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von Trento nach Bruneck

01.11.
Um sieben hatten wir das Gefühl, alle Kirchenglocken der Stadt werden gemeinsam geläutet. Wird wohl auch so gewesen sein, denn schließlich ist heute Allerheiligen. Direkt neben einer Kirche würden wir nie wohnen wollen. Wie geplant, gehen wir am Morgen noch einmal in die City von Trento. Vom Womo aus hatten wir bereits die Seilbahn gesehen, die auf den Berg am anderen Ufer der Etsch fährt. Die Aussicht von dort oben wollen wir auch genießen. Leider versteckt sich später der Gipfel im Hochnebel. So beschränken wir uns auf das Stadtzentrum, dass um diese Zeit kaum bevölkert ist. So gut es eben mit Astrids Fuß geht, schlendern wir ein wenig durch die malerischen Straßen und betrachten die schönen Fassaden, die wir gestern nur im Halbdunkel gesehen hatten, bei Sonnenlicht. Auch die Löwen vor dem Dom entdecken wir, die uns gestern entgangen waren. Noch einen Cappuccino am Domplatz, zurück zum Womo und ab Richtung Dolomiten.

Durch die ausgedehnten Weinanbaugebiete des Trentino fahren wir Richtung Bozen und schwenken in Montan rechts ab in die westlichen Wintersportgebiete der Dolomiten. Über Predazzo, Moena und Canazei nähern wir uns über 27 Kehren (Torente) dem Gipfel des Pordoi-Passes auf 2239 m. 8° zeigt das Thermometer. Wir genießen die herrlichen Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und auch die Sonne meint es gut mit uns.

Wieder eine Strecke ganz nach unserem Geschmack. Die Wintersportgebiete sind noch verwaist, warten auf den Schnee und den Saisonbeginn. Die meisten Hotels und Restaurants haben noch geschlossen. Fast jeder Hang ist mit Seilbahnen, Sesselliften und Schneekanonen erschlossen. Im Winter steppt hier der Bär. So wie jetzt ist es uns lieber, zumal wir keinen Wintersport treiben. Über 33 Kehren geht es wieder hinab bis nach Arabba, bis dann mit 1880 m der nächste Pass, der Campolongo, vor uns liegt. Von dort geht es beständig umrahmt von hohen Bergen bergab und wir nehmen die letzten 30 km bis Bruneck in Angriff.

Bereits im letzten Herbst waren wir in Bruneck und haben auf Schloss Bruneck das Ripa-Museum vom Reinhold Messner besucht.  Die Stadt hatten wir seinerzeit ausgelassen.

Heute hat uns Astrid einen kostenlosen Stellplatz am Stegener Marktplatz herausgesucht. Er bietet zwar keinerlei Infrastruktur, aber in wenigen Minuten ist das Stadtzentrum erreicht. Wir passieren den Bahnhof, steuern das nächstgelegene Cafè an und genehmigen uns seit langem das erste Stück Torte. Leider wird es schon dunkel, aber das Schloss ist noch gut sichtbar als wir die „Graben“ genannte Hauptachse des Zentrums erreichen, vorbei an der Touristeninfo.  Am Rathausplatz genehmigen wir uns noch einen Drink, bevor wir wieder zum Womo schlendern. Ich glaube wir werden auch noch ein drittes Mal hierher kommen, um mehr von der schönen Stadt zu sehen.