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Unterwegs nach Windhoek

22.07.2016 über Gobabis nach Windhoek

k-S3030002Die B6 von der Zalda Guest Farm bis kurz vor Windhoek ist sehr gut und wir kommen gut voran. Über eine weite Strecke übernimmt Astrid heute das Steuer.k-S3030003 Nach 80 km legen wir in Gobabis, was so völlig anders aussieht wie die bisherigen afrikanischen Städte in den letzten besuchten Ländern, einen Stopp ein. Wir wollen endlich SIM-Karten bei MTC erwerben damit wir wieder unabhängig von WLAN-Angeboten, die meist kaum Datentransfers zulassen, in das Internet kommen. Im Shop von MTC werden wir gut bedient und unsere Smartphones werden auch gleich eingerichtet. Zuvor hatten wir noch im örtlichen SPAR unsere Vorräte aufgefüllt und an der gegenüberliegenden Tankstelle Namibische Dollar erworben, die zum südafrikanischen Rand 1:1 stehen. Beide Währungen werden hier akzeptiert, nur in Südafrika wird man dann den namibischen Dollar nicht wieder los. Also heißt es aufpassen, bevor wir das Land wieder verlassen. Aber bis dahin ist noch viel Zeit und wir wollen Namibia entdecken.

Wir erkundigen uns noch nach einem Baumarkt und erhalten eine Wegbeschreibung. Nur wenige Schritte vom MTC werden wir fündig. Ich bin auf der Suche nach Sperrholz um unseren Kühlschrankblock im Womo fester zu verankern. Sperrholz ist allerdings nur in großen Tafeln erhältlich und ich begnüge mich daher mit 5mm starken Leisten um das Problem zu lösen. Im Lager lasse ich die lange Leiste noch in vier Stücke teilen, während wir mit dem Bon zu Kasse gehen. Im Kassenbereich entdecken wir dann noch einen aufgebauten Scottel-Braai, der uns im Krüger-NP so fasziniert hatte (erinnert ihr euch?). Allerdings ist das Ausstellungsstück auch das letzte Exemplar. Wir schlagen zu und warten dann geraume Zeit bis endlich ein großer Karton gebracht wird um das Gerät zu verpacken. Voller Stolz verstaue ich das Teil im Womo.

Wir verlassen dann das schon sehr europäisch anmutende Gobabis und nehmen die letzten 180 km unter die Räder. Eine unendliche Weite liegt vor uns.

Namibia ist immerhin mehr als doppelt so groß wie Deutschland, verfügt aber nur über 2,2 Mio. Einwohner. Damit entfallen auf einen Quadratkilometer nur 2,7 Einwohner im Gegensatz zu Deutschland mit 226,5 und damit etwa 84 mal soviel.

Kein Wunder, dass fast keine Siedlungen zu sehen sind. Allenfalls riesige Farmen und Lodges.

In Gobabis hatten wir mit Absicht kein Brot gekauft. 95 km danach soll es einen Farmstall geben, in dem auch Brot erhältlich ist, so die Information. Der Farmstall ist auch gut ausgeschildert, nur gibt es hier weder frische Produkte noch Brot, noch kann man hier einen Kaffee trinken oder etwas essen. Astrid kritisiert auch beim nächsten Briefing diese Info. Es handelt sich allenfalls um einen Kiosk mit sehr eingeschränktem Sortiment. Wir müssen aber deshalb nicht Hunger leiden.

Etwa 40 km vor Windhoek passieren wir den Abzweig zum Airport und nach weiteren 20 km erreichen wir das „Trans Kalahari Inn Hotel“, unser Standplatz für die nächsten zwei Nächte und gleichzeitig Standort des Wohnmobilvermieters BoBo-Campers mit dessen Mietmobilen Seabridge Touren im südlichen Afrika veranstaltet. Hier sollen auch unsere Gasflaschen wieder gefüllt werden, die wir heute früh bereits bei Renates Fahrzeug abgestellt hatten.

Am Abend erwartet uns ein sehr gutes Seabridge-Buffet im Restaurant.

 

Windhoek

23.07.2016 Stadtbesichtigung Windhoek

Ein Bus holt uns um 10 Uhr zur Stadtbesichtigung von Windhoek, der Hauptstadt Namibias, ab.

Mit dem Bau der Alten Feste wurde am 18. Oktober 1890 gewissermaßen der Grundstein für das moderne Windhoek gelegt, dass nach Auskunft unseres Busfahrers heute etwa 380.000 Einwohner zählt. Trotzdem ist das Zentrum recht überschaubar. Rund 100.000 der Einwohner wohnen in den beiden von Schwarzen bewohnten Vorstädten Katutura und Khomansdal, Relikte aus der Zeit der Apartheid.

Unser erstes Ziel ist die Christuskirche, weitere Sehenswürdigkeiten folgen bevor wir dann Gelegenheit für einen Stadtbummel und Mittagessen haben.

