von Südafrika nach Mosambik

23.05.2016 von Südafrika nach Mosambik

Heute wartet mit dem Grenzübergang das Abenteuer auf uns. Wir wollten uns eigentlich Zeit nehmen. Aber gegen 7 Uhr sind wir beide wach und nach kurzem Zögern entschließen wir uns dann doch bald aufzustehen. Zum Frühstück heute nur ein Joghurt. Wasser habe ich bereits am Abend aufgefüllt und auch die Toilette entleert. Wir sind auf Mosambik vorbereitet. Auf dem Weg aus dem Krüger Nationalpark sichten wir noch eine Gruppe Giraffen bevor wir am Malelane-Gate den Park verlassen.

Wir müssen nicht weit fahren bis in den Ort Malelane. Im Pick-n-Pay-Markt füllen wir noch einmal unsere Vorräte auf. Aber keinen Alkohol. Wein und Bier, was wir bereits an Bord haben, hatte ich gestern noch im Kleiderfach verstaut. Über die Grenze darf nur eine geringe Menge eingeführt werden.

Bei einem kurzen Besuch im Baumarkt nebenan überzeugen wir uns noch davon, dass es den Braai Scottel auch hier zu erwerben gibt. Eine Option für die Zeit wenn wir nach Südafrika zurück kommen.

Etwa 90 km liegen noch vor uns bis zur Grenze. Alle erforderlichen Papiere haben wir bereits griffbereit und auch beide Warndreiecke und die Warnwesten liegen zur Kontrolle bereit.

k-20160523_113525In Komatipoort Oasis kurz vor der Grenze erhalten wir schon den Vorgeschmack auf das kommende Abenteuer. Wir wollen hier tanken, noch Geld ziehen (Rand zum Tauschen), Geld umtauschen in mosambikanische Metikais, eine Versicherung abschließen und etwas essen. Wir sind zwar noch in Südafrika, aber wir werden hier belagert. Vorzugsweise Frauen bieten hier Metikais an, am liebsten gegen südafrikanische Rand. Wir hatten schon Euro und Dollar bereit gelegt, aber die Nachfrage danach hält sich in Grenzen. Astrid tauscht 1000 Rand gegen 3800 Metikais. Der offizielle Kurs beträgt nur 1: 3,2. Also ein gutes Geschäft, zumal andere Mitreisende nur 1:3,5 bekommen haben. Auch der Versicherungsvertreter steht schon bereit um mit uns eine Haftpflichtversicherung für Mosambik abzuschließen. Direkt von der Tankstelle leitet er uns zu seinem Büro in einen Container am Rande des Platzes. Hier sind 220 Rand fällig.

Bei KFC essen wir noch eine Kleinigkeit, während wir beobachten wie einer nach dem anderen unserer Mitfahrer hier auch anlandet. Auch unsere Renate kommt an und wollte doch schon ab 11.30 Uhr an der Grenze sein um die Abwicklung dort zu begleiten. Die Folge ist, dass wir nun doch in Kolonne zur Grenze fahren, was eigentlich vermieden werden sollte um diese nicht zu blockieren.

Bereits gestern waren wir in alle Grenzformalitäten eingewiesen worden und nun kommt doch alles anders.

Die Ausreise aus Südafrika gestaltet sich noch relativ problemlos. Gatepass abgeholt, Stempel in die Pässe, Gatepass abgeben und weiter. Auf mosambikanischer Seite nehmen wir die zutreffende Ausreisespur, gehen in das nebenliegende Abfertigungsgebäude und lassen den zuvor erhaltenen neuen Gatepass abstempeln.k-20160523_123604

Dann das Carnet de Passages für unser Womo und am nächsten Schalter geht es nicht mehr weiter. Irgendetwas stimmt mit unserem Gatepass nicht, wir wissen aber nicht was. Eventuell ist der Stempel im falschen Feld vermuten wir. Jedenfalls zerknittert die Schalterdame unseren Gatepass und bedeutet uns, dass wir einen neuen brauchen. Woher wissen wir leider nicht. Aber Willi aus der Schweiz hilft uns, so müssen wir nicht an den Ausgangspunkt zurück, sondern nur an die gegenüber liegende Seite des Gebäudes. Wir erhalten einen neuen Gatepass, beschweren uns über die andere Beamtin und sind dann doch wieder bei ihr. Unsere Beschwerde ist bei ihr angekommen und deshalb erklärt sie uns ausführlich den Fehler. Wir waren anfangs am falschen Schalter und hatten einen Stempel für die Einreise nach, statt für die Ausreise aus Südafrika erhalten.

Nachdem dies nun geklärt war, konnten wir dann nach Mosambik einreisen und zwar ohne die gestern noch besprochene Zollerklärung ausfüllen zu müssen. Aber auch hier werden wir wieder belagert. Geld wird angeboten, Warndreiecke, von denen man hier zwei braucht, Warnwesten und SIM-Karten.

