weiter durch die Berge und endlich Wein

05.05.2017

Wir fahren nach ruhiger Nacht vor der Absperrkette des Platzes an das Ende des Ortes und besuchen den Wasserfall und die Reste einer Mühle. Überall in der Nähe ist das Rauschen des durch den Ort fließenden Wassers zu hören.

Richtung Norden fahren wir erneut durch zauberhafte Berglandschaft. Allerdings hier auf teilweise stakt beschädigter und sehr schmaler Straße. Wir hoffen immer, dass wir von Gegenverkehr verschont bleiben. Zum Glück ist diese Straße sehr wenig befahren.

Durch Tonara hindurch, ein Ort in dem die kleinen Glöckchen gegossen werden, die hier die Kühe, Schafe und Ziegen um den Hals tragen und mit ihrer unterschiedlichen Tonhöhe den „Klang Sardiniens“ erzeugen, erreichen wir unser nächstes Ziel, Sorgono. Dazu müssen wir wieder weit talwärts fahren. Aber es lohnt sich. Hier ist das Zentrum der Region Mandrolisai, in der der gleichnamige Wein angebaut wird. In der Cantina del Mandrolisai wird er gekeltert und verkauft. Wir probieren und schlagen zu. Nebenan stärken wir uns anschließend in der Trattoria mit Antipasti und Nudelgerichten.

Auf der Weiterfahrt ergibt sich endlich auch einmal Gelegenheit ein Foto von den Korkeichen zu schießen.

Nächster Ort und nächster Halt, Orgosolo, ein Hirtendorf welches lange Zeit als das Banditendorf schlechthin galt. Zwischen 1903 und 1917 haben hier verwandte Familien Blutrache geübt der über 50 Menschen zum Opfer fielen. Heute ist Orgosola bekannt für seine „Murales“, Wandbilder, die hier viele Häuser schmücken.

Weiter geht es nach Oliena.Von hier aus wollen wir auf direktem Weg an die Küste nach Dorgali. Wir wollen hier nur die Nacht verbringen um uns am anderen Morgen einen guten Standort für die Verfolgung der zweiten Etappe des Giro zu sichern. Wir kommen aus den Bergen mit einem neuen Temperaturrekord auf unserer Tour von 28° und nähern uns jetzt der Gebirgskette die sich vor dem Weg zur Küste auftürmt. Über die Berge legen sich die Wolken und decken sie zu wie ein Tischtuch, ähnlich wie über den Tafelberg in Kapstadt.

Ein Tunnel führt durch den Berg und von der Sonne in trübes Wetter und einen Temperatursturz um 10°, nachdem wir uns über die Serpentinen hinunter zur Küste bewegt haben. Der Campingplatz ist schnell gefunden. Auch Duschen sind hier, die ich gleich nutzen werde. Ich nehme lieber 1€ mit für 4 Minuten, statt 50 Cent für die halbe Zeit. Allerdings zählt die Zeit ab Einwurf der Münze im Automaten der außerhalb steht. Nachdem ich mich ausgezogen habe reicht deshalb der erste Schub für 50 Cent nur noch zum nass werden. Nochmal gedrückt, kann ich nun ordentlich duschen. Als ich aber meinem übermäßigen Haarschopf zum zweiten mal einseife, ist Schluss und ich muss dann den Schaum am Kaltwaschbecken abspülen. In Sardinien sind wohl die Minuten kürzer.

3 Gedanken zu „weiter durch die Berge und endlich Wein“

  1. Superschoene Bilder von einer superschoenen Landschaft! Ich bin froh, mal wieder mit Euch zu (pseudo-)reisen. Wenn Ihr Fotos von italienischem Essen reinstellt, wurde ich am liebsten bei Euch am Tisch sitzen!
    Wie verstaendigt Ihr Euch eigentlich mit den Einheimischen? Mit Haenden und Fuessen oder habt Ihr ein bisschen italienisch von Eurem Schwiegersohn gelernt?

    1. Ja überwiegend mit Händen und Füßen und ein paar Brocken englisch und italienisch.

  2. Ha,Ha Pech gehabt.Aber bei der Haarpracht nicht so schlimm.
    Gestern waren wir ja bei der Jugendweihe,heute wollen wir warscheinlich deine Ausstellung besuchen.Na mal sehe wie es wird.Euch noch viel Spass und feuert die Radfahrer an!!
    Lg,Michael und Petra

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