zum Fish-River-Canyon

17.08.2016 von Keetmanshoop zum Fish River Canyon

Wegen der schwierigen Straßenverhältnisse droht die Gruppe zumindest zeitweise auseinanderzubrechen. Deshalb nehmen die heutige Etappe nur noch sieben Fahrzeuge so in Angriff wie es vom Roadbook vorgesehen ist. Die 14 km auf Gravel zurück zur Landstraße bleiben allerdings niemandem erspart. Wir haben uns schon vor einigen Tagen entschlossen dem Roadbook treu zu bleiben und wenn die Strecke schwierig wird einfach langsam zu fahren, auch wenn es dann nur mit ca. 20 km/h vorwärts geht.

Also zurück zur Landstraße und dann nochmal rein nach Keetmanshoop. Wir wollen wenigstens noch Bilder von den zwei Sehenswürdigkeiten des Ortes machen. Dem Kaiserlichen Postamt, in dem heute das Tourismusbüro beheimatet ist, und die Steinkirche von 1895 in der ein Museum seinen Sitz hat.k-S3190005

Wir folgen 32 km der B4 und biegen dann links auf eine überwiegend gut befahrbare Gravelroad ab, der wir bis zum Naute-Dam folgen, der den Großen Löwenfluss staut und die Trink- und Brauchwasserversorgung von Keetmanshoop sichert.k-S3190006 In der Annahme, die Zufahrt zum Damm ist geschlossen, fahren wir zunächst vorbei und steuern die nahe Destillerie an die von den Eigentümern der Kristall-Kellerei in Omaruru betrieben wird, die wir auch besucht hatten. Heute soll hier eine Verkostung der härteren Sachen stattfinden. Wir wundern uns etwas darüber, hier allein zu stehen.

Es ist kurz nach zehn und um elf soll die Besichtigung und Verkostung stattfinden. Aber es klärt sich alles auf. Andere waren schlauer als wir und haben bei der Zufahrt zum Damm genauer hingeschaut. Das vermeintliche Tor war zu umfahren.

Pünktlich um elf ist es dann soweit, erst Besichtigung, dann Verkostung und anschließend Kaffee und Kuchen. Die Hausherrin führt durch das Programm. Wir hatten uns gefragt, wie man auf die Idee kommen kann, hier in der Einöde eine Destillerie zu betreiben. Aber die Antwort ist recht einfach. Am Abfluss des Staudammes werden auf gut bewässerten Feldern Datteln, Trauben und Zitrusfrüchte angebaut. Dann liegt es nahe diese auch hier zu verarbeiten. Und so hat sich eine Kooperation zwischen Staat und Privatbetrieb entwickelt. Der Staat wird hier die Früchte los, die nicht für den Export geeignet sind, stellt das Gebäude zur Verfügung und die Betreiber stellen das Inventar. Für ihre Produkte haben sie auch schon Auszeichnungen erhalten. Der Gin schmeckt uns besonders gut und deshalb muss eine Flasche mit in das Reisegepäck.

Wir fahren danach noch einmal zum Damm zurück und schauen nun von oben auf See und Staumauer.

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Nach weiteren 76 km meist gut befahrbarem Gravel steuern wir das Canyon Roadhouse Camp an.k-S3190025

Wir sind relativ früh hier und ich weiß mit der freien Zeit nicht viel mehr anzufangen, als die kritischen Befestigungen im Auto erneut zu kontrollieren und ggf. nachzubessern.

Als ich mich dann an den Laptop setze piept es hinter mir, ein schleichender Plattfuß kündigt sich an.