Wir lehnen alles ab und sind froh auf mosambikanischem Boden zu sein. Das ganze Prozedere hat dazu geführt, dass wir von den mit uns gleichzeitig an der Grenze befindlichen Womo’s die Letzten waren die weiter kommen.

Auch in Mosambik, wie in Südafrika und allen anderen Ländern die wir noch bereisen werden, herrscht Linksverkehr. Die Geschwindigkeitsregeln sind einfach. Im Ort 60 km/h, außerorts 120. Alkohol 0,0.

Rechts und links der Straße in Grenznähe ist noch viel Trubel. Viele Händler sind hier aktiv. Aber dann wird die Strecke ruhiger. Was auffällt, ist das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. Nichts mehr mit Höflichkeit wie in Südafrika. Keiner bedankt sich mehr für das Platz lassen beim überholen.

Etwa 90 km trennen uns noch von der Hauptstadt Maputo. Bis zu den Vororten genießen wir eine entspannte Fahrt, die nur von zwei Mautstellen unterbrochen wird. Dann werden wir noch einmal auf eine separate Spur geleitet, die eigentlich nur für große Fahrzeuge vorgesehen ist. Aber wir müssen auch hier lang weil wir nicht bei den anderen Fahrspuren durch die Höhenbegrenzung passen. So kommen wir zu dem Vergnügen auf eine Waage zu fahren und wissen jetzt, dass wir mit 420 kg überladen sind. Zum Glück ohne Folgen. Auch in eine Polizeikontrolle geraten wir. Überhaupt herrscht hier starke Polizeipräsenz. Der Beamte will die Pässe sehen, schaut etwas ratlos darauf und lässt uns dann doch fahren nachdem er erfahren hat, dass wir aus Deutschland kommen.

Heute haben wir keinen Campingplatz den wir ansteuern können. Der Platz der eigentlich vorgesehen war ist vor 14 Tagen abgebrannt. Ein Hotelparkplatz ist deshalb unser Ausweichplatz. Wir haben die Koordinaten, fahren nach Navi und nicht nach Roadbook und fahren deshalb direkt durch die Stadt mit ihrem chaotischen Verkehr und äußerst schlechten Straßen, zumal für eine Hauptstadt. Aber es macht Spaß so mitten drin zu sein.

Wir schwimmen mit dem Verkehr mit, halten voll drauf los, sonst hat man verloren und alle schieben sich dazwischen. Astrid will eigentlich Fotos machen von dem Trubel ringsum, aber ich muss spontan anhalten, sie hat einen Krampf im Oberschenkel und kann nicht mehr sitzen. Trotzdem sind wir am Schluss die Ersten auf dem Parkplatz und Astrid zweifelt ob wir richtig sind. Sind wir, denn das Hotel, was unsere Orientierung ist, steht genau gegenüber. Der Parkplatzwächter kümmert sich um uns und will Astrid in das Hotel zur Anmeldung schicken. Aber sie scherzt mit ihm, ich mache ein Foto von beiden und wir verweisen auf unsere Reiseleiterin, die hoffentlich bald ankommen wird.k-20160523_161549

Nach und nach trudeln die anderen ein und alle berichten über die Anfahrtprobleme die sie zu bewältigen hatten. Unsere Strategie war wohl doch nicht so schlecht.

Immer wieder erkundigt sich der Parkwächter nach unserem Chef. Offensichtlich im Auftrag des Hotels. Nach den letzten beiden Ankömmlingen trifft nun auch Renate ein, die mit Jamal gemeinsam alle durch die Grenze gebracht hat. Später übermittelt sie uns zwei Botschaften: erstens dürfen wir hier nicht stehen, da der Hotelchef nicht mit sich reden lässt, es sei denn wir buchten Hotelzimmer, und zweitens hat Jamal aber herausgefunden, dass die rechte Seite des Parkplatzes kommunal ist. Wir setzen unsere Fahrzeuge also einfach um 50m um. Morgen früh allerdings müssen wir den Platz verlassen. Dazu erkundet Renate noch am Abend gemeinsam mit Edgar, unserem Guide für morgen bei der Stadtbesichtigung der zwischenzeitlich auch aufgetaucht ist, einen dreißig Kilometer entfernten Platz.

Wir sitzen noch lange draußen in milder Luft. Renate taucht nicht mehr auf bis wir uns zurückziehen. Hauptsache wir haben morgen früh die neuen Koordinaten, dann geht alles gut.

Ein Gedanke zu „von Südafrika nach Mosambik“

  1. Ihr seid wieder an Deck und wir haben den Bericht mit Spannung gelesen, Zeile für Zeile war aufregend . Es ist doch sehr mutig von euch , so in einigermaßener Ruhe nach Mosambik zu kommen. So wie ihr es schon angekündigt habt, es wird anders. Schreibt weiter ,es ist so interessant.
    Lg Manfred und Christiane

Kommentare sind geschlossen.