Schlagwort-Archive: Usambara-Bahn

Auf dem Weg in die Serengeti

21. bis 24.06.2016 Auf dem Weg in die Serengeti

Die folgenden Tage dienen dem Ziel uns der Serengeti näher zu bringen.

Aber zunächst geht es in zwei Etappen nach Arusha über Korogwe. Bis Chalinze kennen wir die Straße schon und wir kommen einigermaßen durch. Wieder kommen wir an dem Tankstellenunsinn hier vorbei. Wohl jeder Ölscheich des Orients platziert hier seine eigene Marke. Wie diese Tankstellen hier existieren können ist uns ein Rätsel. Es herrscht kaum Betrieb an den Zapfsäulen. Aber darüber sollen sich andere Gedanken machen.

Ab Chalinze biegen wir ab auf die A14 und kommen dann an dem Abzweig nach Bagamoyo vorbei. Die Stadt liegt am Meer und war in der Kolonialzeit einmal kurz die Hauptstadt von Deutsch-Ostafrika, bevor man sich für Daressalam entschied.

Bei Segera biegen wir nach links ab auf die B1 in Richtung Korogwe und 22 km weiter erreichen wir die White Parrot Lodge unser erstes Nachtquartier auf dem Weg zur Serengeti. Entgegen allen Erwartungen sind wir hier die Ersten und werden erst einmal ziemlich ungläubig empfangen. Einer tut sich besonders wichtig und telefoniert mit seinem Commander, wahrscheinlich dem Chef des nebenan gelegenen Hotels. Aber dann ist offenbar alles geregelt und wir suchen uns einen Platz. Wir stehen hier sehr eng um das Zentrum des Platzes, aber wir haben Strom und ein wenig Wäsche kann auch gewaschen werden. Nach und nach trudeln auch die anderen ein, die teilweise wieder einmal von der Polizei gestoppt und zur Kasse gebeten wurden. Wir kamen heute glimpflich davon.

Am anderen Morgen bekommen wir noch Besuch von einigen der weiblichen Angestellten hier, die sich für unsere Womo’s interessieren. Vier Damen gleichzeitig besteigen mit Astrid unser Womo und bestaunen alles. Sogar der Kühlschrankinhalt wird fotografiert und der Wasserhahn getestet. Die Überraschung war so groß, dass ich doch vergesse ein Foto von den Damen zu machen als sie wieder unser Womo verlassen.

Am nächsten Tag geht es nach Arusha und wir passieren rechterhand die Usambara-Berge. Sie begleiten uns über mehrere Kilometer nach Norden. Hier stammt das auch uns bekannte Usambaraveilchen her. Wir passieren den Abzweig nach Lushoto, der Distrikthauptstadt, die zu Kolonialzeiten Wilhelmstal hieß. Mehrfach kreuzen wir unterwegs eine leider stillgelegte Schmalspurbahnstrecke, die Usambara-Bahn, die um die Jahrhundertwende gebaut wurde. Sie führte von Tanga nach Moshi und erschloss die Usambara-Berge .k-S2840068k-S2840066

kurzer Stopp am Baobab
kurzer Stopp am Baobab

Weiter Richtung Moshi nähern wir uns dem Kilimajaro-Massiv, das mit knapp 6000 m Höhe das höchste Bergmassiv Afrikas ist, die höchste Erhebung ist der Kibo mit 5895 m. Der Kilimanjaro liegt auf tansanischem Staatsgebiet, soll aber von Kenia aus den besten Anblick bieten. Wir bekommen ihn gar nicht zu Gesicht, obwohl er direkt vor uns liegen sollte. Der Himmel hängt leider voller Wolken.

Unterwegs wird in riesigen Plantagen Sisal angebaut. Der Anbau geht auf deutsche Pflanzer von vor über 100 Jahren zurück. Die Pflanze ist vom Aussehen in etwa zwischen gestutzten Palmen und kleinen Ananaspflanzen anzusiedeln.k-S2840063k-S2840064

Wir passieren Moshi mit rund 180.000 Einwohnern. Als Universitätsstadt läuft sie dem eher touristischen Arusha was die Bildung angeht den Rang ab. Der Flughafen „Kilimanjaro-Airport“ liegt genau zwischen Moshi und Arusha.

