen dann wie begossene Pudel da, aber nicht lange und schon kamen die Straßenverkäufer mit ihren Schirmen. Erst hatte ich mich geweigert, in der Annahme es ist nur eine Husche, dann aber doch gehandelt. Von 10 € auf 6 runter für einen wunderschönen Automatikschirm! Für Egon auch noch den passenden und ab durch die Pfützen in der Innenstadt.k-DSC_0094

Mehr kann ich euch eigentlich nicht berichten, außer das wir gut und vollkommen nassgespritzt (von den Auto’s die aber auch keine Rücksicht auf uns nahmen) auf dem Campingplatz ankamen. Obwohl wir Egon’s Tropfen vergessen hatten, hat er alles sehr gut überstanden.

Ich glaube, das schlimmste haben wir jetzt hinter uns!! Also uns geht’s gut!!

Jetzt ich:

Heute also wie versprochen ein Update und damit auch einen ersten schriftlichen Bericht von mir nach der OP.

Der Freitag und der Samstag sind ohne Großereignisse einfach so vorüber gegangen. Auch einkaufen waren wir nur gestern. Dreimal am Tag war Astrid damit beschäftigt mir meine Augentropfen und das Gel zu verabreichen. Sie macht das mit sehr viel Zärtlichkeit und trotzdem reagiere ich von mal zu mal empfindlicher und zucke zurück. Aber es bekommt meinem Auge gut und sowohl die Schwellung als auch die Rötung gehen zurück.

Der Regen, der am Donnerstag Nachmittag begann, hält durch bis Freitag Punkt 12.00. Dann klart es auf, die Sonne scheint, so als wäre es nie anders gewesen. k-20141003_115131Auf dem Campingplatz, auf dem wir in der ersten Reihe am Meer stehen, ist immer Bewegung. Die Meisten sind nur Durchreisende, bleiben nur eine Nacht und fahren weiter,  so wie wir es sonst auch halten. Andere nutzen dann die Chance, ihren Standort auf dem Platz zu verbessern. So das Wetter es zulässt sitzen wir draußen und genießen die Sonne. Warm genug dazu ist es immer. Der Blick auf das Meer verliert nichts von seiner Faszination. Immer wieder neu und in immer unterschiedlicher Intensität erreichen die Wellen das Ufer aus Lavagestein.k-DSCI2775

Mein Medienkonsum erstreckt sich jetzt auf Hörbücher und wir haben erstmals auf dieser Reise „Schiffe versenken“ und Rommé gespielt.   Heute nun wollen wir endlich einen Ausflug in die Stadt wagen. Die Sonne knallt vom Himmel beim Frühstück draußen, so dass es schmerzt. Ich muss das betroffene Auge fast schließen und mich von der Sonne abwenden. Trotzdem will ich es heute wissen. Einen Innenstadtplan hatten wir uns ausdrucken und die Busverbindungen eintragen lassen. Nur wenige Hundert Meter aus dem Camp, an einem kleinen Hafen vorbei und im Tabacchi Fahrkarten erworben. k-S2130001Astrid spricht schon perfekt italienisch. „Due Biglietti for two persons“, lautet ihre Bitte. Und dann kommt auch schon ein Bus für uns. Am Piazza Stesicora steigen wir aus und sind im Zentrum von Catania, nachdem wir zunächst an der Küste entlang und dann über den „Corso Italia“, wo die Haltestellen Namen italienischer Regionen tragen, und schließlich die Via Etna gefahren sind. Ich staune über soviel Platz auf den Straßen. Kein Vergleich zu unserer Ankunft am Freitag vor einer Woche. Das kann nicht nur am Sonntag liegen. Unser Navi habe ich übrigens zwischenzeitlich auf „Bus“ umgestellt,  vielleicht nutzen wir dann künftig auch Straßen die mehr Platz für uns bieten.

Catania, zweitgrößte Stadt Siziliens, hat eine mehr als dreitausendjährige Geschichte und ist in deren Verlauf mehrfach vom nur 30 km entfernten Äthna und seinen Lavaströmen und von Erdbeben zerstört worden. Nach einem verheerenden Erdbeben Ende des 17. Jh.  wurde die Stadt aus Lavagestein wieder aufgebaut nach strengem Plan im spätbarocken Stil.   Catania ist die Stadt des Opernkomponisten Vincenco Bellini und dies ist an allen Ecken zu spüren. Palazzo Bellini, Bellini-Park, Teatro Bellini und Monumento Bellini sind nur einige Beispiele. Insgesamt strahlt die Stadt einen sehr morbiden Charme aus und nicht alle Straßen, durch die wir später mit der Touribahn fahren sind wirklich sehenswert. Aber immerhin ist Catania Weltkulturerbe. Das Amphiteatro Romano und die Kirche di San Biagio sind die ersten Stationen die wir zu Fuß erreichen bevor wir uns nach einem Mittagessen umsehen.

In einem Fischrestaurant werden wir fündig und speisen bei musikalischer Umrahmung sehr gut. k-DSC_0092Die Speisekarte bietet auch Kuriositäten.20141005_130359

Am Piazza Duomo besteigen wir die Touristenbahn und begeben uns auf einen Rundkurs durch das Zentrum. Für 5€ pro Person passieren wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, erfahren dazu aber nur wenig. Kommentare erfolgen leider nicht auf deutsch.