Christuskirche
Christuskirche
Clock-Tower
Clock-Tower

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Nationalmuseum
Nationalmuseum
Tintenpalast- Das Parlament
Tintenpalast- Das Parlament

Wir müssen recht lange auf unser Essen warten und der Bus fährt deshalb ohne uns zum Craft-Center. Wir laufen schließlich dahin, haben deshalb kaum noch Gelegenheit uns umzusehen und nehmen uns vor, am nächsten Tag unser Frühstück im Cafè des Centers einzunehmen.k-20160723_111617k-20160723_114408k-IMG_20160723_113832

k-20160723_133745Anschließend fahren wir mit dem Bus noch durch Katutura, der Vorstadt der schwarzen Bevölkerung. Der Vorort war zu Zeiten der Apartheid in Viertel für die einzelnen Volksstämme untergliedert. Diese Viertel sind heute auch weiter entwickelt als die eher ärmlichen Viertel derjenigen die erst in jüngster Vergangenheit durch die verstärkte Landflucht besiedelt wurden. Katutura heiß übersetzt soviel wie: der Ort , an dem man nicht lebt. Heute wird er von den ursprünglichen Bewohnern eher Matutura genannt: der Ort an dem man gern lebt. Die Unterschiede sind deutlich zu sehen.

Die Häuser der Alteingesessenen:

und die derjenigen die zugezogen sind:

Am Abend geht es mit dem Bus zu „Joe’s Beerhouse“, einer urigen Kneipe in Windhoek. Es ist zwar etwas kalt hier, man sitzt unter freiem Himmel, aber gutes Essen und gutes Bier entschädigen. Hier bekomme ich Schweinebraten mit Bratkartoffeln und Sauerkraut und dazu ein Urbock. Richtig nach meinem Geschmack.

 

zum Waterberg

24.07.2016 von Windhoek nach Waterberg, ein Ort deutscher Geschichte

k-S3040002Die Gasflaschen sind voll und wir sind für die weitere Tour gerüstet. Nur meinen Adapter zur Füllung der Flasche habe ich immer noch nicht zurück, wie auch die zugesagte Entsorgung der Womo-Toiletten am Morgen nicht funktioniert hat. Auch jetzt ist der Adapter nicht aufzutreiben. Er befände sich im Auto, mit dem die Flaschen zum betanken gebracht wurden und dieses Auto sei jetzt auf dem Flughafen. Aber Renate sichert zu, dass sie den Adapter am Montag mitbringen wird. Sie bleibt noch in Windhoek zu einem Werkstattbesuch. Als Letzte, wie sonst, verlassen wir den Platz, denn wir wollen noch einmal in das Craft-Center um uns etwas umzusehen und zum Frühstück. Das Center öffnet erst um neun Uhr.

Auf dem Weg dahin wird noch getankt und Geld am Automaten gezogen. Astrid’s VISA-Card will er allerdings nicht. Aber mit beiden EC-Karten funktioniert es.

Gut gesättigt und mit ein paar Kleinigkeiten mehr im Womo verlassen wir gegen Mittag das Center und machen uns auf den Weg. Es ist Sonntag und die meisten Geschäfte haben geschlossen. Den SPAR in Windhoek, der heute geöffnet hat, suchen wir nicht auf, wir wollen in Okahandja einkaufen. Auch dort hat der SPAR heute auf, nur Alkohol gibt es am Sonntag nicht.

Quer durch Windhoek gelangen wir auf die B1 und sind damit wieder auf dem Trans-Kalahari-Highway. Endlose lange Straßen, aber gut ausgebaut. Nur die Abzweigungen unterwegs führen sofort auf Gravelroads, Schotterstraßen, die für uns weniger geeignet sind. Unterwegs immer wieder Hinweisschilder auf Warzenschweine, oder Motorola’s, wie sie auch genannt werden wegen ihres in die Höhe gestellten Schwanzes wenn sie auf der Flucht sind.

In Okohandja kaufen wir wie geplant ein und suchen anschließend die Rheinische Missionskirche, das älteste koloniale Gebäude Namibias, auf.

Rheinische Missionskirche
Rheinische Missionskirche

Okahandja war das bevorzugte Siedlungsgebiet der aus Betschuanaland, dem heutigen Botswana, eingewanderten Herero und Schauplatz zahlreicher blutiger Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Stämmen. Bedeutende Häuptlinge der Herero wurden hier geboren. Deshalb besuche ich auch noch einige Herero-Gräber, während Astrid im Womo auf mich wartet.

Kirche von Okahandja mit Hererogräbern:

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weitere Gräber im Gelände:

Die Maharero waren Häuptlinge der Herero.

Weiter geht es auf der B1 in Richtung Otjiwarongo und bevor wir den Ort erreichen, biegen wir nach rechts ab und sehen bereits in der Ferne das Waterberg-Plateau, ein Schauplatz deutscher Kolonialpolitik. Hier fand die entscheidende Schlacht zwischen der Deutschen Schutztruppe und den Hereros statt.k-S3040008Aber bevor wir das davor liegende Camp erreichen, sind 17 km Gravelroad zu überwinden. Keine leichte Aufgabe für unser Womo. Ich versuche zunächst mit hoher Geschwindigkeit die Querrillen zu überwinden, aber es schüttelt unbarmherzig. Also runter vom Gas. Aber beim abbremsen schüttelt es noch mehr, bis ich etwa auf 20 km/h angelangt bin. Jetzt ist es einigermaßen erträglich, aber trotzdem dem Womo nicht zuträglich. Wenn wir den Platz wieder verlassen, will ich es einmal mit weniger Luftdruck und weniger Luftfederung versuchen.k-20160724_164403

In der Nähe des Camps befindet sich der deutsche Soldatenfriedhof. Der Campingplatz ist großzügig angelegt aber teilweise sehr uneben. Wir brauchen etwas, bis wir den richtigen Platz für uns gefunden haben.