Impressionen am Wegesrand:

Nach weiteren 70 km erreichen wir die Halbmillionenstadt Arusha mit ihrem quirligen Treiben und meist schlechten Straßen. Zuvor passieren wir noch eine Baustelle die den Fahrzeugen wieder einmal alles abverlangt.Auch bei uns kratzt es hin und wieder am Fahrzeugboden und ich ahne schon Schlimmes als ich auf dem Platz Tropfen unter dem Auto fallen sehe. Aber es ist nur das Kondenswasser der Klimaanlage.

Astrid genießt die Ruhe
Astrid genießt die Ruhe

Das Massai-Camp ist für drei Nächte unser Quartier. Ein taktischer Halt, wie Renate sagt. Denn falls an den Fahrzeugen etwas zu reparieren ist, dann ist hier die beste und vorerst einzige Gelegenheit. Und hier in Arusha kann Gas getankt werden und wir bekommen auch wieder eine Flasche gefüllt. Am Fahrzeug haben wir zum Glück nichts zu tun und auch eine Ölstandskontrolle fällt positiv aus.k-20160623_105133

Am nächsten Tag nehmen wir den angebotenen Ausflug in die Stadt in einem Kleinbus wahr. Wir steigen bei der German Boma aus, einem früheren Verwaltungssitz der deutschen Kolonialisten und besuchen das kleine Museum. Viel hat es nicht zu bieten, aber ein paar schöne Fotografien von der Tierwelt Tansanias sind in die Ausstellung eingestreut. Ein kurzer Besuch in einer Werkstatt für Tierpräparation beendet den Besuch. Dahinter gibt es einen kleinen botanischen Garten und dann noch eine sehenswerte Künstlerkolonie, mit kleinen Werkstätten und Läden und zahllosen Bildern mit afrikanischen Motiven. Sie werden hier hergestellt und sind deshalb keine Massenware, wie man sie häufig auf den Märkten antrifft.

Anschließender Treffpunkt ist das „Africafe“, mit dem besten Cappuccino seit langer, langer Zeit.k-20160623_125131

k-IMG_20160623_123226Der folgende Besuch des Cultural-Heritage-Centers ist auch ein Highlight. Viele großartige Kunstwerke sind hier zu sehen. Malerei, Bildhauerei und Metallkunst und viele Läden mit landestypischem Kunsthandwerk. Auch die großen Kunstwerke können erworben werden und werden u.a. per DHL in alle Welt versandt. Ein Glück, dass wir nicht mehr wissen wo wir in unserem Haus damit hin sollen.

Es folgt noch ein kurzer Halt bei einer gut sortierten Metzgerei und einem Supermarkt und dann geht es zurück zum Camp.

Um 17 Uhr sind wir zum Treffen gerufen. Heute ist Bergfest unserer Tour und das wird gefeiert mit gutem Wein und Knabbereien und anschließend folgt noch ein sehr sehenswertes Programm einer Gruppe junger Künstler von der Universität, die sich die Pflege und Erhaltung des musikalischen und tänzerischen Kulturgutes Tansanias zur Aufgabe gemacht haben. Den Abschluss bildet die Präsentation der tansanischen Nationalhymne.

Diesem erlebnisreichen Tag schließt sich ein Ruhetag an. Zumindest für uns. Wir verzichten mit etwa der Hälfte der Gruppe auf den angebotenen Tagesausflug zu einer Kaffeeplantage und hoffen eher darauf, dass die Wolkendecke einmal aufreißt und den Blick auf den Kilimanjaro freigibt. Leider bislang vergebens. Deshalb trinke ich den Kummer mit Kilimanjaro-Bier hinunter. Nun sind wir so nah dran und 350 km weiter ist der Äquator und wir sehen nichts. Eine letzte Hoffnung bleibt noch heute Abend. Auf der Schwesterlodge unseres Platzes, wo wir heute zu Abend essen werden, soll die Aussicht gut sein. Nur Wolken beiseite schieben können die dort auch nicht.