Während der Fahrt verdunkelt sich der Himmel und es beginnt zu regnen. Zum Glück haben wir einen Mittelplatz, nicht ganz bequem aber noch trocken. Am Piazza Duomo steigen wir wieder aus, stehen im Regen und wie aus dem Nichts umgeben uns zahlreiche Regenschirmverkäufer. k-S2130040Nach anfänglichem Zögern macht Astrid für uns ein Schnäppchen, der Dom der 16.00 Uhr öffnen soll tut es nicht und wir begeben uns zum Bus der uns wieder zum Camp bringt. Nach einer Ruhephase verabreicht mir Astrid wieder meine Tropfen. Zum vorläufig letzten Mal. Ich will testen, ob meine Pupille sich wieder verengt. Deshalb hatte ich auch bewusst keine Medikamente zu unserem Ausflug mitgenommen. Nicht vergessen.   Der Abend geht mit dem „Tatort“ zu Ende.

Taormina -Nachtrag-

08.10.

Jetzt also wie versprochen noch ein paar Nachträge und Bilder zu Vorgestern und Gestern.

Zu Vorgestern soll ich von Astrid unbedingt schreiben, dass die Gischt bis zu fünf Meter hoch gereicht hat. Sie wird wohl recht haben.

 

k-20141006_144449Zu Gestern sind auch noch ein paar Ergänzungen zu liefern. Taormina liegt etwa auf halber Strecke zwischen Messina und Catania und rund 40 Kilometer nordöstlich des Ätna am Monte Tauro ca. 200 m über dem Meeresspiegel. Hier an der Ostküste Siziliens herrscht ein besonders mildes mediterranes Klima und die Temperaturen liegen auch im Januar und Februar bei durchschnittlich 14°C.

Zwischen Mazzaro an der Küste, heute ein Ortsteil von Taormina, und Taormina verkehrt eine Seilbahn.

Wir schlängeln uns mit dem Bus durch enge Spitzkehren, in denen kein Gegenverkehr möglich ist, nach oben bis auf den Busparkplatz.

Taormina ist schon 1300 v. Chr. von den Sikelern besiedelt worden und stand später mal unter römischer, griechischer, byzantinischer und arabischer Herrschaft, wurde zerstört und erst im Mittelalter wieder aufgebaut.

Einer der ersten Touristen war wohl 1787 Johann Wolfgang von Goethe, aber auch Oscar Wilde und Thomas Mann weilten später hier und der Ort entwickelte sich dank des Klimas zu einem beliebten Winteraufenthaltsort europäischer Adliger. Auch Kaiserin Elisabeth zählte zu den Gästen.

Seit Mitte des 20. Jh. das Festival Taormina Arte stattfindet wurde Taormina auch zu einem beliebten Ort für Filmstars wie Greta Garbo, Marlene Dietrich, Gary Grant und Liz Taylor. Von diesem Glanz lebt die Stadt heute noch und zieht zahlreiche Touristen an, wie wir feststellen konnten. Massen von Menschen wälzten sich uns aus Richtung antikem Theater entgegen. Alle mit nummeriertem Button versehen, obwohl wir kein Kreuzfahrtschiff an der Küste ausmachen konnten. Wer weiß, woher sie angekarrt wurden. Russen, Amerikaner und Engländer bilden den Hauptanteil. Für uns etwas zu touristisch.k-S2140006

Das Antike Theater, was auch als Griechisches Theater bezeichnet wird obwohl es ein römischer Bau auf einem alten griechischen Theater ist, bildet den Hauptanziehungspunkt von Taormina. Es ist in den Hang eingebettet und gibt vom Rang aus den Blick über die Bühne frei bis zum Ätna.

Das Odeon ist ein weiteres Theater aus der römischen Kaiserzeit aber erheblich kleiner und daher vermutlich nur für ein auserwähltes Publikum errichtet.k-S2140061

Der Dom San Nicolo liegt im Zentrum mit einem davorstehenden Barockbrunnen aus dem 17. Jh. Verziert oben mit einem griechischen Zentauren, offizielles Wahrzeichen der Stadt.k-S2140056

Die Kirche San Giuseppe stammt ebenfalls aus dem 17. Jh..k-S2140054

Der Palazzo Corvaja trägt den Namen einer der ältesten Adelsfamilien der Stadt und beherbergt heute die Touristeninformation.k-S2140005

Zwei Stadttore, Porta Messina und Porta Catania, sind noch erhalten und werden durch den Corso Umberto, die Fußgängerzone, verbunden. k-S2140064k-S2140058Hier pulsiert das Leben, befinden sich zahlreiche Restaurants und teure Geschäfte, sowie Angebote jeglicher Art für die Touristen. In den schmalen Nebenstraßen und Wegen bergab und bergauf haben sich Künstler niedergelassen, vorwiegend Maler und Schöpfer künstlerischer Keramik.

Über dem Ort liegt auf dem Gipfel des Monte Tauro der kleine Ort Castelmola.k-S2140003

Und an der Küste vor Mazzaro die Isola Bella.k-S2140026

Soviel also zu Taormina. Eine Entscheidung haben wir dann gestern Abend noch getroffen. Wir werden heute hier noch einen Ruhetag einlegen und morgen starten und am 21.10. wollen wir dann zu Hause sein. Bis dahin gibt es für euch noch einiges zu lesen und zu hören.

Hier noch was. Schon am Stock aber unterwegs mit Tablet.k-S2140060

Nur noch diese kleine Anmerkung von mir:

Wir stehen ungefähr 5m über dem Meer am Geländer wie ihr seht und dann kam die Gicht vom Wasser noch über unser Womo und mich!!!!!  Also waren die Wellen noch höher als Egon sieh beschrieb, ätsch!!!!

Ach noch was. Wir freuen uns immer über eure tollen Kommentare und staunen zu welchen frühen und späten Tageszeiten ihr das Geschehen verfolgt. Danke dafür und weiter so. Und ja, die Audiokommentare machen mir Spaß. Es geht schneller und mit geringerem Aufwand vonstatten.

PS.: Interessieren würde mich mal, ob ihr den Service nutzt euch automatisch über Neuigkeiten informieren zu lassen und ob dies funktioniert.