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über Castel Gandolfo und Tarquinia nach Orbetello

14.10.

Am frühen Morgen ist von den Platzbetreibern und den Arbeitern die gestern mit der Olivenernte beschäftigt waren noch niemand zu sehen. Ist auch nicht nötig, denn wir haben den Code für das Tor und gestern schon bezahlt. Es ist wirklich ein schöner Platz und seit langem einer, der mit ansprechenden sanitären Einrichtungen ausgestattet ist, wo die Toiletten sogar eine Brille tragen.

Das Frühstück geht sehr schnell vonstatten, denn die Fliegen ärgern uns. So starten wir bald, zunächst in Richtung Terracina, verlassen dann die Küste über Latina und zweigen dann in Aprilia ab nach Castel Gandolfo, dem Sommersitz der Päpste. Wir finden einen günstigen Parkplatz und nähern uns der Stadt durch das große Eingangsportal.k-S2180031

Auf dem Piazza della Liberta empfängt uns links der imposante Palazzo Pontificio.k-S2180006

Der Kirche Collegiata Pontificia di San Tommaso da Villanova statten wir einen Besuch ab und Astrid ist nicht daran zu hindern, den Kindern und uns eine Kerze zu spendieren. Das Kerzenlicht funktioniert elektronisch und leuchtet nach Einwurf einer entsprechenden Gabe. Auch nicht mehr das, was es mal war. Und besinnliche Stimmung kommt dabei auch nicht auf.

Wir schlendern ein wenig durch die nette Stadt, werfen einen Blick auf den Albaner See und wollen uns auch wieder verabschieden, da wird Astrid beim Postkarteneinwurf darauf aufmerksam gemacht, dass vor dem Postamt der unscheinbare Schlitz der erste Briefkasten der Welt ist. Eine entsprechende Tafel bestätigt dies auch.k-S2180004

Zurück am Parkplatz gönnen wir uns noch ein Panini und starten dann Richtung Rom. Zunächst über die Landstraße und später über die Autobahn. Da wir vergessen hatten im Navi Mautstraßen wieder zuzulassen, führt uns der Weg östlich um Rom herum, dabei zeigt unser Thermometer 30° Außentemperatur. Nördlich verlassen wir den Ring und fahren auf der SS2 über Sutri und Vetralla Richtung Viterbo. Unterwegs und besonders in Sutri und Vetralla kommt mir die Strecke bekannt vor. Hier müssen wir schon einmal lang gekommen sein, als wir seinerzeit nach Rom gefahren sind. Am Abend bestätigt sich meine Vermutung beim Studium der damaligen Route.

In Vetralla verlassen wir die SS2 und folgen der S1 Richtung Küste. In Tarquinia entdeckt Astrid noch einen Hinweis auf etwas was vermutlich die Besichtigung lohnt.

Es handelt sich neben Cerveteri um die zweite etruskische Totenstadt aus dem 9. bis 1. Jh. vor Chr. Sie gehören beide zu den berühmtesten Fundstätten etruskischer Kultur und deshalb zum Weltkulturerbe der UNESCO. Aus dem Tuff geschlagene Grabkammern mit Erdhügeln darüber sind hier freigelegt worden. Bis zu 6000 soll es hier gegeben haben. Sie sind ausgestattet wie Wohnungen, mit Säulen und Betten und mit Wandmalereien.

Der Himmel beginnt sich zu verdunkeln als wir Tarquinia verlassen und auf der E80 beginnt es zu regnen. Es gewittert, die Temperatur sinkt auf 22° und die Schleusen öffnen sich gewaltig.

Zum Glück lässt der Regen nach als wir den ausgesuchten Campingplatz kurz vor Orbetello erreichen. Aber leider geschlossen. Also wieder zurück aus der Stichstraße an deren Beginn wir einen weiteren Platz gesehen hatten. Die dort vorhandene Beleuchtung hatte uns zuversichtlich gestimmt. Aber auch hier Fehlanzeige. Nur Arbeiter, die vermutlich Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten vornehmen, verlassen den Platz und bestätigen uns auf Nachfrage, dass auch hier bereits die Saison vorbei ist. Im Campingführer entdeckt Astrid einen weiteren Platz der bis Ende Oktober geöffnet sein soll. Wir finden ihn, er ist tatsächlich geöffnet, aber kein Platz am Meer, dafür an einer belebten Straße die auf die vorgelagerte Halbinsel führt. Kein Platz um länger zu verweilen.

Wir müssen uns nun offenbar damit abfinden, dass die Zeit der Wärme vorbei ist. Aber wenigstens schönes Wetter wollen wir noch genießen. Deshalb werden wir den Platz morgen auch wieder verlassen uns und weiter nach Norden begeben. Die Wetterprognose für Cannobio und den Lago Maggiore, unserem Lieblingsplatz aus früheren Jahren sieht positiv aus. Wir werden sehen, ob wir direkt durchstarten oder noch einen Zwischenstopp einlegen. Immerhin sind es bis dahin noch 584 km.

 

PS:

Nach einer Abmahnung  gestern von Egon das bald keine „ Ausrufezeichen“ mehr auf der Tastatur sind, gelobe ich Besserung!!!!! Ätsch!