Schlagwort-Archive: Wien

Südosteuropa und Türkei vom 27. August bis 5. November 2013

Wir haben uns, wie bereits 2012 mit der Marokko-Tour, für eine organisierte Reise mit „Seabridge“, einem Womo-Reiseveranstalter aus Düsseldorf entschieden. Obwohl diese Form der Reise vermutlich teurer als eine Individualreise ist, hat sie auch Vorteile. Die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten entfällt, um Fährbuchungen muss man sich nicht kümmern und auch Ausflüge und Stadtbesichtigungen sind organisiert. Neue Bekanntschaften werden geschlossen und neue Freunde gefunden. Und die Geselligkeit kommt nicht zu kurz, wenn sie gewollt ist. Aber, und das war für uns mitentscheidend, jeder fährt für sich. Keine Fahrt in Kolonne.

Unsere Reise führt uns über Wien nach Ungarn, Rumänien, Bulgarien nach Griechenland. Hier endet die erste Tour. Während die meisten Mitreisenden sich hier verabschieden werden um mit der Fähre nach Venedig zu fahren, genießen wir 3 freie Tage bevor wir ab Griechenland die die zweite Tour, dann durch die Türkei, in Angriff nehmen, die ebenfalls wieder zurück über Griechenland in Venedig ihren Abschluss finden wird.Reiseroute Südosteuropa und Türkei

 

Über Linz und Melk nach Wien

29.08.
Wir frühstücken noch mit den Kindern und verabschieden uns herzlich. Nach einem kurzen Abstecher nach Linz, folgen wir mehr oder weniger dem Verlauf der Donau bis nach Wien. In Melk machen wir einen Halt um dem Stift Melk, einem der schönsten und größten einheitlichen Barockensembles Europas einen Besuch abzustatten. Schon aus einiger Entfernung ist die imposante Anlage zu sehen, die wir bereits früher bei unseren Reisen nach Wien von der Autobahn aus bestaunt haben. Die Geschichte Österreichs ist eng mit dem Stift, in dem seit 1089 ununterbrochen Benediktinermönche leben, verbunden. Einige der ersten Herrscher sind hier bestattet.
Auf relativ ruhiger Landstraße gelangen wir bis Wien, überqueren die Donau und finden unseren Campingplatz nahe der Donauinsel. Wir melden uns an, geben uns als Teilnehmer der Seabridge-Gruppe zu erkennen und erhalten einen der reservierten Plätze zugewiesen. Dort stehen bereits ein Concorde aus Heppenheim und ein Knaus-Womo aus Zürich. Wir machen uns bekannt, schließen uns am Strom an, Tisch und Stühle raus und nun beginnt das eigentliche Camperleben.

ein Tag in Wien

30.08.
Der Tag beginnt wenig spektakulär. Ausschlafen, das erste Mal draußen frühstücken, Wien besichtigen und wieder zurück. Wien kennen wir schon aus früheren Besuchen, deshalb fällt der Aufenthalt im Stadtzentrum relativ kurz aus. Zu einem Mittagsschlaf kommen wir dennoch nicht. Unsere Schweizer Freundinnen reisen an und nach und nach kommen weitere Reiseteilnehmer dazu. Alle recht nett beim ersten Eindruck. Aber bislang stehen auch erst sieben von vermutlich 20 Fahrzeugen hier.
Am Abend zieht es uns nach Grinzing zum Heurigen. Einem Tipp von Einheimischen folgend, die wir im Bus treffen, landen wir im „Feuerwehr-Wagner“, einem der ältesten Weingüter in Grinzing und etwas abseits vom Zentrum, wo nicht zahlreiche Touristenbusse davor stehen. Wir lassen uns belehren, dass beim Heurigen nur die Getränke am Tisch gereicht werden. Essen wählt man am Tresen aus, bezahlt gleich und nimmt es mit zum Tisch. Ein reichhaltiges Angebot lässt jeden etwas finden und der servierte Wein, ein Zweigelt, trägt seinen Anteil zu einem gelungenen, feucht-fröhlichen Abend, bei.
Als wir gegen Mitternacht auf dem Platz eintreffen, herrscht schon überall Ruhe.

