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Über Kecskemet, Opusztaszer und Szeged nach Rumänien

06.09.
Wir verlassen das schöne und gastfreundliche Gestüt, legen die CD mit Musik von den Musikern des gestrigen Abends ein und starten nach Süden Richtung Kecskemet. Immerhin die achtgrößte Stadt Ungarns. Wir finden im Zentrum einen Parkplatz und beginnen unseren Rundgang im Herzen der Stadt, der großen Parkanlage zwischen Freiheitsplatz und Kossuth-Denkmal. Ringsum stehen viele prachtvolle Gebäude, mehrere davon im Jugendstil. Das Rathaus, von dessen Glockenturm dreimal am Tag Melodien erklingen, beherbergt die Touristinformation. Die spätbarocke Hauptkirche mit sehenswerten Wand- und Deckenmalereien steht gleich daneben. Sie wird gerade für das Erntedankfest vorbereitet.

Wir treffen einige der Mitreisenden, trinken gemeinsam einen Cappuccino und verlassen die Stadt über die B5, füllen unterwegs bei Tesco unsere Vorräte auf und erreichen Kiskun-felegyhaza, was wir durchfahren, denn die Zeit wird wieder einmal knapp. Wir müssen uns wohl doch angewöhnen am Morgen früher zu starten. Wir erreichen den Campingplatz in Opusztaszer gegen halb vier, fahren daran wenige Meter vorbei und besuchen den Emlekpark, den Nationalen Historischen Gedenkpark Ungarns, den jeder Ungar gesehen haben muss. Hier versammelten sich 896 die Magyaren, sieben Stammesfürsten unter Führung von Arpad, um das zuvor eroberte Land aufzuteilen. Die sogenannte „Landnahme“. Hier wird die Geschichte Ungarns in einem riesigen Freilichtmuseum dargestellt, es finden Reiterspiele statt und in einer großen Rotunde ist die Landnahme in einem großen Panorama dargestellt, welches anlässlich der 1000-Jahrfeier, dem Millennium geschaffen wurde.

Auch hier bleibt uns zu wenig Zeit, müssen wir doch noch unseren Anteil für das gemeinsame Abendbuffet vorbereiten und unseren Grill bereit machen. Ähnlich wie auf der letztjährigen Marokko-Tour leistet heute jeder seinen Beitrag zum Abendessen mit Salaten und anderen Speisen. Und diejenigen die Grills dabei haben wie wir, stellen diese allen zur Verfügung.

07.09.
Heute kommen wir früher weg, denn wir wollen Szeged, der Universitätsstadt an der Theiß, noch einen Besuch abstatten, bevor wir dann Ungarn verlassen werden. Es lohnt sich. Auch hier viel Grün, prachtvolle Bauten, ein Dom, dessen Malerei beeindruckt und große weitläufige Plätze mit südländischem Charme.

Unser Navi leitet uns zu einer Fähre über die Theiß, aber der Fährmann nimmt uns nicht mit nachdem wir bereits eine viertel Stunde auf ihn gewartet haben und die Fähre eigentlich für Fahrzeuge bis 10 t zugelassen ist. Wir seien zu lang. Also zurück, über die Brücke und auf die 43 Richtung Rumänien. Der Grenzübergang gestaltet sich problemlos. Auf ungarischer Seite einfach durchfahren und bei den Rumänen reicht der Ausweis. Die „Rovinette“ müssen wir noch erwerben, die rumänische Straßenbenutzungsgebühr, und sieben Kilometer hinter der Grenze tauschen wir die ersten Lei an einer Wechselstube. 80 km auf eintöniger Straße nähern wir uns Timisoara, dem früheren Temeschburg im Banater Land wo einst die „Donauschwaben“ siedelten.

Timisoara verfügt ebenfalls über einen barocken Stadtkern und wartet damit auf, dass hier die erste Straßenbahn Rumäniens fuhr, die erste Wasserleitung verlegt und die ersten Gaslaternen aufgestellt wurden. Hier begann auch 1989 die rumänische Revolution.
Die Gebäude hier sind allerdings in weniger gutem Zustand als in Ungarn, obwohl auch dort noch einige auf ihre Renovierung warten. Zu Ungarn generell noch ein paar Worte: Es ist ein schönes und preisgünstiges Reiseland mit Entwicklungspotential. Die Menschen sind nett und hilfsbereit, man sieht keine Graffiti, kaum Hunde und es ist sauber. Wir sind gespannt, was uns Rumänien weiter bieten wird.
Zum Wetter noch: Seit Wien begleitet uns die Sonne, bei 25° und darüber