über Pula und Nora in die Hauptstadt

29.04.2017

Die Ruhetage haben uns gut getan. Mal keine Steine oder Gräber anschauen. Nur die Füße hoch, mal mit dem Rad unterwegs, die Vögel beobachten oder weitere Beschäftigung mit der neuen Kamera. Die Tage sind entspannt vergangen.

Aber heute geht es weiter, zumal wir hier schon mit Absperrseilen eingesperrt wurden.

Zwei Reihen wurden abgeriegelt, weil hier die Auto’s einer Sportveranstaltung Station machen sollen. Ob nun Marathon oder Radsport, was nahe liegt bei der Radsportbegeisterung der Italiener und auch Sarden, konnten wir nicht genau in Erfahrung bringen.

Der Platz hier ist jedenfalls weiter zu empfehlen, gut gelegen und für 16 € mit einem guten Preis versehen.

Mit einem Pärchen aus Plön tauschen wir uns noch über diverse Reiseziele aus, nutzen danach noch alle Serviceeinrichtungen des Platzes und machen uns dann auf den Weg Richtung Hauptstadt Cagliari. Auf der Hauptstraße angelangt werden wir nach wenigen hundert Metern von entgegenkommenden Motorradfahrern gestoppt. Eine riesige Kolonne Biker kommt uns entgegen. So wie wir es von früheren Teilnahmen an Biker-Treffen kennen.

Auf recht gerader Straße und vorbei an Villenanlagen, Feriendörfern und Hotels erreichen wir Pula, ein kleiner Ort mit ca. 6.000 Einwohnern, der an sich wenig zu bieten hat, uns aber mit dicht gespannten Wimpelketten über der Hauptstraße empfängt.

Die Attraktion von Pula ist die 4 km entfernte und am Meer auf dem Capo di Nora gelegene antike Römerstadt Nora. Auf breiter Straße mit breitem Fahrradweg, gesäumt von zahlreichen Oleanderbüschen, erreichen wir den großen Parkplatz von dem aus es zu Fuß weiter geht. Das erste etwas unscheinbare, leider geschlossene Gebäude, ist die im 11. Jh. errichtete Kirche Sant’Efisio.

Das Fest zu Ehren von Sant’Efisio versammelt jährlich Tausende aus ganz Sardinien, Gläubige, die in traditionellen Trachten und Farben aller Regionen vom ersten bis vierten Mai eine große Prozession durchführen bei der die Heiligenstatue von Cagliari bis hierher zu der Kirche und wieder zurück getragen wird. Hier, am Ort der Kirche, soll der Heilige von den Römern ermordet und einen Märtyrertod gestorben sein. Als in Cagliari 1656 die Pest wütete wurde der Heilige von den Stadtoberen um Hilfe angerufen. Dafür legte die Stadt ein Gelübde ab in dem sie sich verpflichtete jährlich die Statue von Cagliari nach Nora und wieder zurück zu tragen. Die Pest endete und die Stadt löst seither jährlich ihr Gelübde ein.

Interessante Geschichte und für uns Anlass am 1.Mai die Prozession zu besuchen.

Jetzt aber wenden wir uns erst einmal der antiken Römerstadt Nora zu die 1889 durch eine Sturmflut freigelegt und entdeckt wurde. Sie ist die älteste und bedeutendste antike Stätte auf Sardinien. Von den Phöniziern 1000 v.Chr. gegründet und später von den Römern überbaut, verlor sie nach dem Einfall der Vandalen ihre Bedeutung und wurde vermutlich im 4. Jh. n.Chr. aufgegeben.

Straßen und Gebäude sind noch sehr gut nachzuvollziehen und auch Mosaike auf den Böden sind teilweise erhalten.

das einzige römische Theater auf Sardinien
Torre di Nora

 

Nach geteilter Pizza und einem Einkauf in Pula geht es jetzt vorbei an großen Industrieanlagen in die Hauptstadt. Wir haben uns einen empfohlenen Stellplatz außerhalb des Zentrums ausgesucht, von dem aus wir mit dem Bus direkt in das Zentrum gelangen können. Die Koordinaten stimmen und wir gelangen durch das lebhafte Zentrum auch direkt auf den gut ausgestatteten Platz, wo wir nett und freundlich empfangen werden. Mit Hilfe von StreetView werden wir noch mit der Umgebung vertraut gemacht, der Bushaltestelle und dem Zentrum von Cagliari, wo der Bus ankommt und sich die Tourist-Info befindet. Ein guter Service und Bustickets erhalten wir auch gleich vor Ort.

Im Zentrum „steppt der Bär“. Verständlich, denn es ist Samstag. Die Straßen werden von der Jugend Cagliari’s beherrscht, die toll gestylt daher kommt. Knalliges rot scheint die Farbe der Saison für die Lippen des weiblichen Teils der Jugend zu sein.

Wir bummeln durch einen Teil der Altstadt, besuchen Santa Chiara und enden bei Antipasti in einem der vielen Straßenrestaurants. Sehr schön für einen ersten Besuch und macht Lust auf mehr.

4 Gedanken zu „über Pula und Nora in die Hauptstadt“

  1. Bon giorno, ihr zwei Beiden! Jetzt habe ich doch endlich mal dran gedacht, in den neuen Reiseblog zu schauen; habs vorher dauernd vergessen. Als Rentnerin hat man ja immer sooo viel um die Ohren…
    Eure Fotos machen so richtig Lust drauf, selber mal nach Sardinien zu fahren (keep dreaming!), aber weil ich nun mal zu weit weg bin, sitze ich ab heute wieder auf Eurer Schulter und gucke zu.

    1. Schön,dass du wieder dabei bist und uns beim Reisen zuschaust. Liebe Grüße nach Down Under.

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