und nochmal Wien

31.08.
Wir machen uns nach dem Frühstück nochmals auf ins Zentrum. Mit U2 und U4 landen wir am Schwedenplatz und wollen von hier eine Schiffstour unternehmen. Nach anfänglichem Zögern entscheiden wir uns für die kürzeste der Touren, über 1 1/2 Stunden eine Donaukanaltour. Eigentlich 19 € pro Person, aber es werden noch je 2 € Kraftstoffzuschlag erhoben. Fazit der Tour: sie war das Geld nicht wert. Man kann es auch als Abzocke bezeichnen, es sei denn, man findet viel befahrene Straßen, sowie Industrie- und Verwaltungsbauten am Ufer sehenswert. Einziger Lichtblick ist ein von Friedensreich Hundertwasser gestaltetes Ensemble, aber auch dies ein Industriebau, die Müllverbrennungsanlage von Wien.
17 Uhr erstes Briefing mit unserer Reiseleiterin Renate und ihrem Tourpartner Jamal, die wir bereits vorher herzlich begrüßt haben. Bereits auf unserer Marokko-Tour 2012 waren sie unsere verlässlichen und netten Begleiter.
Erstmals sind jetzt alle Reiseteilnehmer versammelt. Bis wir alle mit Namen kennen werden wohl, trotz Namensschilder, einige Tage vergehen.

von Wien nach Szombathely

01.09.
Heute wollen wir nicht nur Wien, sondern auch Österreich verlassen. Anders als die meisten Mitreisenden, werden wir auf die Benutzung der Autobahn verzichten. Einerseits, weil wir nicht für die letzten 30 km noch eine Vignette kaufen wollen, andererseits, weil wir Autobahn langweilig finden. Wir verlassen deshalb Wien Richtung Schwechat, vorbei am Flughafen, fahren dann zum Neusiedler See und machen in Illmitz noch einmal Halt für einen Cappuccino und ein Eis, bevor wir dann gleich über die ungarische Grenze kommen und nach Fertöd weiter fahren. Das war dann die Alternativstrecke zur empfohlenen Route, auf der der Neusiedler See aber nur bei der Anfahrt zu sehen war. Aber es geht durch schöne Weinorte und Illmitz ist bestimmt auch noch einmal einen Aufenthalt wert. Schloss Esterhazy, das Versailles Ungarns und Bestandteil des Weltkulturerbes der UNESCO, ist jetzt unser Ziel. Hier erwartet uns eine sachkundige und vergnügliche Führung durch das Schloss, welches zu 90% aus EU-Mitteln und 10% aus dem Staatshaushalt Ungarns wieder aufgebaut und restauriert wird.  Zu Beginn des 18. Jahrhunderts noch ein kleines Jagdschloss, wurde es unter Fürst Nikolaus I. nach dem Vorbild von Versailles in einem Zeitruam von 64 Jahren aufwändig umgebaut. Hier wirkte auch über drei Jahre Joseph Haydn als Hofkomponist und seine „Abschiedssymphonie“, in deren Verlauf ein Musiker nach dem anderen seine Noten zusammenfaltete und die Bühne verließ, wurde hier uraufgeführt.

Meine 200-Forint-Scheine aus einem früheren Aufenthalt in Budapest werden wir am Parkplatz nicht los. Erst bei einem Bäcker in Szombathely erfahren wir, dass sie inzwischen ungültig sind.
Weiter geht’s über sehr wellige aber weitgehend lochfreie Landstraßen zum Tagesziel nach Szombathely, dem antiken Savaria und späteren Stein am Anger. Köszeg lassen wir aus und sehen uns stattdessen die Altstadt von Szombathely an. Die Stadt liegt direkt an der von Kaiser Tiberius (14-37 n. Chr.) begonnenen Bernsteinstraße und verdankt diesem Umstand seine Entwicklung. Sie ist wahrscheinlich die älteste römische Stadtgründung in der römischen  Provinz Pannonien.

Wir sind dann rechtzeitig auf dem Stellplatz um pünktlich um 18 Uhr am Briefing teilzunehmen. 19.30 Uhr ist Abmarsch zum nahen Restaurant zum gemeinsamen Abendessen, gesponsert von der Reiseleitung. Sehr schmackhaft, der Rotwein und der Palinka schmecken auch, angenehme Unterhaltung und am Ende gehören wir wieder zu den Letzten die den Campingplatz erreichen.