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Split

4./5.09.

Wieder Regen in der Nacht, der gegen Morgen etwas nachlässt. Nachdem alles gerichtet, Toilette entleert und Frischwasser aufgetankt sind, verabschieden wir uns gemeinsam mit den Mädels herzlich von unseren deutschen Freunden, wünschen Ihnen eine gute Fahrt und alles Gute bei ihren Grundstücksgeschäften.

Die Rezeption vermeldet freie Straßen. Von der Bora keine Spur mehr. Der Abfahrt steht also nichts im Wege.

Mit den Mädels verständigen wir uns auf das weitere Vorgehen. Die Wetterprognosen sind weiter ungünstig und wir wollen deshalb zügig weiter in den Süden und den ursprünglich geplanten Tourverlauf straffen. Die Großwetterlage zeigt Niederschläge im gesamten Adriabereich, über Albanien hinaus bis nach Griechenland und ebenso an der Ostküste Italiens. Unsere Idee ist, von Split aus mit der Fähre nach Pescara in Italien überzusetzen um dann weiter an die Westküste nach Neapel zu fahren. Unsere Mädels wollen uns dabei zunächst weiter begleiten und später entscheiden, ob sie sich uns anschließen werden.

Bei der Ausfahrt vom Platz tritt uns eine Frau in den Weg, die uns zu erkennen gibt, dass sie auch aus Brandenburg stammt und mit ihrem Mann und Freunden unterwegs ist. Von Januar bis April weilen sie regelmäßig in Spanien.

Wir fahren zurück bis zur Maslenica-Brücke, die im Balkankrieg zerstört und später neu aufgebaut wurde. Kein Bungee-Springer ist heute zu sehen.

Um zügig voran zu kommen schneiden wir Zadar und begeben uns über kleine Dörfer, wie Islam Latinski und Islam Grcki, denen man heute noch ansieht, dass sie im Balkankrieg zwischen die Fronten von Serben und Kroaten geraten waren, weiter Richtung Split. . Heute leben die verbliebenen Bewohner wieder friedlich zusammen. Aber viele Häuser stehen leer. Nach einem Stopp mit Cappuccino und einem Gespräch mit einer anderen Womobesatzung aus der Nähe von Aachen kommt der Wunsch nach Küstennähe auf. Wir steuern deshalb direkt auf Biograd na Moru zu, die weiße Stadt am Meer. Ich erinnere Astrid daran, dass wir genau von hier aus 2011 unseren Schiffsausflug zu den Kornaten unternommen hatten. Allerdings vom Ort hatten wir seinerzeit nichts gesehen,  da wir vom Campingplatz mit einem Kleinbus hierher und wieder zurück gefahren wurden.

Wir machen einen Stadtbummel durch die Altstadt und schlendern am mit Hotels gesäumten Ufer entlang. Alles sehr touristisch, aber mit sehr schönem Strand. Wir gönnen uns Mittagessen und ein Eis, mit dem Astrid noch den ganzen Nachmittag zu tun hat, so ist es ihr auf den Magen geschlagen.

Wir nehmen wieder Fahrt auf, immer an der Küste entlang Richtung Split, vorbei an malerischen Orten, wie auch Primosten, schön auf einer Halbinsel gelegen und Trogir. Ein Tankstopp noch unterwegs und wir kommen in Split auf dem Campingplatz Stobrec an. Er ist voll und wir müssen die erste Nacht unmittelbar hinter der Schranke verbringen. Stellplatz am EingangFür Morgen ist Entspannung voraus gesagt. Den Abend verbringen wir auf der Terrasse des platzeigenen Restaurants auf der Landspitze genau zwischen den beiden zum Platz gehörigen Stränden. Der Platz ist hervorragend ausgestattet. Aus der unterhalb liegenden Strandbar ertönt Livemusik.

Die Nacht verläuft trotz der Nähe zum Platzeingang unerwartet ruhig. Inzwischen wissen wir auch, dass von Split nach Pescara keine Fähre mehr verkehrt. Diese Verbindung beschränkt sich auf den Hochsommer. Alternativ ginge es nach Ancona oder von Dubrovnik nach Bari. Ancona liegt für unsere Planungen viel zu weit nördlich. So studieren wir erneut die Wetterprognosen und kommen zu dem Schluss,  doch noch das Albanienabenteuer in Angriff zu nehmen und dann von dort nach Italien zu wechseln.

Unsere Mädels haben auch einen Entschluss gefasst. Sie wollen in Kroatien bleiben. Sehr erfreut sind sie und wir ebenso, dass wir durch unsere geänderte Reiseplanung noch ein paar Tage gemeinsam verbringen können.

Aber zunächst steht eine Stadtbesichtigung von Split auf dem Programm. Wir nehmen den Bus 25, der direkt vor dem Camp hält und gelangen so völlig entspannt in die City, wo wir nahe dem Green Market, unmittelbar vor dem Palast aussteigen.

Wir begeben uns auf die „Split Walking Tour“ und erkunden die vielfältigen Sehenswürdigkeiten des Palastareals, der Stadt im Palast von Kaiser Diokletian, einschließlich der unterirdischen Katakomben. Während unseres Mittagessens läuten die Glocken und ich erinnere mich gelesen zu haben,  dass Punkt 12 Uhr sich der Kaiser und Gemahlin zeigen. Ich bin rechtzeitig da, um noch ein paar Aufnahmen zu machen.

Nach weiteren Erkundungen nehmen wir ziemlich plastermüde den Bus zurück zum Platz und verbringen einen schönen Abend gemeinsam beim Grillen und netten Gesprächen.

PS.: Wettermäßig sind wir wieder im grünen Bereich. Vorläufig? Kein Regen, überwiegend sonnig und 26 bis 27°.